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Veröffentlicht am 16.03.2025

Gelungenes Debüt

Das Paradies - Hier kannst du glücklich werden. Oder sterben …
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Tauchlehrerin Cass macht mit ihren Schülern einen ersten Tauchgang vor Koh Sang, einer thailändischen Partyinsel. Doch der Tauchgang endet in einem Albtraum, ein Tauchschüler stirbt, ein weiterer ist schwer ...

Tauchlehrerin Cass macht mit ihren Schülern einen ersten Tauchgang vor Koh Sang, einer thailändischen Partyinsel. Doch der Tauchgang endet in einem Albtraum, ein Tauchschüler stirbt, ein weiterer ist schwer verletzt. Cass ahnt, daß ihr ruhiges Leben vorbei ist. Denn auf der Insel treibt ein Mörder sein Unwesen - und Cass weiß, daß sie das nächste Opfer sein könnte.

Mit "Das Paradies" hat Sara Ochs ein gelungenes Debüt geschrieben. Schon der Handlunsort läßt träumen. Eine thailändische Insel, die so bildhaft beschrieben wird, daß man tatsächlich Urlaubsfeeling bekommt und Sonne und Strand auf der Haut fühlt. Absolut herrlich! Auch ihre Charaktere sind gut dargestellt und wirken lebensnah. Ich konnte gut mit ihnen fühlen und hatte sie alle bildlich vor Augen. Die Handlung benötigt etwas Anlauf. Zunächst läuft alles etwas seicht daher, jedoch steigert sich die Spannung kontinuierlich bis hin zu einem fulminanten Ende, das es in sich hat. Dranbleiben lohnt sich hier auf jeden Fall! Die Autorin baut plötzliche Wendungen ein und wie bei einem Puzzle werden nach und nach einzelne Teile enthüllt und ergeben ein schlüssiges Gesamtbild. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und locker lesbar. Natürlich ist Tauchen hier ein großes Thema und man merkt, daß Sara Ochs hier genau recherchiert hat. Trotzdem sind diese Passagen auch für Nicht-Taucher gut verständlich.

Für mich ist dieses Debüt sehr gelungen und ich hoffe sehr, noch viel von Sara Ochs lesen zu können!

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Krimi mit Hintergrund

Verdammte Weiber
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Die ehemalige Journalistin Cordula bricht auf dem Eis des Grüntensees ein, jede Hilfe kommt für sie zu spät. Irmi Mangold hatte sich erst kurz zuvor bei einem Skikurs mit ihr angefreundet und glaubt nicht ...

Die ehemalige Journalistin Cordula bricht auf dem Eis des Grüntensees ein, jede Hilfe kommt für sie zu spät. Irmi Mangold hatte sich erst kurz zuvor bei einem Skikurs mit ihr angefreundet und glaubt nicht an einen Unfall, denn Cordula hatte einige Feinde. Außerdem befand sie sich mitten in den Recherchen über eine vergessene Künstlerin. Die Frage ist, ob sie dabei etwas herausgefunden hat, was sie in Gefahr brachte. Oder steckt vielleicht der Verlegersohn hinter dem Mord, mit dem Cordula in Streit geraten war?

"Verdammte Weiber" ist nun schon der 16. Alpenkrimi von Nicola Förg - und ich bin auch von ihm sehr begeistert! Die Autorin hat ein sehr gutes Gespür für spannende Themen, die sie dabei auch perfekt umsetzt. Sie verbindet ihren Krimi stets mit aktuellen Themen des Natur- und Tierschutzes. So geht es hier u. a. um Katzenhilfe, ein Herzensthema von Nicola Förg. Ich finde es sehr gut, daß sie in ihren Büchern stets auf solche Themen aufmerksam macht, denn gerade auf Mißstände in Bezug auf Tiere kann gar nicht genug hingewiesen werden. Dabei schafft sie es stets, daß man während des Lesens nie das Gefühl bekommt, belehrt zu werden. Aus diesem Buch nimmt man aber noch viel mehr mit, denn es geht um die vergessene Künstlerin Ilse Schneider-Lengyel, deren Schicksal bis heute mysteriös ist. Hier merkt man die ausgiebige Recherchearbeit von Nicola Förg. Diese Geschichte fand ich ebenso spannend wie den Kriminalfall selbst! Kein Wunder, daß sie die mangelnden Recherchen im Journalismus anprangert! Ihre Charaktere läßt die Autorin auch hier sehr authentisch wirken. Irmi Mangold im Ruhestand - das geht fast gar nicht. Sie ermittelt trotzdem auf ihre ganz eigene Art und sammelt wieder sämtliche zu vergebende Sympathiepunkte ein. Ich hoffe wirklich sehr, daß Irmi auch ihre pensionierte Spürnase weiter in viele Fälle steckt - ich würde sie wirklich sehr vermissen!

