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Veröffentlicht am 30.01.2021

Nostalgische Reise ins Jahr 1968

Die Welt war eine Murmel
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Dieser Roman nimmt uns auf eine ganz wunderbare nostalgische Reise zurück ins Jahr 1968 mit.
Der Erzähler Sigi entrümpelt in der Gegenwart den Dachboden seiner verstorbenen Mutter und findet aufbewahrte ...

Dieser Roman nimmt uns auf eine ganz wunderbare nostalgische Reise zurück ins Jahr 1968 mit.
Der Erzähler Sigi entrümpelt in der Gegenwart den Dachboden seiner verstorbenen Mutter und findet aufbewahrte Erinnerungsstücke. Diese sind für ihn Anlass, aus seiner Kindheit im Jahr 1968 zu erzählen, als er 10 Jahre alt war. Dabei geht es etwa um die erste Familienurlaubsreise nach Italien, seine Schulzeit im ersten Jahr auf dem Gymnasium, sein Alltagsleben zu Hause. Gerade in mir, die ich auch ein Kind der 1960er Jahre bin, wurden viele schöne Erinnerungen geweckt. Denn auch für mich waren Pizza und Spaghetti seinerzeit völlig neue Mahlzeiten, sah ich Flipper am Schwarz-Weiß-Fernseher und hatte weder Telefon noch Auto zu Hause und wurde in den Tante-Emma-Laden zum Einkaufen geschickt. Von den damaligen gesellschaftlichen Einstellungen der Menschen wird ein realistisches Bild gezeichnet, wenn etwa Sigis Opa als alter Nazi dargestellt wird, der alles Englischsprachige und Auslandsreisen ablehnt, die Mutter Hausfrau zu sein hat oder körperliche Züchtigungen zu Hause und in der Schule an der Tagesordnung waren. Sigi lässt beim Erzählen so manche Anekdote einfließen, wodurch alles recht humorvoll erscheint und er als rundum sympathischer Erzähler rüberkommt. Indem er in seinen Gedanken in der Gegenwart auch immer kurz die heutigen Zustände schildert, wird ein schöner Vergleich zwischen damals und heute angestellt, ohne dass aber der Schluss zu ziehen wäre, früher sei alles besser gewesen. Es war einfach nur anders.
Ein Buch, dem ich eine volle Leseempfehlung gebe.

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Veröffentlicht am 26.01.2021

Rezepte und andere Ideen für die Weihnachtszeit

Weihnachten ganz easy
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Wer die (Vorweihnachts)zeit gut durchorganisieren möchte, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Es gibt sehr schöne Ideen, wie sich die Zeit ab November bis zum eigentlichen Weihnachtsfest generalstabsmäßig ...

Wer die (Vorweihnachts)zeit gut durchorganisieren möchte, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Es gibt sehr schöne Ideen, wie sich die Zeit ab November bis zum eigentlichen Weihnachtsfest generalstabsmäßig planen und sich jeglicher Vorbereitungsstress vermeiden lässt. Den Hauptinhalt bilden leckere weihnachtliche Rezepte für Gebäck, Kuchen, Desserts und Getränke, deren Anleitungen leicht zu verstehen sind und die schön illustriert sind. Hinzu kommen Bastel- und Verschenkideen. Als großen Vorteil sehe ich das sehr handliche Buchformat.

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Veröffentlicht am 26.01.2021

Historischer Roman im Hamburg von 1886 mit vielen interessanten gesellschaftspolitischen Fragen

Elbleuchten
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An diesem Roman ist besonders lesenswert, wie viele gesellschaftspolitische Fragen thematisiert werden.
Angesiedelt ist die Geschichte im Hamburg in den Jahren 1886/7. Im Vordergrund steht die junge ...

An diesem Roman ist besonders lesenswert, wie viele gesellschaftspolitische Fragen thematisiert werden.
Angesiedelt ist die Geschichte im Hamburg in den Jahren 1886/7. Im Vordergrund steht die junge Reederstochter Lily. Durch einen von ihr mitverursachten Unfall trifft sie auf den Hafenarbeiter Jo und erhält durch ihn Kontakt zu den im Elend lebenden Menschen in ihrer Stadt. Eine Mitschülerin vom Lehrerinnenseminar führt ihr die Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen vor Augen. Lily engagiert sich trotz ihrer sozialen Herkunft zusehends im Elendsviertel und schreibt als Journalistin über diese Themen. Zwischen ihr und Jo entwickelt eine folgenreiche Liebesgeschichte.

