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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2025

Sehr atmosphärischer Thriller mit vielen spannenden Wendungen

Knochenkälte
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Für mich war das dieses Buch der erste Einstieg in das Hunter-Universum und er hat mir sehr gut gefallen. Der erste Teil des Buches war mein absolutes Highlight, die Fahrt durch den Sturm, die Ankunft ...

Für mich war das dieses Buch der erste Einstieg in das Hunter-Universum und er hat mir sehr gut gefallen. Der erste Teil des Buches war mein absolutes Highlight, die Fahrt durch den Sturm, die Ankunft im Dorf und dann auch im Hillside Hotel. Die Beschreibungen war sehr atmosphärisch und die Handlung durchgehend spannend. Durch den Fund des Skeletts im Wald kommt die Handlung ordentlich in Gang. Ich will nicht zu viel spoilern, aber damit allein ist noch nicht das ganze Grauen, das sich hinter dem unscheinbaren Dorf verbirgt, erfasst.

Hunter fand ich einen sehr sympathischen Protagonisten. Er wirkt kompetent, hat aber auch eine emotionale und verletztliche Seite und ist entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Teilweise ist er dabei so abgebrüht, als wäre er Detective beim Morddezernat. Die anderen Charaktere sind (bewusst) unsympathisch gehalten, aber ich finde, Beckett hat gute Arbeit bei ihrer Beschreibung geleistet, da ich mir alle gut vorstellen konnte. Es fällt sehr leicht, sich in das Buch hineinzuversetzen und man gerät in einen richtigen Lesesog, während man genauso langsam wie Hunter herausfindet, was gespielt wird.

Kleine Kritikpunkte finden sich am Ende der Handlung. Im Vergleich zum ersten Teil und zur Mitte des Buches wird auf den letzten hundert Seiten dann sehr viel sehr schnell abgehandelt. Vielleicht habe ich zu schnell gelesen, aber ich musste immer wieder zurückgehen, um nachzusehen, wie die neu eingeführten Personen nochmal heißen, wer mit wem wie in Beziehung steht und wer jetzt aus welchem Grund versucht, was zu vertuschen. Da war es nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Außerdem gibt es mindestens zwei oder drei Stellen, wo sich jemand leichtsinnig bei schlechtem Wetter in den Wald und auf den Berg begibt und sich dann – oho – in einer schwierigen Lage wiederfindet. Einerseits waren die Jagden durch den Schnee sehr spannend, aber gefühlt bestand ein Drittel des Buches darin, mit Hunter alleine oder hinter jemandem her durch den Schnee zu stapfen.

Trotzdem war das Buch für mich ein 5*-Buch. Handlung spannend und mitreißend, Charaktere gut ausgearbeitet, man erfährt viele Hintergrundstorys und auch Details, aber der Autor verliert sich nicht darin. Das alles ist mir positiv aufgefallen. Und das Buch hat definitiv Lust gemacht, noch mehr von der Hunter-Reihe zu lesen. Auch die unterschiedlichen Schauplätze haben mir sehr gut gefallen – das Dorf/Hotel, der Fichtenwald, die Lichtung, der Bach usw.

Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen und eine Leseempfehlung dafür aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2025

Ein spannender, dystopischer Roman!

Die Spur der Vertrauten
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Die Spur der Vertrauten ist ein dystopischer Roman, der in einer streng hierarchischen Gesellschaft spielt, in der jeder Mensch mit einem bestimmten Instinkt geboren wird. Das Wohl der Gemeinschaft – das ...

