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that_library_bookworm

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Wer bin ich?

Lola im Spiegel
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Ein Mädchen ohne Namen, was aber in ihren 18 Lebensjahren mehrere verschiedene Namen angenommen hat. Sie weiß nicht, wo sie herkommt, weiß nicht wie sie heißt, kennt nichts über ihre Familie. Und nach ...

Ein Mädchen ohne Namen, was aber in ihren 18 Lebensjahren mehrere verschiedene Namen angenommen hat. Sie weiß nicht, wo sie herkommt, weiß nicht wie sie heißt, kennt nichts über ihre Familie. Und nach einem schicksalhaften Ereignis drängt sich immer mehr die Frage auf "Wer bin ich?"
Aufgrunddessen versucht das Mädchen immer wieder ihren vergeben Namen herauszufinden, weswegen der Leser viele verschiedene Namen und deren Bedeutungen kennenlernt, was ich sehr besonders und passend fand.
Genauso die Figur der "Lola im Spiegel", die immer wieder auftaucht.
Generell fand ich die Geschichte emotional mitreißend und spannend, auch wenn es manchmal sehr schwarz-weiß bzw. gut gegen böse wirkte.
Das Pacing war anfangs etwas langsam und ich brauchte ein wenig, um reinzukommen, aber das legte sich doch sehr schnell. Hingegen war das Pacing an 2 Stellen mir persönlich zu schnell, was ich als unpassend empfunden habe.

Das Cover hätte mir die Thematik bzw. den TItel besser auffassen können. Mir ist erst spät aufgefallen, dass ein zerbrochener Spiegel dargestellt wird, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich das ebook gelesen habe...
Dahingegen haben mir die verschiedenen Illustrationen des Künstlers sehr gut gefallen, welche sehr schön in die Geschichte miteingebunden wurden und ein zentrales Hobby des Mädchens widerspiegelten.

Empfehlen für jeden der die Reise eines Mädchens mitmachen möchte, die sich selbst findet und kennenlernt, und dabei schreckliche Dinge erlebt.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Schöne Idee...aber mit Schwächen

Tage des Lichts
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Ivy ist junge 19 Jahre alt, verspielt, träumerisch und völlig ahnungslos, was sie beruflich machen möchte. Sie betont immer wieder, dass sie talentlos sei, da jeder in ihrer Familie eine Gabe zu haben ...

Ivy ist junge 19 Jahre alt, verspielt, träumerisch und völlig ahnungslos, was sie beruflich machen möchte. Sie betont immer wieder, dass sie talentlos sei, da jeder in ihrer Familie eine Gabe zu haben scheint außer ihr. Ivy's einziger Lichtblick: ihr Bruder Joseph und seine neu gefundene Liebe...Frances.

Ich bin etwas hin und hergerissen...
Spannend fand ich die Aufteilung in verschiedene Tage, die in verschiedenen Jahrzehnten spielen und unterschiedliche Stationen Ivy's Lebens beleuchten. Sonst auch fand ich die Charaktere interessant. Es war auf jeden Fall eine sehr verrückte Familienkonstellation. Mit Ivy konnt ich mich dennoch am meisten identifizieren, da es mir häufig auch so ging bzw. geht. Einzig und allein Bear konnt ich zum Teil nicht viel abgewinnen und fand einige der Äußerungen...schwierig.
Genrell gab es manchmal Stellen im Buch, die mir unangenehm aufgestoßen sind und die ich nicht richtig einzuschätzen wusste. Außerdem hat ich mir ein anderes tragisches Erlebnis gewünscht, was weniger hervorsehbar gewesen wäre.
Dennoch hat ich auch einige Stellen bei denen ich Feuer und Flamme für die Charaktere war, vor allem für Ivy, und mich sehr über die Handlung gefreut habe. Weiterhin fand ich die Bedeutung, die das Licht im Roman einnimmt, durchaus spannend.

Ein Roman, der für mich mehr ein "mal fix dazwischen" war, und es trotzdem schafft einen ein wenig mitzureißen. Er bringt ein paar philosophische und theologische Fragestellungen auf und schildert den Weg des Erwachsenwerdens.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Drei Frauen, ein Wald, eine gemeinsame Geschichte

Die Riesinnen
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Drei Frauen über drei Generationen, die nur ihr kleines Häuschen, ihre Heimat, nur sich haben. Und eine gemeinsame Geschichte, die fast schon liederhaft und poetisch erzählt wird.
Es ist eine berührende ...

