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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2025

Mord an San Gennaro

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Das Cover zeigt gleich, wo das Unglück geschehen wird, im sehr turbulenten und eigenen Neapel. Gerade am Tag des Stadtheiligen St. Gennaro wird eine enthauptete Leiche gefunden. Zu allem Überfluss noch ...

Das Cover zeigt gleich, wo das Unglück geschehen wird, im sehr turbulenten und eigenen Neapel. Gerade am Tag des Stadtheiligen St. Gennaro wird eine enthauptete Leiche gefunden. Zu allem Überfluss noch in einer doch eher bizarren Form.
Mit diesem Buch lernt man Neapel und die neapolitanische Seele etwas kennen. Auch etwas Neapolitanisch konnte ich wieder üben, dank des hilfreichen Anhangs. Man greift das Spannungsfeld von Nord und Süd in Italien auf und spinnt sogar die Geschichte etwas darum herum. Wer schon in Neapel oder auch generell in Italien war und vielleicht abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs war erkennt wie treffend vieles geschildert wird: Der neapolitanische Aberglaube, die Wichtigkeit des Stadtheiligen und des Wunders und wie das Leben in der Stadt allgemein geschildert wird. Generell wird jedoch ein etwas düsteres Bild von Neapel gezeichnet.
Der Ermittler Commissario Gaetano erscheint über große Teile der Geschichte eher als Antiheld. Er trinkt regelmäßig und steht im Konflikt mit seiner doch tragischen Familiengeschichte. Er liebt und hasst Neapel und seine Bewohner oft gleichfalls. Er ist aufbrausend und cholerisch.
Die Ermittlungen selbst zeigen doch viel Ähnlichkeit mit der Realität. Es gibt Sackgassen und Ermittlungsfehler.
Allgemein liest sich der Text meiner Meinung nach sehr leicht, auch weil das Buch passend in Ermittlungstage geteilt ist. In manchen Teilen ist die Schilderung wohl doch etwas zu sehr auf die Beschreibung der Atmosphäre in Neapel ausgelegt und auch wohl die mehrfache Erklärung der Geschichte des St. Gennaro hätte es wohl nicht gebraucht.
Wer einen NICHT Cozy Crime sucht und vielleicht auch etwas Neapel kennen lernen möchte, kann ich dieses Buch ans Herz legen. Speziell auch wenn man einen Ermittler mit Ecken und Kanten sucht.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Mehr Schein als Sein?

The Island - Auf der Flucht
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Das Cover und der Titel verraten es schon, die Geschichte spielt auf einer weißen Sandstrandinsel. Protagonistin Lola flüchtet von ihrem bisherigen Leben als Hotelmanagerin in Hongkong auf die Luxusinsel ...

Das Cover und der Titel verraten es schon, die Geschichte spielt auf einer weißen Sandstrandinsel. Protagonistin Lola flüchtet von ihrem bisherigen Leben als Hotelmanagerin in Hongkong auf die Luxusinsel Keeper Island, wo sie als Assistentin ihres alten Freundes Moxham arbeiten soll. Schon bald nach der Ankunft findet Lola eine Leiche im Meer treiben, ihren Freund Moxham, der sie gewarnt hat, dass hier alle Verräter sind. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Lola vermutet, dass mehr dahintersteckt und beginnt der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Ich muss zugeben, dass mich einerseits das Cover und andererseits das Setting auf einer Luxusinsel gereizt haben dieses Buch zu lesen. Für mich eine fremde Welt. Ein bisschen weiß ich, wie es in der Luxusgastronomie zugeht, somit kann ich die Anspruchshaltung der Gäste und das Verwünschen ebendieser durch das Personal verstehen. Besonders an dieser Geschichte war jedoch wie schnell Grenzen hier u.a. zwischen Gast und Personal verschwimmen. Bei manchen Charakteren hätte ich mir jedoch ein etwas besser gezeichnetes, markanteres Profil gewünscht. Man verwechselt manche Nebendarsteller dann schon leicht.

Der Schreibstil der Autorin und die Einteilung der Kapitel ist angenehm. Man verfolgt den Arbeitsalltag auf einer Luxusinsel und die Ermittlungen von Lola. Ab und zu erklären Rückblenden, was in Hongkong geschah. Über die erste Hälfte läuft die Ermittlung durchwegs in ruhigen Bahnen doch eher wie ein klassischer Kriminalroman, erst gegen Ende nimmt die Geschichte dann doch merklich an Spannung, Wendungen und Geschwindigkeit zu. Ich mochte den Abschluss, der für mich dann doch etwas überraschend war.

Es wäre definitiv ein Buch, dass ich auf Urlaub mitnehmen würde. Vielleicht nur nicht wenn ich einen Milliardär auf seiner Privatinsel besuchen würde

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Unterhaltsames Sachbuch

True Crime in Nature
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Wie schon das überaus gelungene Cover vermuten lässt, hat man es hier nicht mit einem klassischen Sachbuch zu tun.

Durch das ganze Buch ziehen sich auflockernde Illustrationen. Die Einteilung in die ...

Wie schon das überaus gelungene Cover vermuten lässt, hat man es hier nicht mit einem klassischen Sachbuch zu tun.

Durch das ganze Buch ziehen sich auflockernde Illustrationen. Die Einteilung in die entsprechenden Kapitel und der flüssige geschreibenen Text, lassen einem gut durch das Buch kommen. Das Buch ist informativ und es fehlt nicht an fakten und Fachsprache, allerdings leicht erklärt. Jedoch wird es durch eine ordentliche Portion Humor ergänzt, wodurch man das Buch fast nicht zur Seite legen kann. Wer möchte denn nicht erfahren, wass sich hinter "Bauanleitung für ein Opfer" verbirgt.

Man merkt wieder einmal, dass es in der Natur nicht so unschuldig, ruhig und harmlos zugeht, wie man so manchmal glaubt. Außerdem lernt und merkt man sich durch die Gestaltung etwas, und freut sich umso mehr wenn man das im Alltag wiedererkennt.

Ein wirklich tolles Buch, dass das populäre Thema True Crime doch etwas anders aufarbeitet.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Starkes Debüt über gesellschaftlich schwierige Themen

Ganz aus Splittern
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Die 16-jährigen Chrissy wächst bei ihrer tablettenabhänigen Mutter und dem gewalttätigen Stiefvater in einem Problemviertel auf. Sie ist intelligent und zielstrebig und möchte unbedingt Abitur machen. ...

Die 16-jährigen Chrissy wächst bei ihrer tablettenabhänigen Mutter und dem gewalttätigen Stiefvater in einem Problemviertel auf. Sie ist intelligent und zielstrebig und möchte unbedingt Abitur machen. Glücklicherweise hat sie in einigen Freunden und Bekannten ihre eigene unterstützende Familie, denn ihren Vater kennt sie nicht. Eines Tages eröffnet sich die Möglichkeit an das renommierteste Gymnasium der Stadt zu wechseln, um dort das Abitur zu machen. Doch wie sehr darf und soll sie sich wirklich auf diese ganz andere Welt einlassen?

Der Schreibstil des Buches ist flüssig, einfühlsam und oft auch sehr leichtfüßig trotz der nicht allzu leichtfüßigen Themen, die behandelt werden. Die Autorin schafft es das das Gefühlsleben der Protagonistin gut einzufangen und präsentiert die inneren Konflikte sehr glaubwürdig. Die Charaktere sind authentisch und vielschichtig dargestellt, wodurch der Roman (leider) glaubwürdig bleibt. Viele Charaktere sind sehr liebevoll und einzigartig gestaltet, so dass ich sie wirklich vermissen werde.

Die Gestaltung des Buches (passend zum Titel) und der Titel „Ganz aus Splittern“ erklären sich im Zuge der Geschichte immer besser.

Der Roman ist trotz der Leichtigkeit des Schreibstils aber keine leichte Kost. Die im Buch enthaltene Triggerwarnung sollte man vor dem Lesen ernst nehmen. Leider sind die Themen wie häusliche Gewalt die behandelt werden gesellschaftlich relevant. Hoffnung gibt einem während der mitreisenden Geschichte, welch eine starke Frau Chrissy ist und dass sie Unterstüztung von zu beginn wahrscheinlich unerwarteter Stelle bekommt.

Von mir gibt es für diesen wundervollen Debütroman trotz der schwierigen Themen eine Leseempfehlung, jedoch eher für ältere Jugendliche bzw. junge Erwachsene.

Ich freue mich auf weiter Bücher der jungen Autorin

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Kein typischer Liebesroman

Verliebt in Stockholm
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Mira, eine Geigerin in einem Stockholmer Orchester führt eine Beziehung mit einem Starviolinisten. Dies ist jedoch nicht einfach, da der natürlich auch viel unterwegs ist. Zufällig trifft sie wieder auf ...

Mira, eine Geigerin in einem Stockholmer Orchester führt eine Beziehung mit einem Starviolinisten. Dies ist jedoch nicht einfach, da der natürlich auch viel unterwegs ist. Zufällig trifft sie wieder auf ihren ersten Freund William, wodurch sie auch wieder in ihre Vergangenheit zurückversetzt wird. Erwartet habe ich mir ehrlich gesagt einen klassischen, leichten Liebesroman mit einer Dreiecksbeziehung.

Durch das luftig leicht gestaltete Cover und der Klappentext erwartete ich eine verzwickte Liebesgeschichte. Die Erzählung springt kapitelweise durch die Zeit-einmal Gegenwart und einmal die Musikerin vor vierzehn Jahren in der Schule, kurz vor ihrem Schulabschluss. Durch den Blick in die Vergangenheit, schafft es die Autorin sehr viel Tiefgang in die Geschichte zu bekommen. Man kann die Persönlichkeit und die Gefühlswelt der Protagonistin/en dadurch besser verstehen. Also doch mehr Tiefgang als erwartet.

Man bekommt einen Einblick was es heißt von Jugend an ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, dass viel Übung und Opfer braucht. Ich selbst bin nicht aus der Musikbranche, kann mir jedoch gut vorstellen, dass der Konkurrenzkampf wie er geschildert wird, der Wahrheit entspricht.
Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Stockholmbezug gewünscht. Da davon bis auf ein paar Bezugspunkten meiner Meinung nach, gemessen am Titel leider zu wenig vorkommt.

Generell liest sich das Buch sehr leicht und die Rückblicke sind ein interessantes Element. Teilweise drucksen die Protagonisten in ihren Gesprächen jedoch zu viel herum, so dass Themen ewig in der Luft hängen und man lange braucht herauszufinden, was denn das Problem der Darsteller ist. Dies zeigt natürlich, dass es nicht so einfach ist sich mit manchen Themen auseinanderzusetzen, allerdings wird das Buch dadurch teilweise langatmig.

Allgemein also eher ein Buch über Alltags- und Liebesprobleme bzw. die Aufarbeitung der ersten Liebe.

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