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Veröffentlicht am 12.09.2020

Eine Welt, 449 Seelen aus der Unterwelt und eine leidenschaftliche Huntress, die versucht ihren Bruder zu retten

Midnight Chronicles - Schattenblick
6

Roxy liebt essen, geht auf viele Dates und genießt ihr Leben.
Im Grunde tut sie all die Sachen, die für ein Mädchen in ihrem Alter völlig normal sind.
Nur ist Roxy alles andere als normal...
Sie ist eine ...

Roxy liebt essen, geht auf viele Dates und genießt ihr Leben.
Im Grunde tut sie all die Sachen, die für ein Mädchen in ihrem Alter völlig normal sind.
Nur ist Roxy alles andere als normal...
Sie ist eine junge Huntress, welche zusammen mit ihrem Kampfpartner Finn jede Nacht auf die Jagd geht um diese Welt ein Stück weit sicherer zu machen und verlorene Seelen wieder zurück in die Unterwelt zu schicken.
Ihr ganzes Leben dreht sich darum, die 449 Kreaturen zu vernichten, die sie vor einiger Zeit versehentlich aus der Hölle befreit hat.
Dass sie das in 449 Tagen schaffen muss um nicht selbst dort zu landen, macht die Sache nicht gerade einfacher für sie. Hinzu kommt noch ihr verschollener Bruder Niall, welche sie um jeden Preis retten muss.

Nach einer erfolgreichen Jagd auf den Straßen Londons, wird Roxy von einem verwahrlosten, dennoch attraktiven, jungen Mann angegriffen und kann sich erst in der aller letzten Sekunde retten und ihn von der Kreatur befreien, welche ihn besessen hat.
Doch anders als sonst, regiert er heftig und muss so von ihr wiederbelebt werden. Als er dann im Londoner Quartier aufwacht und sich herausstellt, dass er keine Ahnung hat wer er ist und was passiert ist, merkt Roxy erst, was noch alles für Probleme auf sie zukommen werden.

Zusammen mit Shaw (so nennt er sich nach kurzer Zeit) erleben wir die Welt der Hunter und Kreaturen sowie das Londoner Quartier mit Maxwell, Nala und Ingrid live mit und werden von den vielen Eindrücken überwältigt.

"Schattenblick" ist der Auftaktband der aufregenden 6 Teiligen New Adult-Fantasy-Reihe "Midnight Chronicles" voller Spannung, Freundschaft und Liebe.

Meine Meinung:

Das Cover gefällt mir wahnsinnig gut.
Es lädt sofort ein, von anderen Welten zu träumen.
Außerdem finde ich es passend, dass die Buchvorderseiten der weiteren Teile ähnlich aufgebaut sind, so ist es für jeden leicht verständlich, dass sie zusammengehören.
Ich bin froh, dass der Klappentext nochmal überarbeitet wurde, da der alte leider einiges vorweggenommen hat und den Zukünftigen Lesern einiges an Lesespaß genommen hätte.
Ich hatte das große Glück, an der Leserunde teilnehmen zu dürfen und so ein Exemplar zu bekommen, welche zwei Charakterkarten beinhaltet (eine von Roxy und eine von Shaw).
Diese fand ich sehr passend, da die Illustrationen immer noch etwas Platz für eigene Interpretationen freigelassen haben.
Das Glossar am Ende war wirklich ein Highlight, da man dort zu jedem Zeitpunkt nachlesen konnte, wenn einen die verschiedenen Hunter-Arten und Personen zu viel wurden.
Doch mein Favorit der "Außenerscheinung" ist die persönliche Widmung des Buches:
"Für alle, die an Magie glauben. Für alle, die anders sind. Für alle, die in keine Schublade passen. Dieses Buch ist für euch." Schon bei diesen ersten Worten, hat sich das Buch in mein Herz geschlichen.

Beim Inhalt des Buchs wurde schnell klar, dass die Geschichte einen nicht so schnell wieder loslässt.
Zunächst war der direkte Einstieg in eine bedeutende Szene total gut gelöst und man hatte zunächst nicht den Eindruck, dass es langweilig werden könnte. Leider zog sich die Handlung an einigen Punkten etwas, was aber nicht weiter schlimm war und sich eher weniger auf den Spannungsbogen ausgewirkte.

Die Handlung war zu jedem Zeitpunkt unvorhersehbar, was bedeutete, dass man ständig überrascht wurde.

