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Veröffentlicht am 24.03.2026

Nette nostalgische Zeitreise - auch für Wessis

Broiler, Wimpel, Westpaket
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Thorsten Harmsen nimmt den Leser in 55 kurzen Kapiteln mit auf eine kleine nostalgische Zeitreise, indem er auf jeweils wenigen Seiten mehr oder weniger alltägliche Begriffe aus seiner Kindheit in Ostberlin ...

Thorsten Harmsen nimmt den Leser in 55 kurzen Kapiteln mit auf eine kleine nostalgische Zeitreise, indem er auf jeweils wenigen Seiten mehr oder weniger alltägliche Begriffe aus seiner Kindheit in Ostberlin humorvoll in Anekdoten beschreibt. Ein paar davon sind tatsächlich sehr speziell mit dem Osten verbunden, aber die meisten waren mit als Wessi auch ein Begriff (wenn auch manchmal unter anderem Namen). Daher hat man auch wenn man nicht in der DDR aufgewachsen ist durchaus seinen Spaß mit dem Buch. Es ist eine leichte kurze Lektüre für zwischendurch, um vielleicht mal auf ein paar andere Gedanken zu kommen, mal kurz zu schmunzeln oder auch nostalgischen Gedanken nachzuhängen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Unterhaltsamer Roman, der zum Nachdenken anregt

Einatmen. Ausatmen.
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Das Buch hat mich angenehm überrascht. Erwartet hatte ich einen leichten, satirischen Roman über den ganzen Achtsamkeits- und Selbstfindungswahn unserer Gesellschaft. Bekommen habe ich eine sehr unterhaltsame ...

Das Buch hat mich angenehm überrascht. Erwartet hatte ich einen leichten, satirischen Roman über den ganzen Achtsamkeits- und Selbstfindungswahn unserer Gesellschaft. Bekommen habe ich eine sehr unterhaltsame Lektüre, die immer wieder ein Schmunzeln oder auch Lacher bereit hält, aber gleichzeitig zum Nachdenken über das eigene Leben anregt.
Maxim Leo schafft es mit seiner leichten Sprache mit ironischem Unterton den Leser schnell zu vereinnahmen und auch wenn die beiden Protagonisten - die Karrierefrau Marlene einerseits und der etwas windige Coach Alex Grow andererseits - durchaus dunkle Seiten und schlechte Eigenschaften haben, wirken doch schon bald sympathisch. Ziemlich jeder wird die eine oder andere Parallele zum eigenen Leben in ihnen entdecken und sich irgendwann unweigerlich fragen, wo er oder sie vielleicht noch einmal auf einen anderen, neuen Weg im Leben abbiegen könnte, um den langweiligen gewohnten Trott gegen erfüllendere Erlebnisse einzutauschen. Eine herrliche Lektüre, die ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Mütter-und-Töchter-Geschichte mit guten Ansätzen

Das gute Leben
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Nadine Schneider schildert in "Das gute Leben" vorrangig das Leben der kürzlich verstorbenen Anni aus Sicht ihrer Enkelin. Diese ist bei der Großmutter aufgewachsen, nachdem ihrer Mutter in die USA ausgewandert ...

Nadine Schneider schildert in "Das gute Leben" vorrangig das Leben der kürzlich verstorbenen Anni aus Sicht ihrer Enkelin. Diese ist bei der Großmutter aufgewachsen, nachdem ihrer Mutter in die USA ausgewandert ist. Nun ist sie ins Haus der Großmutter zurück gekehrt, das sie geerbt hat um dieses auszuräumen und zu verkaufen. Dabei wird in Rückblicken Annis Lebensgeschichte erzählt, die in jungen Jahren als Rumäniendeutsche schwanger zu ihrem Bruder nach Nürnberg kam und dort zu Wirtschaftswunderzeiten ihr Leben aufgebaut und ihre Tochter alleine groß gezogen hat. Nebenbei wird auch das Schicksal von Annis Mutter sowie ihrer Tochter und Enkelin beleuchtet, so dass vier Frauen als Mütter und Töchter im Mittelpunkt stehen.
Der Roman hat einige gute Ansätze und auch der geschichtliche Kontext hat mich angesprochen. Häufig kratzt die Geschichte aber nur an der Oberfläche und es fällt schwer, sich komplett in die Protagonistinnen hinein zu versetzen. Insgesamt hat das Buch daher nicht komplett meinen Geschmack getroffen und ist aus meiner Sicht nur Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Interessantes Thema zu oberflächlich dargestellt

Wo das Schweigen wohnt
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Die Familiengeschichte über mehrere Generationen, die ihren Anfang gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im schwer umkämpften Ostpreußen nimmt, ist durchaus spannend. Margret, die von dort fliehen muss, hat ...

