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Veröffentlicht am 03.12.2022

Kuschelige Weihnachten

Auf tapsigen Pfoten ins Glück
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Die Glaskünstlerin Jana hat große Probleme. In ihr Geschäft wurde eingebrochen, ihr Kunstobjekte sind in Gefahr! Noch dazu erhält sie anonyme Drohungen. Da die Polizei keinerlei Spuren findet, ergreift ...

Die Glaskünstlerin Jana hat große Probleme. In ihr Geschäft wurde eingebrochen, ihr Kunstobjekte sind in Gefahr! Noch dazu erhält sie anonyme Drohungen. Da die Polizei keinerlei Spuren findet, ergreift sie selbst die Initiative und engagiert den Privatdetektiv Oliver. Dieser bringt zur Unterstützung seine Bordeauxdogge Scottie mit. Oliver und Scottie ziehen in das Gästezimmer ein. Zunächst ist Jana skeptisch - Scottie zusammen mit ihrer Glaskunst? Kann das gutgehen?

"Auf tapsigen Pfoten ins Glück" ist der Titel des diesjährigen Weihnachtsromanes von Petra Schier. Auch hier trifft man auf bekannte Gesichter aus vorherigen Bänden. Die eigentlichen Stars der Bücher sind jedoch immer die Hunde, deren Gedanken in kursiver Schrift einfach wunderbar sind, sowie der Weihnachtsmann und seine Elfen. Hier wird es richtig weihnachtlich. Leider ist mir diesmal der Hund etwas zu kurz gekommen, dafür gab es in meinen Augen diesmal mehr Bettszenen als sonst - auf diese hätte ich gut verzichten können. Mehr Weihnachtsmann und mehr Hundegedanken hätte den Charme der früheren Bände zurückgebracht. Die Handlung birgt in Bezug auf Jana und Oliver keine Überraschungen. Man weiß eigentlich schon von Anfang an, wohin die Reise geht. Neu sind hier jedoch die kriminalistischen Einflüsse. Es gibt Drohbriefe, einen Einbruch und man kann herrlich miträtseln. Dieses Buch vermittelt weihnachtliche Stimmung und bis auf die zwei kleinen Kritikpunkte hat er mir sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 30.11.2022

Ein Krimi aus der Vergangenheit

Das Rätsel der Schamanin
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Als im Jahr 1934 bei Bauarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg ein 9000 Jahre altes Grab entdeckt wurde, war man bei der Bergung der Funde in Eile und untersuchte die Gebeine nur halbherzig. Danach gerieten ...

Als im Jahr 1934 bei Bauarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg ein 9000 Jahre altes Grab entdeckt wurde, war man bei der Bergung der Funde in Eile und untersuchte die Gebeine nur halbherzig. Danach gerieten die Toten in Vergessenheit. Doch jetzt soll mit allem, was die Wissenschaft zu bieten hat, die Geschichte um das Grab von Bad Dürrenberg aufgeklärt werden. Es stellen sich viele Fragen zu der Toten aus dem Grab, die die Archäologen "Die Schamanin" getauft haben und zu dem Kind, das mit ihr im Grab lag. Die Wissenschaftler konnten erstaunliche Tatsachen ans Licht bringen, die dem Leser einen ganz neuen Blick auf die Welt der "Schamanin" aufzeigen.

Die Autoren Harald Meller und Kai Michel beschreiben in ihrem Buch "Das Rätsel der Schamanin" die faszinierende Arbeit der Wissenschaftler, die sich vorgenommen haben, das Rätsel der in Vergessenheit geratenen "Schamanin von Bad Dürrenberg" zu lösen. Sie finden dabei die richtigen Worte, um auch für interessierte Laien das Buch verständlich zu gestalten. Es fehlt Ihnen nicht an Humor und Selbstironie. Die Klärung vieler Fragen erinnert manchmal an die Auflösung eines Krimis. Dazu gehen die Autoren der Frage nach, was man eigentlich unter Schamanismus verstehen kann und wo er seinen Ursprung hat. Ihre Theorien dazu erklären Harald Meller und Kai Michel sehr einleuchtend, ohne dabei den Anspruch zu erheben immer Recht zu haben.
Am Ende des Buches hat der Leser einen erstaunlichen Ausblick auf die Welt der Schamanin von Bad Dürrenberg und auf das Leben dieser geheimnisvollen Frau.

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Veröffentlicht am 29.11.2022

Familiengeschichte und Reisebericht

Die Töchter der Ärztin
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Die Töchter der Ärztin Ricarda Thomasius sind beide ebenfalls Ärztinnen. Henny, die Ältere, hat in Berlin eine eigene Praxis, Toni dagegen zieht es nach Afrika. Sie verbindet damit ihre glückliche Kindheit. ...

Die Töchter der Ärztin Ricarda Thomasius sind beide ebenfalls Ärztinnen. Henny, die Ältere, hat in Berlin eine eigene Praxis, Toni dagegen zieht es nach Afrika. Sie verbindet damit ihre glückliche Kindheit. Schon auf der Überfahrt dahin verliebt sie sich in den undurchsichtigen Ben. Das Krankenhaus, in dem Toni arbeiten will, ist nur für Weiße. Das bringt Toni in eine Zwickmühle, denn sie will den Einheimischen ebenfalls helfen. Der Chefarzt der Klinik stellt Toni nach und kommt ihr viel zu nah. Tonis Traum von Afrika droht zu platzen. Da trifft sie Ben wieder. Beide geraten in große Gefahr und sie verschwinden spurlos in den Weiten der Savanne. Für Henny steht fest, daß sie ihre Schwester suchen muß.