Die Protagonisten Roxy und Shaw sind mir sehr sympathisch, obwohl ich das ganze Buch über etwas Probleme hatte, eine gewisse Bindung aufbauen zu können.
Trotzdem hat mir Roxy besonders gut gefallen.
Sie ist sehr mutig und tapfer, außerdem lässt sie sich von keinem Man etwas sagen.
Ich denke, manchmal wäre ich gern ein wenig wie sie. Auch ihre Liebe zu Essen und vor allem dem Triple Chocolate Cake bringen einen oft zum Schmunzeln.

Mit Shaw habe ich leider anfangs etwas Probleme gehabt und bin auch im Laufe des Buchs nicht wirklich warm geworden.
Trotzdem ist auch seine Geschichte sehr interessant und die Anspielungen auf diverse Serien sehr amüsant.
Die ständigen, verschiedenen Personensichtweisen mag ich eigentlich immer sehr gerne, doch in diesem Buch haben sie mich ein wenig gestört, da sie (finde ich) an einigen Situationen falsch gesetzt wurden und ich eigentlich gern die Gedanken des jeweils anderen Person gehört hätte.
Über die Nebencharaktere wie Maxwell, Finn, Ingrid, Dinah, Weston, Ripley und Nala hätte ich gern mehr herausgefunden, da ich denke, das sie alle ihre eigene, sehr interessante Geschichte haben.

In die Fantasiewelt habe ich schnell und ohne Probleme eingefunden.
Auch das Glossar am Ende hat mir dabei geholfen. Es ist leicht und unkompliziert zu lesen, sodass gerade Kampfszenen besonders gut rüberkommen (auch wenn sie für meinen Geschmack etwas zu kurz waren).

Worüber ich leider sehr traurig bin, ist dass die Liebesgeschichte von Roxy und Shaw zu kurz kam und eher oberflächlich war.
Ebenso, dass gerade die Anfangsgefühle, welche so wichtig sind für eine Romanze, einfach aufgelassen wurden, da ein Zeitsprung von 3 Monaten dazwischen lag. Dieser hat leider alles etwas zerstört.

Als ich gelesen habe, dass Bianca Iosivoni und Laura Kneidl zusammen eine ganze Bücherreihe schreiben, war klar, dass ich dort auf jeden Fall mitmachen muss.
Ihre Schreibstile sind einfach herrlich und besonders Laura Kneidls bringt mich immer wieder zum Schmelzen.
Auch in "Schattenblick" hat Bianca Iosivoni ihren Sinn für Humor und Leichtigkeit bewiesen.
Dennoch hat sie es geschafft, in den Richtigen Szenen eine gewisse Prise Ernsthaftigkeit und Trauer hineinzubringen. Das bewundere ich sehr.
Auch der Übergang und das Vorkommen und Abspielen auf die Handlung des zweiten Teils wurde gut gelöst. Darauf freue ich wirklich sehr, da dieses Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet.
Ich freue mich wirklich sehr auf die weiteren Teile von "Midnight Chronicles".

Fazit:

"Schattenblick" ist eine schöne Mischung aus Freundschaft, Abenteuer und Zusammenhalt.
Es hat mir gut gefallen, auch wenn mich die Geschichte und die Hauptcharaktere nicht wirklich packen konnten.
Dennoch werde ich die weiteren Teile unbedingt lesen, da ich mir dort mehr Tiefgang und innigere Gefühle erhoffe. Außerdem will ich noch mehr über die verschiedenen Quartiere und Hunter erfahren.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 23.08.2020

Eine große Liebesgeschichte!

Berühre mich. Nicht.
0



Worum geht´s?

"Warum hat er mir das angetan? Wird er mich hier finden?"
Diese und noch viel mehr Fragen schwirren Sage durch den Kopf, als sie nach Nervada flüchtet um dort aufs Collage zu gehen und ...



Worum geht´s?

"Warum hat er mir das angetan? Wird er mich hier finden?"
Diese und noch viel mehr Fragen schwirren Sage durch den Kopf, als sie nach Nervada flüchtet um dort aufs Collage zu gehen und ein neues Leben zu beginnen.
Sie ist völlig verängstigt und leidet an heftigen Angstzuständen gegenüber Männern.
Während sie nachts in ihrem alten Transporter übernachtet, arbeitet sie tagsüber in einer Bibliothek und fertigt Schmuck für ihren Etsy Onlineshop an um sich so über Wasser halten zu können.
Als sie den Jungen kennenlernt, welcher mit ihr zusammen in der Bibliothek arbeiten soll, wirft sie das komplett aus der Bahn, da er der Inbegriff ihrer Ängste ist. Groß, trainiert, tätowiert und keine Berührungsängste.
Alles das, wovon Sage sich fernhalten wollte.
Doch wie der Zufall es will, entpuppt Luca Gibson sich als der "nette und soziale" Bruder ihrer neuen Freundin April, welche sie überredete ein paar Nächte in der gemeinsamen Wohnung der Geschwister zu verbringen.
Während Sage weiterhin an ihrem Geheimnis festhält und niemandem davon erzählt was er ihr angetan hat, kommen sich Sage und Luca immer näher. Schon bald erkennt sie, dass er sie mindestens genauso sehr braucht wie sie ihn...

