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Veröffentlicht am 20.08.2025

Vergangenheitsbewältigung

Für immer im Kopf
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70 / 100
Manchmal sind es die grundsätzlichen Dinge im Leben, über die man sich keine großen Gedanken macht, weil sie einen nicht praktisch tangieren. Das fängt an beim Abholen des Mülls (wo kommt der ...

70 / 100
Manchmal sind es die grundsätzlichen Dinge im Leben, über die man sich keine großen Gedanken macht, weil sie einen nicht praktisch tangieren. Das fängt an beim Abholen des Mülls (wo kommt der hin, was passiert genau damit?), geht über das Aufdrehen des Wasserhahns (wie kommt das Wasser zu mir, wo kommt es her?) bis hin zu Themen, die noch wesentlich weniger trivial sind.

Eines dieser Themen, nämlich das Retten und Bewahren von Leib und Leben (oder schlimmstenfalls das Bewahren anderer vor dem visuellen Unheil), behandelt dieses Buch. Wolfgang Ising lässt ausgewählte Fälle seiner Zeit als Feuerwehrmann Revue passieren und lässt die Lesenden vergleichsweise ungehemmt an tragischen, brisanten und gefährlichen Momenten teilhaben. Das ist spannend für alle, die den Wunsch nach demselben Beruf haben oder einfach wissen wollen, wie der Alltag in diesem Berufsfeld unter anderem aussehen kann.

Dass man als verwöhnter Leser bei jeder Geschichte auf Hintergründe und/oder letzte Konsequenzen wartet, ist ein wenig problematisch, denn häufig lösen sich die geschilderten Situationen nicht vollständig auf und es bleibt allenfalls eine Mutmaßung. Das ist ganz natürlich und doch etwas unzufriedenstellend (sprachs als Außenstehender).

In jedem Fall lesenswerte Lektüre, um seinen eigenen Horizont zu erweitern und sich mal wieder in Dankbarkeit zu üben.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Wie man die Welt zugrunde richtet

Die 4-Stunden-Woche
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Das zweite Buch, dessen letzte Seiten mir nicht über die Netzhaut gingen.
Würde jeder Mensch so leben wie der Autor propagiert: Es würde den Untergang der Zivilisation bedeuten. Diese Schande von ...

– / 100
Das zweite Buch, dessen letzte Seiten mir nicht über die Netzhaut gingen.
Würde jeder Mensch so leben wie der Autor propagiert: Es würde den Untergang der Zivilisation bedeuten. Diese Schande von Buch bedeutet vor allem Ausnutzung von unterdrückten Gruppen, Leistungsbetrug, Auslegung von Zufällen als für alle erreichbare Ziele und fördert toxisches Verhalten, das uns von einer friedlicheren Welt entfernt.

Die Texte strotzen nur so vor „American-Dream-Vibes“, dass es mir hochkommt. Und dann ist da auch noch die uferlos mangelnde Realisierbarkeit, etwa: Stell dir vor, auf irgendeiner Behörde, auf irgendeiner Müllsammeltour oder in einem Restaurant würde jemand „dank Automatisierung“ nach einer Stunde den Arbeitsplatz verlassen, nur um dann beispielsweise irgendeinen Schrott zu verkaufen, den niemand benötigt. Merkste? Der Autor anscheinend nicht.

Die Prinzipien dieses Buchs würden also zu einer weiteren Verschlechterung des Services jedweder Art, zum Verlust von grundsätzlichem Wohlstand und in letzter Konsequenz – das mutmaße ich mal freimütig – auch zu einer stärkeren Spaltung der Gesellschaft führen, weil die soziale Komponente, die uns als Menschen nicht unwesentlich auszeichnet, völlig ausradiert würde (oder werden müsste), nur damit sich ein paar Leute auf ihre vermeintliche Freiheit (deren Kosten andere tragen) oder ihre Zahlen gegenseitig einen w----en können.

No, f--k no.

Veröffentlicht am 16.07.2025

Das Vivarium der Unwesen

Die Arena
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68 / 100
Mein 2. Buch, das ich von Stephen King gelesen und zugleich bis dato auch das Buch, mit dem ich die meiste Zeit verbracht habe (rund 20 Stunden).

Man sollte sich bei der Lektüre (insbesondere ...

68 / 100
Mein 2. Buch, das ich von Stephen King gelesen und zugleich bis dato auch das Buch, mit dem ich die meiste Zeit verbracht habe (rund 20 Stunden).

