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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2019

Düstere Geschichte

Die Farbe von Glas
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Island im Jahre 1686. Von Armut geplagt, nimmt Rosa den Antrag des reichen Händlers Jon an und wird seine Frau. In seinem Dorf jedoch trifft Rosa bei den Bewohnern auf Argwohn und Ablehnung. Um Jon ranken ...

Island im Jahre 1686. Von Armut geplagt, nimmt Rosa den Antrag des reichen Händlers Jon an und wird seine Frau. In seinem Dorf jedoch trifft Rosa bei den Bewohnern auf Argwohn und Ablehnung. Um Jon ranken sich Legenden, nach denen er seine erste Frau getötet haben soll. Rosa findet Trost in einer Glasfigur, die unzerbrechlich zu sein scheint. Doch das Böse zieht seine Kreise immer enger um Rosa und als das Dorf von Schnee und Eis bedeckt wird, steht Rosa im Mittelpunkt des Sturmes.



Caroline Lea hat mit "Die Farbe von Glas" die düstere Atmosphäre Islands im Winter perfekt eingefangen. Hier spielen alte Legenden eine große Rolle. Dies merkt man bereits daran, daß jedem Kapitel ein isländisches Sprichwort vorangestellt ist. An so mancher Stelle jagt es dem Leser einen Schauer über den Rücken, denn Aberglaube und Hexerei spielen hier eine große Rolle. Die Autorin schreibt so bildhaft, da fühlt man sich direkt nach Island versetzt und sieht die Landschaft vor sich. Man spürt die Bedrohung, die langsam um sich greift, hautnah und kann sich dem Buch nicht mehr entziehen. Ebenso wie Caroline Lea bildhaft schreibt, schreibt sie sehr flüssig, so daß der Text nur so dahin fließt. Die beiden Perspektiven durch Rosa und Jon sind sehr interessant und gerade Jon lernt man dadurch besser zu verstehen.

Ein Buch, wie geschaffen für die Lesestunden des trüben Herbstes und des Winters!

Veröffentlicht am 17.11.2019

Zurück in Björnstadt

Wir gegen euch
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Der Eishockey-Klub von Björnstadt steht kurz vor der Insolvenz und soll geschlossen werden. Ein Politiker sieht die vermeintliche Lösung in Investoren, doch dies ist nicht so einfach zu bewerkstelligen. ...

Der Eishockey-Klub von Björnstadt steht kurz vor der Insolvenz und soll geschlossen werden. Ein Politiker sieht die vermeintliche Lösung in Investoren, doch dies ist nicht so einfach zu bewerkstelligen. Außerdem haben die Bewohner von Björnstadt die Geschehnisse vom Frühjahr noch nicht überwunden.

Mit "Wir gegen euch" hat Fredrik Backman die Geschichte Björnstadts weitergeführt, die mit "Stadt der grossen Träume" ihren Anfang nahm. Man kann das Buch aber sehr gut einzeln lesen. Fredrik Backman beschreibt die Bewohner so gekonnt, daß man sie auch ohne Vorkenntnisse perfekt on ihrer Art und ihren Handlungen verstehen wird. Man wird richtig zu einem Teil der Gemeinschaft. In dieser Gemeinschaft hat übrigens jeder seinen eigenen, für die Geschichte wichtigen Platz. Sie erinnern an Zahnräder, die gemeinsam nur funktionieren, wenn ein jedes seine Aufgabe erfüllt. Es kann auf keinen Charakter verzichtet werden! Jeder Charakter ist anders, hat seine Vor- und Nachteile und man hat schnell seine persönlichen Lieblinge entdeckt. Der Autor hat einen Schreibstil, der seinesgleichen sucht. Seine Art und Weise fesselt, ohne Effekthascherei oder aufdringlich zu sein. Dadurch verleiht er dem Roman einen Tiefgang, den man heute nur sehr selten findet und der begeistert. Wer ein Buch mit Hintergrund sucht, ist hier richtig. Denn das Buch ist eines nicht: Leichte Lektüre, die man "mal eben liest". Es regt zum Nachdenken an!

Veröffentlicht am 16.11.2019

Gehört in das Bücherregal von jedem, der sich für Hunde interessiert

Hunde-Forschung aktuell
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"Hunde Forschung aktuell" von Udo Gansloßer und Kate Kitchenham kann definitiv als Standardwerk bezeichnet werden. Das Buch ist äußerlich und inhaltlich sehr umfangreich und behandelt alle wichtigen Themen. ...

