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Veröffentlicht am 13.08.2023

Es fängt ganz harmlos an

Ärger im Bellona-Club
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Der Hobby-Detektiv Lord Peter Wimsey ist zufällig im noblen Bellona-Club, als ein angesehenes Mitglied dieses Clubs tot aufgefunden wird. Der alte General Arthur Fentiman ist von allen unbemerkt in seinem ...

Der Hobby-Detektiv Lord Peter Wimsey ist zufällig im noblen Bellona-Club, als ein angesehenes Mitglied dieses Clubs tot aufgefunden wird. Der alte General Arthur Fentiman ist von allen unbemerkt in seinem Lieblingssessel sitzend gestorben. Als man seine nächsten Verwandten benachrichtigen will, stellt sich heraus, daß auch die Schwester des Generals am frühen Morgen gestorben ist. Um nun die Erbfolge richtig einzuhalten, muß der genaue Todeszeitpunkt des Generals ermittelt werden, denn davon hängt ab, ob die Enkel des Generals oder die Hausdame der Schwester des Generals den Löwenanteil erben werden. Deshalb wird Lord Peter von einem der Enkel gebeten, den Zeitablauf des letzten Tages des alten Generals zu recherchieren. Dabei kommen Lord Peter erhebliche Zweifel, ob es sich wirklich genau so zugetragen hat, wie alle glauben. Irgendwann muß er sich einer unangenehmen Wahrheit stellen.

Der neue Fall für Lord Peter Wimsey in dem Roman "Ärger im Bellona - Club" ist eigentlich erst einmal gar kein Fall im Sinne von einem Verbrechen. Dorothy L Sayers beginnt ihren Krimi vollkommen harmlos mit einem natürlichen Todesfall. Sie führt die Leser in die kuriose Welt der englischen Herrenclubs. Vieles daran erscheint sehr verstaubt und erinnert daran, daß der Roman im Jahr 1928 geschrieben wurde. Der geübte Leser der Krimis um Lord Peter Wimsey weiß aber, daß der Detektiv ein Näschen für versteckte Verbrechen hat und wird auch diesmal nicht enttäuscht. Wie immer ist die Handlung zuerst verwirrend und schickt die Leser auf einige falsche Fährten. Und wie immer muß man genau aufpassen, wenn man dem Verbrecher auf die Schliche kommen will. Zusammen mit Lord Peter und seinen Freunden ist das aber kein Problem und macht riesigen Spaß

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Veröffentlicht am 12.08.2023

Sehr spannend

Nicht ein Wort zu viel
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Buchbloggerin Faja erhält auf ihrem Handy eine Nachricht. Zu sehen ist Kollege Claas, an einen Stuhl gefesselt, geknebelt und voller Todesangst. Zunächst glaubt sie an einen Scherz, denn dafür ist Claas ...

Buchbloggerin Faja erhält auf ihrem Handy eine Nachricht. Zu sehen ist Kollege Claas, an einen Stuhl gefesselt, geknebelt und voller Todesangst. Zunächst glaubt sie an einen Scherz, denn dafür ist Claas bekannt. Faja reagiert nicht - kurz darauf wird Claas tot aufgefunden. Es soll nicht bei Claas als Opfer bleiben...

Andreas Winkelmann hat auch mit seinem neuen Buch "Nicht ein Wort zu viel" wieder einen wahren Pageturner geschrieben. Man kann gar nicht anders - man fliegt hier nur so durch das Buch. Andreas Winkelmann ist einfach ein Garant für spannende Unterhaltung. Sein Schreibstil ist wunderbar leicht und locker, dadurch ist das Buch leicht und fließend lesbar. Die Spannung ist von Beginn bis Ende hoch, wobei er das Tempo angenehm hält und den Leser nicht durch die Seiten hetzt. Es wird mit Wendungen und falschen Fährten nur so gespielt. Die Charaktere hat er sehr gut dargestellt. Man empfindet ihre Gefühle deutlich mit. Hier wird man in ein richtiges Gefühlschaos geschickt, denn die Charaktere durchleben wirklich eine Achterbahn der Gefühle. Was nahe geht, ist die Tatsache, daß dies Buch thematisch so nahe an der Wirklichkeit ist. Es geht um die Anonymität des Internets und den daraus resultierenden Gefahren. Dies erzeugt doch ein mulmiges Gefühl. Eine kleine Warnung muß ich jedoch den zarter besaiteten Lesern geben: Manche Szenen sind doch etwas schockierend brutal!

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Veröffentlicht am 12.08.2023

Agatha Christie mit Titanic-Flair

Der Tod reist mit
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Im November 1924 sticht der Ozeandampfer Endeavor Richtung New York in See. 4 Tage vor Ankunft in New York wird ein älterer Herr tot am Fuß einer Treppe aufgefunden. Offizier Timothy Birch glaubt an einen ...

Im November 1924 sticht der Ozeandampfer Endeavor Richtung New York in See. 4 Tage vor Ankunft in New York wird ein älterer Herr tot am Fuß einer Treppe aufgefunden. Offizier Timothy Birch glaubt an einen Unfall. Jedoch befindet sich Scotland-Yard-Ermittler Janes Temple an Bord und dieser glaubt an Mord. Er stellt eine Verbindung zu einem verschwundenen Gemälde her. Birch und Temple müssen sich mit ihren Ermittlungen beeilen - denn es bleiben nur noch die vier Tage, um den Mörder zu finden, bevor er unbescholten von Bord geht...

