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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2019

Unterhaltsamer historischer Roman

Das weiße Gold der Hanse
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Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen ist da im Jahre 1231 ein kleiner Junge, später Moses genannt, der nur knapp einen Piratenüberfall auf das väterliche Schiff überlebt, als er 8 Jahre alt ...


Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen ist da im Jahre 1231 ein kleiner Junge, später Moses genannt, der nur knapp einen Piratenüberfall auf das väterliche Schiff überlebt, als er 8 Jahre alt ist. Sein Vater wurde dabei getötet. Moses wird halbtot aus dem Wasser gefischt und von der Jüdin Rebecca gesund gepflegt. Fortan lebt er im Hause des brutalen Kapitän Jacobi in Wismar und muss dort Sklavendienste verrichten.
Die zweite Zeitebene liegt rund 40 Jahre später. Hier ist die Hauptfigur Bertram Morneweg, ein Lübecker Ratsherr und Bauherr des Heiligen Geist Hospitals, der Moses Geschichte erzählt.

Dem Autor ist es gut gelungen, mit bildhaften Beschreibungen die damalige Zeit aufleben zu lassen. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und ist im Geiste dabei. Geschickt wurden die beiden Zeitebenen zu einem Großen und Ganzen verknüpft. Ich fand die Handlung sehr fesselnd, die Seiten flogen nur so dahin beim Lesen. Man tauchte ganz ein in die Geschichte der Protagonisten. Die Figuren waren liebevoll gezeichnet, es gab viele dramatische Szenen, die mich sehr berührt haben und in denen ich mit den Charakteren mitgelitten habe. Ich fand das Buch durchweg spannend und habe mich zu keiner Zeit gelangweilt, auch nicht bei den detaillierten Beschreibungen oder auf den Reiseerzählungen. Ich war direkt traurig, als ich das Buch ausgelesen hatte und beiseite legen musste. Ich kann das Buch Liebhabern historischer Romane nur empfehlen.

Veröffentlicht am 03.11.2019

Zeitverschwendung

Hotel Cartagena
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Der Klappentext fasst die Handlung sehr gut zusammen. Es geht um eine Geiselnahme in der Bar eines Hamburger Hotels. Unter den Geiseln die Staatsanwältin Riley, die mit Freunden einen Geburtstag feiern ...

Der Klappentext fasst die Handlung sehr gut zusammen. Es geht um eine Geiselnahme in der Bar eines Hamburger Hotels. Unter den Geiseln die Staatsanwältin Riley, die mit Freunden einen Geburtstag feiern wollte.

Und es geht um einen ehemaligen Hamburger, einen Aussteiger vom Kiez, der sich in den 80iger Jahren in Kolumbien mit der Drogenmafia eingelassen hat.

Ich hatte noch kein Buch der Autorin gelesen und werde nach diesem Buch auch kein weiteres mehr lesen. Der Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig! Kurze abgehackte Sätze und merkwürdige Formulierungen, die wohl besonders cool sein sollen. Beispiel? „Nur der Riss an meinem linken Daumen  meldet sich mit einem plötzlichen Brennen zu Wort, aber auch er wird demnächst die Schnauze halten, und wenn nicht, sage ich ihm das eben.“ Ich fand weder die Protagonisten irgendwie sympathisch, noch die Handlung spannend und musste mich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen. Glücklicherweise war es nicht besonders dick. Zeitverschwendung!

Veröffentlicht am 30.10.2019

Rita und das Kokain

Der Fund
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Rita arbeitet seit 18 Jahren in einem Supermarkt. Tag ein, Tag aus der gleiche Trott. Ihr Mann ist spielsüchtig und ein Alkoholiker, Rita muss auch noch putzen gehen, um die Miete zusammen zu bekommen. ...

Rita arbeitet seit 18 Jahren in einem Supermarkt. Tag ein, Tag aus der gleiche Trott. Ihr Mann ist spielsüchtig und ein Alkoholiker, Rita muss auch noch putzen gehen, um die Miete zusammen zu bekommen. Ein trostloses Leben. Da findet sie beim Auspacken von Bananen in dem Karton gut 12kg Kokain. Sofort überlegt Rita, ob das ihre Chance ist, aus ihrem Leben auszubrechen. Was für Folgen es hat, dass sie den Karton mit nach Hause nimmt, ahnt sie nicht.

Mir hat das Buch gut gefallen. Der Autor lässt uns zum einen an Ritas Erleben teilhaben, zum anderen gibt es zwischendurch eingeschobene Befragungsprotokolle diverser Personen. Die Dialoge finden zwischen einem Ermittler, der Ritas Tod aufklären möchte, und Menschen aus Ritas Umfeld statt. So erfahren wir nach und nach, was sich zugetragen hat. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch las sich schnell weg, auch, wenn es nicht übermäßig spannend war. Die Auflösung war überraschend, wenngleich ich mir so etwas doch schon gedacht hatte. Und so ganz glaubwürdig war auch nicht alles, aber die Charaktere sind gut gezeichnet. Ich könnte mir die Handlung sogar verfilmt vorstellen.