Drei Frauen über drei Generationen, die nur ihr kleines Häuschen, ihre Heimat, nur sich haben. Und eine gemeinsame Geschichte, die fast schon liederhaft und poetisch erzählt wird.
Es ist eine berührende Geschichte über Heimat, Selbstfindung, Familie, Freiheit. Und über ein Dorf in das die Riessenberger-Frauen bzw. die Riesinnen, wie sie genannt werden, nicht so recht reinpassen wollen. Aber das stört sie wenig.
In jeweils fünf Kapiteln erfährt man mehr über ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Gefühle.

Die drei Frauen könnten unterschiedlicher und doch zugleich ähnlicher nicht sein.
Liese, die nie ihr Dorf "Wittenmoos" verlassen hat, obwohl sie gern würde. Sie lernt sich durchzusetzen, kann aber dennoch nicht davon loslassen, was die anderen Bewohner über sie denken könnten.
("Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.")
Cora, die schon seit ihrer Geburt ungestüm war und auch ewig bleibt. Die, die sich mit den anderen Kindern nicht so richtig anfreunden kann. Die, die einfach fort möchte und die Welt erkunden.
("Sie müsste Angst bekommen, das Letzte, was sie braucht, ist jemand, der sie hält, irgendwo.")
Eva, die schon immer eins mit dem Wald war und mit dem Stadtleben nicht überein kommt.
( "Sie liebt diesen Wald, hat ihn nicht einmal loslassen können, als sie es versucht hat. Warum sieht sie dann nicht einfach ein, dass es ohne ihn nicht geht?")

Interessant fand ich die unterschiedlich dargestellten Gefühlswelten bzgl. dem Thema Schwangerschaft. Vor allem zwischen Liese und Cora, die ganz anders auf ihren Babybauch reagieren.
Mit Cora konnt ich mich am meisten identifizieren. Die Angst vor der Schwangerschaft, den Drang die Welt zu sehen, aus ihrem Dorf rauszukommen, ihre eigene Heimat zu schaffen...einfach einen Platz zu finden, wo man hingehört.

Letzendlich lässt sich sagen, dass der Roman eine herzliche Geschichte über eine kleine Familie ist, die zusammenhält, sich immer wieder findet und einen akzeptiert, wie man ist.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Eine Schwesterbeziehung, die tief blicken lässt

Die Insel meiner Schwester
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TRIGGERWARNUNG: häusliche Gewalt, Tiermord

Ein absolut mitreißender Roman, der Thrillerelemente mit der schrecklichen Realität vieler Frauen verbindet.
Erfährt man anfangs viel über Mirjam und zu ihrer ...

TRIGGERWARNUNG: häusliche Gewalt, Tiermord

Ein absolut mitreißender Roman, der Thrillerelemente mit der schrecklichen Realität vieler Frauen verbindet.
Erfährt man anfangs viel über Mirjam und zu ihrer Beziehung zu ihrem Mann Juan, taucht man immer mehr in das Leben von Nia ein und welche Erlebnisse und Erinnerungen die beiden Schwestern miteinander verbindet.
Anfangs wirkt der Roman melancholisch und nostalgisch, wird aber im Verlauf der Geschichte emotional mitreißend. Es macht einen wütend, traurig und auch zunehmend ängstlich - vor allem besorgt um Nia als auch Mirjam, umso mehr auch die anderen Figuren in den Vordergrund rücken.

Besonders gefiel mir der Schreibstil, der einen immer wieder mitriss und je nach Situation angepasst wurde, um die Emotionen bestmöglichst darstellen zu können.
Die Charaktere waren ebenfalls sehr differenziert und vielseitig.
Eindrucksvoll war weiterhin die heftige Darstellung der toxischen Beziehung, das versteckte Lügenkonstrukt dahinter und wie das Umfeld darauf reagiert.

Anfangs bekam ich bei dem Cover Fernweh, doch je mehr ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr wurde mir die Symbolik dahinter bewusster und stimmte mich bedrückt.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass das hier definitiv kein Buch für "mal zwischendurch" ist. Es geht einem defintiv sehr stark an die Nieren und ist auch nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Es regt ebenso zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.

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