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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2018

nichts für schwache Nerven

Der Todesmeister
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An einer Spreebrücke wird ein totes junges Mädchen gefunden, die sich dort verhakt hat. Es ist die Nichte des Justizsenators. Vor ihrer brutalen Ermordung wurde sie offensichtlich tagelang misshandelt ...

An einer Spreebrücke wird ein totes junges Mädchen gefunden, die sich dort verhakt hat. Es ist die Nichte des Justizsenators. Vor ihrer brutalen Ermordung wurde sie offensichtlich tagelang misshandelt und übel zugerichtet.
Viktor Puppe, der sich gerade aus privaten Gründen vom Innenministerium zum LKA versetzen ließ, macht sich mit seinen beiden neuen Kollegen an die Ermittlungen. Erschwert werden diese von ganz oben, offensichtlich ist man sehr schnell mit einem gefundenen Täter zufrieden und stellt die Ermittlungen ein. Viktor und sein Team ermitteln jedoch heimlich weiter.

Das Buch ist nichts für schwache Nerven, aber ich fand es sehr spannend. Der Schreibstil liest sich gut, auch wenn mir Frotzeleien und Sprücheklopferei unter den Ermittlern eigentlich etwas zu viel war. Dennoch könnte das auch in Realität manchmal durchaus der Ton sein. Der Spannungsbogen wird von Anfang bis Ende gehalten, gegen Ende noch mal eine Schippe drauf gelegt. Von dem Ermittlerteam würde ich gern mehr lesen.

Veröffentlicht am 02.10.2017

gut geschrieben und untrhaltsam

Das blaue Medaillon
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Die Venezianerin Alessa hat schon früh ihre Eltern verloren. Ihr Großvater hat sie aufgezogen und ihr das Diebeshandwerk beigebracht. Sehr geschickt kann Alessa fast jedes Schloss öffnen und bezwingt auch ...

Die Venezianerin Alessa hat schon früh ihre Eltern verloren. Ihr Großvater hat sie aufgezogen und ihr das Diebeshandwerk beigebracht. Sehr geschickt kann Alessa fast jedes Schloss öffnen und bezwingt auch steile Fassaden. Als ihre Tante Zenobia im Sterben liegt, schenkt diese ihr ein Medaillon, das Alessas Mutter gehört hat. Es ist der Schlüssel zu einem lang gehüteten Geheimnis, das einigen Größen in Venedig gefährlich werden könnte. Kaum ist Alessas Tante tot, wird Alessas Großvater ermordet und Alessa muss in aller Hast fliehen. Sie schließt sich einer Truppe Gaukler an, die nach Deutschland reist, um am Celler Hof des Herzogs Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg aufzutreten. Dort lebt auch Zenobias unehelicher Sohn, einer Affäre von Zenobia mit Herzog Georg Wilhelm entsprungen und nun Alessas einziger Verwandter. Ein Auftragsmörder ist Alessa und ihrem Medaillon jedoch schon auf der Spur...

Mir hat der Schreibstil des Buches sehr gut gefallen. Bildhaft und mit Liebe zum Detail hat die Autorin die Geschehnisse um Alessa sowie auch ihre Figuren beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Das Kopfkino läuft von der ersten Minute. Es gibt zwar auch viele ruhigere Passagen, wenn es z.B. um das Leben bei Hofe geht, aber insgesamt fand ich die Handlung spannend und unterhaltsam. Mir war Alessa als starke junge Frau sehr sympathisch, zum einen mutig, klug und einfallsreich, aber manchmal auch etwas naiv und im Umgang mit dem Herzog z.B. hin und wieder etwas respektlos, aber alles passte zu ihrer Persönlichkeit. Neben Abenteuer und Spannung fehlte eine Liebesgeschichte natürlich auch nicht. Für mich hatte das Buch alles, was ein guter historischer Roman mitbringen sollte. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 27.08.2017

sehr gut gelungen

Kreuzschnitt
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Der Osloer Kommissar Bogart Bull hat vor kurzem seine Frau und Tochter durch einen Verkehrsunfall verloren. Mühsam rappelt er sich nach diesem Schicksalsschlag, der ihm den Boden unter den Füßen weggezogen ...



Der Osloer Kommissar Bogart Bull hat vor kurzem seine Frau und Tochter durch einen Verkehrsunfall verloren. Mühsam rappelt er sich nach diesem Schicksalsschlag, der ihm den Boden unter den Füßen weggezogen hatte, wieder auf. Denn der Unfall war ein Racheakt eines Verbrechers. Seine Chefin versetzt ihn zu Europol. An der Côte d'Azur wurde der reiche Norweger Axel Krogh ermordet. Anscheinend hat er seinen Mörder in die Villa eingelassen. Seine Leicht wurde mit einem Kreuzschnitt auf dem Rücken geschändet. Ein Einbruch war es wohl nicht, aber es fehlt ein Bild, zwar nur mit einer 7 signiert, aber Edvard Munch zuzurechnen. Bull nimmt vor Ort die Ermittlungen auf, zusammen mit seinem französischen Kollegen Kommissar Moulin.