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Geheimnisse aus der Vergangenheit kommen ans Licht

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Die Journalistin Anna möchte über die 85jährige Fenja Lorenzen ein Buch schreiben. Die alte Dame lebt auf Sylt. Dort nennt man sie "Die Bücherfrau". Obwohl Fenja die Journalistin nach Sylt eingeladen hat, ...

Die Journalistin Anna möchte über die 85jährige Fenja Lorenzen ein Buch schreiben. Die alte Dame lebt auf Sylt. Dort nennt man sie "Die Bücherfrau". Obwohl Fenja die Journalistin nach Sylt eingeladen hat, ist die alte Frau nicht zu Hause. Anna trifft nur ihre Tochter Elisa an, die auch keine Ahnung hat, wo ihre Mutter sich aufhält. Anna beschließt, im Haus der Lorenzen auf Fenja zu warten. Als ein Unwetter über die Insel zieht, wird der Dachboden des alten Hauses unter Wasser gesetzt. Die Bücher, die Fenja dort gelagert hat, sind in Gefahr und müssen ins Trockene. Beim Ausräumen finden Anna und Elisa in einem Versteck geheimnisvolle Gegenstände. Jetzt ist Annas Spürsinn gefragt. Mit Elisa und ihrem Bruder Eric forscht sie in der Vergangenheit der Familie. Die drei kommen einer romantischen Liebe auf die Spur, die aber tragisch endet. Erst als Fenja dazukommt, kann sie Licht ins Dunkel bringen. Doch auch für sie gibt es noch ein paar Überraschungen.

Mit "Der Gesang der Seeschwalben" hat Gabriella Engelmann eine Romanreihe gestartet, die die Überschrift "Die Bücherfrauen von Listland" trägt. Dieser erste Teil ist eine wirklich rührende Geschichte. Sie ist in zwei Zeitspannen unterteilt und zum Ende hin vereinen sich die Geschichten auf sehr tragische Weise. Die Handlung zeigt deutlich, daß viele Missverständnissen aus der Welt geschafft werden könnten, wenn mehr miteinander geredet würde. Allerdings hatte ich ein Problem mit der Erzählweise. Es wurde mir stellenweise zu pathetisch. Dadurch wirkte die Sprache sehr künstlich. Doch dies ist nur mein persönlicher Geschmack. Die Geschichte ist es auf jeden Fall wert, daß man sich auf sie einlässt.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Bitte mehr davon!

Muss ja oder Quo vadis, Boomer?
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Bernhard Biller dachte eigentlich, daß er sein Leben im Griff hat. Mit seiner Ehefrau Hildegard ist er seit über 30 Jahren verheiratet und lebt in einer Reihenhaussiedlung. Jeden Samstagabend spielen sie ...

Bernhard Biller dachte eigentlich, daß er sein Leben im Griff hat. Mit seiner Ehefrau Hildegard ist er seit über 30 Jahren verheiratet und lebt in einer Reihenhaussiedlung. Jeden Samstagabend spielen sie mit ihren Nachbarn Edith und Heiner Romme. Doch jetzt ist Bernhard im Ruhestand! Da stellt eine Begegnung am Kühlregal im Supermarkt sein Leben auf den Kopf. Eine fremde Frau spricht ihn einfach an und bringt durch kritische Fragen seine alten Gewohnheiten ins Wanken. Sie lädt ihn zu sich ein. Durch Hanne sieht Bernhard die Welt mit anderen Augen. Doch dies ist erst der Anfang. Plötzlich ist er bereit, neue Bekanntschaften zu schließen. Er trifft im Stadtpark auf eine Gruppe Jugendliche, bei denen er sich pudelwohl fühlt. Kurz gesagt: In Bernhard geht eine Veränderung vor, die seiner Hildegard nicht verborgen bleibt!

