Kein herkömmlicher Krimi
Am helllichten TagDieJournalistin Toni hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater, der in ihrer Heimatstadt Pirmasens ganz allein lebt. Als sie ein Anruf aus der dortigen Klinik erreicht, daß ihr Vater schwer erkrankt ...
DieJournalistin Toni hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater, der in ihrer Heimatstadt Pirmasens ganz allein lebt. Als sie ein Anruf aus der dortigen Klinik erreicht, daß ihr Vater schwer erkrankt ist, fährt sie sofort dorthin. Doch sie kommt zu spät, ihr Vater ist tot. In seinem Haus findet Toni einen unfertigen Brief, der an sie adressiert ist. Ihr Vater spricht darin von schweren Schuldgefühlen, die er seit seiner Kindheit mit sich herumträgt. Toni läßt dieser Brief keine Ruhe. Sie will wissen, was damals passiert ist. Auf der Beerdigung trifft sie einen Jugendfreund ihres Vaters, dieser bringt sie auf eine Spur. Damals verschwanden in Pirmasens mehrere Kinder. Die Fälle wurden nie aufgeklärt, und jetzt ist wieder ein Kind verschwunden. Toni fragt sich, was ihr Vater mit den Entführungsfällen zu tun hatte. Damals, sowie heute.
Der Autor Peter Probst hat in seinem Krimi "Am hellichten Tag" wahre Kriminalfälle, die sich in den 60er Jahren in Pirmasens ereigneten, zu einer spannenden Geschichte verarbeitet. Er zieht darin einen roten Faden von damals bis in die heutige Zeit und beschreibt wahrheitsgetreu den Niedergang einer einst blühenden Kleinstadt, wie es leider so viele in Deutschland gibt. Das Buch ist eigentlich ja ein Krimi, aber er zeigt auch, wie unterschiedlich Menschen mit Schuldgefühlen umgehen. Die einen tragen ein Leben lang daran, andere flüchten sich in Ausreden. Außerdem findet sich der Leser in einigen Nebenschauplätzen wieder, wie z. B. Hetze im Internet. Das alles ist unheimlich spannend. Dieser Krimi ist anders als ein herkömmlicher Krimi. Er fordert seine Leser auf, über die Menschen nachzudenken.