Meine Meinung:

Das Cover ist ansprechend, dennoch hätte ich mir etwas gewünscht, welches mehr mit der Geschichte von Sage und Luca zutun hat. Eventuell hätte man sich hier für eine Illustration entscheiden können. Den Titel sowie den Klappentext finde ich sehr passend.

Inhaltlich hat es genau meinen Geschmack getroffen.
Selten habe ich ein Buch gelesen, welches mich so bewegt hat wie die Geschichte von Sage und Luca.
Besonders, dass Sages Meinung über Luca sich schleichend um 180 Grad gewendet hat, zeigt wie falsch manchmal der erste Eindruck von einer Person ist. Dadurch dass sie so tief verletzt wurde, vertraut Sage nur wenigen Menschen und man hat dies garnicht mitbekommen, da es sich durch das ganze Buch hindurch gezogen hat, wieviel Vertrauen und Hoffnung sie zum Ende hin in Luca hatte. Auch wie gefühlvoll Sage mit Luca umgeht, als sie erkennt wie sehr Jennifer ihn verletzt hat ist bemerkenswert, zumal es im Vergleich zu dem, was sie durchmachen musste eine Kleinigkeit ist.
Dadurch wirken die beiden Protagonisten extrem sympatisch und autentisch.

Eine gewisse Spannung zieht sich durch das ganze Buch hindurch, da die Geschichte über 2 Teile geschrieben wurde und Luca sich im ersten Band hauptsächlich um Sages Vertrauen bemüht.
Auch wen Sage mit "er" meint, ist nicht von Beginn an geklärt, genausowenig wie die Frage, was er ihr genau angetan hat.
Doch die größte Spannung wird natürlich dadurch aufgebaut, dass man als Leser ständig Angst hat, dass er vor ihr steht. Man fiebert total mit und baut selbst einen richtigen Hass gegenüber Alan auf.

Die Idee von dem "kaputten" Mädchen und ihrer großen Liebe, welche sie rettet, gibt es in 1000 verschiedenen Varianten, in 1000 verschiedenen Büchern und ich habe mindestens schon die Hälfte von ihnen allen gelesen.

Doch "Berühre mich. Nicht." ist anderst, es ist eine wahre Besonderheit.
Sage ist mir im Laufe des Buches immer mehr ans Herz gewachsen, auch weil ich sie als extrem mutig empfunden habe, doch vorallem weil sie sich nicht von Alan und seinen Taten unterkriegen hat lassen.
Vielleicht denken nun einige, dass Mut wohl nicht mit Angstzuständen und Panikattaken in Verbindung gebracht werden sollte, doch ich bin der Meinung, dass genau das zeigt, wie stark sie in ihrem bisherigen Leben schon gewesen ist. Sie hat sich ein neues Leben aufgebaut und das mit nichts als einem alten Transporter und der Patchworkdecke ihrer Oma.
Außerdem hat sie sich selbst eingestanden, dass sie professionelle Hilfe benötigt.

Und ich denke, genau das unterscheidet dieses Buch von all den anderen. Sie hat den großen Schritt, nämlich allein nach Nervada zu gehen, ohne Luca gemacht. Sage sollte also als das "mutige" Mädchen in der Geschichte angesehen werden und nicht als das "kaputte".

Wie sensibel Laura Kneidl mit dem Thema Missbrauch umgeht, imponiert mir gensauso sehr, wie ihr einfühlsamer Schreibstil.
Sie schafft es in jeglichen Situationen, immer die richtigen Worte zu finden, um das Geschehen Hautnah miterleben zu können. Der mitreißende Lesestil ist einfach zum Abtauchen und Genießen.

Fazit:

Eine absolute Kaufempfehlung für alle, die in ein Buch voll Emotionalität, Sexyness und Spannung eintauchen möchten. Sowohl Sage und Luca, als auch seine modebewusste Schwester April werden euch mit der Zeit ans Herz wachsen.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere