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Veröffentlicht am 02.05.2023

Toller Auftakt- macht Lust auf mehr!

Der Knochensplitterpalast
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Zum Cover: Das Cover zeigt den Torbogen eines Palasteingangs und einen Schlüssel im Vordergrund, was ganz passend ist, da ein Großteil des Romans davon handelt, wie Lin mit verschiedenen Schlüsseln im ...

Zum Cover: Das Cover zeigt den Torbogen eines Palasteingangs und einen Schlüssel im Vordergrund, was ganz passend ist, da ein Großteil des Romans davon handelt, wie Lin mit verschiedenen Schlüsseln im Palast auf die Suche nach Knochensplittern geht.

Vorab - Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Für mich war er ein willkommenes Highlight, nachdem ich meinen letzten zwei Lektüren jeweils 3 - 3,5 Sterne Bewertungen gegeben habe. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen und sowohl das Inselreich als auch die Knochenmagie haben mich total interessiert. Besonders die Kapitel von Lin und Jovis habe ich sehr gerne gelesen. Mephi, Jovis tierischer Begleiter hat mich genauso fasziniert wie unterhalten.

Das Magiesystem, welches wir kennenlernen ist die Knochenmagie, welche von der Kaiserfamilie ausgeübt wird. Zu Beginn war mir die Welt etwas fremd und noch nicht ganz zugänglich, da ich nicht ganz verstanden habe, ob es neben der Knochenmagie noch andere Magie gibt, und welche "Wesen" in dieser Welt normal sind- und welche nicht. Die Bewohner sprechen oft von sogenannten Seeschlangen, die angeblich existieren. Und als der Schmuggler Jovis ein merkwürdiges Tierchen aus dem Wasser fischt, war mir zuerst nicht ganz klar, ob er sich stärker darüber wundern sollte- oder ob das einfach ganz normal ist.

Für mich eine große Überraschung: Die Geschichte wurde aus insgesamt fünf Perspektiven geschrieben, nicht nur von Lin, wie es im Klappentext klingt, sondern auch von den Charakteren Jovis, Sand, Phalue und Ramani.

Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mich im Magiesystem der Welt zurecht zu finden, weil mir nicht klar war, ob nur die Knochenmagie in dieser Welt existiert, oder eine weitere. Außerdem war mir das Konzept und die Geschichte rundum die Alanga noch etwas verworren- da ich nur verstanden hatte, dass sie eine alte Gefahr waren, aber was sie genau waren, habe ich zuerst nicht verstanden. Dann bin ich aber in die Geschichte eingestiegen und durch Lins Wiedererlernen der Knochenmagie, lernen auch wir die Magie genauer kennen. Etwas schade war hierbei, dass ich das Gefühl hatte, dass uns die Autorin hier manchmal nicht ganz mitgenommen hat. Tatsächlich liest Lin nämlich ihr Tagebuch teilweise zwischen den Kapiteln, und perfektioniert auch ihre Magie teilweise während der Kapitel der anderen Charaktere, sodass für uns Leserinnen und Leser doch teils größere Sprünge passieren, bis wir sie wiedersehen. Das hat mich tatsächlich doch etwas verwirrt- denn in einem Kapitel sagt Lin, dass sie priorisieren muss und daher statt ihr Tagebuch zu lesen, doch erst das Knochensplitteralphabet lernt, im nächsten Kapitel beantwortet sie dann jedoch die Frage ihres Vaters mit einer Info aus ihrem Tagebuch- da war ich dann doch überrascht, dass sie das Tagebuch "ohne uns" aufgeschlagen hat...

Die Geschichte hatte durchgängig ein schnelles Erzähltempo und es ist viel passiert. Von einer untergehenden Insel , einem Schlüsseldiebstahl, zu einem Treffen mit Rebellen - es war sehr viel Spannung dabei. Die Spannung fesselt den Lesenden auch bis zum Ende, auch wenn es mir hier teilweise schon fast etwas zu schnell ging. Vor allem, da es kein Einzelband ist, sondern eine Reihe- hier hätte sich Andrea Stewart etwas mehr Zeit lassen dürfen. Hier bin ich gespannt, wie es in der Fortsetzung weiter gehen wird.