Man sollte sich bei der Lektüre (insbesondere bei diesem Roman) einer gewissen Abgebrühtheit gegenüber expliziten Körperformbeschreibungen nicht erwehren, zumal dieses Buch möglicherweise jenes mit dem höchsten Bodycount von King ist (wobei ich da nur mutmaße).

Ich würde sagen, ein Autor macht alles richtig, wenn es Figuren in einem Buch gibt, die man gern eigenhändig aufs Ärgste für ihre Unmenschlichkeiten bestrafen möchte; wenn einem der aufkeimende Hass aus den Zeilen direkt in die und zeitgleich aus den Augen quillt.

Durchaus hätte ich mir im Finale vor allem im Kontext des Umfangs der Story etwas mehr Konsequenz, Verknüpfung und Tiefgang gewünscht – aber nun, irgendein Ende musste es sein (auch wenn locker noch etwas „Nachbereitung“ hätte beschrieben werden können) – alles in allem aber ein vergnügliches Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Die ewig gleichen Baustellen, hoffentlich nicht für immer

Die letzten Tage des Patriarchats
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78 / 100
Im Prinzip sollte der Name Margarete Stokowski im Kontext der feministischen Bewegung Begriff genug sein, als dass übermäßig viele Wörter zu erklären notwendig wären, welche Bedeutung vor allem ...

78 / 100
Im Prinzip sollte der Name Margarete Stokowski im Kontext der feministischen Bewegung Begriff genug sein, als dass übermäßig viele Wörter zu erklären notwendig wären, welche Bedeutung vor allem diese Zusammenstellung ihrer Spiegel-Kolumnen hat.

Durch alle Themenfelder und verschiedenen Jahre mit ihren jeweiligen Höhe-, respektive Tiefpunkten hindurch legt sie den gewohnt beißenden Duktus in die Texte, der ihr Ansinnen aus meiner Sicht nur intensiviert und dabei allen Missständen zum Trotz noch für Unterhaltung sorgt.

Inwieweit die Inhalte die Zeit überstehen werden – man und frau möchte hoffen: nicht mehr lange. Momentan sieht es bedauerlicherweise aber nicht danach aus.

Ich hoffe, dass Margarete Stokowski, seit einiger Zeit erheblich von ME/CFS ausgebremst, bald die Energie und Kraft findet, weiter verbalisierend in diese große Kerbe zu schlagen. Gute Besserung!

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Der Klassiker, von dessen Kern alle reden

Schöne Neue Welt
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59 / 100
Vorab: Meine Rezension bezieht sich auf die Originalübersetzung (und somit auf die einzige, die Huxley zu Lebzeiten abgesegnet hat).

Der Term „Schöne neue Welt“ ist zum geflügelten Wort geworden, ...

59 / 100
Vorab: Meine Rezension bezieht sich auf die Originalübersetzung (und somit auf die einzige, die Huxley zu Lebzeiten abgesegnet hat).

Der Term „Schöne neue Welt“ ist zum geflügelten Wort geworden, doch ich nehme an, die wenigsten Menschen verknüpfen ihn mit konkreten Inhalten des gleichnamigen Romans. Zu Schulzeiten war das Buch Lektüre im Ethikunterricht, nun habe ich ebenjene einige Jahre später endlich nachgeholt.

Ich habe allerdings das Gefühl, dass nur wenige Lesende über den Kern der Aussage hinaus ein Urteil fällen. Wer heute immer noch nicht begriffen hat, dass globale Diktatur und Gleichschaltung kein erstrebenswertes Gesellschaftsbild darstellen, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen. Die Story, die Huxley um diesen Gedanken herumgesponnen hat, ist einerseits sehr fantastisch und andererseits ziemlich redundant.

Die Figuren bleiben ungreifbar, undurchschaubar und weitgehend irrational. Die Perspektivwechsel und Veränderungen der Handlungsbeschreibung (insbesondere zum Ende der Geschichte) wirken unausgereift. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass das geschilderte Universum in dieser Form kaum funktionieren kann (beispielsweise wirkt Neid manchmal wie weggezüchtet und dann doch wieder nicht so richtig).

Die Grundaussage das Buchs dürfte nach wie vor Anstoß von lebhaften Diskussionen sein; die geradezu bedeutungslose Rahmenhandlung macht daraus eine quantitative Ungleichung.

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