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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2019

Erschreckend realistisch

Dry
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„Dry“ vom Vater-Sohn-Duo Neal und Jarrod Shusterman ist eine spannende Dystopie, die sich in nicht allzu ferner Zukunft leider durchaus bewahrheiten kann.

Es gibt kein Wasser mehr. Nirgendwo. Die Einwohner ...

„Dry“ vom Vater-Sohn-Duo Neal und Jarrod Shusterman ist eine spannende Dystopie, die sich in nicht allzu ferner Zukunft leider durchaus bewahrheiten kann.

Es gibt kein Wasser mehr. Nirgendwo. Die Einwohner von Kalifornien sind von einer Minute auf die andere komplett von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Flüsse und Stauseen sind ausgetrocknet. Es gibt keine Reserven mehr und keine Aussicht auf Regen. Millionen Menschen sind betroffen. Die sechzehnjährige Alyssa und ihre Familie merken schnell, was das bedeutet. Zunächst sehen alle die Wasserlosigkeit noch als vorübergehende Unannehmlichkeit. Doch schon nach kurzer Zeit geht der unerbittliche Kampf um das kostbare Nass los.

Angesichts der klimatischen Entwicklungen ist die düstere Zukunftsvision der beiden Autoren erschreckend realistisch. Die Wassersparmaßnahmen für Pools und Rasensprenger bei allzu langer Trockenheit gibt ja bereits. Das Buch geht im Prinzip nur einen kleinen Schritt weiter. Und genau das macht es so beklemmend.
Alyssa ist die Hauptfigur im Buch und ein Beispiel, wie eine solche Krise einen Durchschnittsmenschen verändern kann. Die Extremsituation bringt Alyssa an ihre moralischen Grenzen und darüber hinaus. Im Buch gibt es jede Menge Figuren, die teils einen größeren Part einnehmen, oder nur einmalig auftauchen. Viele Einzelschicksale summieren sich zu einer beängstigenden Katastrophe. Die Charaktere müssen in kürzester Zeit eine extreme Entwicklung durchmachen, die von den Autoren glaubwürdig beschrieben wird. Die Perspektiven wechseln immer zwischen den verschiedenen Personen. Dadurch zeigt sich sehr schön, dass der äußere Anschein nicht immer zutreffend ist.
Neal Shusterman hat einen fesselnden Schreibstil, der es unmöglich macht, das Buch zur Seite zu legen. Der protokollartige Aufbau lässt die Story teilweise noch intensiver wirken. Die beklemmende Grundstimmung herrscht ab der ersten Zeile und trotzdem bleibt immer ein Fünkchen Hoffnung, zumindest im Buch.
Mir persönlich hat dieses düstere Buch sehr gut gefallen. Ich gebe volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.08.2019

Verdrängte Erinnerungen

Das Monster in ihm
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Nora kehrt in ihr altes Heimatdorf zurück, um das Haus ihres Vaters auszuräumen. Sie hatte schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm und auch keine wirklichen Erinnerungen an ihre Kindheit. Nach seinem ...

Nora kehrt in ihr altes Heimatdorf zurück, um das Haus ihres Vaters auszuräumen. Sie hatte schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm und auch keine wirklichen Erinnerungen an ihre Kindheit. Nach seinem Tod versucht sie nun, einige Erinnerungen aufzufrischen und mit dem Ort abzuschließen. Doch gleich nach ihrer Ankunft im Dorf begegnen ihr die Nachbarn ihres Vaters seltsam oder sogar offen feindselig. Nora entdeckt einige beunruhigende Dinge im Keller ihres Vaters, die sie zu weiteren Nachforschungen anspornen. Wer war ihr Vater eigentlich wirklich?

Hanna Hagen versteht es auch in diesem Buch meisterlich, eine beklemmende und düstere Atmosphäre herzustellen, die Gänsehaut beim Lesen verursacht. Die eigenartigen Nachbarn, die Funde im Haus des Vaters und die bruchstückhaften Erinnerungen von Nora ergeben ein spannendes Puzzle, das am Ende gelöst wird.
Einzig allein die Figur der Nora ist für mich persönlich nicht ganz stimmig. Zu Beginn mochte ich sie durchaus. Als sie aber ihre privaten Ermittlungen beginnt, finde ich ihr Vorgehen stellenweise so naiv, dass es für mich nicht zum Charakter passt. Die Nebenfiguren hingegen finde ich in ihren Eigenheiten und Details sehr gut dargestellt.
Insgesamt ist hat der Thriller eine richtig spannende Handlung und man fiebert der Auflösung entgegen. Da hier quasi jeder verdächtig sein könnte, bleibt es bis zum Schluss interessant.
Ein gelungener Thriller, den ich gern weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Perfekt zum Lesenlernen

Doktor Miez - Das verschwundene Sumselschaf (Doktor Miez 1)
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„Doktor Miez – Das verschwundene Sumselschaf“ von Walko ist ein perfektes Buch zum Vorlesen oder für kleine Erstleser.

Doktor Miez hat in seiner Praxis im Sumseldorf immer viel zu tun. Gemeinsam mit seinem ...

„Doktor Miez – Das verschwundene Sumselschaf“ von Walko ist ein perfektes Buch zum Vorlesen oder für kleine Erstleser.

Doktor Miez hat in seiner Praxis im Sumseldorf immer viel zu tun. Gemeinsam mit seinem Assistenten Hund Joschi erlebt er jede Menge Abenteuer. Auf einmal herrscht große Aufregung im Sumseldorf. Das Sumselschaf Määh ist spurlos verschwunden. Doktor Miez, Joschi und die anderen Dorfbewohner tun alles, um Määh wiederzufinden. Doch das ist gar nicht so einfach.

