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Veröffentlicht am 31.05.2026

Über Liebe, Sehnsucht und verpasste Möglichkeiten

Fast ein Leben
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Es gibt Bücher, die man gerne liest, und dann gibt es Bücher, die einen noch lange begleiten, nachdem man die letzte Seite umgeblättert hat. Fast ein Leben gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. ...

Es gibt Bücher, die man gerne liest, und dann gibt es Bücher, die einen noch lange begleiten, nachdem man die letzte Seite umgeblättert hat. Fast ein Leben gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Selten hat mich ein Roman emotional so mitgenommen und gleichzeitig das Gefühl vermittelt, nicht über erfundene Figuren zu lesen, sondern über echte Menschen, deren Leben ich über Jahrzehnte hinweg begleiten durfte.

Im Zentrum stehen Laure und Erica, die sich Ende der 1970er Jahre in Paris begegnen. Was zunächst wie eine große Liebesgeschichte wirkt, entwickelt sich zu einer vielschichtigen Erzählung über Liebe, Identität, verpasste Chancen, Sehnsucht und die Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob zwei Menschen zueinanderfinden, sondern auch darum, was aus ihnen wird, wenn sie es nicht vollständig tun.

Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie die Autorin ihre Figuren zeichnet. Laure und Erica sind nicht immer sympathisch, treffen fragwürdige Entscheidungen und verletzen andere Menschen und genau dadurch wirken sie so glaubwürdig. Während mich Erica im Verlauf der Geschichte immer wieder frustriert hat, habe ich Laure von Kapitel zu Kapitel mehr ins Herz geschlossen. Ihre Entwicklung, ihre Verletzlichkeit und ihre innere Stärke haben mich tief berührt. Gleichzeitig bleiben auch die Nebenfiguren weit mehr als bloße Begleiter der Hauptgeschichte. Besonders die Freundschaften und familiären Beziehungen verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe.

Darüber hinaus verbindet Fast ein Leben die persönliche Geschichte seiner Figuren mit wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Veränderungen für queere Menschen seit den 1970er Jahren, die AIDS-Krise und politische Kämpfe werden sensibel in die Handlung eingewoben, ohne jemals belehrend zu wirken. Dadurch gewinnt die Geschichte zusätzlich an Gewicht und Authentizität.

Besonders hervorheben möchte ich den Schreibstil: treffend, atmosphärisch und emotional. Obwohl der Roman über einen langen Zeitraum erzählt wird, hatte ich nie das Gefühl, die Verbindung zu den Figuren zu verlieren.

Dieses Buch hat mich zum Lachen, zum Nachdenken und mehr als einmal zum Weinen gebracht. Vor allem die letzten Kapitel haben mich völlig überwältigt. Als ich fertig war, konnte ich nicht sofort loslassen und habe noch lange über Laure, Erica und ihre Geschichte nachgedacht.

Fast ein Leben ist eine bewegende, schmerzhafte und zugleich wunderschöne Geschichte über die Menschen, die unser Leben prägen, selbst wenn sie nie ganz zu uns gehören. Ein Roman, den ich nicht so schnell vergessen werde.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Ein einfühlsamer Familienratgeber

Wurzelstark und flügelleicht
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„Wurzelstark und flügelleicht“ von Susanne Mierau ist ein einfühlsamer und gleichzeitig fundierter Ratgeber rund um bindungsorientierte Begleitung im Familienalltag. Besonders gelungen finde ich den Grundgedanken ...

„Wurzelstark und flügelleicht“ von Susanne Mierau ist ein einfühlsamer und gleichzeitig fundierter Ratgeber rund um bindungsorientierte Begleitung im Familienalltag. Besonders gelungen finde ich den Grundgedanken des Buches: Kindern einerseits Sicherheit und Geborgenheit zu geben und sie andererseits dabei zu unterstützen, selbstständig ihren eigenen Weg zu gehen. Dieser Ansatz zieht sich nachvollziehbar durch das gesamte Buch und regt immer wieder zum Nachdenken über den eigenen Umgang miteinander an.

