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Veröffentlicht am 04.01.2021

Ein paar Seiten mehr hätten noch gepasst

Der Nebel
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Ein Sturm zerstört die Region im westlichen Maine rund um einen See. Auch das Haus von David und seiner Familie wird in Mitleidenschaft gezogen. Am anderen Morgen zieht von der anderen Uferseite ein unheimlicher ...

Ein Sturm zerstört die Region im westlichen Maine rund um einen See. Auch das Haus von David und seiner Familie wird in Mitleidenschaft gezogen. Am anderen Morgen zieht von der anderen Uferseite ein unheimlicher Nebel auf. Während David und sein Sohn Billy im Supermarkt einkaufen, verschluckt der Nebel alles - und es steigen grauenhafte Monster aus ihm heraus, die alles verschlingen, was sich im Freien aufhält. Billy sorgt sich um seine Mutter, die allein zu Hause geblieben ist. Wird er sie je wiedersehen?

Stephen King läßt in "Der Nebel" gruselige Monster lebendig werden. Angelehnt sind diese Monster an Tiere der Realität, bei denen wohl jeder sein spezielles "Gruselobjekt" wiederfindet. Hier spielt King geschickt mit den Ängsten, die in jedem ein klein wenig stecken. Schon der Nebel allein erzeugt Gänsehaut und die Vorstellung, daß darin Monster lauern, die man erst sieht, wenn es zu spät ist... Absolut gruselig. Die Charaktere sind hier sehr vielschichtig. Die Gruppe der im Supermarkt Gefangenen enthält alle Spezies, die die Menschheit hergibt. Der fürsorgliche Vater, das Großmaul, die, die sich in ihr Schneckenhaus verziehen und nicht zuletzt die Aufwieglerin mit psychopathischen Zügen, die an einen Sektenführer erinnert. Sie alle sind im Supermarkt vereint und Streitigkeiten sind vorprogrammiert. Dadurch lauert mit der Zeit die Gefahr nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb des Gebäudes. Die Lager spalten sich und wer überleben will, muß eine Entscheidung fällen. Diese Entwicklung ist absolut gruselig und spannend. Man ist stets auf der Seite von David und Billy, drückt ihnen und einigen anderen Charakteren die Daumen, während andere so unsympathisch sind, daß man sogar Genugtuung empfindet. Diese Kurzgeschichte hätte tatsächlich das Potenzial zu einem großen Roman. So ist das Ende für mich leider etwas überstürzt - es hätte ruhig noch etwas "hinten kommen" und die Vorkommnisse auflösen können.

Insgesamt lohnt sich diese Geschichte. Sie ist skurril, gruselig, spannend und in typischer King-Manier geschrieben. Mir hat sie viel Spaß bereitet!

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Veröffentlicht am 03.01.2021

Hotel Quadriga - Das Finale

Viktorias Erbe
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Im Sommer 1945 liegt das Hotel Quadriga in Schutt und Asche. Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen - auch bei Viktoria Jochum. Doch Viktoria gibt alles, um die Tradition der Hoteliersfamilie aufrecht ...

Im Sommer 1945 liegt das Hotel Quadriga in Schutt und Asche. Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen - auch bei Viktoria Jochum. Doch Viktoria gibt alles, um die Tradition der Hoteliersfamilie aufrecht zu erhalten. Im Zuge des Wiederaufbaus gründet sie das Hotel "Berlin".

Dies ist der fulminante Abschluß der Trilogie rund um die Familie Jochum. Jenny Glanfield beschreibt in "Viktorias Erbe" die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg bis hin zum Fall der Berliner Mauer. Man verfolgt gebannt ein Stück deutscher Geschichte und bekommt ein Gespür dafür, was direkt nach dem Krieg geleistet wurde. Anhand von Viktoria sieht man, was selbst Menschen im betagteren Alter zu leisten fähig waren - und es auch mußten. Hier hat die Autorin nichts beschönigt - deutlich beschreibt sie die Mühen, die der Wiederaufbau allen abverlangt hat. Aber auch politische Geschehnisse spielen hier eine große Rolle. Hier merkt man die gute Recherchearbeit! Gekonnt spielt Jenny Glanfield mit Historie und Roman. Alles verwebt sich zu einer authentischen und spannend zu verfolgenden Geschichte. Die Charaktere machen hier eine immense Entwicklung mit, wirken dabei aber stets glaubhaft und man kann trotz der vielen Personen gut folgen. Die Familienstammbäume am Ende des Buches sind übrigens zwischendurch immer mal wieder sehr hilfreich.

Mir hat diese Familiensaga sehr gut gefallen. So gut, daß ich die Familie gern noch weiter begleitet hätte!

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Veröffentlicht am 03.01.2021

Es geht weiter im Hotel Quadriga

Viktoria
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30. Januar 1933. Soldaten marschieren durch das Brandenburger Tor. Familie Jochum beobachtet dies vom Balkon ihres Hotel "Quadriga" aus voller Abscheu. Viktoria, Tochter des Hotelbegründers Karl, hat nach ...

30. Januar 1933. Soldaten marschieren durch das Brandenburger Tor. Familie Jochum beobachtet dies vom Balkon ihres Hotel "Quadriga" aus voller Abscheu. Viktoria, Tochter des Hotelbegründers Karl, hat nach dessen Tod die Leitung des Hotels übernommen. Viktoria und ihr Mann sind oft nicht einer Meinung in Sachen Hotelführung - noch dazu hütet Viktoria ein Geheimnis vor ihm...

