Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2017

Spannend wie gewohnt

Letzte Ausfahrt Neckartal
0

Leichenfund auf der Rastanlage Neckartal. Wolfgang Treidler und Carina Melchior von der Kripo Rottweil übernehmen den Fall. Doch sie dürfen nicht ungestört ermitteln, der BKA Ermittler Rüdiger Paschl wird ...

Leichenfund auf der Rastanlage Neckartal. Wolfgang Treidler und Carina Melchior von der Kripo Rottweil übernehmen den Fall. Doch sie dürfen nicht ungestört ermitteln, der BKA Ermittler Rüdiger Paschl wird ihnen vor die Nase gesetzt. Und dieser glaubt an eine islamische Terrororganisation und läßt sich durch nichts von seiner Ermittlungsrichtung davon abbringen. Doch Melchior und Treidler ermitteln trotz allen Widerständen auf ihre Art. Als plötzlich der Tote lebendig auftaucht und Melchior ein dubioses PC-Programm entdeckt, wird der Fall brisant.... Ein Zeuge nach dem anderen wird ermordet... Doch wer spioniert Treidler und Melchior hinterher?

Auch der zweite Fall für Treidler und Melchion ist sehr spannend! Das Buch liest sich sehr gut und flüssig. Die Spannung wird hoch gehalten, man weiß definitiv bis zum Schluß nicht, wie der Fall ausgeht. Die Charaktere sind gut beschrieben, vor allem Mehmet Bayram, der durch einen dummen Zufall zum Opfer wird. Er erfüllt jedes Klischee. Auch die Entwicklung von Treidler und Melchior wird sehr gut weiterhin beschrieben. Duch diesen Fall erfährt man nun auch sehr wichtige Details aus Melchiors Vergangenheit, die ihr Verhalten erklären. Auch Treidler entwickelt sich in privater Hinsicht sehr positiv. Im Übrigen hat man bei dem Buch wirklich das Gefühl, auf alte Bekannte zu treffen. Womit nicht gemeint ist, daß man den ersten Band "Schwarzer Neckar" unbedingt vorher gelesen haben muß. Es lohnt sich, muß aber nicht sein.



Für mich ein würdevoller und gelungener Nachfolgeband zu "Schwarzer Neckar"!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Spannend

Wut im Quadrat
0

Olivia von Sassen ist auf dem Weg von Berlin zu ihrer neuen Dienststelle in Mannheim, als sie aus dem Zug heraus in einer S-Bahn im Rangierbahnhof Mannheims einen Mord beobachtet. Trotz schneller Betätigung ...

Olivia von Sassen ist auf dem Weg von Berlin zu ihrer neuen Dienststelle in Mannheim, als sie aus dem Zug heraus in einer S-Bahn im Rangierbahnhof Mannheims einen Mord beobachtet. Trotz schneller Betätigung der Notbremse und Information der Polizei, ist keine Leiche zu finden. Und wie das Leben so spielt, erscheinen auch noch ihre neuen Kollegen am vermeintlichen Tatort. Ihr Einstand scheint an Peinlichkeiten kaum zu überbieten zu sein. Doch dann wird am Rheinufer eine Leiche gefunden, es stellt sich heraus, daß es sich um die vermißte Leiche aus dem Bahnhof handelt. Olivia ist direkt mit ihren neuen Kollegen mit der Aufklärung eines Mordfalles beschäftigt....

"Wut im Quadrat" ist ein tolles Debüt! Die Handlung ist von Anfang an sehr spannend. Schon der Prolog mit der Erklärung des Begriffes "Wut" ist außergewöhnlich. Und schon ist der Leser in der Handlung gefesselt. Dazu liest sich das Buch wunderbar schön fließend, es kommt keinerlei Stockung in der Handlung auf. Die Charaktere sind sehr einfühlsam und lebensecht beschrieben. Vor allem Olivias Sorge um ihren ersten Eindruck bei den neuen Kollegen kommt gut rüber. Denn dies kann wohl jeder Leser nachvollziehen. Dazu die detailgetreue Beschreibung Mannheims und seiner besonderen Straßenbezeichnungen - als Leser fängt man an, sich zu fragen, ob man selbst in diesem Straßenwirrwarr zurecht käme, so gut ist alles beschrieben.

Ein sehr gelungenes Debüt von Alexander Emmerich, welches riesiges Potential für eine ganze Serie an Büchern hat!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Wunderschön

Der Sternengarten
0

Schleswig im Jahre 1640. Die junge Sophie lebt allein mit ihrer kleinen Schwester Melissa, nachdem ihr Vater und ihr Bruder Christian von einer Reise nicht zurückgekehrt sind. Schweren Herzens beschließt ...

Schleswig im Jahre 1640. Die junge Sophie lebt allein mit ihrer kleinen Schwester Melissa, nachdem ihr Vater und ihr Bruder Christian von einer Reise nicht zurückgekehrt sind. Schweren Herzens beschließt Sophie, Melissa bei der Kräuterfrau Johanna zu lassen und im Schloß Gottorf als Gartenjunge zu arbeiten. Dort lernt sie Farid, einen jungen Perser, kennen. Als beide älter werden, finden sie in Liebe zueinander. Das Glück wird durch den mörderischen Ritter Rantzau jäh zerstört. Sophie findet Halt, indem sie beim ehrgeizigen Plan des Herzogs Friedrich, einen begehbaren Globus zu bauen, mitwirkt. Doch nach vielen Wirren wird Sophie klar, was in ihrem Leben wirklich wichtig ist, und sie macht sich auf, dieses Ziel zu erreichen.