Der Kinderbuchautor Walko hat es einfach drauf. Das kann man nicht anders sagen. Die Geschichte um Doktor Miez und seine Freunde ist wunderbar kindgerecht spricht die Zielgruppe perfekt an. Die skurrilen Abenteuer im Sumseldorf sind genau das Richtige für kleine Erstleser oder auch jüngere Kinder. Schreibstil und Satzbau sind leicht verständlich, so dass die Kinder nicht überfordert werden und den Spaß am Lesen nicht verlieren. Das ist sowieso unmöglich, da alle wissen wollen, wo Määh denn nun abgebleiben ist.
Ich persönlich könnte mich jedes Mal in die absolut niedlichen und unübertroffenen Illustrationen von Walko verlieben. Es gibt auf jeder Seite etwas Neues zu entdecken. Die Bilder sind einfach zuckersüß und gefallen nicht nur den Kindern. Das Buch ist wirklich für die ganze Familie wunderbar geeignet.
Uns hat die überaus witzige und unterhaltsame Geschichte über Freundschaft sehr gut gefallen. Von uns gibt es eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Der Zauber der ersten Liebe

Mia Magie und der Liebestrank
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„Mia Magie und der Liebestrank“ ist eine zauberhafte Geschichte für kleine Leser, in der es nicht nur um Magie, sondern auch um die erste Liebe der Titelheldin geht.

Liebe liegt in der Luft. Nicht nur ...

„Mia Magie und der Liebestrank“ ist eine zauberhafte Geschichte für kleine Leser, in der es nicht nur um Magie, sondern auch um die erste Liebe der Titelheldin geht.

Liebe liegt in der Luft. Nicht nur Mias Mama ist schwer verliebt in ihren neuen Freund Patrick, auch Mia hat es erwischt. Immer wenn sie David sieht oder an ihn denkt, leuchtet ihr magischer Gefühlsfleck im Gesicht himbeerbrausepulverrosa. Leider scheint David für Mia nicht das gleiche Interesse zu haben. Aber das ist für die kleine Hexe ja kein Hindernis. Ein Verliebungstrank muss her, auch wenn ihre Hexentante Polly ihr das strikt verboten hat.

Julie Bender erzählt die Geschichte der kleinen Hexe Mia mit einem neuen Abenteuer weiter. Die erste zarte Liebe ist ein schönes Thema, das hier absolut altersgerecht umgesetzt wurde. Mias Gefühle sind realistisch geschildert und man hätte es nicht besser beschreiben können.
Natürlich gibt es trotzdem noch eine aufregende Mission für Mia und ihre Freunde, die für aureichend Spannung sorgt. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, so dass das Lesen richtig Spaß macht. Der Schreibstil liest sich vor allem für die kleinen Leser sehr leicht und flüssig.
Die Illustrationen von Alexandra Helm passen hervorragend zur Geschichte. Das geht schon beim herzigen Cover los und zieht sich auf fast jeder Seite durch das gesamte Buch.
Uns hat das neue Abenteuer von Mia Magie sehr gut gefallen. Der Mix aus Abenteuer, Spaß und erster Liebe ist überaus gut gelungen. Wir können das zauberhafte Kinderbuch nur wärmstens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Ich liebe es

Songs of our past
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OMG, dieses Buch hat mich echt umgehauen. Ich weiß gar nicht, wie ich die Zeit bis zum zweiten Band überbrücken soll.

Carrie kehrt in die Stadt zurück, die sie vor drei Jahren überstürzt verlassen hat. ...

OMG, dieses Buch hat mich echt umgehauen. Ich weiß gar nicht, wie ich die Zeit bis zum zweiten Band überbrücken soll.

Carrie kehrt in die Stadt zurück, die sie vor drei Jahren überstürzt verlassen hat. Zurückgelassen hat sie damals ihre Freunde und ihre große Liebe Evan, den Leadsänger der Rockband Broken Sons. Kurz nach ihrer Ankunft gerät sie ausgerechnet in ein Konzert der Broken Sons. Dort realisiert sie schnell, dass alle Songs von ihrer und Evans Vergangenheit erzählen. Carrie wird von ihren Erinnerungen überrannt und muss sich ihren Gefühlen stellen.

Bis auf den Prolog und den Epilog, die aus Evans Perspektive erzählt werden, ist das gesamte Buch aus Carries Sichtweise geschrieben. Die Handlung springt zwischen der Gegenwart und den verschiedenen Stationen ihrer gemeinsamen Liebe hin und her. Durch diese Sprünge wird der Gefühlswirrwarr der beiden noch greifbarer. Zu Beginn ist das zunächst etwas verwirrend, aber je weiter man liest desto genialer wirkt diese Erzählweise. Bis man am Ende total von der Geschichte gefangen ist.
Songs of our past von Emily Crown orientiert sich strukturell an den Songs, die Evan über die Beziehung zu Carrie geschrieben hat. Allein diese Idee finde ich großartig. Man ist total nah an den Figuren dran und kann sich richtig in ihre Emotionen hineinversetzen. Der Schmerz, den beide fühlen, wird fast lebendig. Evan drückt sich über seine Musik aus und Carrie über ihre Tagebucheinträge und Erinnerungen.
Die Autorin lässt ihre Charaktere Fehler machen und unperfekt sein. Damit wirken sie authentisch und menschlich. Der Schreibstil ist fesselnd und liest sich hervorragend.
Ich bin wirklich begeistert von dieser absolut romantischen und emotionalen Lovestory. Ich will unbedingt wissen, wie es mit Carrie und Evan weitergeht und ob beide noch eine gemeinsame Zukunft haben. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl.