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Veröffentlicht am 21.10.2020

Spannend bis zum Schluß!

Ostseegruft
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Kommissarin Pia Korittki steht am Grab ihrer Schulfreundin Kirsten. Die Trauerfeier wird durch einen Unbekannten gestört, der erklärt, Kirsten sei ermordet worden. Es sei kein Unfalltod gewesen. Pia will ...

Kommissarin Pia Korittki steht am Grab ihrer Schulfreundin Kirsten. Die Trauerfeier wird durch einen Unbekannten gestört, der erklärt, Kirsten sei ermordet worden. Es sei kein Unfalltod gewesen. Pia will nachhaken, doch der Mann ist verschwunden. Somit beginnt sie zu recherchieren und findet heraus, dass Kirsten sich verfolgt gefühlt und große Angst gehabt hat. Auch behauptet die Ex-Frau von Kirstens Mann, auf sie seien während ihrer Ehe Mordanschläge verübt worden. Pia ermittelt in ihrem persönlichsten Fall.

Mit “Ostseegruft” hat Eva Almstädt einen Regionalkrimi um die Lübecker Kommissarin Pia Korritki geschrieben, der am 30. April 2020 im Bastei-Lübbe Verlag erschienen ist. “Ostseegruft” ist der 15. Fall dieser Küstenkrimi-Serie. Er kann ohne Vorkenntnisse der anderen Fälle gelesen werden.

Das Cover zeigt eine dunkle Ostseeküstenlandschaft. Der Name der Autorin Eva Almstädt ist in dicken, gelben Blockbuchstaben über dem Titel “Ostseegruft” gedruckt und kann nicht übersehen werden. Im Vordergrund ist klassisches Dünengras und ein klassischer Strandweg mit Fußstapfen in Richtung Kirche zu sehen.

Der Einstieg in diesen Krimi ist mir leicht gefallen. Der flüssige Schreibstil von Eva Almstädt ist angenehm zu lesen. Jede Zeile macht Lust auf die nächste. Pia Korrittki, die Hauptperson, ist alleinerziehend und eine sehr sympathische Persönlichkeit. Sie liebt ihren Beruf, hat einen festen Stand im Team und ihre Kollegen und einen guten Draht zu ihrem Chef. Bedingt durch die Arbeit als Kommissarin hat sie ständig das Gefühl, sie kümmere sich zu wenig um ihren Sohn Felix und beweist gleichzeitig ein erstaunliches Organisationstalent, wenn es um Termine geht oder sie jemanden braucht, der sich für sie um ihren Sohn kümmert. Sie selbst kommt dabei oft zu kurz und so ist ihre letzte Sporteinheit schon eine Weile her. Leider rächt sich das und sie beschließt mal wieder joggen zu gehen. In diesem Teil trifft sie auf ihren alten Kollegen Marten. Dies wühlt Ereignisse an das Tageslicht, die Pia gerne vergessen würde. Leider klappt das nicht. Für mich ist Pia nicht nur eine sehr menschliche Kommissarin sondern auch eine tolle Mutter und eine klasse Frau, mit der ich gerne befreundet wäre.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Mit “Ostseegruft” ist Eva Almstädt ein hervorragender 15. Fall in einer außergewöhnlich guten Krimireihe gelungen. Herzlichen Glückwunsch Frau Almstädt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2020

Ein Reisebericht über die Südsee. Vom Ankommen und Ablegen.

Die Wellenreiterin
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Für Liz Clark ist mit Anfang 20 klar. Sie will nur eins. Das ist Segeln und Surfen. Sie will in die Südsee, die schönsten Strände finden und die Menschen kennenlernen. Sie beginnt ihre Reise in Kalifornien ...

