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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2023

Atmosphärisch, aber mit viel Luft nach oben

Beuteherz
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„Beuteherz“ ist der Auftakt einer neuen schwedischen Krimireihe, in der eine Sozialarbeiterin ermittelt und das Debüt der Autorin Ulrika Rolfsdotter. Leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen. ...

„Beuteherz“ ist der Auftakt einer neuen schwedischen Krimireihe, in der eine Sozialarbeiterin ermittelt und das Debüt der Autorin Ulrika Rolfsdotter. Leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen. Worum geht es?
Sozialarbeiterin Annie Ljung aus Lockne in Nordschweden, die inzwischen in Stockholm lebt, ermittelt in ihrem ersten Fall, in dem sie auf eigene Faust nach der verschwunden 17-jährigen Tochter ihres Cousins sucht.
Ermittler*innen, die an den Ort ihrer Kindheit zurückkehren, gibt es viele. Eine Sozialarbeiterin ermittelt. Das klingt erst mal toll. Aber Annie, was für eine impertinente, übergriffige Person, wird von der Vergangenheit eingeholt.
„Beuteherz“ ist gut geschrieben und mühelos zu lesen. Die Autorin ließ sich von realen Fällen inspirieren. Glaubwürdig ist das Buch, wenn es um misshandelte Frauen und Suchtkranke geht. Eine Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können, da der Plot erst im letzten Drittel richtig Fahrt aufnimmt.
„Beuteherz“ ist auch ein Buch, das Hexen thematisiert. Das Frauenbild und die Schande. Damit konnte ich überhaupt nichts anfangen. Der Titel erschließt sich dem Lesenden bis zum Ende nicht. Ob ich mir eine Fortsetzung antun werde, weiß ich daher noch nicht.

Fazit: Der erste Fall für Sozialarbeiterin Annie Ljung, die in Nordschweden ermittelt. It was okay.

Veröffentlicht am 24.10.2023

Tatort Heidelberg

Der Mentor
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„Der Mentor“ von Svenja Diel ist ein blutiger Thriller, aber gut gemacht. Worum geht es?
15. Februar 1989: Neben seiner toten Mutter wird ein kleiner Junge entdeckt.
Danach ein Sprung ins Jahr 2022: Fiona ...

„Der Mentor“ von Svenja Diel ist ein blutiger Thriller, aber gut gemacht. Worum geht es?
15. Februar 1989: Neben seiner toten Mutter wird ein kleiner Junge entdeckt.
Danach ein Sprung ins Jahr 2022: Fiona Keller wird am Rand des Odenwalds tot aufgefunden, in der Nähe eine weitere Leiche. Beide Frauen wurden brutal ermordet. Kommissar Jakob Krohn aus Heidelberg ermittelt.
Unterstützt wird er von einer Sondereinheit des LKA München, doch Fallanalytikerin Nova Winter ermittelt am liebsten allein.
Was haben die beiden Toten mit den bizarren Szenen einer Party sieben Monate zuvor zu tun? Wer ist der Mentor, wer ist sein Jäger? Und was hat der Podcaster Nils Brenner mit alldem zu tun?
Libertas per audaciam - Freiheit durch Wagemut. Ist das die Ideologie einer Sekte? Einer geheimen Studentenverbindung?
„Der Mentor“ ist spannend und unterhaltsam. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Man merkt, dass die Autorin ein Profi ist.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Nova ist eine toughe Frau. Jakob ist alleinerziehender Vater. Komplexe Charaktere, beide kämpfen mit den Dämonen der Vergangenheit.
Erst ganz am Ende schließt sich der Kreis und alles ist stimmig aufgelöst. Gerne werde ich auch die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird.

Fazit: Blutig und brutal. Nur für wahre Thriller Fans.

Veröffentlicht am 21.10.2023

Kein Chick-Lit

Die gute Schwester
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„Die gute Schwester“ ist das Thrillerdebüt der Autorin Sarah Bonner, Schauplatz ist England. Worum geht es?
Megan und Leah sind eineiige Zwillinge und gleichen sich aufs Haar. Ihre Kindheit war schwer, ...