Besonders gefallen hat mir an der Geschichte, dass die unterschiedlichen Erzählweisen gut nebeneinander herlaufen und dann auf gut umgesetzte, aber auch unerwartete Weise aufeinander treffen. Ich fand es super, dass es neben Lin noch die anderen Charaktere gab, sodass wir auch andere Inseln kennenlernen und auch mal aus dem Palast herauskommen, denn die Stimmung im Palast, nur mit dem Kaiser und den Konstrukten war schon etwas erdrückend. Da haben Jovis, Mephi und ihre verrückten Abenteuer doch für etwas ausgelassenere Stimmung gesorgt.
Ramanis und Phalues Handlungsstrang fand ich zwar interessant, um die Entwicklungen im Volk und bei den Rebellen kennenzulernen, allerdings fand ich ihre Beziehung nicht ganz so glaubhaft. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden sich- gerade zu Beginn-etwas im Kreis gedreht haben und ihre Liebesgeschichte nicht ganz "echt" wirkte, da sie irgendwie immer aneinander vorbei geredet haben und sich irgendwie nicht ganz richtig akzeptiert haben. Obwohl Phalue und Ramani nicht meine Lieblingscharaktere waren, fand ich es doch super, dass durch sie auch LGBTQ+ -Charaktere im Roman repräsentiert wurden.

Ich würde den Roman weiterempfehlen und freue mich auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Gute Idee, wollte zu viel

Ashblood - Die Herrin der Engel
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Zu Beginn möchte ich einmal sagen, dass ich glaube, dass dieses Buch unglaubliches Potential hatte. Z.B. die politischen Spannungen innerhalb von Sarance, die Konkurrenz zwischen Kardinalin, Königin und ...

Zu Beginn möchte ich einmal sagen, dass ich glaube, dass dieses Buch unglaubliches Potential hatte. Z.B. die politischen Spannungen innerhalb von Sarance, die Konkurrenz zwischen Kardinalin, Königin und König, und ihren jeweiligen Untergeordneten, den Pursivant, den Musketieren und der Königswache, waren eine super spannende Voraussetzung für einen spannenden Roman. Auch die Idee mit der Ascheplage und der Engelsmagie fand ich an sich eine für mich neue Idee- allerdings haperte es meiner Meinung nach ein wenig an der Umsetzung.

Garth Nix macht es den Lesenden sehr schwer bei den Namen den Überblick zu behalten. Damit meine ich gar nicht die vielen Engelsnamen, die während des Romans fallen, diese waren zwar fremdartig, aber so unterschiedlich voneinander, dass man sie gut auseinander halten konnte (zwei Beispiele: Foraziel oder Gwethiniel). Was mich eher gestört hat, waren die alle sehr ähnlich klingenden Namen der Musketiere und Personen in der Sternenfestung. Um ein paar Beispiele zu nennen: Delampan, Derangue, Dupallidin, Duplessis, Degraben, Depernon und Deranagh. Es tut mir Leid, aber da fällt es wirklich schwierig die Charaktere auseinander zu halten, vor allem wenn sie teilweise nur mit Nachnamen aufgelistet werden. Hier hätte man das Ganze meiner Meinung nach leserfreundlicher gestalten können. Ich bin mir nicht sicher, ob das vielleicht ein Musketierding ist, da ich mit dem Originaltext von Alexandre Dumas nicht so vertraut bin, aber ich fand es hat das Verständnis innerhalb der Geschichte erschwert.
Die zweite stilistische Sache, die mir nicht so gut gefallen hat, war, dass Perspektiven mitten in einem Kapitel gewechselt wurden. Ich persönlich mag es sehr gerne, wenn jeder Erzähler sein Kapitel hat, aus dem berichtet wird und wenn dies nicht der Fall ist, dass zumindest mit Absätzen gearbeitet wird, um zu verdeutlichen, dass hier ein Wechsel stattfand, aber in "Ashblood" werden wird teilweise in aufeinanderfolgenden Sätzen geschrieben, was alle Charaktere zu einer Situation denken.

