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Veröffentlicht am 08.01.2022

Mehr historischer Krimi

Die Uhrmacherin – Im Sturm der Zeit
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In dieser neuen Saga begeben wir uns im Jahre 1870 nach Grenchen in die Schweiz. Die junge Sarah Siegwart aus Luzern möchte nach dem Unfalltod ihres Verlobten einen Neuanfang. Sie bewirbt sich auf eine ...

In dieser neuen Saga begeben wir uns im Jahre 1870 nach Grenchen in die Schweiz. Die junge Sarah Siegwart aus Luzern möchte nach dem Unfalltod ihres Verlobten einen Neuanfang. Sie bewirbt sich auf eine Stelle als Hauslehrerin bei der Familie Schneider im kleinen aufstrebenden Uhrendorf Grenchen im Kanton Solthurn.
Als das Dienstmädchen der Familie durch einem mysteriösen Unfall ums Leben kommt, wird Sarah wieder an ihr eigenes Unglück erinnert. Der Vorfall lässt sie nicht zur Ruhe kommen und gemeinsam mit dem Landjäger Gideon Ringgenberg beginnt sie nachzuforschen. Tatsächlich kommt es schon bald zu einem weiteren Todesfall....

In diesem Auftaktband der Saga spricht das Uhrenhandwerk noch eine untergeordnete Rolle, was mich betreffend Titel und Klappentext zuerst etwas verwundert hat. Ich war nicht die Einzige bei der Leserunde, die sich etwas anderes erwartet hatte, jedoch bin ich sehr positiv überrascht. Da ich gerne Krimis lese, mochte ich den historischen Krimianteil in der Story sehr. Er bringt Spannung und Leben in die Handlung, die als weiteres Thema auch die Spaltung zwischen Christkatholiken und der römisch-katholischen Kirche beinhaltet.
Ich muss zugeben, dass ich über die Religionsspaltung in der Schweiz nichts wusste. Claudia Dahinden lässt diese in ihrem Roman aufleben. Dabei konnte ich einige beängstigende Parallelen zur derzeitigen Corona Situation erkennen: die Spaltung der Gemeinschaft, sowie der Hass gegen Andersdenkende...erschreckend!

Da Grenchen zu dieser Zeit ein aufstrebendes Uhrendorf war, leben viele der Dorfbewohner vom Uhrenhandwerk. Auch Sarahs Dienstherr ist einer der leitenden Angestellten in der Fabrik der Familie Schild und durch und durch Uhrenliebhaber.
Ein bisschen Romantik kommt durch Paul, den Sohn der Schneiders, dazu. Hier bleibt aber noch viel offen und ehrlich gesagt würde mir Gideon als Love Interest besser gefallen ;)
Paul ist auch derjenige, der Sarah das Handwerk der Uhrmacherei näher bringt.

»Er gab der Uhr mit dem Daumen einen kleinen Schlag, und die Zahnräder begannen sich zu drehen − wie ein lebendiges Wesen, pragmatisch und majestätisch in einem. Wunderschön.«

Sarah ist eine sympathische junge Frau, die gerne ihre Nase in Dinge steckt, die sie eigentlich nichts angehen. Sie ist ehrgeizig und intelligent. Ihrem Beruf als Hauslehrerin kommt sie seit dem Tod ihres Verlobten nicht mehr mit völliger Hingabe nach.
Paul blieb mir noch etwas zu blass und undurchsichtig. Er wird von seinem Vater nicht richtig akzeptiert und leidet sehr darunter. Er hat sich beruflich anders orientiert, was wohl zum Zerwürfniss mit seinem Vate rgeführt hat.
Gideon ist stur und kommt in diesem ersten Band an seine Grenzen - sowohl was seine Ermittlerfähigkeiten betrifft, als auch durch familiäre Umstände.
Ich bin schon gespannt, wie es weitergehen wird. Laut Aussage der Autorin soll das Uhrhandwerk im zweiten Teil dann mehr Raum einnehmen.

Schreibstil:
Die Autorin stammt selbst aus Grenchen und erlebte den Aufstieg vom Dorf zum Uhrenzentrum mit. Das spürt man bei jeder Zeile. Die Kapitel sind mit einer liebevollen Zeichnung einer Taschenuhr gekenntzeichnet. Claudia Dahinden schreibt detailliert und bildhaft. Sie lockt den Leser gekonnt auf falsche Fährten und überrascht am Ende mit einem Mörder, den man nicht vermutet hätte - selbst für Krimileser.