Ich fand das Buch fesselnd. Der Schreibstil liest sich sehr gut und die Seiten flogen nur so dahin. Zwischen den Ermittlungen gibt es ein paar Kapitel, die weit in der Vergangenheit spielen und die Geschichte des Bildes betreffen. Der Autor führt uns da in die Jahre 1906, 1918 und 1943. Auch, wenn man aus der eigentlichen Ermittlung dadurch etwas herausgerissen wurde, waren auch diese Kapitel interessant zu lesen und sind wichtig für das große Ganze. Ich mochte das Team Bull/Moulin. Beide haben gut zusammengearbeitet und ihre Stärken gut eingesetzt, so dass sie sich ausgezeichnet ergänzt haben. Die Auflösung war auch sehr gelungen. Den Mörder hatte ich nicht im Visier. Ich hoffe auf weitere Bände, der Schluss lässt nämlich darauf schließen, dass da noch etwas zu erwarten ist. Ich fand diesen Krimi wirklich packend und rundum gelungen.

Veröffentlicht am 17.07.2017

solider Krimi, etwas langatmig, aber nicht unspannend

Shutter Man
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Die irische Einwanderfamilie Farren beherrscht seit Generationen die Verbrechensszene in Philadelphia. Derzeit sitzt Daniel Farren wegen eines Bombenanschlags im Gefängnis. Staatsanwältin Jessica Balzano ...

Die irische Einwanderfamilie Farren beherrscht seit Generationen die Verbrechensszene in Philadelphia. Derzeit sitzt Daniel Farren wegen eines Bombenanschlags im Gefängnis. Staatsanwältin Jessica Balzano versucht die Anklage wasserdicht aufzubauen. Mordermittler Kevin Byrne, selbst in Devils Pocket, einem Viertel Philadelphias mit hoher Kriminalität, aufgewachsen, ermittelt parallel im Falle mehrerer Morde, bei denen den Opfern das Gesicht gehäutet wurde. Wo ist der Zusammenhang zwischen den Opfern? Spuren führen letztlich wiederum zu einem Mitglied der Familie Farren. Gibt es einen Zusammenhang mit einem Mordfall in Byrnes Jugend, welcher bis heute nicht aufgeklärt werden konnte?

Aus der Krimireihe um Byrne und Balzano hatte ich bisher noch nichts gelesen. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, in die Handlung reinzukommen. Der Schreibstil ist zwar flüssig und gut lesbar, aber es wurden zu Anfang viele Personen eingeführt und es gab Zeitsprünge. 2015, 1941, 1976, das störte den Lesefluss etwas. Ein Stammbaum der Familie Farren am Ende des Buches wäre hilfreich gewesen. Aber nach und nach lichtete sich der Nebel, die Zusammenhänge wurden klarer und der Spannungsbogen wurde kontinuierlich gesteigert. Das Ende wies neben einem spannenden Showdown gleiche mehrere Überraschungen auf, auf die man nicht gekommen wäre. Das hat mir gut gefallen. Eine Frage blieb allerdings für mich noch offen, vielleicht wird der in einem weiteren Band der Reihe nachgegangen. Solider Krimi, ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 18.01.2017

man hätte mehr daraus machen können

Dreikönigsmord
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Jo Weber wird zu einem Leichenfund gerufen, Bauarbeiter haben ein Skelett gefunden beim Kloster Waldungen. Es missfällt Jo sehr, hat sie doch ihren freien Tag. Missmutig fährt sie mit ihrem Kollegen Lutz ...

Jo Weber wird zu einem Leichenfund gerufen, Bauarbeiter haben ein Skelett gefunden beim Kloster Waldungen. Es missfällt Jo sehr, hat sie doch ihren freien Tag. Missmutig fährt sie mit ihrem Kollegen Lutz Jäger zusammen los. Es ist Adventszeit . Beim Kloster angekommen, betritt sie zügig den verschneiten Garten. Just als sie den Brunnen umrundet hat, verschwimmt der Garten und Jos Umgebung verändert sich. Sie sieht Männer in mittelalterlicher Tracht. Eine Berührung an der Schulter durch Lutz bringt sie aber wieder in die Gegenwart. Die Männer sind nur die Bauarbeiter. Als sie bei dem Skelettfund ankommen, erfahren die Kommissare von der Gerichtsmedizinerin, dass es schon sehr lange im Boden liegt, also nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Auf dem Rückweg hat der Wagen auf der glatten Straße einen Unfall. Nach ihrer Ohnmacht wacht Jo nicht im Krankenhaus auf, sondern im Jahr 1380, im Körper der Weberwitwe Josepha. Und auch Lutz Jäger ist mit ins Mittelalter gereist. Beide sollen den Mord aufklären an dem Mann, dessen Skelett sie in der Zukunft gefunden haben, sonst können sie nicht wieder nach Hause….

Das Buch ist einfach geschrieben, es liest sich flüssig. Leider habe ich aber mehr von der Story erwartet. Es ist zwar ganz nett zu lesen, wie sich Lutz und Jo bemühen, ohne ihr modernes Equipment Spuren zu sichern. Aber die Autorin hat doch ausgerechnet Seidenfusseln als gemeinsamen Nenner an allen Leichen gewählt. Die fusselt meines Wissens nach nicht. Wollfäden wären glaubhafter gewesen. Und überhaupt: wieso wurde das Skelett an ganz anderer Stelle in der Klosteranlage der Gegenwart gefunden, wenn der Leichnam ordentlich auf einem Friedhof bestattet wurde? Und dass die beiden Kommissare in Körpern von in der Vergangenheit real existierenden Personen gelandet sind, praktischerweise mit gleichem Namen… Wo waren denn die Geister der Originale während der Zeit? Für mich waren das zu viele Ungereimtheiten. Es gibt viele gute Zeitreiseromane, die das Phänomen sehr viel glaubhafter beschreiben. So richtig spannend fand ich das Buch trotz weiterer Morde leider auch nicht. Ich war doch ziemlich enttäuscht, man hätte aus de Thema viel mehr machen können