Ich bin sehr gut in das Buch eingestiegen und war von Beginn an gefesselt. Besonders Lilaths Charaktere hat mich gefesselt, da ich bis zum Schluss nicht ganz wusste, was sie nun letztendlich vorhat und unbedingt wisse wollte, ob sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann. Auch der Erzählstil war angenehm und es fehlte nicht an Witz und Charme. Insgesamt wurde sehr gut in das Setting und Charaktere eingeleitet, doch ab der Hälfte des Romans wurde es dann leider holprig. Es wirkte, als hätten wir gerade die Einleitung abgeschlossen, die Charaktere wurden vorgestellt und finden gerade zueinander, und dann waren plötzlich nur noch wenig Seiten übrig.
Daher wirkte das Ende für mich sehr überstürzt und gehetzt, hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Schließlich mussten in die letzten ca. 200 Seiten noch eine Begegnung, eine Expedition und die Auflösung gepackt werden. Das wurde dem Beginn des Romans nicht gerecht, der sich Zeit gelassen hat alle Charaktere ausführlich vorzustellen. Der Roman ist meines Wissens darauf ausgelegt ein Einzelband zu sein, was vielleicht sein Problem war. Hätte der Autor den Roman entweder doppelt so dick gemacht oder hätte ihn in eine Duologie umgewandelt, hätte es gegebenenfalls besser geklappt.

Das Cover hat mich sehr gut gefallen. Auf einem türkis-blauen Hintergrund ist ein goldener Musketierdegen abgebildet, der einerseits von goldenen Engelsflügeln, aber andererseits von schwarzen Aschewolken umgeben ist, somit vereint das Cover die Themen aus dem Roman: Musketiere, Engelsmagie und Plage. Das finde ich auf eine ansprechende Art sehr gut gelöst. Ebenfalls gut gelöst fand ich, dass es zwei Karten im Roman gibt, einmal die Karte der Reiche und einmal eine Karte der Hauptstadt Lutace, in der sich ein Großteil des Romans abspielt. Die Karten haben bei der Orientierung sehr geholfen, auch wenn ich die zweite Karte erst nach einer Weile entdeckt habe, da sie sich am Ende des Buches befindet. Wenn ihr das also lest: Klappt gerne einmal den hinteren Einband auf!

Ich glaube ich hätte mir fast gewünscht, dass auch die Engel ein wenig mehr Charakter haben, als nur diese verschwommenen Schatten zu sein, die beschworen werden können. Die Engel bleiben im Roman allerdings zum großen Teil stille Instrumente, und da es so viele Engel gibt, wird der selbe Engel auch selten zweimal beschworen, sodass es schwierig ist, als Leser eine Bindung mit ihnen aufzubauen, auch wenn die Charaktere vielleicht ihre persönlichen Beziehungen zu einzelnen oft heraufbeschworenen Engeln haben.

Obwohl ich jetzt einige Punkte aufgelistet habe, die mir beim Lesen nicht so gut gefallen haben, muss ich dazu sagen, dass ich wie oben beschrieben die Idee des Settings und die Charaktere ziemlich toll fand. Die Idee der Engelsmagie war für mich neu und innovativ. Allerdings hätte sich der Roman etwas mehr Zeit nehmen sollen, oder bzw. hätte eine Fortsetzung gut vertragen. Ich war jedoch konstant an der Entwicklung und Geschichte interessiert, weshalb ich auch recht schnell gelesen habe. Ein wenig traurig bin ich, dass wir die Welt der Musketiere nun zurücklassen, da der Roman als Stand Alone angedacht ist. Aufgrund seiner Schwächen würde ich dem Roman 3 von 5 Sternen geben.

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Veröffentlicht am 07.04.2023

Zurück ins Nimmernie mit Ash

Plötzlich Rebell – Das eiserne Schwert
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Plötzlich Rebell - das eiserne Schwert ist der zweite Teil der "Plötzlich Rebell" Reihe, die an die "Plötzlich Fee" Reihe der Autorin anschließt.

Das Cover ist ein echter Hingucker! Es ist ganz in silber ...

Plötzlich Rebell - das eiserne Schwert ist der zweite Teil der "Plötzlich Rebell" Reihe, die an die "Plötzlich Fee" Reihe der Autorin anschließt.

Das Cover ist ein echter Hingucker! Es ist ganz in silber gehalten und glänzt im Licht. Durch die silberne Farbe wirkt es sehr edel und glänzt. In der Mitte thront der Text „Plötzlich Rebell“ und darunter ist das eiserne Schwert mit einem grünen Stein im Griff abgebildet. Ich persönlich finde das Cover sehr schön.