Die Spur der Vertrauten ist ein dystopischer Roman, der in einer streng hierarchischen Gesellschaft spielt, in der jeder Mensch mit einem bestimmten Instinkt geboren wird. Das Wohl der Gemeinschaft – das „Wir“ – steht dabei über allem. Als plötzlich immer mehr Schüler spurlos verschwinden, machen sich die Protagonisten Claire und Goliath auf die Suche nach ihnen und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das die Grundfesten ihrer Welt erschüttert.
Besonders beeindruckend ist das Worldbuilding. Die Autorin erschafft eine originelle und komplexe Welt, deren gesellschaftliche Strukturen und Regeln sorgfältig durchdacht sind. Auch die Charakterentwicklung überzeugt – vor allem Goliaths Wandlung im Verlauf der Geschichte ist spannend nachzuverfolgen. Das Gesellschaftskonzept wirft zudem tiefgehende philosophische Fragen auf: über das Verhältnis von Allgemeinwohl und individueller Freiheit, über die Bedeutung von Instinkt und freiem Willen und darüber, wie Gemeinschaft funktioniert. Dadurch regt der Roman auf mehreren Ebenen zum Nachdenken an.
Die Handlung ist insgesamt originell und unvorhersehbar, insbesondere für ein Jugendbuch. Mehrfach gelingt es der Autorin, mit unerwarteten Wendungen zu überraschen und Spannung zu erzeugen. Der Einstieg erfordert allerdings etwas Geduld – durch die Vielzahl an neuen Begriffen und Konzepten wirkt der Anfang zunächst verwirrend, bevor die Geschichte Fahrt aufnimmt.
Im weiteren Verlauf verliert die Handlung jedoch etwas an Dynamik. Der erste Teil des Romans ist deutlich stärker, während das letzte Drittel an Spannung einbüßt und stellenweise langatmig wirkt. Auch das Ende konnte nicht vollständig überzeugen: Einige Fragen bleiben offen, und die Auflösung wirkt etwas unklar. Dadurch wird das große Potenzial der zugrunde liegenden Idee leider nicht ganz ausgeschöpft.
Trotz dieser Schwächen ist Die Spur der Vertrauten ein lesenswerter dystopischer Roman, der mit einer außergewöhnlichen Welt, tiefgründigen Themen und einer zum Nachdenken anregenden Handlung überzeugt. Empfehlenswert für alle, die Freude an komplexen, ideenreichen Geschichten haben und sich gerne in ungewöhnliche Welten hineinlesen.

Veröffentlicht am 02.11.2025

Ein mitreßendes Familienepos

Wenn unsere Welt kippt
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„Wenn unsere Welt kippt“ von Jandy Nelson ist ein über 600 Seiten umfassendes Familienepos, das mit zarter Melancholie und funkelnder Sprache vom Erwachsenwerden, vom Verlust und von der Macht der Liebe ...

„Wenn unsere Welt kippt“ von Jandy Nelson ist ein über 600 Seiten umfassendes Familienepos, das mit zarter Melancholie und funkelnder Sprache vom Erwachsenwerden, vom Verlust und von der Macht der Liebe erzählt. Die Geschichte entfaltet sich aus wechselnden Perspektiven der Figuren und webt so ein fein gesponnenes Netz aus Erinnerungen, Sehnsüchten und Geheimnissen.

Im Zentrum stehen die drei Geschwister Fall – Dizzy, Miles und Wynton –, Nachkommen einer alten kalifornischen Winzerfamilie. Jeder von ihnen trägt eine besondere Gabe in sich: Dizzy sieht Farben in Gerüchen, Miles besitzt einen scharfen, fast übermächtigen Verstand, und Wynton spielt die Geige mit einer Hingabe, die alles um ihn herum zum Schweigen bringt. Gemeinsam wachsen sie bei ihrer Mutter Bernadette auf, einer begnadeten Köchin und Restaurantbesitzerin, die seit dem Verschwinden ihres Mannes jeden Abend ein Mahl für den, der nicht zurückkehrt, zubereitet. In diesem Ritual liegt Trost – und Schmerz zugleich.

Eines Tages tritt Cassidy in ihr Leben, ein Mädchen voller Geheimnisse und Widersprüche. Sie rettet Dizzy vor einem Sattelschlepper, verbringt mit Miles Stunden des Lesens und Redens, und begegnet schließlich Wynton, dessen Musik und stille Traurigkeit sie tief berühren. Mit ihr zieht ein fremder Wind in die Welt der Falls ein – einer, der Vergangenes aufwirbelt und Verborgenes an die Oberfläche trägt.

