Gute Idee mit mangelhafter Umsetzung
Beyond the Play 1: First DownENTHÄLT SPOILER!!!
Fake Dating, Football und spicy Collage Romance – als ich diese Beschreibung gelesen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Um ihren Ex endgültig loszuwerden, gehen Beckett und Quarterback ...
ENTHÄLT SPOILER!!!
Fake Dating, Football und spicy Collage Romance – als ich diese Beschreibung gelesen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Um ihren Ex endgültig loszuwerden, gehen Beckett und Quarterback James einen Deal ein: Nachhilfe im Gegenzug für Fake Dating.
Leider konnte das Buch für mich seine Versprechen nicht halten.
Für mich ist dieses Buch hinsichtlich der Sprache und dem Verhalten der Charaktere kein New Adult, ehr ein Jugendbuch mit Sex. Zusätzlich ist der Sprachstil sehr roh. Natürlich muss nicht alles explizit dastehen, aber ein weglassen sollte sinnvoll sein. (Hier ein sinngemäßes Beispiel zweier direkt aufeinander folgender Sätze: Er kniete vor ihr. Sein Gesicht war direkt vor ihrem. - Wenn das möglich wäre, dann ist sie echt klein.) Da stolpre ich beim Lesen. Beckett verhält sich kindisch und sinnfrei. Sie sagt Nein zu ihrem Ex, will keinen Kontakt, kommuniziert das auch so (und der Ex hat sich bereits übergriffig gezeigt) und macht dann doch noch, wohlgemerkt allein, ein Treffen mit diesem aus - Warum? Aka schwacher Grund um neue Handlung zu generieren? Aber zur Handlung später mehr. Zurück zu den Charakteren. James hat aus seiner Vorgeschichte mit der Ex nicht gelernt. Sein Verhalten, die eigene Berufliche Zukunft zurückzustellen wird romantisiert. Vielleicht Ansichtssache, aber hier fehlt mir die Charakterentwicklung. Apropos, es wird immer wieder angedeutet, dass Beckett gern fotografiert, aber dass da so viel Leidenschaft da ist, dass sie es auch beruflich machen will, kam mir von ihr nicht rüber. Das hat mir nur James die ganze Zeit vorgeschlagen. Wo der Wandel am Ende herkam, weis ich nicht. Und noch ein Wort zu den Nebencharakteren: Dass die Brüder, die ja die Protas der Folgebände sind, vorgestellt werden, fand ich gut. Das macht neugierig auf mehr. Die Existenz bzw. Relevanz von anderen war mir allerdings unklar. Die BFF war eigentlich nur eine Mitbewohnerin. Aber gut, wäre sie wirklich akut zu wichtigen Gesprächen genutzt worden und nicht immer nur zur Auswertung, wären schwache (z.B. s.o.) Gründe noch schwächer geworden. Da war gar kein Vertrauen untereinander da. Und die Tante, die soll auch eine Art Mutterersatz sein, war überhaupt nicht präsent. Ein Beispiel: Sie ist bei der großen Mutter-Tochter Aussprache am Ende dabei und das einzige, was sie beiträgt ist ein Ja? Dann hätte man auch die rauslassen können oder nicht als Bezugsperson darstellen sollen.
Nun noch zur Handlung: Dass diese wiederholt mir unlogisch erscheint, habe ich bereits angedeutet. Das waren schwache Begründungen für mehr Drama, um künstlich Handlung zu erschaffen. Z.B. wird beim Brand Becketts Kamera und deren Bilder zerstört. Aber sie wohnt gar nicht mehr dort, sondern im Wohnheim. Wenn die Fotografie wirklich so eine zentrale Rolle für sie spielt, warum befindet sich die Kamera dann nicht in ihrem Alltag? Um die Handlung nochmals künstlich aufzupeppen, wird ab und an noch ein-Satz-mäßig Arm/Reich eingeworfen. Das kam immer wieder aus dem Nichts, und hätte besser ausgearbeitet sein. Punktuell hat das nämlich Sinn für die Beziehung gemacht. Dass die Beziehung zu ihrer Mutter Beckett belastet, empfand ich hingegen als gut ausgearbeitet. Diese empfindet viel Schmerz, weil der Vater wegging. Sie beleidigt Beckett, wirft ihr keine Unterstützung vor und zündet die Wohnung an. Dass war sehr krass. Aber aus dem Nichts, und obwohl die Mutter seit Jahren sich so schlimm ihrer Tochter verhält, macht sie eine 180 Grad Wendung, verkauft ihr Diner (ihren Lebenstraum) und befreit die Tochter von ihrer Last. Dass es darauf hinausläuft, hoffe ich natürlich als Leserin. Aber wo kam das her? Warum der Wandel? Und dass Beckett das Diner allein gestemmt hat, wurde auch nie aufgearbeitet. Und meine größte Enttäuschung war das Fake Dating, dass nie vorhanden war. Es war sofort eine F+, weil sie auch ohne die Anwesenheit etwas miteinander hatten. Das war Dating ohne das Fake.
Mein Fazit ist, dass das Buch eine tolle Idee ist, aber mangelhaft umgesetzt wurde. Man konnte es gut lesen, aber ich würde es nicht weiterempfehlen. Dennoch werde ich noch einmal einen weiteren Band der Reihe ausprobieren.