Für Liz Clark ist mit Anfang 20 klar. Sie will nur eins. Das ist Segeln und Surfen. Sie will in die Südsee, die schönsten Strände finden und die Menschen kennenlernen. Sie beginnt ihre Reise in Kalifornien und startet mit dem Segelboot “Swell” gen Süden. Swell bedeutet auf Deutsch unter anderem wachsen, anschwellen, Wellengang, großartig, toll. Die Swell ist ca. 12 m lang und dient ihr als ihr zuhause und als Transportmittel. Es ist eine Reise in einem ruhigen Tempo, in die viele Jahre dauert und ein Lebensstil der durch einen Gedanken bestimmt wird: Wie kann die Menschheit diesen Planeten besser bewohnen? Somit sind wir Teil einer Segelreise durch die Südsee, die sich mit der Thematik Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein beschäftigt.

Mit “Die Wellenreiterin” hat die Autorin Liz Clark ein Buch geschrieben, das bereits mit dem Cover sofort ins Auge fällt. Das tolle Fotocover, das Blau der Südsee, die bunten Surfbretter, der Untertitel, da konnte ich nur zugreifen. Wer träumt nicht davon, aus dem oft so grauen Alltag auszubrechen? In den letzten Jahren habe ich einige ähnliche (Reise-)berichte von Menschen gelesen, die ihren Traum verwirklichen. Angetrieben von einem inneren Drang sich zu bewegen. In jeder Art und Weise.

“Die Wellenreiterin” ist hochwertig aufgemacht und im Delius Klasing Verlag erschienen und wiegt ca. 700 Gramm. Es ist mit zahlreichen, hervorragenden Fotografien angereichert. Jeder neue Reiseabschnitt beginnt mit einer superschönen Illustration. Vom ersten Moment an fesselt mich Liz Schreibstil und ich bin von Anfang an bei ihr. Als würde ich ihr zusehen. Ich begleite sie, wenn sie mit den einheimischen Kindern spielt, wenn sie Yoga macht und schaue ihr zu, wie sie ihre Segel repariert und wie sie sich in ihrer Persönlichkeiten weiterentwickelt. Und nicht nur die Segel gehen kaputt. Einen großen Teil der Reise verbringt Liz mit handwerklichen Tätigkeiten, denn es gehen ständig sämtliche Gegenstände kaputt und das führt nicht nur zu langen und teuren Werftaufenthalten und ständiger Geldnot, sondern auch zu viel Frust! Als wäre das nicht genug, hat Liz wenig Glück mit den Männern und durchlebt viele Hochs und und schwierige Tiefs, die mich sichtbar berührt haben. Auf manchen Passagen begleiten sie Bekannte, so kommt z. B. ihre Mutter angereist, um ihr in einer schwierigen Passage auf der Swell zur Seite zu stehen.

Als hilfreich habe ich die Zeichnungen zu Beginn empfunden. Dort hat Liz ein Segelboot gezeichnet und die wichtigsten Teile bezeichnet. Auch findet sich eine Zeichnung über Kursangaben und somit konnte ich als Nichtsegler ein paar Begriffe nachsehen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die vom Aussteigen träumen und sei es nur vom Sofa aus!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

Ein unterhaltsamer Regionalkrimi mit Charme!

Die Tote im Stadl
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Chefinspektor Wendelin Kerschbaumer ist frisch geschieden und tritt den Kampf gegen den Kummerspeck an. In Bad Kleinkirchheim ,einem beschaulichen Ort mit Hot-Spot-Ambitionen, bucht er einen Kur-und Diäturlaub. ...

Chefinspektor Wendelin Kerschbaumer ist frisch geschieden und tritt den Kampf gegen den Kummerspeck an. In Bad Kleinkirchheim ,einem beschaulichen Ort mit Hot-Spot-Ambitionen, bucht er einen Kur-und Diäturlaub. Es ist kurz vor Saisoneröffnung. So richtig gut gefallen tut ihm sein Urlaub nicht und so ist er ganz engagiert, als eine Hotelangestellte ermordet aufgefunden wird. Da der örtliche Polizeichef mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt, begibt Kerschbaumer sich nur zu gern auf die Mörderjagd. Die Hotelbedienstete war beliebt und von allen geschätzt. Somit stellt sich die Frage: Wer hat sie erstochen? Hat das Motiv des Täters mit ihrem Arbeitsplatz oder eher mit ihrer Familie zu tun?