Zu Beginn fiel es mir nicht leicht, in die Geschichte hineinzufinden. Jandy Nelson wirft ihre Leserschaft mitten hinein in das Geflecht aus Erinnerungen, Gedanken und Stimmen – erst allmählich beginnen sich die Fäden zu verknüpfen, und das große Bild tritt hervor. Doch sobald man sich diesem Rhythmus hingibt, entfaltet der Roman seine ganze Tiefe. Nelson zeichnet ihre Figuren mit einer Zärtlichkeit, die berührt, und mit einem Blick, der das Unausgesprochene sichtbar macht.

Zwar wird „Wenn unsere Welt kippt“ als Coming-of-Age-Roman und Jugendbuch beworben, doch ist es in Wahrheit eine Geschichte für Leserinnen und Leser jeden Alters – ein Buch über die Unsicherheit des Lebens, das Ringen um Identität und die leise Erkenntnis, dass Erwachsenwerden nie ganz aufhört.

Auch die äußere Gestaltung verdient Erwähnung: Das Buch liegt trotz seiner Fülle angenehm in der Hand, das Cover ist ein Blickfang, und die kunstvoll mit Ranken verzierten Seiten verstärken den märchenhaften Zauber, der zwischen den Zeilen schimmert.

Fazit: „Wenn unsere Welt kippt“ ist ein vielstimmiger, poetischer Roman, der zum Nachdenken anregt und zugleich zum Träumen verführt – eine Geschichte, die bleibt, wenn man das Buch längst geschlossen hat.

Veröffentlicht am 19.09.2025

Abgedreht aber cool!

Das Beste sind die Augen
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Handlung

Das Geschehen beginnt erst einmal recht unauffällig und einschneidend zugleich. Wir lernen die Familie kennen, die im Zentrum der Handlung steht und erhalten einen Eindruck von den Charakteren: ...

Handlung

Das Geschehen beginnt erst einmal recht unauffällig und einschneidend zugleich. Wir lernen die Familie kennen, die im Zentrum der Handlung steht und erhalten einen Eindruck von den Charakteren: Die Mutter, die eine traumatische Trennung verarbeiten muss und dabei blind vor Liebe wird, Ji-wons Schwester, die den neuen Mann ihrer Mutter nicht ausstehen kann, es aber nicht schafft, sich gegen ihn aufzulehnen und schließlich Ji-won selbst, die zur zentralen Figur des Buches wird. Zunächst erscheint die Geschichte wie eine von vielen Trennungen, bei der die Kinder den neuen Mann der Mutter nicht ausstehen können, aber schon bald zeigt sich, dass George's Weltbild von Rassimus und Chauvinismus geprägt ist. Die Mutter der beiden Mädchen verhält sich jedoch passiv, aus Angst wieder alleine gelassen zu werden. Ji-won geht schließlich gegen George vor und wird dabei immer radikaler, wobei sie sich immer weiter in einem Strudel aus Gewalt verliert. Ich fand die Handlung des Buches sehr gut, ich konnte gut folgen und mochte die Wendungen. Ji-wons Entwicklung ist besonders spannend zu beobachten, sie hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, versucht aber dabei ihre Familie zu retten. Aus anfänglichen Streichen und Gemeinheiten wird jedoch schon bald mehr und wir werden mit einer Protagonistin konfrontiert, die immer mehr die Kontrolle verliert. Ich habe die Handlung äußert gespannt verfolgt und war auch sehr begeistert von dem Showdown, der sich am Ende abspielt und der noch einmal für dein einen oder anderen Plottwist sorgt. Vielleicht ist am Ende nicht alles ganz glaubwürdig, man sollte sich jedoch vor Augen halten, dass man es mit einem Horrorroman und nicht mit einem Krimi zu tun hat, bei dem alle Beweise sachlich korrekt dargelegt werden sollen und die Ermittlungen im Zentrum stecken. Wer Handlungen mag, bei denen Traum und Realität immer mehr verschwimmen, der ist mit diesem Buch gut bedient.

