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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2023

Ein Buch über Faszination und Mut

True Spirit
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Jessica Watson hat mit ihrem Segelboot "Pink Lady" im Alter von 16 Jahren die Welt umsegelt. Ihre Erlebnisse schildert sie in ihrem Buch "True Spirit". Sie gliedert ihr Buch in die Teile "Wie alles begann", ...

Jessica Watson hat mit ihrem Segelboot "Pink Lady" im Alter von 16 Jahren die Welt umsegelt. Ihre Erlebnisse schildert sie in ihrem Buch "True Spirit". Sie gliedert ihr Buch in die Teile "Wie alles begann", "Die Reise" und "Zu Hause". Dem Buch vorangestellt hat sie eine Karte, auf der man ihre Route nachvollziehen kann. Das Buch beginnt in ihrer Kindheit. Man erlebt ihre besondere Kindheit, lernt ihre Familie kennen und erfährt, mit welchen Ängsten sie zu kämpfen hatte und wie sie sie besiegte. Danach geht es noch nicht auf große Weltumsegelung. Denn zunächst muß Jessica viele harte Vorbereitungen treffen. Hier lernt man, wie wichtig gute Vorbereitung ist - und was alles dazugehört. Dies hat mich schon sehr beeindruckt! Jessica Watson schreibt ihr Buch zunächst als fließenden Text, ändert dies aber, als es um die Weltumsegelung geht. Ab da wechselte sie zu Einträgen im Logbuch, was mir sehr gut gefiel, da es in diesem Fall authentischer wirkt. Hier spürt man ihre wahre Begeisterung mit jedem Wort und diese Begeisterung springt auf den Leser über. Dabei beschreibt sie schonungslos, welche Schwierigkeiten und Gefahren sie durchstehen mußte. Man durchlebt sowohl die Schönheit des Meeres, als auch seine Rauhheit und kann schon sagen, daß Jessica Watson sich auf ihrer Reise zu einer noch stärkeren Persönlichkeit entwickelt hat. Aufgelockert wird das Buch durch wunderbare Farbfotos, die die Sehnsucht zum Segelsport noch zusätzlich anheizen.
Dieses Buch macht nicht nur Segelfreunden Spaß, sondern läßt wohl jeden träumen!

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Veröffentlicht am 28.02.2023

Gewöhnungsbedürftige Sprache

Die Königin der Frösche
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Herzogstochter Ragna soll sich mit dem Jagdfürsten Friedrich von Waidhofenstein vermählen. Kurz zuvor träumt sie, sie hätte einen Frosch geküsst. Immer wieder gelangt sie in ihren Träumen zurück zu ihm, ...

Herzogstochter Ragna soll sich mit dem Jagdfürsten Friedrich von Waidhofenstein vermählen. Kurz zuvor träumt sie, sie hätte einen Frosch geküsst. Immer wieder gelangt sie in ihren Träumen zurück zu ihm, der sich in einen Menschen verwandelt. Und auch sie verändert sich. Sie beginnt Insekten zu essen und aus ihrem Hals entweichen immer wieder komische Töne. Eines Tages gelangt der verwandelte Frosch in ihre Welt...

AKIZ hat mit "Die Königin der Frösche" einem alten Märchen ein neues Gewand verliehen. Wobei hier nur die Handlung ein neues Gewand bekommen hat, sprachlich bleibt man in der Wortwahl des Jahres 1799. Was zunächst recht gewöhnungsbedürftig ist, denn diese Sprache ist man nicht mehr gewohnt. Man muß sich hier erst "einlesen", dann hat man jedoch schnell Zugang zu diesem Stil. Irgendwie paßt es ja auch zur Handlung und seiner Zeit - die Sprache der heutigen Zeit würde für mich unglaubwürdig erscheinen und dem Buch seinen Zauber nehmen. Im Gegensatz zu dem Original-Märchen gibt es hier eine andere Perspektive der Verwandlung des Frosches in einen Menschen. Während der Prinz im Original glücklich über seine Verwandlung ist, ist es hier für den Frosch eine Qual, plötzlich Menschengestalt angenommen zu haben. Ich habe richtig mit ihm gelitten, als er sich durch seine ersten aufrechten Schritte gequält hat. Auch sein weiterer Weg war sehr Mitleid erregend. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Ragna und anhand von Briefen, die Friedrich von Waidhofenstein an seinen sterbenskranken Vater schickt. Diese sind zum Teil sogar recht witzig - so beschwert sich Friedrich von Waidhofenstein darüber, daß "die Postversendung in diesem Teil des Landes von saumäßiger nature" sei. Das hat sich ja streckenweise bis heute nicht geändert. Ragna selbst macht übrigens ebenfalls eine interessante Verwandlung durch... Bei diesem Buch frage ich mich nun allerdings, ob AKIZ hier die Geschichte vom Froschkönig neu erzählen wollte, oder ob er ein ganz neues Märchen erschaffen wollte. Beides ist hier möglich, denn eine Ähnlichkeit zum altbekannten Märchen sehe ich hier überhaupt nicht mehr.
Dieses Buch ist etwas ganz besonderes und kann mit keinem der aktuellen Bücher auf eine Stufe gestellt werden!