In der Klappenbroschur findet man am Beginn eine Karte von Grenchen aus dem Jahre 1873. Am Ende findet sich ein Nachwort zum historischen Hintergrund, ein Personenverzeichnis historisch belegter und fiktiver Personen, sowie ein Glossar.

Fazit:
Obwohl der Titel und der Klappentext eher irreführend sind, hat mir dieser Auftaktband sehr gut gefallen. Durch die Mordfälle wird Spannung erzeugt. Lokalcolorit und historische Begebenheiten, wie die Religionsspaltung, sind weitere interessante Themen. Ich bin schon auf den Nachfolgeband gespannt.

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Veröffentlicht am 05.01.2022

Märchen für jedes Lesealter

Astrid Lindgrens Märchen
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Dies ist mein erstes Märchenbuch, das ich auf meinem Blog rezensiere. Ich hatte diese wunderschöne Ausgabe bereits im November in meinen Händen, als ich kurz vor unserem Lockdown bei Thalia Weihnachtshoppen ...

Dies ist mein erstes Märchenbuch, das ich auf meinem Blog rezensiere. Ich hatte diese wunderschöne Ausgabe bereits im November in meinen Händen, als ich kurz vor unserem Lockdown bei Thalia Weihnachtshoppen war. Mir gefiel es wahnsinnig gut und als es dann bei Lovelybooks zu einer Verlosung kam, habe ich mich beworben und tatsächlich gewonnen.

Mit wunderbaren Illustrationen von Katrin Engelking ist diese gebundene Ausgabe ein wahrer Lichtblick in meinem Regal und wird auf meine Enkelkinder warten.
Die Märchensammlung enthält 15 verschiedene Geschichten. Diese sind abwechslungsreich und wie man von Astrid Lindgren gewöhnt ist, sind ihre Protagonisten Kinder. Es tummeln sich aber auch, wie in Skandinavien üblich, Trolle, Feen und auch Geister in den Märchen.
Astrid Lindgren spricht viele Themen, wie Trauer, Einsamkeit, Armut, Furcht an und erzählt diese kindgerecht. Aber auch Freundschaft und Hilfsbereitschaft werden angesprochen. Die kleinen Helden schließt man schnell ins Herz.
Die Erzählweise ist liebevoll und die Inhalte der Geschichten facettenreich und fantasievoll. Die Länge der Märchen ist perfekt und passt sehr gut zum Vorlesen. Aber natürlich sind diese für Groß und Klein geeignet und werden auch von 0-99 gelesen und geliebt.

Fazit:
Die Märchensammlung von Astrid Lindgren ist eine wunderschön illustrierte Ausgabe mit bezaubernden Geschichten, die für jedes Lesealter passt. Außerdem ist die schwedische Autorin ein Garant für wundervolle Geschichten.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Im Heiligen Land

Die Mission des Kreuzritters
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Der neue historische Roman von Ulf Schiewe führt den Leser ins Heilige Land zur Zeit der Kreuzritter. In seinem neuen Roman ist einer der Hauptprotagonisten Raol de Montalban. Diese provenzialische Familie ...

Der neue historische Roman von Ulf Schiewe führt den Leser ins Heilige Land zur Zeit der Kreuzritter. In seinem neuen Roman ist einer der Hauptprotagonisten Raol de Montalban. Diese provenzialische Familie spielte bereits in "Der Bastard von Tolosa", "Die Comtessa" und "Die Hure Babylon" eine große Rolle. "Die Mission des Kreuzritters" ist jedoch ein eigenständiger Roman.

Wir befinden uns im Jahre 1129 in Jerusalem. Es ist die Zeit nach dem ersten Kreuzzug und Baudouin II. herrscht als König über die Stadt. Er ist der Vater von vier Töchtern und aus Mangel an männlichen Nachfolgern soll Melisende, seine älteste Tochter, einmal die Krone erben. Baudouin bereitet sie für die Aufgaben als zukünftige Königin vor, doch schon damals wird in Zukunft der Ehemann von Melisende regieren. Um den Schmelztigel Jerusalem zu stärken, entscheidet er sich seine Tochter mit dem älteren Grafen Foulques d’Anjou zu verheiraten. Melisende ist entsetzt, denn sie kann den Mann nicht ausstehen und erkennt sehr schnell sein Ansinnen, die Macht an sich zu reißen. Melisende versucht den Vater umzustimmen, doch erfolglos. Die selbstbewusste junge Frau plant daraufhin die Flucht zu ihrer bereits verheirateten Schwester nach Antiochia. Mit einem kleinen Gefolge flüchtet sie aus der Stadt, wird aber unterwegs überfallen und nach Schaizar, einer muslimischen Stadt, die vom Sultan ibn Munquidh regiert wird, gebracht. Dort wird sie gut behandelt, als der Sultan entdeckt, dass er die Tochter des Königs von Jerusalem gefangen genommen hat. Für eine hohe Summe soll Melisende wieder freigelassen werden. Baudouin schickt dafür den Tempelritter Raol de Montalban mit einigen seiner Männer aus....