Tom Hindle hat mit "Der Tod reist mit" eine gelungene Mischung aus Detektivarbeit im Stil von Agatha Christie und dem Flair der Titanic geschaffen. Beides Dinge, die ich sehr liebe. Gerade die Eingeschlossenheit auf einem Schiff, mitten auf dem Ozean, ohne Fluchtmöglichkeit vor dem Mörder, erzeugt hier schon Spannung. Denn hier könnte tatsächlich jeder der Mörder sein - also wem kann man trauen? Jedoch kristallisieren sich schnell ein paar Verdächtige heraus, die alle ihre Geheimnisse mit sich tragen und Intrigen spinnen. Dazu kommt noch der immense Zeitdruck, denn der Mord muß, trotz der vielen Verdächtigen, in 4 Tagen gelöst sein. Dabei bereitet das Ermittlerteam Birch/Temple richtig Spaß, denn sie sind doch sehr unterschiedlich. Der Schreibstil ist der Zeit angepasst, liest sich jedoch trotzdem locker. Auch wenn die Handlung fast gemächlich beginnt, steigert sie ihren Spannungsbogen durch die atmosphärische Darstellung und steuert auf ein grandioses Finale zu!

Eine Buchempfehlung für Freunde des ruhigen Krimis, der durch Atmosphäre und Ermittlungsarbeit lebt!

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ein Krimi in der Zeit des großen Krieges

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 2)
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Anna Zech arbeitet als Assistentin der Gerichtsmedizin in München. Im Jahr 1914 geht ihr ein Fall besonders nahe. Ein Säugling wird im Hinterhof eines leerstehenden Hauses tot aufgefunden. Auch Annas guter ...

Anna Zech arbeitet als Assistentin der Gerichtsmedizin in München. Im Jahr 1914 geht ihr ein Fall besonders nahe. Ein Säugling wird im Hinterhof eines leerstehenden Hauses tot aufgefunden. Auch Annas guter Freund Friedrich von Weynand interessiert sich in seiner Eigenschaft als Skandalreporter Fritz Nachtwey sehr für diesen traurigen Fall. Gemeinsam ermitteln sie in der Gegend des Fundortes. Schon damals ist Schwabing bekannt als Wohnviertel für Künstler und Freidenker. Aber auch in den dunklen Mietshäusern der Arbeiter suchen sie die Mutter des toten Babys. Erst ein neuer Leichenfund und ein überraschendes Ergebnis der Untersuchung führen Anna und Fritz auf eine neue Spur. Um diesen Fall zu lösen müssen sie viel riskieren und Annas Vorsätze für Fritz nur Freundschaft zu empfinden geraten ins Wanken.

Der zweite Roman "Fräulein Anna, Gerichtsmedizin" von Petra Aicher hat es in sich. Der Titel "Die Schwabinger Morde" zeigt auf, daß es dabei um Ermittlungen in dem Künstlerviertel geht. Man trifft beim Lesen auf Künstler und Lebenskünstler, erfährt von ihren Sorgen und ihren Bemühungen, so wenig wie möglich aufzufallen, um einer drohenden Einberufung zu entgehen. Während nämlich die begüterte Oberschicht im Jahr 1914 noch voller Kriegsbegeisterung steckt, ist es in den Armenvierteln längst angekommen, daß dieser Krieg viele Opfer fordern wird. Diese Stimmung beschreibt Petra Aicher gut und doch ist dieser Roman ein spannender Krimi. Die Handlung fesselt vom ersten Moment an. Die Entwicklung dieses Falles ist geheimnisvoll und steckt voller Überraschungen. Dazu kommen die Personen, die man schon aus dem ersten Band kennt und die die Handlung mit witzigen Dialogen auflockern. Genau so macht ein Buch Spaß. Ich finde, Fräulein Anna hat ein Recht darauf, munter weiter zu ermitteln und die Leser zu begeistern!

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ich hatte mir mehr davon versprochen

Grab tiefer!
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Der Schriftsteller Dietmar ist begeistert: Nach den Pandemiejahren wird er Trauerredner. Bei einem Friedhofsrundgang trifft er auf zwei alte Kollegen, die er zunächst für Grabräuber hält. Doch sie betreiben ...

Der Schriftsteller Dietmar ist begeistert: Nach den Pandemiejahren wird er Trauerredner. Bei einem Friedhofsrundgang trifft er auf zwei alte Kollegen, die er zunächst für Grabräuber hält. Doch sie betreiben ein Bestattungsunternehmen mit kurioses Geschäftsmodell. Zum Discounterpreis werden die Verstorbenen still und heimlich beerdigt - in bereits belegten Gräbern. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber.. .

Von "Grab tiefer!" hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Da mir Dietmar Bittrich bereits bekannt war, hatte ich mit einem sehr humorvollen Krimi gerechnet. Beides traf hier nicht zu. Der Humor war so gut wie gar nicht vorhanden, wirkte wie gewollt und nicht gekonnt. Lachen konnte ich an keiner Stelle. Ebenso habe ich die Krimihandlung und somit die Spannung bis zum Schluß verzweifelt gesucht. Die Charaktere blieben während des ganzen Romanes blaß, es kam keinerlei Bezug zu ihnen auf. Sie waren mir letztendlich komplett egal. Der Schreibstil wirkt wie eine Aneinanderreihung von Erlebnissen, die einfach irgendwie erzählt werden müssen. Dies alles ist sehr schade, denn die Idee hinter der Handlung war klasse - sie hätte nur besser umgesetzt werden müssen.

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