Die Familiengeschichte über mehrere Generationen, die ihren Anfang gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im schwer umkämpften Ostpreußen nimmt, ist durchaus spannend. Margret, die von dort fliehen muss, hat ein schweres Schicksal zu tragen, das zunächst sie sehr prägt und traumatisiert und dann auch auf ihre Nachkommen übergeht. Stellenweise sehr spannend und anschaulich geschildert, insbesondere der schwer verdauliche Teil über Flucht und Vertreibung, wirkt die Handlung insgesamt zu sehr konstruiert und es wird etwas zu viel hinein gepackt, so dass die Lebensgeschichte aller Protagonisten letztlich unglaubwürdig wirkt. Zudem werden viele Themen nur sehr oberflächlich angekratzt (was eben dem Umstand geschuldet ist, dass die Autorin zu viele Themen auf verhältnismäßig wenige Seiten packen wollte/musste). Am Ende löst sich alles viel zu schnell auf und was eben noch grau war, ist von jetzt auf gleich rosarot. So wird viele Potential, das die ursprüngliche Geschichte bietet, verschenkt. Ich war am Ende daher leider etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Lesenswerter Gesellschaftsroman mit Längen

Real Americans
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Mit „Real Americans“ hat Rachel Khong einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschaffen, der in drei Abschnitten das Leben und Schicksal einer jungen Amerikanerin, sowie deren Eltern, eines Wissenschaftlerpaares, ...

Mit „Real Americans“ hat Rachel Khong einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschaffen, der in drei Abschnitten das Leben und Schicksal einer jungen Amerikanerin, sowie deren Eltern, eines Wissenschaftlerpaares, das vor Maos Kulturrevolution aus China in die USA geflohen ist, und ihrem Sohn schildert.
Die Handlung spielt im wesentlichen in den Jahren um die Jahrtausendwende, um die Zeit der Coronapandemie und im Jahr 2030, springt aber unter anderem auch zurück zu Maos Diktatur in China.
Der erste Abschnitt, der die junge Lily Chen dabei begleitet, wie sie nach ihrem Studienabschluss in New York Fuß fassen möchte, hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Lilys Gefühlswelt wird dabei sehr detailliert geschildert mit ihren Versuchen im knallharten Medienbusiness ebenso wie im gesellschaftlichen Leben ihren Platz zu finden. Man ist dabei mittendrin in Manhattans China Town rund um die Ereignisse des 11. September 2001 und erhält einen tiefen Einblick in das Leben asiatischer Einwanderer.
Der 2. Abschnitt stellt einen harten Bruch dar. Ich möchte hier für künftige Leser nicht zu viel vorwegnehmen. Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem Lilys Sohn Nik knappe 20 Jahre später, während er die Schule abschließt, ein Studium beginnt und herauszufinden versucht wer er wirklich ist. Dies klingt zwar spannend, ist aus meiner Sicht jedoch an etlichen Stellen zu langatmig – man könnte auch sagen langweilig – geraten. Dieser Abschnitt hat mich am wenigsten angesprochen und ich musst mich teilweise durch die Kapitel quälen.
Interessanter wird es dann wieder im letzten Abschnitt, bei dem vor allem das Schicksal von Niks Großmutter und Lilys Mutter im Mittelpunkt steht und einige lose Fäden aus den vorigen Abschnitten zusammengeführt werden. Auch hier möchte ich nicht zu viel verraten, aber es geht um durchaus wichtige gesellschaftliche Themen und die Handlung regt zum Nachdenken an.
Unter dem Strich war es für mich ein lesenswerter Roman mit etlichen unterschiedlichen Facetten, der mich einerseits in großen Teilen angesprochen hat, aber vor allem wegen der Längen im zweiten Teil dennoch sein Potential nicht voll ausgeschöpft hat. Das Buch ist durchaus lesenswert, jedoch insgesamt nur gehobener Durchschnitt.

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