Ungewöhnlicher Krimi
Giftiger GrundJoran wird aus dem Gefängnis entlassen, wo er nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle die letzten sieben Jahre verbracht hat. Mit dem legalen Neuanfang wird es schwierig, da sein Vater ...
Joran wird aus dem Gefängnis entlassen, wo er nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle die letzten sieben Jahre verbracht hat. Mit dem legalen Neuanfang wird es schwierig, da sein Vater Geld von ihm erpresst und sich die Jobsuche schwierig gestaltet. Jorans Hoffnungsschimmer: die Beute, die er damals vor der Festnahme noch in einem Kanalschacht verstecken konnte. Doch auch dem verlassenen Tankstellengelände liegt in dem Schacht nicht das Geld, sondern die Leiche seines Freundes und damaligen Komplizen Aras. Ist Marvin, der dritte aus dem Bunde, etwa sein Mörder? In dieser Nacht begegnet Jaron der Lost-Places-Fotografin und Instagramerin Charu und der kleinen Edda, die im Schlafanzug unterwegs ist. Alle drei einen die wiederkehrenden Begegnungen auf dem Tankstellengelände und die schwierigen Familienumstände, aus denen sie kommen.
"Giftiger Grund" ist ein Kriminalroman ohne Ermittlerinnen. Statt sich auf die Suche nach Täterinnen oder Motiven zu machen, legt Thomas Knüwer den Fokus auf die Figurenentfaltung, die Verflechtungen der Handlungsstränge und der Ereignisse, die zu den Geschehnissen führen.
Der Schreibstil ist ruhig und beschreibt die Atmosphäre sehr gut. Zunächst war mir unklar, wie die Figuren Joran, Churu und Edda zusammenhängen und inwiefern eine gemeinsame Handlung entstehen soll. Doch Knüwer hat allles gut miteinander verbunden und so einen spannenden, unaufgeregten Krimi geschrieben, der den einzelnen Figuren Raum zur Entfaltung gibt.