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Veröffentlicht am 25.02.2018

Bildgewaltig, tieftraurig und schön zugleich erzählt Biance Bellová vom Schicksal des jungen Namis und seiner Suche nach Antworten.

Am See
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„Ja, ja und ja!“ — so oder so ähnlich waren meine Gedanken, als die Pressemitteilung zu Bianca Bellovás neustem Buch eintrudelten. Nicht, dass ich schon vorher was von ihr gelesen hätte, nein, aber dieser ...

„Ja, ja und ja!“ — so oder so ähnlich waren meine Gedanken, als die Pressemitteilung zu Bianca Bellovás neustem Buch eintrudelten. Nicht, dass ich schon vorher was von ihr gelesen hätte, nein, aber dieser Klappentext schien praktisch nach mir zu rufen! Es geht um den jungen Nami, der in einem kleinen Fischerdorf mitten im Nirgendwo bei seinen Großeltern wohnt. Von seiner Mutter hat er nur eine einzige, sehr flüchtige Erinnerung. Niemand will ihm auf seine Fragen antworten und im Dorf kursieren Unmengen sehr negativer Gerüchte über seine vermeintliche Mutter. Wie die Menschen in seinem Dorf wächst Nami mit dem Glauben an den Seegeist auf, der seit Urzeiten böse ist und den See austrocknen lässt. Um ihn zu besänftigen, werden die unheilbar Kranken, bereits Toten oder Kriminellen zu ihm in den See geworfen. Doch es hilft nichts, und weil der See stark austrocknet, mit Kadavern gefüllt wird und überall eine Salzkruste hinterlässt, sind die Bewohner, die am und im See arbeiten, mit Ekzemen übersät. Als bei einem Unwetter sein Großvater ums Leben kommt und wenig später auch seine Großmutter dem Seegeist übergeben wird, ist Nami auf sich allein gestellt. Der Kolchosvorsitzende, seine Frau und deren dreiarmiges Baby ziehen kurzerhand ungefragt in das Haus seiner Großeltern und Nami erlebt keine schöne Zeit, er ist den Launen des Vorsitzenden ausgesetzt und wird in den Hühnerstall eingesperrt. Kurzerhand beschließt er, in die Hauptstadt zu reisen, um dort seine Mutter zu finden. Eine weiter Weg steht ihm bevor, gespickt mit viel harter Arbeit und Freunden, die keine Freunde sind.

Bianca Bellová zeichnet hier das Portrait eines kleinen Dorfes, das irgendwo zwischen Aberglauben, Krankheit und Rückständigkeit steckt. Und mittendrin ist Nami. Nami, der sich vor keiner Arbeit scheut, sich nicht beschwert, dass er zwischen den Hühnern schlafen muss, Nami, der alles verloren hat und auf der Suche nach seiner Mutter eine weite Reise zurücklegt und Situationen erleben muss, die ihm lieber erspart gewesen wären. So asphaltiert er Straßen, arbeitet in einem Schwefelwerk und landet schließlich bei einem reichen Drogendealer, wo er zum ersten Mal in seinem Leben auf einer richtigen Matratze schläft – ein ungeahnter Luxus für ihn. Nami versteht nicht, warum in diesem Haus alles so protzig und „auf dumme, sinnlose Weise teuer und luxuriös“ sein muss und zieht auch bald, nach einer Episode, die das fragwürdige Töten von Tieren beinhaltet, weiter. Müde, erschöpft und am Ende seiner Kräfte, physisch wie psychisch, wird er schließlich von einer alten Dame aufgenommen. Weiß sie etwas über seine Mutter? Und wird er sie schließlich nach all den Strapazen finden?

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/bianca-bellova-am-see

Veröffentlicht am 25.02.2018

»Rekorder« konnte nur mit seinem Klappentext überzeugen. Tolle Idee, leider komplett ohne Spannung und Tiefgang.

Rekorder
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Als ich den Klappentext von John Darnielles „Rekorder“zum ersten Mal überflogen hatte, klang das alles nach einem sehr spannenden Buch, vielleicht sogar ein wenig zu gruselig für mich. Obwohl ich kein ...

