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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2026

Eine Straße voller Leben

Die Straße
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In "Die Straße" erzählt Robert Seethaler episodenhaft von den Lebensgeschichten derjenigen Menschen, die in der Heidestraße wohnen und zusammen dort leben.
Die Bewohnerinnen treten überwiegend kurz auf, ...

In "Die Straße" erzählt Robert Seethaler episodenhaft von den Lebensgeschichten derjenigen Menschen, die in der Heidestraße wohnen und zusammen dort leben.
Die Bewohnerinnen treten überwiegend kurz auf, werden eingeführt, haben ihren kleinen Raum und geben Einblicke über Träume, Sehnsüchte und Erinnerungen.
Die Leser
innen werden in den einzelnen Episoden mit verschiedenen Lebensrealitäten und -entwürfen konfrontiert.
Der Schreibstil ist gemächlich, die Figuren werden eingeführt und die Straße als solches beschrieben. In den Erzählungen kreuzen sich die Wege der Figuren immer wieder, sodass wir auch aus anderen Perspektiven von ihnen lesen und mehr über sie erfahren.
Wer Episodenromane mag und gern von unterschiedlichen Eindrücken umgeben ist, kommt auf seine*ihre Kosten, da Robert Seethaler eine Reihe Momentaufnahmen aneinanderreiht und sie miteinander verbindet.

Veröffentlicht am 27.07.2026

Der Tod der Reichen

Das Gesetz der Elite
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Die ehemalige Polizistin Colomba Caselli ist nun als Privatdetektivin tätig. Sie wird gebeten, den Tod des ehemaligen Fußballstars Jesús Martinez zu untersuchen, der in seiner Kryosauna gestorben ist. ...

Die ehemalige Polizistin Colomba Caselli ist nun als Privatdetektivin tätig. Sie wird gebeten, den Tod des ehemaligen Fußballstars Jesús Martinez zu untersuchen, der in seiner Kryosauna gestorben ist. Da ein technischer Defekt unwahrscheinlich ist, suchen Commba Caselli und Dante Torre nach der Ursache. Schnell gibt es einen weiteren Toten - ebenfalls sehr reich - und im Netz taucht der Slogan "Tötet die Reichen" auf, was das Duo auf eine Mordserie schließen lässt.

Den Plot fand ich sehr interessant, ebenso wie den Ansatz, dass eine ehemalige Polizistin ermittelt. Zu Beginn baute sich für mich ein Spannungsbogen auf, der dann im Laufe des Buches durch die vielen Schilderungen der Liebschaften in Colombas und Dantes Privatleben an Spannung verlor. Einige Stellen waren sehr langatmig, hätten straffer und kürzer geschrieben sein können. Die Schilderungen der Opfer, die wechselnden Perspektiven und das Milieu hingegen mochte ich und habe neben den Liebeleien gespannt verfolgt, was die Ermittlungen ergeben.
Während sich zu Beginn alles sehr langsam aufbaut, kam es mir zum Schluss etwas hastig und arg konstruiert vor. Da hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht.

Insgesamt ein solider Krimi mit einem interessanten Ermittlungsduo.

Veröffentlicht am 19.07.2026

Ermittlungen auf Amrum

Der Tote im Strandkorb
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Am Strand wird der Leiter eines Kinderheims auf Amrum tot am Strand aufgefunden. Während die örtliche Polizie von einem nätürlichen Tod ausgeht, beauftragt das Landeskriminalamt die Obuktion des Leichnams ...

Am Strand wird der Leiter eines Kinderheims auf Amrum tot am Strand aufgefunden. Während die örtliche Polizie von einem nätürlichen Tod ausgeht, beauftragt das Landeskriminalamt die Obuktion des Leichnams und die Hauptkommissarin Lena Lorenzen mit den Ermittlungen. Diese ist verwundert, da sie wenige Monate zuvor aufgrund eigenmächtiger Ermittlungen abgezogen wurde aus einer Sonderkommission und daraufhin ihre Herunterstufung beantragt wurde. Für die Ermittlungen begibt sich Lena Lorenzen nach Amrum, wo sie mit einem jungen Kollegen die Befragungen beginnt und das Umfeld des Toten beleuchtet. Doch auf der Insel erwartet sie nicht nur die Lösung des Falls, sondern auch die Vergangenheit, da sie seit vierzehn Jahren nach einem Streit mit ihrem Vater nicht mehr zurückgekehrt ist. Ihre Tante Beke lebt noch immer dort und ihrer großen Liebe Erck läuft Lena Lorenzen ebenfalls innerhalb kürzester Zeit über den Weg.