Mit “Die Tote im Stadl” hat Stefan Maiwald einen Regionalkrimi geschrieben, der in Bad Kleinkirchheim spielt. Bad Kleinkirchheim liegt in Kärnten, Österreich. Der Autor hat selbst dort häufiger Urlaub gemacht und kennt die Region und die Küche wie seine Westentasche.

Das Cover zeigt eine ländliche Winterlandschaft die idyllischer nicht sein könnte. Der blaue Buchschnitt leuchtet wie ein blauer Himmel die verschneite, leicht gräuliche Schneelandschaft aus. Der rote Kussmund deutet darauf hin, dass eine Frau involviert ist. Der Schatten zeigt eine Hand mit dem Messer, das mir erst auf den 2. Blick aufgefallen ist.

Der Einstieg in diesen Krimi ist mir leicht gefallen. Der flüssige und humorvolle Schreibstil von Stefan Maiwald hat mich gleich begeistert. Besonders schön finde ich, dass alle Kapitel nicht nur nummeriert sind, sondern auch einen Titel bekommen haben. Der Autor berichtet täglich über die Ermittlungstage in chronologischer Reihenfolge. Jeder Ermittlungstag beginnt mit einem Wetter- und mit einem Pistenbericht und hat mich häufig schmunzeln lassen. Kerschbaumer ist mir mit seiner ruhigen und unaufdringlichen Art sofort sympathisch gewesen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Mit “Die Tote im Stadl” ist Stefan Maiwald mit seiner liebevollen Detailverliebtheit und seinem sympathischen Wendelin Kerschbaumer ein hervorragender Einstieg in eine vielversprechende und humorvolle Krimireihe gelungen. Herzlichen Glückwunsch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Zum Träumen schön!

Jasminblütensommer
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Mona wird von ihrem Chef zum ersten Mal zum Arbeiten ins Ausland geschickt. Nach Tunesien. Dort soll sie die Gartenanlage eines Hotels gestalten und hat dafür 6 Monate Zeit. Neben einer völlig neuen Mentalität ...

Mona wird von ihrem Chef zum ersten Mal zum Arbeiten ins Ausland geschickt. Nach Tunesien. Dort soll sie die Gartenanlage eines Hotels gestalten und hat dafür 6 Monate Zeit. Neben einer völlig neuen Mentalität erwartet sie ein 8-köpfiges Team aus einheimischen Männern, nervige deutsche Touristen, ein Hoteldirektor mit einem Spleen für merkwürdige Krawatten und Karim, aus dem sie gar nicht schlau wird.

Mit “Jasminblütensommer” hat Bianca Magens ihren dritten Roman geschrieben, der am 15.09.2020 erschienen ist. Das traumhaft schöne Cover zeigt die den Jasmin, die Nationalblume Tunesiens, in voller Blüte.

Bianca Magens erzählt mit ihrem lebhaften, humorvollen und flüssigen Schreibstil die Geschichte von der liebenswerten und leicht chaotischen Mona, die sich auf den Weg macht um 6 Monate in Tunesien zu arbeiten und Land und Leute kennenzulernen. Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gefallen. Dem Erzählstrang ist leicht zu folgen und die Kapitel haben eine angenehme Länge.

Mona habe ich gleich in mein Herz geschlossen. So bin ich ihr Seite für Seite gefolgt und durfte an dem größten Abenteuer ihres Lebens teilhaben. Natürlich hat Mona es nicht leicht. Sie muss sich ihre Teamführung verdienen, mit dem Hoteldirektor und den deutschen Touristen zurechtkommen. Das führt immer wieder zu komischen Situation, die mich häufig haben schmunzeln lassen. Doch soweit nicht genug: Da ist auch noch Karim, mit dem Mona eine härtere Nuss zu knacken hat.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, denn Bianca Magens erzählt uns nicht nur die Geschichte von Mona. Sie erzählt uns eine Geschichte über die Liebe, die alles möglich macht. Über die Liebe zu Tunesien, zu einer uns fremden Mentalität, die Liebe in einer Familie und die Liebe in einem Team und über die Liebe zwischen Mann und Frau. Ich liebe dieses Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Nichts für schwache Nerven!