Ulf Schiewe gelingt es wieder großartig die fiktive Geschichte rund um die Entführung von Melisende in die historische Rahmenhandlung einzubetten. Dabei erfährt der Leser auf spannende Weise mehr über die verschiedenen Religionen, die zu dieser Zeit ihre Machtkämpfe austragen.
Die Entführungsgeschichte ist rein fiktiv, bildet aber den Grundstock zur Beschreibung des politischen Umfelds von Jerusalem. Jerusalem ist der Ort des Zusammentreffens verschiedener Religionen mit ihren jeweiligen Heiligen Stätten und natürlich auch ein Ort des Handels.
Auf dem Rückweg nach Jerusalem, der zu einer atemberaubenden Flucht wird, kommen sich Melisende und Raol näher. Etwas ungewöhnlich für den Autor steht ab diesem Abschnitt die Liebesgeschichte neben den Abenteuern im Vordergrund. Sie wird aber nie kitschig und nimmt nur einen kleineren Teil des Romans ein. Im Vordergrund bleiben immer die Schlacht- und Kampfhandlungen, sowie die abenteuerliche Flucht. Dabei ist die Gefahr, in der sich Melisende und Raol befinden, immer spürbar.

Charaktere:
Die beiden Hauptprotagonisten sind starke und nach außen hin unabhängige Charaktere. Melisende ist zu Beginn eine reiche und etwas verwöhnte Königstochter, die ziemlich unüberlegt die Flucht antritt. Doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter undist eine sympathische junge Frau, die eigenständig und mutig ist.

Raol de Montalban ist einer der wenigen Überlebenden der Schlacht von Ager Sanguinis und ist danach den Tempelrittern beigetreten. Er ist jedoch desillusioniert und steht nicht wirklich hinter dem christlichen Glauben. Zusätzlich sieht er keinen Sinn in den Kreuzzügen und den Kämpfen zwischen den verschiedenen Religionen, für die alle Jerusalem ein heiliger Ort ist. Doch ein Zurück in seine Heimat Frankreich gibt es für ihn nicht.
Neben den beiden Hauptfiguren treffen wir auf weitere interessante Charaktere: der intelligente und gerissene König Baudouin II., Vater von Melisende; der diplomatisch geschickte Usama ibn Munqidh, Neffe des Emirs von Schaizar und dessen schlauer Verhandlungsführer; der verschlagen Verwandte des Emirs, Qilitsch ad-Din Mahmud, und natürlich der cholerische und berechnende Foulques d’Anjou, potentieller zukünftiger Ehemann von der Thronerbin Melisende.

Der Templerorden war wohl einer der bekanntesten Ritterorden, die "arme Ritterschaft Christie". Sie lebten karg und "im Zölibat", waren jedoch gefürchtete Kämpfer, die aus ganz Europe kamen. Meistens waren es drittgeborene Söhne, die weder erbten, noch den Weg ins Kloster betsreiten durften. So wurde aus den Templern eine gefürchtete Truppe, die aber auch von den Feinden repektiert wurde. Die vorherrschende Aufgabe war vorerst Pilgerwege zu sichern und sich für die ärmere Bevölkerung einzusetzen.

Schreibstil:
Ulf Schiewe hat auch seinen neuen Roman wieder im Präsens verfasst, ohne dass dabei der historische Sprachschatz verloren geht. Die Erzählung ist spannend, atmosphärisch und sehr bildhaft. Ich bin Melisende durch die Berge und entlang der Mittelmeerküste gefolgt, habe jederzeit die Gefahr gespürt und das Leben der einfachen Leute kennen gelernt. Der Autor nimmt sich der politischen Lage und dem Thema der Kreuzzüge an. Er bleibt jedoch neutral und bewertet keine der Religionen.

