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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2023

Macht neugierig auf mehr

Der Tod macht Urlaub in Schweden
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Peter Vinston, Mordermittler aus Stockholm, soll sich in Österlen erholen. Doch er wird in eine Mordermittlung hineingezogen. Die Maklerin Jessie Anderson, die einen der schönsten dortigen Strände mit ...

Peter Vinston, Mordermittler aus Stockholm, soll sich in Österlen erholen. Doch er wird in eine Mordermittlung hineingezogen. Die Maklerin Jessie Anderson, die einen der schönsten dortigen Strände mit Luxusvillen zubauen wollte, wurde tot aufgefunden. Aufgrund ihres Bauprojektes war sie im Dorf sehr unbeliebt. Vinstons mitwirken an diesem Fall gefällt der jungen Kommissarin Tove Esping gar nicht, doch das ungleiche Ermittlerpaar muß sich zudammenraufen.

"Der Tod macht Urlaub in Schweden" ist der Auftakt einer sommerlichen Krimireihe von Anders de la Motte und Mans Nilsson. Schon allein die Besetzung sorgt hier für humorvolle Stimmung. Die junge Tove will endlich zeigen, was sie kann und ist gar nicht damit einverstanden, nun den erfahrenen, extravaganten Vinston vor die Nase gesetzt zu bekommen. Auch die Dorfbewohner sorgen hier für einige lustige Momente, denn sie sind durchweg mit ihren Eigenheiten typische Dörfler, wobei jeder von ihnen so sein Geheimnis bewahren möchte. Bei all dem Humor gerät die Spannung jedoch nicht in Vergessenheit. Man rätselt mit und erhält die Auflösung erst ganz zum Schluß. Dies alles vor traumhafter Ferienkulisse - für mich ein perfekter Sommerkrimi!

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Urlaubsflair inklusive

Abschied auf Italienisch
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Commissario Vito Grassi hat sein Revier in Rom unter Kontrolle, sein Privatleben jedoch nicht. Als sein Vater verstirbt, erbt er dessen Haus in Ligurien. Vito setzt alles auf eine Karte und läßt sich dorthin ...

Commissario Vito Grassi hat sein Revier in Rom unter Kontrolle, sein Privatleben jedoch nicht. Als sein Vater verstirbt, erbt er dessen Haus in Ligurien. Vito setzt alles auf eine Karte und läßt sich dorthin versetzen. Kaum angekommen, wird er mit seinem ersten Fall beauftragt. Eine tote Frau in einem Eisenbahntunnel, die wohl einen Unfall hatte. Doch Vito entdeckt ein Detail, daß der Theorie widerspricht Doch damit nicht genug, verscherzt er es sich schon am ersten Tag fast mit seiner jungen Kollegin und muß sich auch noch mit Toni, dem streitbaren Mitbewohner seines Vaters, herumschlagen.

"Abschied auf Italienisch" ist der erste Band einer Krimireihe von Andrea Bonetto. Man wird ganz sachte in die Serie hinein geführt. Der Autor bringt dem Leser seine Charaktere sehr gut nahe, indem er sie bildhaft darstellt und mit Leben füllt. Sie alle haben ein Privatleben, welches für die Handlung wichtig ist, jedoch nicht überbordend
viel Platz einnimmt. Man bekommt ein gutes Gespür dafür, wie jeder einzelne tickt. Auch die Landschaft wird so gekonnt dargestellt, daß man sich direkt dorthin versetzt fühlt. Das Zusammenspiel der Charaktere mit ihren Eigenarten und der Kulisse dieser herrlichen Landschaft ergibt eine richtig italienische Atmosphäre, bei der Urlaubsstimmung aufkommt. Der Fall selbst ist richtig spannend. Man bekommt nach und nach neue Erkenntnisse serviert, die sich wie Puzzlesteine zu einem Gesamtbild formieren und ein schlüssiges Ende bilden.

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Veröffentlicht am 02.09.2023

Wieder sehr spannend

Böses Licht
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Während der Inszenierung von Shakespeares Richard III. am Wiener Burgtheater wird der Garderobier Ulrich Schreiber tot auf einem Thron sitzend von der Unterbühne ins Rampenlicht gefahren. Vor lauter Theaterblut ...

Während der Inszenierung von Shakespeares Richard III. am Wiener Burgtheater wird der Garderobier Ulrich Schreiber tot auf einem Thron sitzend von der Unterbühne ins Rampenlicht gefahren. Vor lauter Theaterblut fällt dies jedoch kaum jemandem auf. Schreiber war beliebt, hatte keine Feinde, so daß die Tat nicht zu erklären ist. Doch beim nächsten Opfer sieht die Sache schon anders aus! Fina Plank hat in diesem Milieu gegen einige Hindernisse zu kämpfen, um ihre Ermittlungen durchführen zu können.

Mit "Böses Licht" begibt sich Ursula Poznanski auf Mörderjagd im Theater-Milieu. Hier erfährt man sehr viel rund um das Theaterleben. Es wird mit harten Bandagen gekämpft und man begegnet Neid und Intrigen. Man spürt die Schwierigkeiten, die Fina Plank hier begegnen, hautnah und sieht das Theaterleben mit ganz anderen Augen - nämlich jenseits der schillernden Bühnenwelt. Dieses Leben hinter den Kulissen ist schon allein für sich spannend, doch auch der Fall hat es in sich. Einzelne Kapitel werden aus Sicht des Täters erzählt - was die Spannung durch dessen nebulöse Aussagen noch steigert. Der eigentliche Fall bleibt geheimnisvoll bis zum Schluß, findet aber dann eine schlüssige Erklärung. Wie von Ursula Poznanski gewohnt schreibt sie locker und flüssig, so daß man diesen Krimi gern und zügig liest!