Die Autorin schafft es, viele Themen des Familienlebens verständlich und wertschätzend aufzugreifen: von Bindung, Schlaf und Pflege bis hin zu Sprachentwicklung oder Betreuung außerhalb der Familie. Dabei wird nie mit erhobenem Zeigefinger geschrieben. Statt starrer Regeln vermittelt das Buch Orientierung, Vertrauen und Verständnis dafür, dass jede Familie ihren eigenen Weg finden darf. Gerade das nimmt viel Druck aus dem oft von Unsicherheit geprägten Alltag mit Kindern.

Besonders positiv hervorzuheben ist die wissenschaftliche Fundierung. Viele Inhalte werden nachvollziehbar erklärt und durch Literatur, Skizzen oder praktische Impulse ergänzt. Gleichzeitig bleibt der Schreibstil ruhig, empathisch und nah am echten Leben, sodass man sich in vielen Situationen wiedererkennt und verstanden fühlt.

Das Buch begleitet eher, als dass es belehrt, und vermittelt ein gutes Gefühl im Umgang mit den eigenen Entscheidungen. Für mich ist es ein warmherziger, hilfreicher und reflektierter Ratgeber, der wichtige Impulse für ein achtsames Familienleben gibt und den man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Zwischen Verlust und Hoffnung

Die Halbwertszeit von Glück
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„Die Halbwertzeit von Glück“ erzählt die Geschichten von drei Frauen, die auf unterschiedlichen Zeitebenen leben und deren Schicksale sich erst nach und nach miteinander verweben. Gerade dieses langsame ...

„Die Halbwertzeit von Glück“ erzählt die Geschichten von drei Frauen, die auf unterschiedlichen Zeitebenen leben und deren Schicksale sich erst nach und nach miteinander verweben. Gerade dieses langsame Entwirren der Zusammenhänge hat für mich einen großen Reiz ausgemacht, denn bis zum Schluss blieb offen, wie alles zusammenhängt.

Im Mittelpunkt stehen Johanna im DDR-Grenzgebiet der 1980er Jahre, Holly im Los Angeles der frühen 2000er und Mylène im modernen Paris. Jede von ihnen kämpft mit Verlusten, Schuldgefühlen oder erschütternden Wahrheiten aus der Vergangenheit. Besonders Johannas Geschichte hat mich emotional am meisten berührt. Ihre zurückgezogene Lebensweise und die Begegnung mit dem verletzten Flüchtlingsmädchen sorgen für viele intensive Momente. Aber auch Hollys und Mylènes Kapitel konnten mich fesseln, weil ihre Entscheidungen und inneren Konflikte glaubwürdig dargestellt werden.

Der Roman liest sich angenehm flüssig und lebt vor allem von seinen wechselnden Perspektiven. Viele Kapitel enden an spannenden Stellen, wodurch man immer weiterlesen möchte. Sprachlich ist das Buch vielleicht nicht außergewöhnlich, doch die Geschichte entwickelt einen starken Sog und bleibt lange im Kopf.

Besonders gelungen fand ich die Botschaft des Romans: Auch nach schweren Schicksalsschlägen gibt es immer wieder Hoffnung und neue Glücksmomente. Manche Wendungen kamen überraschend, ohne konstruiert zu wirken, und das Ende hat die einzelnen Handlungsstränge auf schöne Weise zusammengeführt.

Zwar hatte die Handlung zwischendurch kleinere Längen, dennoch ist „Die Halbwertzeit von Glück“ ein bewegender und unterhaltsamer Roman über Verlust, Neuanfänge und die Frage, was Glück eigentlich bedeutet.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Luxus, Lügen und Misstrauen

Der Fjord
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„Der Fjord“ konnte mich schon nach wenigen Seiten komplett abholen. Die Geschichte rund um Amelia, die dem Verschwinden ihrer Schwester Rose nachgeht, entwickelt sich schnell zu einem atmosphärischen Thriller ...

„Der Fjord“ konnte mich schon nach wenigen Seiten komplett abholen. Die Geschichte rund um Amelia, die dem Verschwinden ihrer Schwester Rose nachgeht, entwickelt sich schnell zu einem atmosphärischen Thriller voller Misstrauen, Geheimnisse und überraschender Wendungen. Um endlich herauszufinden, was damals passiert ist, reist Amelia unter falscher Identität nach Norwegen und verschafft sich Zugang zu einer exklusiven Party der reichen Familie Fowley – genau an dem Ort, an dem Rose ein Jahr zuvor spurlos verschwand.