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Veröffentlicht am 26.02.2023

Skandal in der Münchner Gesellschaft

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Anna Zech tritt im Jahr 1912 eine Stelle als Assistentin in der Gerichtsmedizin München an. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag soll sie bei der Obduktion einer Wasserleiche helfen. Die nicht mehr ganz so ...

Anna Zech tritt im Jahr 1912 eine Stelle als Assistentin in der Gerichtsmedizin München an. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag soll sie bei der Obduktion einer Wasserleiche helfen. Die nicht mehr ganz so junge Schauspielerin Adele Röckl wurde tot aus der Isar gezogen. Die Ärzte bestätigen Selbstmord, doch Anna glaubt nicht so recht daran. Der charmante Reporter Fritz Nachtwey umgarnt Anna, um von ihr mehr über den angeblichen Selbstmord zu erfahren. Er braucht Informationen, um einen Bericht für seine eigene Skandal-Zeitung zu schreiben. Die betreibt er nur, um die Doppel-Moral der besseren Gesellschaft bloßzustellen, denn er ist in Wahrheit selbst adelig und heißt Friedrich von Weynand. Anna merkt zu spät, daß sie ausgenutzt wurde. Nachdem sie dem angeblichen Reporter ordentlich die Meinung gesagt hat,beschließt sie trotzdem ihm bei seinen Nachforschungen zu helfen. Schließlich hatte die Tote viele Liebschaften bis in die allerhöchsten Kreise. Anna und Fritz decken unglaubliche Geschichten auf. Dabei entsteht eine seltsame Freundschaft zwischen den beiden so unterschiedlichen Menschen.

Es gibt eine neue Gerichtsmedizin-Serie - diesmal aus München. Petra Aicher läßt in ihrem Buch "Fräulein Anna Gerichtsmedizin" in der ersten Folge mit dem Titel "Die Prinzregentenmorde" ein ganz besonderes Paar zusammenkommen und ermitteln. Eigentlich passen sie so gar nicht zueinander, aber das macht den besonderen Reiz an der Geschichte aus. Das tugendhafte Mädchen vom Lande und der charmante Verführer geben ein seltsames Paar ab. Dabei kommen dann Dialoge zustande, die echt witzig sind. Ich fand es besonders wohltuend, daß die junge Anna in dieser Geschichte von ihren männlichen Kollegen freundlich empfangen wurde. Das ist einmal etwas Anderes, denn in vielen Geschichten dieser Art haben berufstätige Frauen immer Schwierigkeiten sich durchzusetzen. Dagegen ist in diesem Buch der Ton sehr harmonisch. Für Spannung ist natürlich auch gesorgt. Es gibt viele Verdächtige, aber erst am Schluß wird der Fall endgültig geklärt.
Das neue Ermittlerduo verspricht noch viel Lesespaß. Den zweiten Teil werde ich auf keinen Fall verpassen!

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Veröffentlicht am 25.02.2023

Jubiläum für Henner, Rosa und Rudi

Tote Lämmer lügen nicht
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Rosa und ihre Freundinnen vom Häkelbüdel-Club geben wieder ein Wohltätigkeitsessen für die hiesigen Rentner. Doch diesmal fehlt einer: Lenny. Kurz darauf finden Rosa und Hoyko ihn erschossen in seiner ...

Rosa und ihre Freundinnen vom Häkelbüdel-Club geben wieder ein Wohltätigkeitsessen für die hiesigen Rentner. Doch diesmal fehlt einer: Lenny. Kurz darauf finden Rosa und Hoyko ihn erschossen in seiner Wohnung. Zeitgleich reißt ein Wolf ein paar Schafe von Deichschäfer Gerhard, der ohnehin schon ein Wolfsgegner ist. Wolfsgegner und -freunde geraten aneinander. Als Gerhard tot im Watt gefunden wird, krempeln Rosa, Henner und Rudi die Ärmel hoch und zeigen, wie richtige Ermittlungsarbeit geht!

