Sehr platt
Zimtschnecken und SchneegestöberNoch ein Buch, welches ich eigentlich noch im Dezember gelesen habe und von dem ich mir in der Vorweihnachtszeit ein klein bisschen Cosy Vibes erhofft hatte. Das war leider nicht wirklich so, denn dieser ...
Noch ein Buch, welches ich eigentlich noch im Dezember gelesen habe und von dem ich mir in der Vorweihnachtszeit ein klein bisschen Cosy Vibes erhofft hatte. Das war leider nicht wirklich so, denn dieser Roman war sehr, sehr oberflächlich und konnte mich nicht wirklich abholen.
Nora flieht vor ihrem toxischen Exfreund Jonas von Stockholm nach Leksand in der schwedischen Provinz Dalarnas Iän. An diesem Ort hat sie früher die Ferien bei ihren Großeltern verbracht. Außerdem wohnt auch ihre Freundin Vega in Leksand, bei der sie kurzfristig unterkommen kann. Als sie ein kleines Häuschen am See entdeckt, welches normaler Weise nur während des Sommers zu vermieten ist, will sie dort unbedingt einziehen. Das doch eher wenig möblierte Häuschen, bei dem die Heizung nicht funktioniert, geht ihr nicht aus dem Kopf und sie überredet den Besitzer es ihr zu vermieten. Bald findet sie Hilfe von Viktor, dem Nachbar, der in einem sehr noblen Glaspalast wohnt. Er hilft ihr den Kamin instand zu setzen und beim Kisten schleppen. Doch irgend etwas scheint auch er zu verheimlichen....
Es gibt noch einen zweiten Handlungsstrang, der zu Beginn so gar nicht zur gegenwärtigen Geschichte rund um Nora, Vega und Viktor passt und im Klappentext gar nicht erwähnt wird. Dabei lernen wir den eher erfolglosen und nicht wirklich sympathischen Autor Claes kennen. Bei einer schlecht laufenden Signierstunde in einem Buchladen lernt er Torsten kennen, der ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen beginnt. Diese weckt sofort Claes Interesse und er wittert eine Story für seinen nächsten Roman. Claes versucht Torsten, der in einem Pflegeheim wohnt, zu überreden ihm seine ganze Geschichte zu erzählen. Diese hat mich mit der Zeit sehr berührt und verknüpft sich am Ende hin mit dem Strang rund um Nora.
Leider konnte ich sonst mit der Geschichte nicht viel anfangen. Nora verlässt kampflos ihre Wohnung in Stockholm, die sie einfach Jonas überlässt und legt ihren gut bezahlten Job auf Eis. Sie quartiert sich in einem Sommerhäuschen ein, kann weder einen Kamin einheizen, noch sich selbst versorgen, denn sie lebt ab diesem Zeitpunkt am Existenzminimum.
Nora passt auf Viktors Hund auf, obwohl sie als Kind von einem gebissen wurde und seitdem furchtbare Angst vor Hunden hat. Auch seinen eigenwilligen Kater bekommt sie zur Aufsicht und kann mit Katzen ebenso wenig umgehen, wie mit Hunden. Bei einer Szene konnte ich nur den Kopf schütteln, denn jeder Mensch, der eine Katze besitzt weiß, dass dies kaum möglich ist, was uns die Autorin hier einzureden versucht.
Das Knistern zwischen Viktor und Nora konnte ich ebenfalls nur schwer spüren und ihr Umgang mit ihrem Exfreund war einfach nur verantwortungslos. Ich konnte sehr viele ihrer Handlungen überhaupt nicht nachvollziehen. Zusätzlich fehlte es an Kommunikation zwischen den beiden Love Interests.
Die Geschichte in der Gegenwart bleibt sehr oberflächlich und besitzt kaum Tiefe. Die Erzählungen von Torsten haben mich hingegen mit der Zeit berührt. Sie erzählen von einem schweren Schicksal und seiner Einsamkeit. Die beiden Handlungsstränge führen schlussendlich zusammen und ergeben Sinn.
Die Figuren waren blass. Viktor, Jonas und Claes waren mir zu farblos und eindimensional, wobei Viktor noch mit ein paar guten Eigenschaften punkten konnte. Vega ist eine verrückte Nudel und gute Freundin; Nora wirkt hingegen wie ein hilfloser Teenager. Einzig Torsten konnte mein Herz berühren.
Die schwedische Schneelandschaft und das Winterfeeling habe ich hingegen gespürt und genossen. Ein Weihnachtsroman ist es jedoch nicht, obwohl das Cover dies indirekt versucht zu vermitteln.
Fazit:
Zu oberflächlich, zu unglaubwürdig und zu nichtssagend ist dieser Roman, der nur mit seinem Vergangenheitsstrang punkten kann. Alles andere wirkt einfach nur konstruiert und platt. Sehr schade! Ich hatte einen netten Wohlfühlroman mit Weihnachtsfeeling erwartet, den jedoch nicht bekommen. Von mir gibt es leider keine Empfehlung!