Als ich den Klappentext von John Darnielles „Rekorder“zum ersten Mal überflogen hatte, klang das alles nach einem sehr spannenden Buch, vielleicht sogar ein wenig zu gruselig für mich. Obwohl ich kein Fan von Thrillern, Krimis und Horror-Büchern bin, habe ich mich getraut und „Rekorder“ gelesen. Doch der Klappentext wurde irgendwie nicht umgesetzt. Klar gab es diese gruseligen Filmschnipsel auf den Kasssetten, aber von Spannung, Horror oder Psycho-Thriller keine Spur. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die verschiedene Handlungsstränge aufgreifen: Während wir zu Beginn des Buchs die mysteriösen Ausschnitte auf den Kassetten in einer Videothek Ende der 90er kennenlernen und die Protagonisten Jeremy und Sarah Jane, die Inhaberin der Videothek, versuchen, sich darauf einen Reim zu machen, landen wir in einem anderen Part plötzlich mitten in den 50ern, wo die Mutter der Frau, die vermeintlich in den Videos zu sehen ist, aufwächst, ihren Mann kennenlernt und sich der Religion zuwendet. Die Videotheksinhaberin freundet sich derweil in den 90ern mit Lisa an, während Jeremy und eine Bekannte namens Stephanie sich immer mehr mit den Bändern beschäftigen. Wer hat sie aufgezeichnet? Was ist hier wirklich zu sehen? Und sollte sich nicht jemand an die Polizei wenden?

Ich muss gestehen, dieses Buch hat mich mehr verwirrt als alles andere. Die Erzählstränge waren besonders zu Beginn des Buches nicht überschaubar und nach dem ersten Wechsel aus den 90ern und hinein in die 50er denkt man sich als Leser „Wie, das wars jetzt?“ Zugegeben, der Part über Lisas Mutter und Vater, das bescheidene Leben in Iowa, all das hat mich mehr interessiert als die eigentliche Haupthandlung in der Videothek. Dass man hier die Hintergründe erfährt über Lisa, die natürlich die Protagonistin der Videos ist, wird relativ schnell klar, doch der wirkliche Knackpunkt erfolgt erst, nachdem man 200 Seiten tief im Buch ist. Man erfährt, was Lisas Mutter dazu gebracht hat, das zu tun, was sie getan hat, und wie Lisa damit ihr Leben lang umzugehen versucht. Dass Jeremy in der Haupthandlung in den 90ern charakteristisch nur angerissen wird und keinen wirklichen aktiven Part hat, finde ich sehr schade. Generell sind die Charaktere, bis auf Lisas Mutter, meiner Meinung nach allesamt nur Skizzen und sehr wenig ausgefleischt — mit Ausnahme vielleicht von Jeremys Vater, der nach dem Tod seiner Frau versucht, sein Leben irgendwie weiterzuleben. Nicht einmal Jeremy, den eigentlichen Protagonisten, lernen wir genug kennen, damit er uns sympathisch werden könnte. Generell finde ich keinen einzigen Charakter aus „Rekorder“sympathisch oder könnte mich mit ihm identifizieren, weil einfach die Substanz fehlt.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/john-darnielle-rekorder

Veröffentlicht am 17.02.2018

Von der Schönheit der Welt, unserem Platz darin und Gedanken darüber, was wir ohne unsere Erinnerungen wären.

Memory Wall
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„Memory Wall“ ist mein erstes Buch von Anthony Doerr – nach diesem Werk bin ich aber mehr als euphorisch, noch andere seiner Bücher zu lesen! Doerr erzählt in dieser 130 Seiten kurzen Novelle von einer ...

„Memory Wall“ ist mein erstes Buch von Anthony Doerr – nach diesem Werk bin ich aber mehr als euphorisch, noch andere seiner Bücher zu lesen! Doerr erzählt in dieser 130 Seiten kurzen Novelle von einer alten Dame, die mit einem Gedächtnisstimulator in der Lage ist, mittels Kassetten längst verlorene Gedanken abzuspielen. Dies geschieht mit einem speziellen Helm, dessen Enden in ihre in den Schädel eingelassenen Öffnungen eingeführt wird. Den Patienten soll durch die mehrfache Stimulation mit den Erinnerungs-Kassetten ermöglicht werden, sich ans Erinnern zu erinnern. Parallel dazu versuchen Kriminelle, Erinnerungen reicher oder berühmter Personen zu „ernten“. Der junge Luvo wird von der Straße aufgesammelt, bekommt die Zugänge für den Stimulator gelegt und soll nun in den Erinnerungen Almas nach dem einen Fetzen stöbern, der seinen Auftraggeber reich machen soll. Denn Almas Mann war ein begeisterter Hobby-Archäologe, der bei dem Fund seines Lebens während einem Ausflug mit ihr einen Herzanfall erlitt. Das Fossil soll riesig und viele Millionen Rand wert sein, Geld, mit dem Roger seine Schulden abbezahlen kann…


Almas Hausdiener Pheko lebt im Gegensatz zu ihr ein bescheidenes Leben in einer beschaulichen Hütte in ärmlichen Verhältnissen. Er pflegt Alma, fährt sie zum Arzt, legt ihr ihre Lieblingskassetten und hilft ihr, im Alltag zurecht zu kommen. Während ihr Zustand zusehends schlechter wird, muss er sich mit der plötzlichen Krankheit seines Sohnes zurechtfinden und auch noch seine drohende Arbeitslosigkeit im Auge behalten, denn Alma soll bald in ein Heim verlegt werden. Doch ob sie ihre „Memory Wall“, ihre Wand aus mehr oder weniger geordneten Erinnerungs-Kassetten, Ausschnitten und Fotos, dorthin mitnehmen darf, ist fraglich. Und auch Luvo muss sich beeilen, diese eine Erinnerung zu finden, denn schon bald kommt der Makler und das Haus wird verkauft.


»Nichts bleibt«, sagte Harold. »Dass etwas versteinert, ist ein Wunder. Die Chancen stehen eins zu fünfzig Millionen. Der Rest von uns? Wir verschwinden im Gras, in Käfern, in Würmern. In Lichtstreifen.«


Anthony Doerr erzählt in einer faszinierenden Art und Weise von der flüchtigen Welt der Erinnerungen, und wie diese uns als Mensch ausmachen. Was sind wir ohne Erinnerungen, was bleibt von einem Menschen übrig, wenn wir diese verlieren? Dieser Gedanke flößt einem Angst ein, denn Alzheimer und Demenz sind ein nicht so seltenes Leiden in unserer Welt. Und was geschieht mit unserem Bewusstsein und den ganzen Erinnerungen nach unserem Tod? Doerr greift hier spannende Themen und Fragen auf und knüpft sie herrlich zu einer Geschichte zusammen.


Fazit: Wie gern hätte ich mehr von dieser Geschichte gelesen! 130 Seiten erscheinen für ein solches Thema viel zu kurz, und dennoch hat Anthony Doerr diese wenigen Seiten wunderbar genutzt, um uns diese Geschichte zu schenken. Nicht nur das Schicksal Almas erzählt der Autor mit Bravour, sondern auch die Schönheit der Natur, der Fossilien und die Frage nach unserem Platz in der Geschichte spinnt er grandios zu einer ergreifenden Geschichten zusammen. „Memory Wall“ wirkt trotz seiner Kürze noch lange nach. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


Diese und weitere Rezensionen findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de

Veröffentlicht am 17.02.2018

Traurig, verstörend und doch so real: Die Blaupause einer dysfunktionalen Familie

Marie
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Das wunderschöne Cover hat mich gelockt, Steven Uhlys „Marie“ zu lesen. Eigentlich wollte ich vorher noch den Vorgänger dieses Buchs, „Glückskind“, lesen, aber irgendwie hat es sich nicht ergeben. Dabei ...

Das wunderschöne Cover hat mich gelockt, Steven Uhlys „Marie“ zu lesen. Eigentlich wollte ich vorher noch den Vorgänger dieses Buchs, „Glückskind“, lesen, aber irgendwie hat es sich nicht ergeben. Dabei bin ich jetzt, nach der Lektüre, noch viel begieriger drauf, mehr von der Familie und deren Vorgeschichte zu erfahren. Es geht um die Familie Kelber, Mutter geschieden, alleinerziehend mit drei Kindern: Mira, Frido und Chiara. Der Vater hat sich mit einer anderen Frau ein neues Leben aufgebaut und nimmt die Kinder am Wochenende vielleicht mal, aber nur wenn es denn unbedingt sein muss, und auch nur „Frido und die Kleine“! Veronika, die Mutter, ist sichtlich überfordert mit der Situation und schafft es immer nur gerade so, den Kindern rechtzeitig eine Mahlzeit (meistens Pizza) auf den Tisch zu stellen. Der elfjährige Frido muss daher vieles erledigen, was eigentlich kein Kind erledigen sollte: schauen, dass seine Schwestern rechtzeitig zur Schule kommen, sie dorthin begleiten, sie ermuntern, Hausaufgaben zu machen, etc. Dass das nicht gut ist für ein Kind, realisiert Veronika nicht. Und als Frido Chiara eine Gutenachtgeschichte erzählt, die sich als näher an der Realität herausstellt als gedacht, gerät das Leben der Kinder völlig aus den Fugen.


Wow. Als ich „Marie“ zur Hand nahm, war mir bewusst, dass dies kein Gute-Laune-Roman sein wird, aber dass mich das alles so mitnehmen würde, hätte ich dann auch nicht gedacht. Das Bild einer Familie, wie sie sein sollte, durchbrechen die Kelbers und zeigen so ziemlich das Gegenteil. Die Mutter kommt überhaupt nicht mit ihrer Vergangenheit klar und die Kinder werden vernachlässigt, nicht umsorgt und offensichtlich auch nicht geliebt. Hätte sie doch bloß verhütet, dann wäre ihr Leo nicht weggelaufen. Wären die Kinder doch bloß nicht gewesen… Solche Gedanken schiebt Veronika in ihrem Kopf hin und her, und die Geschichte aus „Glückskind“, die hier eine tragende Rolle spielt, wird nach und nach von den Kindern aufgedeckt. Es geht um ein Baby namens Marie, das von einem Obdachlosen in einer Mülltonne gefunden wurde. Relativ am Anfang des Buches wird klar, dass Chiara dieses Baby sein muss, und sie spürt es nach der Gutenachtgeschichte irgendwie auch. Die Sechsjährige beginnt, sich mit Marie zu identifizieren und es baut sich eine zweite Persönlichkeit in ihrem Innern auf. Während Veronika immer instabiler wird, weil die Geschichte nach sechs Jahren nun wieder auf dem Tisch liegt, verwahrlosen ihre Kinder zusehends weiter.


"Sie muss funktionieren, Das ist auch eine Strafe, sagt sie sich, Im Gefängnis hättest du es doch viel zu leicht gehabt, du dumme Kuh, denkt sie. Sie muss hart gegen sich selbst werden, dann wird es gehen."


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/steven-uhly-marie

Veröffentlicht am 17.02.2018

Bitterböse und mit einer geballten Portion der Jacobson’schen Finesse gibt es seit dem Beginn von Trumps Präsidentschaft mal wieder was zu Lachen.

Pussy
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Seit ich letztes Jahr im Rahmen des Hogarth Shakespeare Projekts Jacobsons „Shylock“ gelesen hatte, war mir klar: Der Mann kann schreiben. Nachdem ich mir sein Werk „J“zugelegt (und ins Regal gestellt) ...

Seit ich letztes Jahr im Rahmen des Hogarth Shakespeare Projekts Jacobsons „Shylock“ gelesen hatte, war mir klar: Der Mann kann schreiben. Nachdem ich mir sein Werk „J“zugelegt (und ins Regal gestellt) habe, war jedoch erst mal Ruhe. Als ich aber gesehen habe, dass der King of Cynicism eine Trump Satire geschrieben hat, musste diese doch direkt bei mir einziehen. Und so landete Howard Jacobsons „Pussy“ in meinem Regal. Zugegeben, das Cover hat mich zunächst aufgrund der Karikatur abgeschreckt, aber der Name des Autors hat dies dann wieder wett gemacht. ? Das Buch handelt von Prinz Fracassus, der im Reich Urbs-Ludus aufwächst, in dem strikte Mantelpflicht herrscht und der Überfluss regiert. Fracassus‘ Eltern merken bereits früh, dass mit ihrem Spross etwas nicht stimmt, gehen aber doch davon aus, dass sein verschlossenes Wesen auf ein hart arbeitendes Gehirn schließt. Einige Zeit später beginnt Fracassus zu sprechen und spätestens dann wird jedem klar, dass dieser Junge eine Spezialbildung benötigt, um seine Spezialtalente zu fördern. Ihm werden diverse Mentoren zur Seite gestellt, die einer nach dem anderen zum selben Schluss kommen: Es hilft nichts.

"So etwas wie Volkes Wille gibt es nicht. Es gibt bloß den Willen derjenigen, die dem Volk sagen, was Volkes Wille sein soll."

Der junge Fracassus wächst langsam heran und relativ schnell wird klar, dass er mindestens in die Fußstapfen seines Vaters treten will, mindestens ein Casino mit jeder Menge „Nutten“ aufmachen möchte und eine Mauer errichten, mit der er jene aussperren kann, die nicht seine Meinung teilen. Fracassus‘ kindliche Züge spiegeln sich allerdings nicht nur in seiner beschränkten Sichtweise, sondern auch in seinem ebenso beschränkten Vokabular und seinem fehlenden Verständnis für die Dinge dieser Welt wider. Schnell empfiehlt man „seiner Durchlaucht“ die Nutzung von Twitter, damit die Leute Notiz von ihm und seinem ungeheuren Potential nehmen mögen. Während seine Mentoren besorgt sind, er würde die 140 Zeichen nur mit Unsinn füllen, hält seine Mutter dagegen, dass er nicht genügend Worte kenne, um diese Zeichen zu füllen. „Prostituierte“ sei schließlich sein längstes Wort.

Gespickt von einigen von Fracassus‘ Tweets lässt uns Howard Jacobson hier an der kleinen Pilgerreise teilhaben, die Fracassus von seinem Vater empfohlen wird, um zu „reifen“. Dass er dabei diverse Bordelle und Casinos besucht und mit einem Diktator namens Spravchik Zehenwrestling macht und im Anschluss dessen Seelenverwandter wird, hat er sich mit Sicherheit nicht vorgestellt. Als Fracassus schließlich den Präsidenten Phonocrates auf seinem Sterbebett besucht, offenbart dieser ihm das ultimative Geheimnis guter Staatsführung: »Halte nie deine Versprechen.« Fracassus kehrt schließlich von seiner Reise zurück, und ich muss wohl kaum erwähnen, dass das letzte Kapitel »Das Ende aller Tage« heißt. ?



Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/howard-jacobson-pussy