Ich glaube ich bin nicht die einzige, die überrascht davon war, dass der Roman aus der Sicht von Ash geschrieben wurde. Schließlich begann der erste Teil der „Plötzlich Rebell“-Reihe mit Pucks Sichtweise und viele Leser – mich eingenommen- nahmen an, dass es sich in den neuen Abenteuern primär um Puck drehen würde. Dem war so nicht. Zuerst war ich auch eigentlich ganz angetan von der Idee die Geschichte aus Ashs Perspektive zu hören.

Leider hat es nicht ganz so lange angehalten, da ich Ash als Erzähler eher etwas… nervig fand, da Ash etwas repetitiv ist, er spricht zu 80% von seinem Zorn, der ihn droht zu überwältigen. Wenn er nicht zornig ist, dann ist er die restlichen 20% damit beschäftigt besorgt zu sein.

Außerdem handelt er oft rasch und unüberlegt und untergräbt teilweise auch – meiner Meinung nach – mit seinen Handlungen die Autorität seiner Frau, der Eisernen Königin Meghan. Beispielsweise wenn sie Verhandlungen beginnen möchte und er zu einem Angriff übergeht oder den Gegner bedroht.

Ähnlich wie die Beziehung zwischen Ash und Meghan bleibt aber auch die Beziehung zu Keirran, ihrem Sohn, in diesem Teil relativ oberflächlich.

Zum Plot: Puh, irgendwie lässt der sich ganz schön Zeit um "warm" zu werden. Damit meine ich nicht, dass nichts passiert. Ganz im Gegenteil, es wird gefühlt die ganze Zeit gekämpft, allerdings verbringen die Hauptcharaktere die ersten zwei Drittel des Romans mit teilweise unnötigen "Side-Quests". Nämlich von Ort zu Ort zu wandern, um Informationen zu bekommen. -versteht mich nicht falsch, das ist alles wichtig, um Keirran zu finden, aber es zieht sich über zweihundert Seiten, bis wir endlich mit dem richtigen Feind des Romans konfrontiert werden. Vielleicht leidet der Roman einfach am "Mittlerer Band"-Syndrom in der Reihe, der ein wenig wie ein Füller wirkt.

Ohne zu viel zu verraten muss ich aber sagen, dass ich das Ende sehr spannend fand und gerne wissen möchte, was uns nun auf der anderen Seite erwartet. Die Geschichte und auch der Plottwist hatten definitiv Potential und haben mich unvorbereitet getroffen. Auch wenn ich persönlich mir an der ein oder anderen Stelle vielleicht sogar eine andere Entwicklung gewünscht hätte (Stichwort Nyx).



Für alle Plötzlich Fee-Fans wird es aber auf jeden Fall auch sehr nostalgisch sein die Reihe zu lesen, da wir nach Nimmernie zurückkehren und unsere Charaktere wieder treffen, das ist natürlich recht positiv. Auch bin ich nach wie vor von der Vielfalt der Feenwesen begeistert, auch von den neu dazugekommenen Feen, die Autorin beweist hier deutlich Kreativität. Allerdings muss die Autorin meiner Meinung nach aufpassen, wie oft sie Nimmernie dem knappen Weltuntergang entgegenstellen möchte- denn es könnte ab einem gewissen Punkt sehr repetitiv wirken. Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob ich nicht vielleicht einfach aus der Reihe herausgewachsen bin? Da mich doch einige Sachen beim Lesen gestört haben, würde ich dem Roman insgesamt 3,5 von 5 Sternen geben.



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Veröffentlicht am 28.03.2023

Eine Überraschung

A Magic Steeped in Poison – Was uns verwundbar macht
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Hand aufs Herz: zuerst hat mich vor allem das wunderschöne Cover auf das Buch aufmerksam gemacht. Ich kannte es schon aus der englischen Version, die bereits seit einiger Zeit in der Buchhandlung zur Schau ...

Hand aufs Herz: zuerst hat mich vor allem das wunderschöne Cover auf das Buch aufmerksam gemacht. Ich kannte es schon aus der englischen Version, die bereits seit einiger Zeit in der Buchhandlung zur Schau stand.