Auf der Innenseite der Broschur gibt es eine Landkarte, die den Weg der Flucht aufzeigt. Im Nachwort geht der Autor auf die historisch belegten Figuren ein. Ein Glossar und ein Personenrgeister runden den Roman am Ende ab.

Fazit:
Ein weiterer fesselnder historischer Roman des Autors, dessen Bücher ich sehr gerne lese. Bildgewaltig und atmosphärisch reisen wir an der Seite von Melisende und Raol de Montalban durchs Heilige Land und erleben aufregende Abenteuer und blutige Schlachten.Für ganze 5 Sterne reicht es nicht, da es in der Mitte einige kleine Längen gibt, aber das ist bereits meckern auf hohen Niveau. Ich empfehle allen Lesern von historischen Romanen "Die Mission des Kreuzritters" gerne weiter,

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Klärt auf und motiviert

Schlank und fit durch die Wechseljahre
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Im letzten halben Jahr habe ich hin- und wieder zu Sachbüchern oder Biografien gegriffen, die mich besonders interessiert haben. Normaler Weise findet man diese eher weniger auf meinem Blog, was sich in ...

Im letzten halben Jahr habe ich hin- und wieder zu Sachbüchern oder Biografien gegriffen, die mich besonders interessiert haben. Normaler Weise findet man diese eher weniger auf meinem Blog, was sich in Zukunft eventuell ändern könnte.
Diesen Ratgeber habe ich bei Lovelybooks entdeckt und sofort auf meine Wunschliste gepackt. In meinem Alter gibt es immer wieder Fragen zur hormonellen Umstellung im Körper, aber besonders wichtig ist für mich die Bewegung und die Ernährung in diesem Lebensabschnitt.
Tine Möller ist Personal Trainerin, Ernährungscoach und Beckenbodentrainerin und weiß aus eigener Erfahrung, welche Trainingsprogramme wir Frauen in den Wechseljahren brauchen. Sie erklärt in ihrem Ratgeber, wie sich unser Körper ab den Wechseljahren verändert: Hormonchaos, Hitzewallungen, Muskelabbau und Gewichtszunahme - all diese Veränderungen kommen geballt auf jede Frau in unterschiedlichster Form zu. Und es ist schon erschreckend, was plötzlich alles nicht mehr selbstverständlich ist. Sehr viele Veränderungen spielen sich im Körper ab, denen man teilweise entgegen wirken sollte.

Der Ratgeber ist in drei Teile aufgeteilt: den Theorieteil, einem bebildeten Übungsteil und am Ende gibt es Trainingspläne, die man sich individuell aussuchen kann. Dabei erwähnt Tine Möller immer wieder, dass Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit die drei wichtigsten Punkte für die neuen Bedürfnisse des Körpers sind.

Im Theorieteil erfährt jede Leserin, die sich noch nie oder nur teilweise mit den Wechseljahren auseinander gesetzt hat, notwendiges Wissen. Tine Möller erzählt hier eher knapp, aber völlig ausreichend und verschaffte mir einen sehr guten Überblick.
Bei den bebilderten Übungsteil stellte ich erfreut fest, dass ich davon bereits viele für mich anwende. Wenn es Corona erlaubt, bin ich 1-2x die Woche beim Hanteltrainung und Ausdauertraining. Mein geliebtes Zumba wird leider seit einigen Jahren hier nicht mehr angeboten, was ich sehr schade finde.
Trotz bereits bekannter Übungen fand ich auch genug Neues, vorallem was den Beckenboden und die Hüfte betrifft. Letztere ist für mich sehr wichtig, da sich hier bereits Osteoporose festgesetzt hat. Auch einige Übungen für besseres Ein- oder Durschlafen sind dabei, die ich gerne anwenden möchte.
Die fast neunzig Übungen lassen sich individuell zu eigenen Trainingsplänen zusammensetzen und bieten von allem etwas: Fatburner-Workouts gegen hormonbedingte Extrakilos, Krafttraining für einen starken und widerstandsfähigen Körper, Ausdauereinheiten, um deinen Blutdruck zu regulieren und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken und schlussendlich entspannenden Sequenzen zum Energietanken und Ausgleich von Stimmungsschwankungen. Es ist also für jeden etwas dabei. Die Autorin schafft es die Leserinnen mit ihren individuellen Übungsteilen zu motivieren. Jede Frau "im besten Alter" kann sich hier etwas für sich mitnehmen.

Fazit:
Ein motivierender und aufklärender Ratgeber für uns Frauen "in den besten Jahren", den ich gerne weiter empfehle!