Veröffentlicht am 02.10.2019

hat mir wieder gut gefallen

Sterbekammer
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Frida Paulsen ist erst seit zwei Monaten im Team der Mordkommission, als kurzfristig ihr bisheriger Chef nach Kiel wechselt. Sein Nachfolger scheint Frida auf dem Kieker zu haben, sie haben keinen guten ...

Frida Paulsen ist erst seit zwei Monaten im Team der Mordkommission, als kurzfristig ihr bisheriger Chef nach Kiel wechselt. Sein Nachfolger scheint Frida auf dem Kieker zu haben, sie haben keinen guten Start miteinander. Frida lebt inzwischen auf dem Obsthof ihrer Eltern. Als eine Nachbarin eines nachts Fridas Vater und Frida bittet, bei der Deichmühle nachzusehen, ob mit dem alten Hader alles in Ordnung ist, müssen sie leider dessen Tod feststellen. Er scheint von der Treppe gestürzt zu sein. Als Frida später noch mal zurückkehrt, um seine Katze zu füttern, findet sie unter der Küche ein Verlies, in dem anscheinend eine Frau eingesperrt war. Wie sich herausstellt, war diese Frau vor vielen Jahren gekidnappt worden. Nun hat Frida die Chance, sich ihrem neuen Chef zu beweisen.

Wie die bisherigen Bücher der Autorin ist auch dieses Buch sehr atmosphärisch und bildhaft geschrieben. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Die Personen werden glaubhaft dargestellt und die Ermittler sind mir sehr sympathisch. Die Handlung ist geschickt aufgebaut und spannend geschildert. In eingeschobenen Ich-Kapiteln kommt die im Keller eingesperrte Anneke Jung zu Wort, was mich gruseln lies, da man so hautnah von ihrem Martyrium erfährt. Einiges war etwas vorhersehbar, aber dennoch gab es eine Überraschung am Schluß. Mir gefällt auch der Schreibstil sehr gut, das Buch liest sich flüssig. Die Autorin hat viel Liebe aufs Detail verwandt. Ein gelungener Krimi und angenehm unblutig noch dazu!

Veröffentlicht am 24.09.2019

Leider nicht so spannend wie erwartet

Tagebuch meines Verschwindens
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Malin arbeitet mit ihren Kollegen an den wieder aufgenommenen Ermittlungen in einem Cold Case. Vor acht Jahren war ausgerechnet sie es, die in Ormberg nachts im Wald bei einer Geröllhalde den Schädel eines ...

Malin arbeitet mit ihren Kollegen an den wieder aufgenommenen Ermittlungen in einem Cold Case. Vor acht Jahren war ausgerechnet sie es, die in Ormberg nachts im Wald bei einer Geröllhalde den Schädel eines kleinen Mädchens fand, der dort schon einige Jahre gelegen hatte. Während der Ermittlungen verschwindet einer der Kollegen spurlos und die Profilerkollegin Hanne taucht verwirrt und verletzt eines Nachts am Waldrand von Ormberg auf. Sie leidet an fortschreitender Demenz, was sie bisher geschickt vor den Kollegen verbergen konnte, aber irgendetwas hat zur Verschlechterung ihres Zustands beigetragen. Was passiert ist und wo ihr Freund Peter ist, weiß sie nicht. Dann findet man an der Geröllhalde eine weitere Leiche. Eine Frau, erschossen....

Die Handlung hat zwei Perspektiven. Zum einen ist da der Junge Jake, der Hannes Tagebuch gefunden hat und darin liest. Zum anderen wird aus Malins Sicht erzählt, die mit Ormberg, dem trostlosen Ort ihrer Kindheit, dem sie immer entkommen wollte, hadert. Ich fand, dass die Handlung leider einige Längen zu viel hatte. Auf dem Aufkleber vorn auf dem Buch wird Arne Dahl zitiert: ein packender, starker Thriller mit unterhörtem Sog. Das hatte bei mir Erwartungen geweckt, die leider nicht erfüllt wurden. Ich habe das Buch immer wieder wegpacken müssen, da ich mich langweilte. Vor allem die Pupertätsprobleme von Jake fand ich uninteressant, auch wenn der im Laufe der Handlung eine positive Weiterentwicklung erfährt. Mich konnte der Thriller einfach nicht packen, auch wenn es am Schluss eine Wendung gab, die nicht vorhersehbar war. Es war mein erstes Buch der Autorin und wahrscheinlich auch mein letztes. Denn es gibt sehr viel spannendere skandinavische Krimis. Für mich wird das Buch schnell vergessen sein, daher drei Sterne.