Mir gefällt immer sehr, wenn es neben den Ermittlungen noch einen privaten Handlungsstrang gibt, sobald dieser nicht zu einnehmend wird. Anna Johannsen verknüpft Amrum als Herkunftsort galant mit den Befragungen der Bewohner*innen und lässt Lenas Privatleben so galant einfließen, dass wir sie als Figur und Ermittlerin besser greifen können. Auch die anderen Figuren wie Tante Beke oder den jungen Kollegen Johann mochte ich gern.

Im Mittelteil musste ich etwas gegen einige Längen ankämpfen, die meinen Lesefluss gedämpft haben, aber im letzten Drittel war die Spannung wieder da und ich war gespannt, für welche Auflösung sich Anna Johannsen entschieden hat - schließlich gab es einige Handlungsstränge, die in Verbindung gebrracht werden mussten.

Ein solider Inselkrimi, der gern mehr Inselflair hätte haben können, mit einer sympathischen Ermittlerin.

Veröffentlicht am 17.07.2026

Solider Thriller am Meer

Meeresdunkel
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Ein Traum wird wahr, als die Familie, bestehend aus dem Ehepaar Henrike und Hans, Henrikes Bruder Freddy und die Zwillinge die Finca auf Mallorca mieten können. Das Haus liegt abgeschieden, hat einen fantastischen ...

Ein Traum wird wahr, als die Familie, bestehend aus dem Ehepaar Henrike und Hans, Henrikes Bruder Freddy und die Zwillinge die Finca auf Mallorca mieten können. Das Haus liegt abgeschieden, hat einen fantastischen Blick über die Bucht und verspricht einen entspannenden Urlaub. Doch die Ruhe währt nur kurz: Es scheint eine Doppelbuchung zu geben, durch die ein weiteres Paar mit Kind zur selben Zeit anreist. Da sich das Problem durch die Vermitung nicht zeitnah lösen lässt, beziehen beide Familien die Finca. Schließlich ist ausreichend Platz da und alle verstehen sich prächtig - bis merkwürdige Dinge geschehen und ein Mensch stirbt.

Mir gefällt die Einführung der Figuren sehr gut. Außerdem wird schnell beschrieben, wie heruntergekommen die Finca ist und welche Kompromisse die beiden Familien darin schließen müssen. Das gibt ein interessantes Setting für potentielle Eskalationen.
Till Raether schreibt flüssig und leicht verständlich. Er schafft es, die Figuren so zu beschreiben, dass jede so scheint, als verberge sie etwas und beim Leichenfund nicht klar ist, wer dahintersteckt. Durch wechselnde Perspektiven entblättert sich das Geschehene stetig und wir erfahren, wie alles zusammenhängt.
Zum Ende hin empfand ich es zu konstruiert und unglaubwürdig, aber die ersten zwei Drittel gefielen mir gut und ich habe gern gelesen, wie sich die Konflikte aufbauen und entladen.

Veröffentlicht am 16.07.2026

Lebenswerte Erfahrungen

Zeit für meine Träume
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Eine Frau, 38 Jahre alt, wurde vor kurzem von ihrem Partner verlassen, der ein Kind mit seiner Arbeitskollegin erwartet. Zurück bleibt neben Traurigkeit und dem Trennungschmerz vor allem ein unerfüllter ...

Eine Frau, 38 Jahre alt, wurde vor kurzem von ihrem Partner verlassen, der ein Kind mit seiner Arbeitskollegin erwartet. Zurück bleibt neben Traurigkeit und dem Trennungschmerz vor allem ein unerfüllter Kinderwunsch.
Dann lernt die Frau Lotte, Anita und Jochen kennen. Die drei sind über 70 Jahre alt, leben zusammen in einer WG und bereichern und unterstützen sich gegenseitig mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen.
Die Frau lernt die drei immer besser kennen, erfährt ihre Lebensgeschichten und schafft es ebenfalls, sich zu öffnen und von sich und ihren unerfüllten Träumen und Sehnsüchten zu erzählen. Immer klarer wird ihr, dass Glück, Familie und Zufriedenheit nicht nur in Kombination mit einer Partnerperson entstehen kann, sondern es viele verschiedene Komponenten und Wege dorthin gibt.

"Zeit für meine Träume" erzählt von vier verschiedenen Leben, vier verschiedenen Erfahrungswegen, Träumen, Sehnsüchten und Geheimnissen. Der Fokus liegt auf der emotionalen Ebene, der Öffnung vom Innen nach Außen und der Unterstützung, die daraus erfolgt.
Eine Mischung aus Kurzroman, Ratgeber und Motivationsanstoß, das eigene Leben zu überdenken und sich auf Wesentliches zu besinnen, eventuell neue Menschen in das eigene Leben zu lassen und zu schauen, was das Positives mit sich bringt.