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Veröffentlicht am 30.12.2021

Kuschelige Lesestunden - perfekt für Weihnachten

Das Inselweihnachtswunder
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Inselpastorin Carola ist die gute Seele der Kirchengemeinde auf Föhr. Dennoch fühlt sie sich besonders am Heiligen Abend einsam, denn nach dem Weihnachtsgottesdienst im Inseldom ist sie jedes Mal alleine. ...

Inselpastorin Carola ist die gute Seele der Kirchengemeinde auf Föhr. Dennoch fühlt sie sich besonders am Heiligen Abend einsam, denn nach dem Weihnachtsgottesdienst im Inseldom ist sie jedes Mal alleine. Die Männerschar auf der Insel ist begrenzt und als Pastorin wird sie auch anders wahrgenommen. Deswegen möchte sie dieses Jahr etwas daran ändern. Sie hat die Idee Weihnachten mit anderen Inselbewohnern, die ebenfalls Single und alleine sind, zu feiern. Diese findet allerdings nicht den gewünschten Anklang. Ob Troll Nik Puk, den sie heimlich füttert, ihr helfen kann diesmal Weihnachten nicht alleine zu feiern? Gemäß einer alten friesischen Überlieferung soll Nik Puk auf Dachböden und Scheunen zuhause sein und auf seine Bewohner aufpassen. Deshalb stellen sie ihm zu Weihnachten etwas zu essen hin. Und auch eine Pastorin ist nicht vor Aberglauben gefeit....oder?

In der Vorweihnachtszeit gibt es aber auch genug weitere Dinge für Carola zu tun. Birgit, die Putzfrau der Kirche und Mutter von zwei Kindern, droht kurz vor Weihnachten ihre Wohnung zu verlieren und auch die Tafel braucht dringend Geld und Unterstützung. Zuvor soll Carola aber noch auf der gegenüberliegenden Hallig Lengeneß ihren Kollegen vertreten. Dort trifft sie auf den ansäßigen Organisten Torin Hansens, der sie bittet für seine Urgroßmutter Annerose (im Klappentext steht irrtümlich Großmutter) das Weihnachtsfest vorzuziehen. Diese hat zu Weihnachten Gebutstag und wird ihn laut Arzt wohl nicht mehr erleben. Nun soll sie ein letztes Familienfest bekommen. Bei der Rückfahrt erspäht sie ein Boot in Not. Rick Reckleffs, der Inselmakler, ist mit seinem Rennboot gekentert. Carola holt Hilfe, doch Rick schreit immer wieder nur nach seinem Koffer, der später angeschwemmt und von Carola gefunden wird. Darin befindet sich jede Menge Geld...

Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen und die meisten von ihnen sehr gemocht. Diese kurze herwärmende, aber auch humorvolle Weihnachtsgeschichte gehört definitv zu den besten Büchern von Janne Mommsen. Wer andere Romane des Autors kennt, wird auch auf einige bekannte Gesichter aus der Reihe der "Inselbuchhandlung" treffen.
Mit Carola hat er zusätzlich eine sehr sympathische Figur erschaffen, die sich wohl jede Kirchengemeinde wünschen würde. Sie ist engagiert und hilft, wo sie nur kann. Ich mochte ihre nicht immer konventionelle Art und die Zwiesprache mit Gott, bei der sie sich oftmals die Antworten so hindreht, wie sie es gerne hätte ;)
Der angeschwemmte Geldkoffer würde zum Beispiel jede Menge Probleme lösen, doch das Geld gehört ihr nicht. Carola gerät deshalb in einem echten Zwiespalt....

Auch in diesem eher kurzen Weihnachtsroman spürt man die Liebe des Autors zu seiner Heimat. Die bildhaften Beschreibungen der Insel und des Meeres weckt sofort ein Urlaubsgefühl. Neben der kleinen, aber feinen Liebesgeschichte steht vorallem die Menschlichkeit, Glauben und Nächstenliebe im Vordergrund - passend zur Weihnachtszeit. Mit einigen unverhofften Wendungen und jeder Menge Humor ist der Roman aber auch überaus kurzweilig und hinterlässt ein warmes Gefühl im Herzen.

Fazit:
Eine berührende und herzerwärmende Geschichte, die perfekt in die Vorweihnachtszeit passt. Für das nächste Weihnachtsfest oder wann auch immer ihr es lesen möchtet - ich kann euch diese wohlige Geschichte auf jeden Fall weiterempfehlen.

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