Jenny Glanfield läßt in ihrem 2. Teil ihrer Hotel-Trilogie das "Quadriga" wieder auf faszinierende Weise aufleben. Auch hier erkennt man das wahre Vorbild, das "Adlon", in ihren Beschreibungen wieder. Sie schreibt so, daß man sich selbst in dieser mondänen Umgebung wähnt. Sehr gelungen ist die Verflechtung von wahrer historischer Geschichte in diesem Roman. Man erlebt den Aufstieg des Nationalsozialismus bis hin zu seinem Ende - und dies auf sehr genau recherchierter Basis. Im Vordergrund jedoch steht Viktoria und der Werdegang ihrer Familie. Die Entwicklung der einzelnen Charaktere ist überzeugend und sehr interessant dargestellt. Gerade Viktoria geht ans Herz. Es geht ums Überleben und dazu benötigte man einen eisernen Willen. Dies vermittelt Jenny Glanfield perfekt. Sprachlich ist auch diese Fortsetzung sehr gut lesbar und bereitet trotz des düsteren Hintergrundes Freude.

Man kann diesen zweiten Teil auch einzeln lesen. Die Charaktere entwickeln sich hier getrennt vom ersten Teil weiter, so daß keine Wissenslücken entstehen. Jedoch ist der Lesespaß natürlich größer, wenn man die Familie in jeder Station begleitet!

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Veröffentlicht am 02.01.2021

Bewegende Familiensaga

Hotel Quadriga
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Der Konditorensohn Karl Jochum ist erst 13 Jahre alt, als er im Juni 1871 eine Militärparade über die Straße "Unter den Linden" ziehen sieht. Sie verkündet ein neues Deutsches Reich. Als er die Quadriga ...

Der Konditorensohn Karl Jochum ist erst 13 Jahre alt, als er im Juni 1871 eine Militärparade über die Straße "Unter den Linden" ziehen sieht. Sie verkündet ein neues Deutsches Reich. Als er die Quadriga auf dem Brandenburger Tor erblickt, beschließt er, etwas im Leben erreichen zu wollen und die bescheidenen Verhältnisse, in denen er aufwuchs, hinter sich zu lassen. Er eröffnet ein eigenes Café, kehrt zurück und will das beste Hotel Berlins eröffnen.

Jenny Glanfield startet mit "Hotel Quadriga" eine 3teilige opulente Serie rund um ein glamouröses Hotel in Berlin. Es ist unverkennbar, daß sie sich hierbei das Hotel Adlon als Vorbild auserwählt hat. Die Beschreibungen sind so bildhaft, daß man direkt dieses Hotel vor Augen hat und den Flair, den dieses Hotel ausstrahlt, auf der Haut spürt. Aber auch geschichtlich hat dieses Buch einiges zu bieten. Die Politik und die Gegebenheiten der Zeit sind fundiert und gut recherchiert dargestellt. Hier wird eine Familiengeschichte erzählt, die authentisch in die Zeit paßt und damals wichtige Themen aufgreift. Ein wenig muß man sich bei den Charakteren konzentrieren. Bis man alle erfasst hat dauert es aufgrund der Anzahl etwas. Jedoch sind auch diese sehr gut dargestellt. Sie sind stimmig, agieren glaubhaft und man kann sich in sie und ihre Handlungen hinein versetzen. Jeder Band dieser Serie ist in sich abgeschlossen und behandelt eine bestimmte Zeitspanne. Richtig Spaß bereitet es, die Bände nahtlos hintereinander zu lesen. Dies ist jedoch keine Voraussetzung - es lohnt allerdings!

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Veröffentlicht am 02.01.2021

Ein kleines, aber feines Büchlein

Ein dänischer Winter
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Die 18jährige Minna verliert im Dezember 1929 ihre Anstellung als Schreibkraft, der ihre Familie ernährte.. Damit nicht genug, entscheidet sich Carl, der von ihr angebetete Mann, offensichtlich für eine ...

Die 18jährige Minna verliert im Dezember 1929 ihre Anstellung als Schreibkraft, der ihre Familie ernährte.. Damit nicht genug, entscheidet sich Carl, der von ihr angebetete Mann, offensichtlich für eine andere Frau. Als sie die Möglichkeit bekommt, als Dienstmädchen bei Familie Blixen eine Anstellung antreten zu können, nimmt sie diese nur zu gerne an.

Zur gleichen Zeit plagen Karen Blixen in Afrika Sorgen. Um die Kaffeeplantage ist es nicht gut bestellt, ihre Beziehung steckt in einer Krise. Als sie erfährt, daß ihre Mutter erkrankt ist, reist sie nach Dänemark. Dort begegnet sie Minna und findet trotz aller Unterschiede in ihr eine Zuhörerin für ihre Sorgen und jemanden, der ihr Trost spendet.

Sanne Jellings läßt in ihrem Roman "Ein dänischer Winter" zwei Frauen aufeinandertreffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite das Dienstmädchen Minna aus ärmlichen Verhältnissen, auf der anderen Seite die Baronin Karen Blixen. Doch so unterschiedlich sie sind - in ihren Sorgen sind sie sich nahe. Ihre Probleme werden hier sehr intensiv dargestellt und man leidet gerade mit Minna sehr mit. Das Leben von Karen in Afrika wird hier als Rahmenhandlung eingesetzt. Dies kommt mir hier etwas zu kurz - hätte mich dies doch noch mehr interessiert. Vielleicht hätte ich dadurch zum Charakter Karen mehr Bezug bekommen. Vom Schreibstil her ist das Buch im eher anspruchsvollen Segment angesiedelt. Es ist definitiv nicht "einfach so" zu lesen, bereitet jedoch Spaß und macht Freude.

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