Wer Ute Haese durch ihre launigen Küstenkrimis kennen und schätzen gelernt hat, wird sich verwundert die Augen reiben. Ihr neuer Roman "Muss ja oder Quo vadis, Boomer?" Ist ganz anders. Sie beschreibt darin den Alltag eines ganz normalen Ehepaares, das schon über 30 Jahre verheiratet ist. Für diesen Roman muß sie ihre Mitmenschen interessiert beobachtet und ihnen ganz genau zugehört haben. Daraus hat sie eine Geschichte entwickelt, die ihresgleichen sucht. Ich lache eigentlich sehr selten beim Lesen, aber hier konnte ich ein paar Mal nicht an mich halten. Die Situationskomik ist einfach herrlich. In manchen Dingen hält Ute Haese ihren Lesern gnadenlos den Spiegel vor. Die Figuren in der Geschichte sind so wunderbar normal, daß man sie sofort mit Personen aus seinem Umfeld in Verbindung bringen kann.

Dieses Buch macht riesigen Spaß. Von der "neuen" Ute Haese kann ich gar nicht genug bekommen!

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Grandios

Old Bones - Das neunte Opfer
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Im Winter des Jahres 2008 kehrten neun Studenten von einer Wanderung in den Bergen nicht zurück. Der Rettungsdienst fand ihren letzten Lagerplatz in mysteriösem Zustand vor. Offensichtlich flohen sie vor ...

Im Winter des Jahres 2008 kehrten neun Studenten von einer Wanderung in den Bergen nicht zurück. Der Rettungsdienst fand ihren letzten Lagerplatz in mysteriösem Zustand vor. Offensichtlich flohen sie vor etwas furchterregendem barfuß, ohne wärmende Kleidung mitten in einen Schneesturm. Gefunden wurden nur sechs Leichen, brutal zerquetscht, mit fehlenden Körperteilen. Gelöst wurde der Fall nie und wurde abgelegt. Bis im Jahr 2023 zwei weitere Leichen der Gruppe in einer Höhle gefunden wurden. FBI-Agentin Corrie Swanson will nun gemeinsam mit der Archäologin Nora Kelly das Geheimnis um das Schicksal der Studenten lösen und das fehlende Opfer finden. Doch damit machen sie sich mächtige Feinde!

"Old Bones - Das neunte Opfer" von dem Autorenduo Preston & Child hat mich wieder sehr begeistert, auch wenn mir hier das Mysteriöse um alte Legenden etwas fehlte. Diesmal haben sie einen Vorfall aus dem Jahr 1959 aus der Sowjetunion, dem Djatlow-Pass-Rätsel, nach Amerika verlegt und angepasst. Dies stört jedoch in keinster Weise. Einziger Punkt, der mich gestört und den Lesefluss unterbrochen hat, sind die Kapitel über die Familien der Opfer und ihre Versammlungen und Aktionen. Diese hatten mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun und hätten weggelassen werden können, da sie eigentlich nur langweilig waren. Hingegen waren die Machenschaften und Intrigen von Sheriff Hawley, unter denen Nora und ihr Bruder Skip zu leiden hatten, sehr spannend. Auch die eigentliche Handlung rund um die Auflösung des Falles habe ich gebannt gelesen. Ich konnte mir nie einen Reim darauf machen, was wirklich passiert ist, die Auflösung war erschreckend und hat gezeigt, wie man getäuscht werden kann. Die Charaktere Nora und Corrie haben auch hier wieder alle verfügbaren Sympathiepunkte von mir bekommen. Ich mag die beiden sehr und finde ihre manchmal sehr unkonventionellen Ermittlungsmethoden immer wieder toll. Gerade Corrie beweist hier Mut und setzt sich über Anweisungen hinweg.

Ich empfehle dieses Buch gern weiter!

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