Die Geschichten über die Ärztin Ricarda Thomasius gehen mit ihren Töchtern weiter. Mittlerweile ist die Familie so riesengroß, daß es sehr hilfreich ist, am Ende des Buches einen Stammbaum zu finden. Ich mußte sehr oft nachschlagen, um klarzukommen. Da waren die Angeheirateten, die Adoptierten usw. und es kommen immer mehr Personen dazu. Man kann sie unmöglich alle sympathisch finden. Trotzdem ist das Zusammengehörigkeitsgefühl in dieser Familie enorm. In der Not stehen sie alle zusammen. Wenn man sich auf die Hauptpersonen konzentriert, kann man erleben, wie arrogant die Kolonialherren mit den Eingeborenen umgegangen sind. Dieses Denken ist schon sehr speziell. Andererseits erfährt man in der Serie "Die Töchter der Ärztin" und ganz speziell in der Folge "Zeit der Sehnsucht" viel über die Schönheit Afrikas. Der Zauber dieses Kontinents wird von Helene Sommerfeld sehr gut beschrieben.
Dieses Buch ist sehr interessant. Es vereinigt eine Familiengeschichte mit einem Reisebericht. Das gibt es nicht so oft!

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Veröffentlicht am 29.11.2022

Gewohnt gut

Stille blutet
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Die Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just verliest vor laufender Kamera die Ankündigung eines Mordes - das Opfer ist sie selbst! Zwei Stunden später ist sie tot. Genauso ergeht es einem bekannten Blogger. ...

Die Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just verliest vor laufender Kamera die Ankündigung eines Mordes - das Opfer ist sie selbst! Zwei Stunden später ist sie tot. Genauso ergeht es einem bekannten Blogger. Die Medien stehen Kopf. Die junge Ermittlerin Fina Plank hat es nun nicht nur mit den kuriosen Morden zu tun, sondern auch noch mit Nachahmern und schlechten Scherzen. Das Geschehen wird jedoch von noch jemandem beobachtet - und der hat einen perfiden Plan...

Ursula Poznanski hat mit "Stille blutet" den Auftakt einer neuen Serie geliefert. Mir hat dieser Auftakt sehr gut gefallen. Zu Beginn hatte ich zwar das Gefühl, daß hier sehr viele Charaktere auf mich einströmen, jedoch lernt man diese sehr schnell gut kennen und auseinander zu halten. Hier beweist die Autorin ihr ganz besonderes Fingerspitzengefühl, den Leser in eine völlig neue Welt zu entführen. Gekonnt legt sie falsche Fährten, immer wieder beginnt man selbst neu zu ermitteln und wird so förmlich von der spannenden Handlung aufgesogen und mitgerissen. Ursula Poznanski schreibt auf herrlich frische Art. Hier fliegt man durch die Seiten und kann von der Handlung einfach nicht loslassen. Gerade die unbekannte Person im Hintergrund hat hier ihren besonderen Reiz - und verleitet natürlich dazu, daß man die Serie komplett lesen will. Denn das große Rätsel heißt hier: Wer verbirgt sich im Hintergrund?
Mit diesem Thriller nimmt Ursula Poznanski auch die Gefahren der Social Media in den Fokus. Dies hat mir hier wirklich gut gefallen und war eine gelungene Abwechslung zu den üblichen Thrillern.
Mir hat dieser Serienauftakt sehr gut gefallen und "Stille blutet" bekommt von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.11.2022

Mord mit Masche

Maschenmord
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Die Verkäuferin des Handarbeitsgeschäftes "Wolllust" wurde erdrosselt mit einem selbstgestrickten Schal tot im Geschäft aufgefunden. Besitzerin Ariadne Schäfer ist entsetzt - vermutet sie doch den Mörder ...

Die Verkäuferin des Handarbeitsgeschäftes "Wolllust" wurde erdrosselt mit einem selbstgestrickten Schal tot im Geschäft aufgefunden. Besitzerin Ariadne Schäfer ist entsetzt - vermutet sie doch den Mörder in ihrer Kundschaft. Gemeinsam mit dem ortsansässigen Krmi- und Handarbeitsclub will sie das jetzt klären. Leider kommen sie mit ihren Ermittlungen dem neuen Kommissar Tim Wallenstein in die Quere und Wallenstein muß erkennen, daß das Landleben anders ist als gedacht.

"Maschenmord" ist für mich ein wahnsinnig guter Krimi. Leonie Kramer schafft es einfach perfekt, mit tollen Charakteren einem eher seichten Krimi zu einer liebenswerten Handlung zu verschaffen. Ihre Charaktere sind voller Ecken und Kanten, dabei aber äußerst liebenswert und absolut eigenständig. Hier gibt es keine Charaktere, die man überall trifft und die austauschbar wären. Ich mochte einfach jede dieser sympathischen Personen. Angesiedelt ist dieser Krimi in Bayern. Leonie Kramer beschreibt auch diese Landschaft voller Bildhaftigkeit, so daß man sich direkt hierher versetzt fühlt. Man kann mit Tim Wallenstein mitfühlen, denn auch er erliegt nach und nach trotz aller Widrigkeiten dem Zauber des Ortes. Die Handlung ist nicht rasant spannend - was man aber wohl bei dieser Art Krimi auch nicht erwarten darf. Er kommt ohne bluttriefende Szenen und rasante Action aus, man wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Dieses Buch besticht und fesselt durch seine Charaktere und einem ganz speziellen Charme.
Zum Schluß des Buches bekommt man übrigens eine Anleitung, um die Mordwaffe nachzustricken!

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