Das Buch macht den Leser schnell klar, wie hart die Zeiten damals für das einfache Volk waren. Ich finde es gut, daß die Autorin sich im Anhang beim Ritter Rantzau entschuldigt. Schließlich hat der noch Nachfahren, und wer möchte schon so einen Teufel zum Vorfahren haben. Ich werde auf jeden Fall an Christian Rantzau denken, wenn ich an Schloß und Dorf Rantzau vorbei fahre. Auch das Schloß Gottorf, seine Gärten und den Globus sieht man jetzt mit anderen Augen. Wenn man bedenkt, wie lange Jahre Menschen daran gearbeitet haben, weiß man diese Sache zu schätzen.

Das Buch ist beides: Eine Geschichte über ein Liebespaar, daß es sehr schwer hat, zueinander zu finden, und eine Beschreibung der Zeit, in der blutrünstige Horden das Land unsicher machten. Ein Menschenleben zählte damals nicht viel. Auf jeden Fall ist es ein interessantes Eintauchen in eine andere Zeit!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Spannungsgeladen

Tierisch giftig
0

Die Göppinger Amtstierärztin Friederike "Fritz" Abele wird zu einem Tatort gerufen, da dort in einer Pflanze ein gelber Frosch sitzt - ein Goldener Blattsteiger aus der Familie der Pfeilgiftfrösche. Als ...

Die Göppinger Amtstierärztin Friederike "Fritz" Abele wird zu einem Tatort gerufen, da dort in einer Pflanze ein gelber Frosch sitzt - ein Goldener Blattsteiger aus der Familie der Pfeilgiftfrösche. Als Fritz sich an einem Blatt schneidet, auf dem dieser vorher gesessen hat, stellt sich schnell heraus, daß er noch giftig ist, also kaum eine deutschen Nachzucht sein kann. Und der angebliche Selbstmord wird schnell zu einem Mord durch Schlangengift. Die Spuren führen nach Duisburg zu einem großen Zoohändler, der in einschlägigen Kreisen für den Schmuggel von genehmigungspflichtigen Reptilien, vorzugsweise der giftigen Spezies, bekannt ist. Bei ihren Ermittlungen in Duisburg begibt sich Fritz in Gefahr. Als sie lediglich mit ihrem Lebensgefährten zu einem Urlaub in Rotterdam ist und alleine eine Hafenrundfahrt macht, entdeckt sie dort den Duisburger Zoohändler und wird selbst entdeckt. Die Lage wird bedrohlich...

Dieses Buch ist ein absolutes Highlight auf dem Büchermarkt! Die Sprache ist wunderbar fließend, man mag gar nicht aufhören zu lesen. Man merkt den Sachverstand der Autorin, denn es ist alles sehr detailgetreu wiedergegeben. Sämtliche Dinge rund um die Reptilien sind stimmig, es ist keinerlei Effekthascherei dabei. Auch das Einbringen der lateinischen Tiernamen ist absolut genial und bewirkt, daß man die Fachkenntnis der Autorin merkt und nicht den Eindruck hat, hier hätte sich jemand mal kurz ins Thema gelesen und dann ein Buch geschrieben. Man fühlt sich richtig in die Story versetzt. Die Charaktere sind sehr gut und glaubhaft beschrieben, die Amtstierärztin hat sofort alle Sympathiepunkte für sich.

Dieses Buch zählt für mich zu den Entdeckungen des Jahres!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Toller Lokalkolorit

Schattenmenagerie
0

Inspektor Michael Kroll macht zusammen mit seiner Nichte Michaela zusammen Urlaub auf Mallorca. Während Michaele lieber in den einschlägigen Geschäften stöbert, bevorzugt Kroll eine ausgedehnte Wanderung ...

Inspektor Michael Kroll macht zusammen mit seiner Nichte Michaela zusammen Urlaub auf Mallorca. Während Michaele lieber in den einschlägigen Geschäften stöbert, bevorzugt Kroll eine ausgedehnte Wanderung in der Einsamkeit. Dabei entdeckt er eine Leiche. Wie sich herausstellt stammt der Mann aus Eutin, was zufälligerweise in den Zuständigkeitsbereich von Kroll fällt. Zusammen mit seiner Nichte beginnt er zu ermitteln. Michaele findet schnell Anschluß bei einer Gruppe Jugendlicher, zu der auch die blinde Klavierspielerin Viviane gehört. Schon bald wird sie zum Schlüssel für die Aufklärung.

"Schattenmenagerie" ist ein wunderschöner Krimi rund um die Musik. Dieter Bührig schreibt sehr anschaulich, man merkt, er kennt sich in der Musik aus. Der Schreibstil ist unheimlich fließend. Ungewöhnlich sind die Szenen, in denen die blinde Viviane während des Klavierspielens Visionen hat, in denen sie mit Carl Maria von Weber Kontakt hat oder als sehende zur Lösung des Falles beitragen kann. Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da ich Eutin und Umgebung sehr gut kenne, ist die Beschreibung von wirklich existierenden Gegenden, Bauten und Sehenswürdikeiten. wie die Bräutigamseiche, das Jagdschlößchen am Ukleisee, sogar die Affenstatuen vor dem Eutiner Schloß finden ihren Platz im Buch. Auch die Erwähnung von tatsächlichen Begebenheiten wie dem Fast-Aus der Eutiner Festspiele aufgrund roter Zahlen, dem Brand und anschließendem Wiederaufbau des Jagdschlößchens sind für mich gelungen. Und auch die Ausflüge in die Geschichte Eutins und die Erwähnung der Sage vom Ukleisee zeugen davon, daß der Autor sich auskennt und sind für mich ein absolutes Highlight. Bei mir kam Urlaubssehnsucht auf!