Besonders stark fand ich die Atmosphäre des Buches. Die luxuriöse Kulisse am norwegischen Fjord sorgt gemeinsam mit der abgeschotteten Partygesellschaft für eine beklemmende Stimmung. Hinter dem Glamour verbirgt sich von Anfang an etwas Bedrohliches, wodurch ständig das Gefühl entsteht, dass niemand wirklich ehrlich spielt. Gerade dieses Zusammenspiel aus Reichtum, Oberflächlichkeit und unterschwelliger Gefahr macht für mich einen großen Reiz der Geschichte aus.

Die Gäste sind voneinander isoliert, jeder wirkt verdächtig und mit jeder neuen Enthüllung wird das Misstrauen größer. Dadurch entsteht beim Lesen ein ständiges Rätseln darüber, wem Amelia überhaupt noch vertrauen kann. Besonders ab der zweiten Hälfte zieht das Tempo deutlich an und die vielen Twists sorgen dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte.

Amelia selbst ist eine entschlossene Hauptfigur, deren Motivation nachvollziehbar bleibt. Ihre Suche nach Antworten und die emotionale Verbindung zu ihrer Schwester tragen die Handlung durchgehend. Gleichzeitig wirkte manches Verhalten auf mich etwas konstruiert oder nicht immer vollkommen glaubwürdig. Einige Entscheidungen schienen eher dem Spannungsaufbau zu dienen als wirklich zur Figur zu passen.

Auch bei den Nebenfiguren hatte ich gemischte Gefühle. Zwar tragen die geheimnisvollen Partygäste viel zur Spannung bei, allerdings bleiben einige Charaktere eher oberflächlich und hätten für meinen Geschmack mehr Tiefe vertragen können. Zudem konnte ich bestimmte Entwicklungen schon relativ früh erahnen, wodurch einzelne Überraschungen nicht ihre volle Wirkung entfalten konnten.

Der Schreibstil von Sarah Goodwin liest sich dagegen sehr angenehm und flüssig. Die Seiten vergehen schnell und trotz kleinerer Schwächen bleibt die Geschichte konstant unterhaltsam. Vor allem Fans von spannenden Thrillern mit düsterer Atmosphäre, reichen Eliten und vielen Geheimnissen dürften hier auf ihre Kosten kommen.

Insgesamt ist „Der Fjord“ für mich ein spannender, kurzweiliger Thriller, der besonders durch seine Stimmung, das luxuriös-bedrohliche Setting und die zahlreichen Wendungen überzeugt. Zwar fehlt es stellenweise etwas an Tiefgang und Glaubwürdigkeit, dennoch bietet das Buch starke Unterhaltung und eignet sich perfekt für alle, die einen packenden Page-Turner suchen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Zwischen Alltag und Achtsamkeit

Heute Kind - morgen stark
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Dieses Buch hat mich auf eine ruhige, angenehme Art überzeugt. Es belehrt nicht, sondern lädt dazu ein, Kinder bewusster wahrzunehmen und besser zu verstehen.

Die Autorin schreibt aus echter Erfahrung ...

Dieses Buch hat mich auf eine ruhige, angenehme Art überzeugt. Es belehrt nicht, sondern lädt dazu ein, Kinder bewusster wahrzunehmen und besser zu verstehen.

Die Autorin schreibt aus echter Erfahrung und holt einen genau da ab, wo man im Alltag steht. Die vorgestellten „Skills“ wirken zunächst wie Schlagworte, bekommen aber schnell Tiefe und sind vor allem alltagstauglich umgesetzt, ohne Druck oder erhobenen Zeigefinger.

Besonders stark fand ich den Fokus aufs Zuhören: wirklich verstehen statt sofort reagieren. Auch der Umgang mit digitalen Medien wird realistisch und ausgewogen eingeordnet.

Die klare Struktur, viele Beispiele und konkrete Impulse machen es leicht, das Gelesene umzusetzen. Gleichzeitig regt das Buch zur Selbstreflexion an, ohne ein schlechtes Gewissen zu machen.

Mein Fazit: Ein ehrlicher, praxisnaher Ratgeber, der Orientierung gibt und sich gut in den Alltag integrieren lässt.

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