Blutasche
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Ein nächtliches Feuer in Wales legt eine verbrannte Frauenleiche frei. Die Glieder zu allen Seiten unnatürlich für Brandopfer ausgestreckt. Danica Hunter fällt auf, dass es mehr Brände gegeben hat bei ...

Ein nächtliches Feuer in Wales legt eine verbrannte Frauenleiche frei. Die Glieder zu allen Seiten unnatürlich für Brandopfer ausgestreckt. Danica Hunter fällt auf, dass es mehr Brände gegeben hat bei denen die Brandleichen in dieser Haltung gefunden wurden. Da die Brände an verschiedenen Orten stattfinden, dauert das jedoch eine Weile. Danica und ihr Chef Stephen Lang ermitteln und stellen entsetzt fest, dass die Frauenmorde live ins Darknet gestellt und tausendfach geteilt worden sind. Dann kündigt der Mörder einen weiteren Mord an. Den Mord an einer Polizeianwärterin! Werden Stephen Lang und sein Team schnell genug sein?

Mit “Blutasche” hat Sage Dawkins den 3. Teil der Stephen-Lang-Reihe veröffentlicht. Der Band ist in sich abgeschlossen und inhaltlich ist es nicht notwendig, zuerst den 1. und den 2. Teil zu lesen.

Das Cover hat es schon in sich: Blutrote Schrift auf weißem Hintergrund, der wie eine weiß getünchte Mauer wirkt. Daneben in dunkelgrau-schwarz gehalten, ein paar Aschereste, die Böses vermuten lassen und an das verbrannte Bein einer Frau erinnern. Das Buch beginnt mit einem Prolog, der mir nicht nur Gänsehaut verursacht. Danach geht es erst einmal ruhiger zu. Es beginnen verschiedene Erzählstränge, denen aufgrund der Vielzahl nicht ganz einfach zu folgen ist. Nicht jeder begonnene Erzählstrang löst sich zum Ende auf, was inhaltlich völlig in Ordnung ist und auf einen geplanten 4. Band schließen lässt.

Stephen Lang, Danica, ihre Kollegen, Jules und andere Charaktere werden vorgestellt. Mit den meisten Persönlichkeiten fühle ich mich gleich verbunden. Die Persönlichkeit des Mörders wirkt abschreckend und faszinierend zugleich auf mich. Die meisten Charaktere sind sauber beschrieben, bei zweien (Neill und Prof. Morrison) sind mir leichte Unstimmigkeiten aufgefallen.

Die Beschreibung der Morde und der Stimmen, die der Mörder hört sind eher kurz gehalten. Für meinen Geschmack ist das absolut ausreichend. Das Buch ist an diesen Stellen sofort so spannend, dass sich unverzüglich mein Puls beschleunigt und der Atem stockt. Es ist nicht möglich das Buch aus der Hand zu legen. In der 2. Hälfte des Buches nimmt die Autorin dann erst richtig Fahrt auf.

Der flüssige und fesselnde Schreibstil der Autorin bedient sich einer bildhaften Sprache, so dass das Geschehen unverzüglich Bilder in meinem Kopf entstehen lässt. Auch wenn ich ein Freund von kurzen Kapiteln bin, hätte ich mir hier manchmal längere gewünscht. Dann wäre auch ein noch besserer Lesefluss entstanden. Aufgrund der Vielzahl der Charaktere halte ich eine Protagonisten-Liste für Neueinsteiger für hilfreich und aufgrund der verschiedenen Orte schadet eine Karte nicht, so dass der Leser einen leichteren Überblick behalten kann.

Sage Dawkins hat einen Thriller geschrieben, der nichts für schwache Nerven ist und Schnappatmung auslöst. Mit dabei ist ein sympathisches Ermittlerteam, dass an und über seine Grenzen geht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung, für alle mit starken Nerven!

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung