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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2023

Neues aus Island

Verlogen
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»Verschwiegen«, der Auftakt einer Krimi-Reihe von Eva Björg Ægisdóttir, hatte mich begeistert. Auch die Fortsetzung, »Verlogen«, überzeugt. Die Geschichte ist wieder in der isländischen Kleinstadt Akranes ...

»Verschwiegen«, der Auftakt einer Krimi-Reihe von Eva Björg Ægisdóttir, hatte mich begeistert. Auch die Fortsetzung, »Verlogen«, überzeugt. Die Geschichte ist wieder in der isländischen Kleinstadt Akranes verortet. Worum geht es?
In einer Höhle in einem Lavafeld wird eine Leiche entdeckt. Maríanna, eine alleinerziehende Mutter, war vor sieben Monaten spurlos verschwunden und man ging von einem Selbstmord aus. Doch sie wurde ermordet.
Maríannas fünfzehnjährige Tochter Hekla wohnt inzwischen bei Pflegeeltern und scheint dort glücklicher zu sein als bei ihrer Mutter. Warum? Kommissarin Elma und ihre Kollegen rollen den Fall neu auf.
In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte einer jungen Mutter erzählt, die keine Verbindung zu ihrer neugeborenen Tochter aufbauen kann. Handelt es sich womöglich um Maríanna?
Den Einstieg fand ich etwas zäh, aber dann geht die Post ab. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint. Der Plot ist fesselnd. So gibt es in „Verlogen“ wirklich jede Menge Geheimnisse zu entdecken.
Über das Wiedersehen mit Elma, Sævar und ihrem Chef Hörður habe ich mich gefreut. Es macht großen Spaß, ihnen bei den Ermittlungen zu folgen. Und so freue ich mich schon heute auf »Verborgen«, den dritten Band, der im Frühjahr 2024 erscheinen soll.

Fazit: Fall Nr. 2 für die Isländische Polizistin Elma. Komplex, dennoch hochspannend.

Veröffentlicht am 11.08.2023

Spannende Fortsetzung

Totenlichter
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Schauplatz Hamburg: „Totenlichter“ von Aaron Sander ist der zweite Teil einer Thriller-Reihe um den aus Schweden stammenden LKA-Ermittler Jan Nygård und die Polizeipsychologin Anna Wasmuth.
Diesmal geht ...

Schauplatz Hamburg: „Totenlichter“ von Aaron Sander ist der zweite Teil einer Thriller-Reihe um den aus Schweden stammenden LKA-Ermittler Jan Nygård und die Polizeipsychologin Anna Wasmuth.
Diesmal geht es um Evelin Meyers, die in einer Kirche Selbstmord begangen hat. Ein mysteriöser Brief mit Evelins Todesanzeige wird in Annas Wohnung platziert, ein weiterer Hinweis - und der Fall wird neu aufgerollt. Es bestätigt sich, dass Evelin nicht freiwillig aus dem Leben schied. Und es ist nicht die einzige Tat eines Mörders, der seine Opfer in den Selbstmord treibt.
Jan und Anna ermitteln im Kirchenmilieu, aber sind sie hier auf der richtigen Spur?
Anders als in „Schmerzwinter“ geht es in „Totenlichter“ nicht so blutig zu, denn der Täter treibt ein Psychospiel mit seinen Opfern. Wieso müssen die Menschen, die einen grauenvollen Busunfall überlebt haben, jetzt sterben? Für Jan und Anna wird es brandgefährlich, denn der Täter scheint auch Anna im Visier zu haben.
Ich habe mich gefreut, wieder von Jan und Anna zu lesen. Jan scheint seine unkontrollierbare Wut etwas besser im Griff zu haben. Man merkt, dass er sich weiterentwickelt hat. Er hat Anna als Partnerin bei seinen Ermittlungen akzeptiert und lernt, mit seiner Vergangenheit und seinem Verlust zu leben.
Die Spannung ist jederzeit greifbar. Dazu tragen auch die Cliffhanger am Ende der Kapitel bei, so dass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Fall Nr. 2 für Nygård und Wasmuth. Hat mir besser gefallen als der Vorgänger.

Veröffentlicht am 08.08.2023

Wenn die Wahrheit ans Licht kommt

Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
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„Happy New Year“ von Malin Stehn hatte mich begeistert und auch Ihr zweiter Streich „Nur eine Lüge“ überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Wieder stehen zwei Familien im Mittelpunkt, ...