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Veröffentlicht am 01.09.2023

Bombenstimmung im Urlaubsparadies

Küstengruft
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Fehmarn ist in Aufruhr - der bei den meisten Bewohnern verhasste Fehmarnbelttunnel ist im Bau, es wird auf nichts Rücksicht genommen. Doch es kommt noch schlimmer. Im Belt explodiert ein Kutter, der Eigner ...

Fehmarn ist in Aufruhr - der bei den meisten Bewohnern verhasste Fehmarnbelttunnel ist im Bau, es wird auf nichts Rücksicht genommen. Doch es kommt noch schlimmer. Im Belt explodiert ein Kutter, der Eigner war am Bug festgekettet und wurde zerfetzt. Als auch auf dem Weihnachtsmarkt eine Bombe explodiert, geraten Einwohner und Feriengäste in Panik. Die Kommissare Westermann und Hartwig holen sich Unterstützung vom LKA Kiel. Gemeinsam jagen sie den Täter, der sich immer wieder telefonisch meldet und den Stopp des Tunnelbaues fordert.

"Küstengruft" ist nun bereits der 8. Fehmarnkrimi von Heike Meckelmann. Und noch nie war das Thema so aufrüttelnd und wichtig wie diesmal. Dieser Krimi rankt sich um den Bau des Fehmarnbelttunnels. Eindringlich beschreibt sie die Folgen für die Tier- und Wasserwelt und was noch für Sünden an Land geplant sind. Man erfährt Dinge, die fernab Fehmarns überhaupt nicht zur Sprache kommen und mich sehr erschreckt und wütend gemacht haben. Hier werden dem Leser die Augen geöffnet Schon allein deshalb sollte dieses Buch ein großes Publikum finden. Aber keine Angst, die Autorin hat hier kein politisches Werk geschrieben, sondern wichtige Dinge, die gern unter den Teppich gekehrt werden, in einen ganz spannenden Krimi einfließen lassen. Die Kommissare Hartwig und Westermann sind mit ihren privaten Sorgen einfach sehr sympathisch und realistisch. Westermann, der sich Sorgen um seine hochschwangere Katrin macht, und Hartwig, der mit seinem Hund Watson so manche Situation erlebt, die mir die Lachtränen in die Augen treibt. Und es gibt auch wieder Tante Charlotte, die Miss Marple von Fehmarn, ohne die die Polizei aufgeschmissen wäre, denn ihrer Spürnase entgeht nichts. Die Handlung ist diesmal besonders spannend, was natürlich auch am Thema liegen wird, das jeden Ostseefan interessieren sollte. Ich konnte mich z. B. sehr gut in die Beltgegner hineinversetzen. Von Beginn an ist der Spannungsbogen sehr hoch - und geht durch den Showdown fast steil! Zum Schluß bleibt nämlich nur eines - atemlos weiterlesen und hoffen, daß alles gut endet!

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Veröffentlicht am 30.08.2023

Düster, bedrohlich und gnadenlos gut

Das finstere Tal
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Ein abgelegenes Tal in den Alpen am Ende des 19. Jahrhunderts. Das Dorf darin ist nur über einen einzigen Pfad erreichbar. Kurz vor Einbruch des Winters, der auch diesen Weg unpassierbar macht, kommt ein ...

Ein abgelegenes Tal in den Alpen am Ende des 19. Jahrhunderts. Das Dorf darin ist nur über einen einzigen Pfad erreichbar. Kurz vor Einbruch des Winters, der auch diesen Weg unpassierbar macht, kommt ein Unbekannter mit seinem Maultier ins Dorf. Er gibt an, er sei Kunstmaler und wolle die Landschaft malen. Doch die Dorfbewohner sind mißtrauisch. Sie trauen generell keinen Fremden und diesem schon gar nicht. Aber der Maler bleibt unauffällig und die Leute beruhigen sich. Er wohnt bei einer Witwe und ihrer hübschen Tochter und geht ihnen bei schweren Arbeiten zur Hand. Die Dorfbewohner werden von einem Großbauern und seinen Söhnen beherrscht, niemand traut sich dagegen aufzubegehren. Doch dann kommt es zu unerwarteten Todesfällen und die Gemeinschaft gerät in Aufruhr. Wer ist der Fremde wirklich und was ist sein Plan?

"Das finstere Tal" ist ein Buch, das aus dem Rahmen fällt. Man muß sich erst an die Sprache gewöhnen und die düstere Stimmung, gewöhnen, die diese Geschichte hervorruft. Doch dann taucht man so richtig in die Geschichte ein und kommt nicht mehr von ihr los. Man spürt ganz deutlich das Mißtrauen der Menschen und auch die Hoffnungslosigkeit, diesem Leben zu entkommen. Da es bis zum Schluß nicht ganz klar ist, welchen Grund der Fremde hat, in diesem Tal aufzutauchen, ist die Spannung zum Greifen nah. Thomas Willmann schickt seine Leser ab und zu in die Vergangenheit, um dies herauszufinden und ist dabei mit der Wahl seiner Worte nicht zimperlich. Aus diesem Grund ist "Das finstere Tal" kein Gute-Laune-Buch, sondern eine ernstzunehmende Lektüre, die in Erinnerung bleibt. Wobei mir am Schluß nicht klar war, ob ich jetzt einen Western, Krimi oder Heimatroman gelesen habe. Ich denke, es war von jedem etwas und alles war hervorragend!

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