Wow - "Tote Lämmer lügen nicht" ist schon der 10. Fall für das Dreamteam Rosa, Henner und Rudi. So schnell vergeht die Zeit. Es ist wirklich erstaunlich, daß Christiane Franke und Cornelia Kuhnert noch immer gute Ideen für meine Carolinensieler Freunde haben. Denn das sind die Bewohner mittlerweile alle geworden. Sie sind so sympathisch, daß man sie gern in der Realität treffen würde. Und das dann natürlich in Carolinensiel. Denn dieser Ort Ostfrieslands wird hier so wunderschön beschrieben, daß man Lust bekommt, ihn zu besuchen. Wer ihn, so wie ich, bereits kennt, erkennt ihn wieder - ansonsten bekommt man durch die liebevollen Beschreibungen ein klares Bild vor Augen. Ich persönlich hatte einen ganz bestimmten Andenkenladen vor Augen, wenn es um das Geschäft von Adelheid geht. Die Autoren schaffen hier wieder eine absolute Wohlfühlatmospäre. Man fühlt sich in der Familie Steffens wohl, genießt die Gastfreundschaft von Mudder Steffens und würde gern mit am Tisch sitzen und auch helfen, die Weidezäune zu erhöhen. Sie schaffen leichte Spannung mit einer gelungenen Prise Humor. Und genau dies macht mir immer wieder aufs neue Spaß. Man kann rätseln und lachen gleichzeitig. Diesmal spielt ein aktuelles Thema eine Rolle: Pro und contra Wolfsansiedelung. Beide Parteien finden hier Gehör, wobei auch schwere Eskalationen nicht verschwiegen werden. Hier bleiben die Autorinnen neutral und lassen den Leser selbst entscheiden.
Auch dieser Jubiläumsband hat mir richtig gut gefallen - das Jubiläum habe ich dann mit Tante Hildegards superleckeren Eierlikörtorte gefeiert, das Rezept befindet sich nämlich mit einigen anderen Rezepten hinten im Buch!

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Veröffentlicht am 24.02.2023

Gewöhnungsbedürftig

Rindviecher im Nebel
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Bearded Collie Julchen ist in Aufregung: Bauer Thule ist spurlos verschwunden und seine Hoftiere drehen durch. Da die Polizei nichts unternimmt und für Julchen feststeht, daß er seine Tiere niemals freiwillig ...

Bearded Collie Julchen ist in Aufregung: Bauer Thule ist spurlos verschwunden und seine Hoftiere drehen durch. Da die Polizei nichts unternimmt und für Julchen feststeht, daß er seine Tiere niemals freiwillig sich selbst überlassen hat, nimmt Julchen die Ermittlungen halt selbst auf. Und sie wird mit einer blutigen Harke auf einer Fenne und Thules angeschwemmten Gummistiefel fündig. Für sie steht fest, daß Thule einem Verbrechen zum Opfer fiel. Julchen stößt direkt auf mehrere Verdächtige...

Ein Hundekrimi? Ein Nordseekrimi? Oder doch eher ein Landkrimi? "Rindviecher im Nebel" von Elke Weiler ist irgendwie von allem etwas. Hier wird Eiderstedt so wunderbar mit seinen Besonderheiten beschrieben, daß diese Landschaft einfach vor Augen lebendig wird. Die Kühe auf der Weide umzingeln einen fast beim Lesen. Von daher: Land- und Nordseekrimi. Hauptperson ist hier eindeutig die neugierige Bearded Collie-Hündin Julchen. Angetrieben von ihrer Neugierde steckt sie ihre Hundenase einfach überall hinein und nimmt ihr Herz in die Pfoten. Sie hat mir richtig gut gefallen. Was mich doch leider etwas gestört hat, waren die Ausdrücke, die Elke Weiler Julchen in die Schnauze gelegt hat. Die speziellen Ausdrücke hätten nicht sein müssen und haben bei mir den Lesefluss gestört. Zum Glück gibt es für diese Ausdrücke ein sechsseitiges Glossar, das ich auch fast bei jeder gelesenen Seite benötigt habe, da ich mir die Ausdrücke streckenweise einfach nicht merken konnte. Die Handlung ist auf ihre eigene Art spannend. Man findet hier die ruhige, leichte Spannung, die dem Leser nicht den Blutdruck in die Höhe treibt, sondern trotz des Krimis entspannen läßt.
Wer ruhige Krimis und - ganz wichtig - Hunde mag, ist hier genau richtig!

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