„Happy New Year“ von Malin Stehn hatte mich begeistert und auch Ihr zweiter Streich „Nur eine Lüge“ überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Wieder stehen zwei Familien im Mittelpunkt, diesmal die Brandts und die Nihlzéns.
Es geht gleich spannend los: Vor Emilys Füßen, unterhalb einer Böschung, liegt eine Leiche. Wer ist der Tote? Womöglich ihr frischgebackener Ehemann?
Emily Brandt und William Nihlzén planen ihre Hochzeit. Ein dunkles Geheimnis überschattet ihre Verbindung. Emilys Mutter Annika trinkt zu viel und ihr Bruder Erik sitzt seit einem Autounfall vor acht Jahren im Rollstuhl. Was war damals wirklich passiert?
Malin Stehn erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, 'Die Hochzeit' sowie 'Acht Jahre zuvor'. Wechselnde Perspektiven aus Sicht von Annika, Emily, Erik und Vater Mats sorgen für Dynamik. Eine Wendung jagt die nächste. „Nur eine Lüge“ ist spannend, keine Frage. Dazu leicht zu lesen.
Unerbittlich nähert sich die Geschichte dem Höhepunkt. Nichts ist, wie es scheint. Annika, eine Helikoptermutter, kommt mega unsympathisch rüber. Doch am Ende wächst sie über sich hinaus. Ich kann beide Bücher wärmstens empfehlen und freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.

Fazit: Spannend, wendungsreich und nicht vorhersehbar. Genauso gut wie der Vorgänger. Mindestens.

Veröffentlicht am 25.07.2023

Macht in all ihren Facetten

Skorpion
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„Skorpion“ von Gerd Schneider und Matt Basanisi ist ein hochspannender Thriller, der durch tatsächliche Ereignisse inspiriert ist. Worum geht es?
Sommer 2002: In Palermo wird ein Priester erschossen, in ...

„Skorpion“ von Gerd Schneider und Matt Basanisi ist ein hochspannender Thriller, der durch tatsächliche Ereignisse inspiriert ist. Worum geht es?
Sommer 2002: In Palermo wird ein Priester erschossen, in Antwerpen stellen Ermittler drei Tonnen Kokain sicher und in Zürich begeht ein Pilot Selbstmord. Wo ist die Verbindung?
Held der Geschichte ist David Keller, Schweizer Bundesermittler und Mafia-Experte. Der Antagonist heißt Walter Baumann. Er ist ein Ex-Banker, der die Seiten gewechselt hat.
Den Einstieg fand ich etwas zäh, Kirche, Mafia etc., aber nach dem Drogenfund geht die Post ab. Gekonnt springen die Autoren durch Zeit und Raum: Belgien, Oktober 2002. Bern, ca. acht Wochen später. Miami, 1995. Zürich, 2003 usw.
„Skorpion“ hat es in sich. Der Thriller ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Spannend, keine Frage. Es geht auch um Liebe und Verrat.
Ein Mix aus Fakten und Fiktion. So sind einige der im Buch beschriebenen Figuren, wie Berlusconi oder Escobar und die geschilderten historischen Kontexte real, die Hauptfiguren, wie Keller und sein Chef Moser, hingegen fiktiv.
Wer nun denkt, Gegenspieler der Bundeskripo in Bern wäre die Mafia, der liegt falsch. Aber nach und nach werden alle Geheimnisse enthüllt und das Rätsel um den Skorpion wird natürlich auch gelöst.

Fazit: Ein globaler Thriller. Action- und temporeich wie ein spannender Hollywood-Blockbuster!

Veröffentlicht am 19.07.2023

Aus der Zeit gefallen

Düstergrab
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Seit „Totenweg“ begleite ich Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn aus dem hohen Norden bei ihren Ermittlungen. Doch „Düstergrab“ hat mich nicht überzeugt. Worum geht es?
Björn, ein Schulfreund von Frida, ...

Seit „Totenweg“ begleite ich Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn aus dem hohen Norden bei ihren Ermittlungen. Doch „Düstergrab“ hat mich nicht überzeugt. Worum geht es?
Björn, ein Schulfreund von Frida, wird beerdigt. Einen Tag später bemerkt der Totengräber, dass jemand in der Nacht die Erde aus dem Grab ausgehoben und es dann wieder zugeschüttet hat. Wurde Björns Leiche gestohlen? Die Überraschung ist groß, als man feststellt, dass in dem Grab eine weitere Leiche liegt.
Es handelt sich um einen weiblichen Teenager mit einem Kopftuch und einer altertümlichen Kleidung. Schnell steht fest, die Tote ist Lilly, ein Zwillingsmädchen, das vor 4 Jahren zusammen mit seiner Schwester aus der Pflegefamilie verschwand. Wo ist Sophie? Frida und ihr neuer Partner Leonard Bootz ermitteln...
Romy Fölck hat ihren neuen Krimi, der sich flott und flüssig lesen lässt, atmosphärisch in Szene gesetzt. Ab und zu sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie erzählen von Anne und Ludwig in der Hutterer Kolonie, Crystal Spring, Kanada. Eine Gemeinschaft, ähnlich den Amischen.
Das Privatleben der Protagonisten nimmt wieder viel Raum ein. Das geht zu Lasten der Spannung. Zu viel Familiengedöns, Eifersucht etc. Frida hat mich irgendwann nur noch genervt. Erst auf den letzten Drücker kommt ein Hauch von Spannung auf. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Fazit: Hat mir nicht so gut gefallen wie die Vorgänger. Zu viel Privatgedöns.