Unter Teemagie konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen. Als ich dann begonnen habe zu lesen, war ich total fasziniert. Der Roman hat hinten im Anhang ein Verzeichnis, in dem es nicht nur auflistet wie Begriffe und Zutaten auf chinesisch geschrieben und ausgesprochen werden, sondern es gibt auch eine Liste, die aufzählt, welche Eigenschaften bestimmten Zutaten in der medizinischen Medizin zugeschrieben werden. Das fand ich spannend, denn das Buch basiert lose auf chinesischer Mythologie und Arznei. Hin- und wieder werden auch andere chinesische Mythologien aufgegriffen, wie zB die Mondgöttin etc.

Das Magiesystem was Judy I. Lin erschaffen hat war super spannend. So erschaffen Ning und andere Shénnóng-tú magische Tees, die eine Person zB die Wahrheit sagen lassen können oder heilen können etc. Was ich daran besonders spannend fand war, dass zwischen dem Empfänger und dem Hersteller des Tees eine Verbindung aufgebaut wird. Die Magie wird also von beiden empfunden und funktioniert daher auch nicht nur in eine Richtung. Das fand ich eine spannende Idee.

Die Geschichte folgt der Protagonistin Ning, die in die Hauptstadt an einem Wettbewerb teilnimmt, um die nächste Shénnóng-shi, dh Hofteemagierin, zu werden. Sie erhofft sich dadurch ein Heilmittel für ihre vergiftete Schwester zu finden. Der Roman begleitet ihren Weg in die Hauptstadt und durch sie beobachten wir die Intrigen am Hof, rundum die Kaisertochter Zhen. Gemeinen mit Ning finden wir heraus, wer am Hofe vertrauenswürdig ist und wer hinter den Giftattentaten im Kaiserreich steckt. Ich fand es richtig gut gelungen, dass man nie wirklich wusste, wem man vertrauen konnte und ich habe meine Meinung mehrfach während des Lesens geändert und war unschlüssig, ob ich richtig lag. Das hat mir gut gefallen, dass ich den Roman schwer durchschauen konnte und dieser mich überrascht hat.

Im Roman gibt es auch eine Liebesgeschichte, allerdings steht diese nicht im Vordergrund des Romans, weshalb ich den Roman nicht als Romantasy betiteln würde. Die angedeutete Liebesgeschichte fand ich aber sehr süß und mitreißend und hätte tatsächlich eigentlich gerne mehr über sie gelesen, fand es aber gleichzeitig gut, dass der Fokus auf Ning und dem Wettbewerb stand.

Alles in allem hat mir der Roman sehr gut gefallen, weshalb ich ihn recht schnell gelesen habe. Der Schreibstil hat etwas verträumtes an sich, was auch daran liegen kann, dass Ning eine Art Traumwelt betritt, wenn sie ihre Teemagie einsetzt. Der Cliffhanger am Ende ist fies und ich brauche unbedingt im Herbst die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 28.03.2023

Tolle Fortsetzung

Die Augen der Galaxis
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Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich sofort nachdem ich den zweiten Teil beendet habe, gegoogelt habe, wann der nächste Band erscheint, da das Buch mich nach mehr lechzend zurückgelassen hat! Zu meinem ...

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich sofort nachdem ich den zweiten Teil beendet habe, gegoogelt habe, wann der nächste Band erscheint, da das Buch mich nach mehr lechzend zurückgelassen hat! Zu meinem Schrecken habe ich festgestellt, dass der dritte Teil "Lords of Uncreation" am 2. Mai 2023 erst auf Englisch erscheint, was bedeutet, dass es noch eine Weile dauern wird, bis der dritte Teil im Deutschen erscheint. Dabei muss ich unbedingt wissen, wie es weiter geht!

Mir gefällt die Kreativität des Autors und ich bin immer wieder überrascht mit welchen Wesen und Welten er uns das nächste Mal überrascht. Toll finde ich dabei, dass trotz aller Science-Fiction-Elemente doch auch realistische Aspekte aufgezeichnet werden, z.B. dass man eben noch keine perfekte Übersetzung für alle Alien-Spezies gefunden hat, und es eben doch immer wieder noch Sprachbarrieren gibt, wie beispielsweise mit den Essiel oder den Naeromathi. Auch die Helden sind keine wunderschönen, engelsgleichen, fehlerlose Wesen, sondern ein verängstigter Int mit Segelohren, eine Anwältin mit ruinierter Karriere und eine körperlich beeinträchtigte, aggressive Drohnentechnikerin.