Schreibstil

Damit bin auch schon beim Punkt Schreibstil. Ich fand den Schreibstil von Monika Kim sehr angenehm. Wir erleben alles aus Sicht der Hauptperson Ji-won, werden jedoch mit unterschiedlichen Schauplätzen ihres Lebens konfrontiert. Ich mochte an deinem Schreibstil, wie sich skurille, grauenvolle Szenen mit banalen Alltagsroutinen vermischen. Ji-won verliert in einem Kapitel die Kontrolle, im nächsten findet sie sich im Unihörsaal wieder und versteckt sich hinter dem Leben der unscheinbaren Studentin. Das fand ich sehr genial konstruiert. Ebenfalls toll waren die Szenen, in denen es schwer war zu unterscheiden, ob wir uns in einem Traum von Ji-won befinden oder in der Realität. Meistens wurde es dann sehr klar aufgelöst, doch manchmal hatte ich das Gefühl, mir nicht sicher zu sein, was denn nun genau passiert ist. Diese Szenen fand ich sehr toll geschrieben, da sie für mich perfekt widerspiegelten, wie Ji-won zunehmend an sich selbst zu zweifeln beginnt und immer größere Mühe hat, ihre Fantasien und die realen Geschehnisse zu begreifen. Die Autorin schafft es, die Leserinnen für sich einzunehmen, die Kommentare von George schaffen es, dass sich sogar bei den ubeteiligten Leser*innen Hassgefühle aufstauen und man sich befriedigt fühlt, wenn er einem Streich von Ji-won zum Opfer fällt. Andererseits kann man nur stumm zusehen, wie Ji-won erbarmungslos gegen die Männer vorgeht, die ihr Leben und das ihrer Familie zerstören wollen.

Ich finde, die Autorin hat in dem Buch auch gut erklärt, warum Ji-wons Mutter sich so verhält, wie sie es tut und wie ihre koreanische Erziehung Aufschlüsse darauf geben kann, mit welchen Männerbild sie aufgewachsen ist. Trotzdem hatte man das Gefühl, sich in die Familie auch aus einer europäischen Perspektive hineinversetzen zu können, wenn man hofft, mit einer Veränderung in der Familienkonstellation jetzt vielleicht endlich Glück nach einer Phase des Leids erlebt zu haben, dabei aber auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Eine Trennung ist eine Herausforderung für jede Familie und Monika Kims Schreibstil führt dazu, dass man sich der Familie sehr verbunden fühlt. Es war aber sehr interessant, neues Hintergrundwissen, speziell in Bezug auf die Augen zu erwerben, denn ansonsten wäre es schwerer gewesen, einige Szenen in dem Buch zu verstehen.

Das Buch hat mir sehr viel Spaß beim Lesen bereitet, das Design des Farbschnitts war gut gewählt, da man sich während des Lesens konstant von den Augen beobachtet fühlte. Ich freue mich darauf, auch das nächste Buch der Autorin zu lesen. Vielen Dank auch für den tollen Austausch in der Leserunde, ich wurde auf einige neue Sichtweisen hingewiesen und auf Details, die mir alleine nicht aufgefallen wären. Von mir gibt es 5 Sterne für "Das Beste sind das Augen" und ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2025

Spannender Zukunftsroman!

All Better Now
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Hier folgt eine kurze Einschätzung zur Handlung, zu den Charakteren und zum Schreibstil des Autors.

Handlung
Die Handlung ist insgesamt sehr spannend. Ich habe am Anfang ein bisschen gebraucht, um in ...

Hier folgt eine kurze Einschätzung zur Handlung, zu den Charakteren und zum Schreibstil des Autors.