Während so mancher historischer Roman auf mich einen zu gekünstelten Eindruck macht, ist das bei dieser fiktiven Geschichte überhaupt nicht der Fall. Sie erzählt recht realistisch über eine – eigentlich zeitlose - Liebesgeschichte von Angehörigen unterschiedlicher sozialer Schichten, die sich zu ihrer Zeit nicht schickte. Die Autorin hat hervorragend recherchiert und spricht so viele unterschiedliche Themen an wie die soziale Lage der Arbeiter, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, medizinische Versorgung, Handicaps, Zuzug von Ausländern, Homosexualität. Beim Lesen wird einem erst bewusst, wie jung manche soziale Errungenschaft noch ist. Gerade auch die Hamburger Stadtgeschichte wird real geschildert mit den Beziehungen zwischen Werften und Reedereien und den Villen entlang Alster und Elbchaussee. Für Abwechslung in dem Liebesgeschichtenteil sorgen Einschübe mit kriminellem Gehalt. Denn auch die bessere Hamburger Gesellschaft war nicht frei von Intrigen und Boshaftigkeiten und durchaus bereit, ihre Ziele welchen Preis auch immer zu erreichen.
Das Buch bekommt von mir eine volle Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.01.2021

Schöne Ausführungen zu Dorfgemeinschaft und Integration, aber überfrachtet durch eine Vielzahl an Romanfiguren und Erzählsträngen

Bergsalz
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Von der ersten Hälfte des Buches war ich sehr eingenommen. Allein die besondere, poetische, häufig mundartliche Sprache ist sehr beeindruckend und hebt das Buch aus der Menge an Romanen hervor. Zudem ist ...

Von der ersten Hälfte des Buches war ich sehr eingenommen. Allein die besondere, poetische, häufig mundartliche Sprache ist sehr beeindruckend und hebt das Buch aus der Menge an Romanen hervor. Zudem ist die Thematik aktuell und interessant. Eine Gruppe von Frauen in einem Allgäuer Dorf, alle aus unterschiedlichen Gründen unter Einsamkeit leidend, beginnt sich zu regelmäßigen gemeinsamen Mittagessen bei einer von ihnen zu treffen. Daraus entwickelt sich dann das Projekt, eine Art Gemeinschaftsküche in dem ehemaligen, von Flüchtlingen bewohnten Dorfgasthaus zu betreiben und das Dorfleben insgesamt wieder zu beleben. Leider wurden dann zu viele Romanfiguren mit individuellen persönlichen Hintergründen eingeführt, die die Handlung als solche nicht unbedingt weiterbrachten. Regelmäßige Einschübe zur Geschichte der Einödbauernhöfe im 15. Jahrhundert empfand ich als sehr schwierig zu lesen. Das Ende gar mit religiösem Einschlag hat mich verwirrt zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 22.01.2021

Anspruchsvolle Lektüre zu Religionsfragen

Der Geruch des Paradieses
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Nachdem mich erst kürzlich der von der Autorin stammende Roman „Unerhörte Stimmen“ hundertprozentig überzeugt hat, bin ich von ihrem hier zu besprechenden Roman etwas enttäuscht.
Wiederum werden die Zerrissenheit ...

Nachdem mich erst kürzlich der von der Autorin stammende Roman „Unerhörte Stimmen“ hundertprozentig überzeugt hat, bin ich von ihrem hier zu besprechenden Roman etwas enttäuscht.
Wiederum werden die Zerrissenheit zwischen der fortschrittlichen, westlich orietierten Türkei und der konservativen, stark religiösen Türkei thematisiert. Es stehen vor allem Glaubensfragen im Islam, aber auch anderen Religionen im Vordergrund. Die junge türkische Studentin Peri ist von klein auf zerrissen, was maßgeblich zurückzuführen ist auf die widerstreitenden Ansichten ihrer Eltern, einer streng gläubigen Muslima und einem Atheisten. Während ihres Studiums in England macht sie dann die Bekanntschaft einer weiteren Gläubigen und einer Sünderin sowie eines charismatischen Professors, der über „Gott“ lehrt. Für jeden Leser, der in Glaubensfragen nicht so bewandert ist, sind die tiefgreifenden theologischen und ins Philosophische übergreifenden Ausführungen nur zu verstehen, wenn er konzentriert und mit Bedacht liest und Denkanstöße aufnimmt. Irreleiten durch den Klappentext, der von einer Freundschaft der drei Frauen spricht, sollte man sich nicht. Denn um Freundschaft geht es eigentlich gar nicht. Die Rahmenhandlung – Peri findet 15 Jahre, nachdem sie England verlassen hat, auf dem Weg zu einer Abendgesellschaft in Istanbul ein Foto von den drei Frauen und dem Professor – ist sehr in die Länge gezogen und beantwortet so manche Fragen zum zwischenzeitlichen Werdegang von Peri nicht.
Sehr anspruchsvolle Lektüre, die für mich im Mittelmaß liegt.



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