"Hunde Forschung aktuell" von Udo Gansloßer und Kate Kitchenham kann definitiv als Standardwerk bezeichnet werden. Das Buch ist äußerlich und inhaltlich sehr umfangreich und behandelt alle wichtigen Themen. Dabei greifen die Autoren auf die allerneuesten Forschungsergebnisse zurück. Aufgegliedert ist das Buch in verschiedene Kapitel. So behandeln diese Kapitel z. B. die Domestikation. Hier geht es um die Entwicklung vom Wolf zum Hund und welchen Stellenwert der Hund in der Entwicklungsgeschichte des Menschen hat. Hier wird auch auf die Entstehung der Rassen eingegangen. Weiterhin geht es um das Sozialleben der Hunde. Hier wird über die soziale Bindung und welche Voraussetzungen dafür geschaffen sein müssen berichtet. Aber auch die Gefühle zwischen Hund und Mensch und wie Hunde uns Menschen sehen werden erläutert. Kommunikation und Kooperation sind ebenfalls wichtige Themen. Das Thema Sozialleben wird auf zweierlei Arten erläutert. Einerseits zwischen Hunden unter sich, andererseits zwischen Hund und Menschen. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Lernen und Intelligenz. Der Leser erfährt, wie das Gehirn des Hundes "funktioniert", wie der Hund lernt, Probleme löst und seine Welt wahrnimmt. Erklärt wird auch, wie Einflüsse ein Hundeleben im positiven und negativen beeinflussen können. Behandelt werden auch die Helden des Alltags. Denn Hunde sind nicht nur Familienhunde, manche arbeiten als Rettungshunde, Assistenzhunde, als Spürhunde für Krankheiten und im Naturschutz. Es wird erläutert, welche Voraussetzungen ein Hund dafür mitbringen muß, wie er ausgebildet wird und wie seine Nase dafür trainiert wird. Ein weiteres großes Thema ist Genetik und Zucht. Es wird erklärt, daß es gar nicht so ein großer Unterschied ist, ob der Hund klein oder groß ist. Der interessierte Hundeliebhaber wird hier über den Bau des Hundekörpers aufgeklärt, erhält Einblick in die Sinne des Hundes und wird auch mit Qualzuchten konfrontiert. Was an diesem Buch besonders ist, ist die Tatsache, daß wirklich alles thematisiert wird. Es geht nämlich auch um wilde hundeartige Tiere wie Fuchs, Kojote und Marderhund. All diese Themen werden auf verständliche und gut lesbare Art beschrieben. Man merkt hier deutlich, daß die Autoren über sehr viel Wissen und Erfahrung verfügen. Doch sie schaffen es, ihr Wissen auf normale, nicht überhebliche Art zu vermitteln, so daß dieses Buch für jeden Hundefreund geeignet ist. Auch wenn man bereits viele Fachbücher in dieser Richtung gelesen hat, wird man hier noch sehr viel neue Erkenntnisse mitnehmen und seinen Hund noch besser verstehen. Angereichert mit wunderbaren Farbfotos ist das Buch ein echtes Prunkstück im Bücherregal.

Veröffentlicht am 16.11.2019

Spannung pur

Sterbekammer
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Der alte Josef Hader hat sich vor Jahren in eine einsame Deichmühle zurückgezogen. Der Kontakt zu den Dorfbewohnern brach ab. Frida Paulsen entdeckt Nachts die Leiche des Einzelgängers. Bei der Untersuchung ...

Der alte Josef Hader hat sich vor Jahren in eine einsame Deichmühle zurückgezogen. Der Kontakt zu den Dorfbewohnern brach ab. Frida Paulsen entdeckt Nachts die Leiche des Einzelgängers. Bei der Untersuchung der Mühle entdeckt sie noch ein grausames Detail: Unter einer Bodenklappe befindet sich eine Kammer, eingerichtet mit einem Bett, an dessen Pfosten Metallketten befestigt sind. Auf der Matratze ein Kleid - welches einer Frau gehörte, die vor 10 Jahren verschwand....



"Sterbekammer" ist der dritte Band von Romy Fölck rund um das Team Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Beide haben ihre privaten Probleme, die hier in der Handlung mit einfließen, jedoch nicht nervend viel Platz einnehmen. Allerdings empfinde ich es als ratsam, die Bücher in Reihenfolge zu lesen. Romy Fölck schafft es aber nicht nur, ihre Charaktere zu Leben zu erwecken, auch ihre Fälle werden höchst spannend beschrieben. Ihr Schreibstil erzeugt eine düstere Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Besonders durch den Perspektivwechsel, bei dem auch aus Sicht des Opfers geschrieben wird, erzeugt die Autorin einen schaurigen Effekt. Dazu bekommt man immer neue Spuren präsentiert, die ins Leere laufen, so daß man bis zum Schluß der Lösung entgegen fiebert.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Gelungene Fortsetzung

Dunmor Castle - Der Halt im Sturm
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Lexies Leben hängt an Graysons Hand. Ihre Träume haben sie wieder auf den Turm von Dunmor Castle geführt und nun schwebt sie hilflos über dem Abgrund. Obwohl sie sich in Grayson verliebt hat, kann Lexie ...

Lexies Leben hängt an Graysons Hand. Ihre Träume haben sie wieder auf den Turm von Dunmor Castle geführt und nun schwebt sie hilflos über dem Abgrund. Obwohl sie sich in Grayson verliebt hat, kann Lexie ihm nicht trauen. Seine Familie hütet ein Geheimnis und Lexie vermutet, daß es mit dem Verschwinden ihrer Mutter vor 20 Jahren zu tun hat. Dann muß sie auch noch feststellen, daß ihr Chef ein falsches Spiel spielt und Grayson und seine Familie trotz aller Versprechen aus Dunmor Castle vertreiben will. Sie muß sich entscheiden, ob sie ihren Job behalten will oder ob sie ihrem Herzen folgen soll.



Der zweite Teil der Geschichte von Dunmor Castle und seinen Bewohnern schließt nahtlos an den ersten Teil an. Deshalb ist es wirklich wichtig, daß man den ersten Teil gelesen hat. Alle Menschen auf der Burg und auch im Dorf scheinen irgendwie ein Geheimnis zu haben und sind wild entschlossen es zu bewahren. Ob dieses Geheimnis mit dem Verschwinden von Lexies Mutter zu tun hat, ist nicht klar. Die Spannung baut sich im Laufe der Geschichte gut auf und man kann nie genau wissen, wer die Guten und wer die Bösen sind. Kaum findet man eine Person sympathisch, schon kommen kurz danach wieder Zweifel auf. Deshalb kann man die Geschichte nur schlecht unterbrechen. Das Ende war für mich eine dicke Überraschung! Ich kann nur empfehlen, die Geschichte selber zu lesen und auf sich wirken zu lassen! Am besten beide Bücher direkt hintereinander!