Ein weiterer Punkt, der mir sehr gut gefallen hat, war wie unvorhersehbar der Roman ist. Immer wenn ich dachte, ich weiß wie es nun weiter geht, tauchte plötzlich mitten im Gewimmel ein neues Schiff auf und brauchte einen neuen Mitspieler ins Geschehen. Somit kamen einige Wendungen im Roman auf mich zu, die ich absolut nicht habe kommen sehen.

Die Architekten sind zurück- und das nicht nur theoretisch oder in der Zukunft, nein, wir bekommen sie live im zweiten Roman mit und sie werden als echte Gefahr vorgestellt und wir bekommen sie als Leser auch zu Gesicht und "beobachten sie nicht nur aus der Ferne".

Neben dem Kampf gegen die Architekten fokussiert sich der Roman vor allem auch um die wachsende Spannung im Weltall und bereitet das Geschehen auf einen anstehenden Krieg zwischen dem Partheon und den Kolonialen vor. Dabei wird der Verdacht erweckt, dass HuKo, die Kommission für Humaninteressen, von Nativisten unterlaufen wird. Ein erschreckendes Bild, was gut vor Augen führt, wie schnell Fanatiker eine Organisation unterwandern können. Generell beschäftigt sich der Roman unterschwellig viel mit der Frage nach Richtig und Falsch, vor allem durch den Charakter Idris, der versucht einen moralischen Kompass aufrecht zu erhalten, den die anderen Charaktere manchmal aus den Augen verlieren. Beispielsweise fragt sich Idris in wie weit sich Jemand, der in einer streng soldatischen Hierarchie aufgewachsen ist, wie die Parthenierinnen, überhaupt freiwillig für etwas melden kann. Oder er stellt in Frage, ob die vollkommene Zerstörung der Architekten moralisch richtig ist, obwohl bekannt ist, dass diese unter Zwang handeln. Besonders spannend fand ich hier auch die Rolle des Colvari, der zwischen den Interessen seines Auftraggebers und des Kollektivs entscheiden muss.

Ich muss aber auch sagen, dass vor allem die Physik im Roman recht kompliziert wird. Vor allem wenn Idris und andere den Unraum weiter analysieren und beobachten, bin ich schon manchmal an meine Grenzen gestoßen und hatte etwas Schwierigkeiten zu folgen. Ohne zu viel zu verraten, musste ich vor allem die komplexen Passagen mit der Maschine zweimal lesen, um die Erkenntnisse aus dem Unraum einigermaßen zu verstehen. Hier habe ich ein wenig Sorge, dass es im dritten Teil ggf. noch etwas komplexer wird.

Im ersten Teil wurde eine leichte Anziehung zwischen Idris und Trost angedeutet, die im zweiten Band etwas vertieft wird, jedoch ist der Roman keine Liebesgeschichte und ich bin auch froh, dass es bei Andeutungen bleibt, denn es wäre schade, wenn der Roman von einer plötzlichen Liebesgeschichte überschattet würde, da er auch so echt gut funktioniert. Stattdessen liegt der Fokus eher auf den Entwicklungen der Charaktere, denn sowohl Trost, die sich den Kolonialen annähert, als auch Idris, der seine ganz eigene Entwicklung durchmacht, sind nicht mehr die Figuren, die vor achtzig Jahren im ersten Architektenkrieg gekämpft haben.

Das einzige, was ich tatsächlich ein wenig kritisieren würde ist, dass wir am Ende etwas "auf die Folter gespannt werden". Gegen Ende des Romans wird eine weitere Erkenntnis errungen und anstatt diese schnell mit dem Leser zu teilen, wird die Erkenntnis nach hinten ins Geschehen verband, als wolle man sie sich für den dritten Teil aufheben, was ein wenig schade war, da man das Gefühl hatte nur ein "Häppchen" abbekommen zu haben, andererseits hatte man auf den knapp 700 Seiten schon so viel Inhalt, dass man selbstverständlich irgendwo den Cut machen musste und sich somit umso mehr auf den dritten Teil der Reihe freuen kann.

Fazit
Insgesamt hat mir der Roman wirklich gut gefallen und ich würde trotz kleinerer, oben aufgeführter Kritikpunkte 5 von 5 Sternen vergeben.

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