„Die gute Schwester“ ist das Thrillerdebüt der Autorin Sarah Bonner, Schauplatz ist England. Worum geht es?
Megan und Leah sind eineiige Zwillinge und gleichen sich aufs Haar. Ihre Kindheit war schwer, als die beiden erwachsen sind beschließen sie ein Buch darüber zu schreiben. Beide beteiligen sich an dem Projekt, doch Leah trickst Megan aus und reicht das Manuskript heimlich unter ihrem Namen ein. Das Buch wird ein Bestseller, Leah verdient jede Menge Geld, Megan geht leer aus. Seitdem hat Megan den Kontakt zu Leah abgebrochen, selbst zu ihrer Hochzeit mit Chris ist Leah nicht eingeladen. Jahre vergehen.
Als Megan auf dem Smartphone ihres Mannes ein Foto ihrer Schwester sieht, will sie Leah zur Rede stellen. Der Streit eskaliert, im Affekt erschlägt Megan ihren Zwilling. Ihre Panik treibt sie zu einem riskanten Plan...
Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, aus der Sicht von vier Personen in der jeweiligen Ich-Perspektive, wobei Megans Teil den größten Raum einnimmt.
Der Schreibstil ist flüssig, die Figurenzeichnung gelungen, die Personen wirken lebensecht. Megans Stimmungen sind jederzeit greifbar, ihre Panik gut spürbar.
Ich konnte mit Megan mitfiebern, die Handlung ist fesselnd und bietet einige überraschende Wendungen. Die Auflösung war für mich so nicht vorhersehbar.

Fazit: Spannend und wendungsreich. Überraschend gut!

Veröffentlicht am 20.10.2023

Von der Vergangenheit eingeholt

Das falsche Opfer
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„Das letzte Grab“ von Lukas Erler hatte mich begeistert und auch „Das falsche Opfer“ habe ich gerne gelesen. Es handelt sich um den zweiten Fall für Rechtsanwältin Carla Winter aus Frankfurt am Main. Worum ...

„Das letzte Grab“ von Lukas Erler hatte mich begeistert und auch „Das falsche Opfer“ habe ich gerne gelesen. Es handelt sich um den zweiten Fall für Rechtsanwältin Carla Winter aus Frankfurt am Main. Worum geht es?
Auf den Treppen zu ihrem Haus findet Carla eine völlig verstörte Frau mit einem blutbeschmierten Messer in der Hand. Natascha Berling gesteht, dass sie ihren gewalttätigen Freund getötet hat. Carla übernimmt die Verteidigung, denn das Schicksal der Frau hat sie tief berührt.
Doch dann taucht ein anonymer Hinweis auf, der den gesamten Fall in einem anderen Licht erscheinen lässt. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint.
„Das falsche Opfer“ ist spannend und unterhaltsam. Aber im Gegensatz zum Vorhänger hat mir hier das Besondere gefehlt. Dazu ein unglaubwürdiger Plot. Es geht um Freundschaft und Verrat. Eine Spur, die bis in den Tschetschenien-Krieg zurückreicht.
Carla kommt naiv und unsympathisch rüber. Mit ihr konnte ich mich diesmal nicht identifizieren, ihr Handeln nicht nachvollziehen. Neu dabei, Ritchie Lambert. Der Mann ist wirklich witzig - und cool.
Einige Überraschungen gegen Ende des Thrillers hält Lukas Erler für die Lesenden noch bereit. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Denn die Geschichte ist wohl nicht so schnell auserzählt.

Fazit: Fall Nr. 2 für Carla Winter. Gut, aber nicht so gut wie der Vorgänger.

Veröffentlicht am 20.10.2023

Der Regler ist zurück

Ohne Reue
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Ich bin ein großer Fan des Reglers und habe die Reihe damals verschlungen. Auch „Ohne Reue: Die Rückkehr des Reglers“, der neue Thriller von Max Landorff überzeugt. Worum geht es?
Gabriel Tretjak ist der ...

Ich bin ein großer Fan des Reglers und habe die Reihe damals verschlungen. Auch „Ohne Reue: Die Rückkehr des Reglers“, der neue Thriller von Max Landorff überzeugt. Worum geht es?
Gabriel Tretjak ist der Regler, ein Problemlöser. Eigentlich ist er ausgestiegen, nennt sich nun Miller. Gabriel merkt, dass sein eigenes Leben gar nicht so gut geregelt ist, wie er glaubt, dass ihn die Vergangenheit einzuholen scheint. Denn jemand ist auf der Suche nach ihm und schreckt auch vor Morden nicht zurück. Warum?
Max Landorff ist das Thriller-Pseudonym der Brüder Andreas und Stephan Lebert. Gekonnt springen die Autoren durch Zeit und Raum. „Ohne Reue“ hat es in sich. Der Thriller ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Spannend, keine Frage. Es geht um Transhumanisten. Ein Unternehmen, das sich Theseus nennt.
Skrupellose Menschen, die Alzheimer und Autisten mittels KI „heilen“ wollen und die Nebenwirkungen von implantierten Impulsgebern im menschlichen Gehirn billigend in Kauf nehmen. Aber nun ist ein Mann, der sich „Major Tom“ nennt, auf dem Rachetrip…
Über das Wiedersehen mit Gabriel habe ich mich sehr gefreut. Denn er ist mir ans Herz gewachsen. Auch, wenn er moralisch fragwürdige Dinge tut. Ebenfalls wieder mit von der Partie der Münchener Kommissar August Maler. Neu dabei Thomas Quadel, genannt Qualle.

Fazit: Fall Nr. 5 für den Regler. Gern gelesen!