Das Smugglers Inn
A Taste of Cornwall: Eine Prise LiebeVon Katharina Herzog habe ich bereits ihre Romane unter ihren Namen Katrin Koppold gelesen, die sie zu Beginn ihrer Schriftstellerkarriere veröffentlicht hat. Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gegangen.
Mit ...
Von Katharina Herzog habe ich bereits ihre Romane unter ihren Namen Katrin Koppold gelesen, die sie zu Beginn ihrer Schriftstellerkarriere veröffentlicht hat. Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gegangen.
Mit "Eine Prise Liebe", dem Auftaktband der "A Taste of Cornwall" Reihe, sind wir wieder in Cornwall unterwegs.
Sophie Dubois lebt in London und ist eine sehr erfolgreiche Restaurantkritikerin, die als ehrliche und konstruktive Kritikerin bekannt ist. Doch bei der medienwirksamen Eröffnung des neuen Restaurants "Runaway" des Models Annabelle Scott, fällt ihre Kritik ziemlich vernichtend aus, was einen enormen Shitstorm zur Folge hat. Ihr Chef verordnet ihr eine "Auszeit" und schickt sie nach Cornwall. Ihre Aussage, dass sie an jedem Ort der Welt ein Sterne-Restaurant erfolgreich eröffnen könnte, soll Sophie seiner Meinung nun beweisen. Das "Smugglers Inn" in Port Haven sucht schon einige Zeit einen Nachfolger. Die Lage ist top, doch an der Übernahme sind einige Bedingungen geknüpft, die bisher niemand eingehen wollte. Sophie hat nicht wirklich eine Wahl und unterzeichnet den Vertrag, der nicht nur den Erwerb der etwas eigenwilligen Mitarbeiter, sondern auch des Wolfshundes des ehemaligen Besitzers beinhaltet. Ebenso ist keinerlei Veränderung der Inneneinrichtung erlaubt. Wenigstens der Koch scheint sein Handwerk zu verstehen.
Um ihre Spuren gekonnt zu verwischen ändert Sophie ihren Namen von Dubois auf Wilde um, dem Mädchennamen ihrer Mutter. Außerdem war ihr Vater Antoine Dubois, der vor einem Jahr verstorben ist, ein berühmter Starkoch, der auf der ganzen Welt nach Inspiration gesucht und die Familie verlassen hat, als Sophie noch ein Kleinkind war. Mit neuem Namen und neuer Inspiration geht Sophie ans Werk....
Mit dabei beim Umzug nach Cornwall sind Riley, die Tochter von Sophie, die mitten in der Pubertät steckt und diesen als persönlichen Angriff auf sich empfindet. Anders als ihre Enkelin sieht Tanya, die etwas exzentrische Mutter von Sophie ihr neues Leben in Cornwall. Nachdem sie wegen Anbau von Cannabis und den daraus gebackenen Keksen, die sie an ihre Mitbewohner in der Seniorenresidenz verteilt hat, rausgeflogen ist, freut sie sich auf eine Veränderung. Sie findet in Port Haven sehr schnell Anschluss. Ihre Figur ist sehr lebendig und sympathisch dargestellt, während Riley sich immer mehr zurückzieht. Erst als sie gestrandete Wale an der Küste findet und aktiv an deren Rettung mithilft, taut sie etwas auf.
Sophie hingegen verärgert relativ schnell die Einwohner von Port Haven und sieht ihren Plan aus dem "Smugglers Inn" ein Sternerestaurant zu machen und endlich ihre Kochshow zu bekommen, davonschwimmen. Als Städterin versteht sie deren Traditionsbewusstsein nicht und sieht nur ihre Neuerungen als positiv. Als jemand beginnt den Pub zu sabotieren, stehen auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter auf wackeligen Beinen...
Sophie erscheint vor allem zu Beginn nicht uneingeschränkt sympathisch, was sie auf jeden Fall authentischer macht. Mit der Zeit verändert sich ihr Fokus und sie stellt sich auch ihrem Trauma.
Die Geschichte spielt im wunderschönen Cornwall und sorgt für eine bildgewaltige Kulisse. Erzählt wird aus verschiedenen Sichten einzelner Charaktere, jedoch in 3. Person.
Katharina Herzog erzählt in ihrem gewohnt leichten und atmosphärischen Schreibstil eine nette Geschichte mit einem interessanten Plot. Jedoch macht sie meiner Meinung einfach zu viele Töpfe auf. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des Restaurants, allerdings fließen auch andere Themen ein, die mir schlussendlich fast zu viele wurden. Die im Klappentext angedeutete Love-Story bleibt eher ein Nebenschauplatz, was mich aber nicht gestört hat.
Obwohl der Roman eher leicht daherkommt und nicht allzu sehr in die Tiefe geht, vermittelt Katharina Herzog einige Botschaften, die sie uns näher bringt, wie "Wahre Stärke bedeutet, dass man auch Schwäche zeigen darf" oder dass man hinter die Fasse der Menschen schauen sollte.
Im Folgeband wird Annabelle Scott die zentrale Figur sein, über die wir mehr erfahren werden.
Fazit:
Wohlfühlroman mit einer wunderschönen Kulisse, der jedoch etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt und keine wirklichen Überraschungen bereit hält.