Handlung
Die Handlung ist insgesamt sehr spannend. Ich habe am Anfang ein bisschen gebraucht, um in das Buch hineinzufinden, aber die Idee, dass nach Corona nun eine zweite Pandemie die Welt in Atem hält, fand ich sehr interessant. Besonders spannend ist auch der Gedanke, dass das Virus die Menschen glücklich macht – dies jedoch nicht nur positive Folgen mit sich bringt. Natürlich ist es schwer, Handlungen von dauerhaft glücklichen Menschen zu beschreiben, denn wir als Leser wollen die Zweifel, Sorgen und Ängste der Charaktere kennen. Zum Glück kommt das hier nicht zu kurz.
Im Buch besuchen wir verschiedene Schauplätze und erleben, wie das Virus auf unterschiedlichen Kontinenten auftritt. Mein Lieblingsschauplatz war jedoch ganz klar Spitzbergen. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber die Location war toll gewählt, sehr gut beschrieben und bot eine Steilvorlage für eine spannende und rasante Handlung.
Der erste Teil des Buches war gut, hat mich aber noch nicht vollkommen überzeugt. Es wird jedoch immer besser, und dranzubleiben lohnt sich: Das Ende war auf jeden Fall sehr stark. Wer keine Cliffhanger mag, sollte beachten, dass der zweite Teil der Dilogie erst in zwei Jahren erscheinen wird.

Charaktere
Mit den Charakteren habe ich mich anfangs etwas schwergetan. Von den drei Hauptpersonen fand ich eine spannend, eine mittelmäßig und eine leider gar nicht. Mit „spannend“ meine ich allerdings nicht, dass sie mir sympathisch war – tatsächlich waren mir alle drei unsympathisch, und ich tat mich schwer, sie zu mögen. Trotzdem vergebe ich aufgerundete 4,5 Sterne.
Die Handlung wird enorm spannend, gerade weil man die Charaktere nicht mag und sie eher als Antagonisten wahrnimmt. Während im Roman vollkommen gegensätzliche Ziele verfolgt werden, möchte man irgendwie, dass keine Seite gewinnt.
Am schwersten habe ich mich mit Mariel getan. Ich konnte sie kaum einschätzen. Ja, sie musste immer sehr tough sein und leidet unter dem Verlust der Mutter, aber ich konnte mich nicht gut in sie hineinversetzen. Für mich blieb sie lange Zeit sehr blass, fast wie ein Anhängsel der anderen. Morgan fand ich schon immer cool – auch wenn sie die Superbösewichtin ist. Ihr Hintergrund und ihr Verhalten waren spannend, und sie hat mir irgendwie „Shego“-Vibes (aus Kim Possible) gegeben. Sie blieb bis zuletzt meine Lieblingsfigur, auch wenn ich ihren Plan nicht unterstützt habe. Rón wirkte anfangs nett, war für mich dann aber leider sehr glatt und unauthentisch. Seine Art zu reden und seine Denkweise konnte ich bald nicht mehr ausstehen.
Im Laufe der Handlung treten noch andere Figuren auf, die ich eigentlich mochte.

Schreibstil
Ich fand den Schreibstil von Neal Shusterman insgesamt sehr gut. Die Kapitel sind nicht zu lang, und auch die Unterteilung des Buches ist gelungen. Der Stil ist klar und verständlich, nicht übermäßig metaphorisch, aber an den richtigen Stellen witzig. Es gab nichts, was mich beim Lesen ausgebremst hat, bis auf ein paar kleinere Fehler, die vermutlich beim Übersetzen entstanden sind.
Zwischendrin hatte das Buch einen kleinen Durchhänger, wurde dann aber wieder sehr spannend, und das Ende habe ich geradezu verschlungen. Das Buch ist zwar lang und zieht sich stellenweise ein wenig, aber im Großen und Ganzen hatte ich nicht das Gefühl, dass man es hätte stark kürzen müssen – wie es bei manchen anderen längeren Büchern der Fall ist. Nur weil ich einige Aspekte der Handlung weniger spannend fand, muss das nicht auch für andere gelten.
Das Ende war in meinen Augen großartig. Ohne zu spoilern: Es hat mich emotional sehr aufgewühlt, und das letzte Kapitel hat mich vollkommen umgehauen. Ich möchte auf jeden Fall den zweiten Teil lesen und glaube, dass er noch besser werden könnte.

Fazit
Ich kannte den Autor vorher nicht und war vom Cover zunächst etwas abgeschreckt. Ich kaufe oft nach Cover ein, und wenn es mir nicht gefällt, stelle ich das Buch eher zurück. Umso froher bin ich, dass mich der Klappentext und schließlich auch das Buch selbst überzeugen konnten.

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