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Veröffentlicht am 24.03.2022

Ertappt ...

Strandfeuer
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Strandfeuer: Ein Nordsee-Krimi

Ich bin ein bekennender Wiederholungstäter ! Glaubt ihr nicht? Doch, denn es ist für mich inzwischen schon das achte Mal, dass ich mit Kommissar Theo Krumme ermitteln darf. ...

Strandfeuer: Ein Nordsee-Krimi

Ich bin ein bekennender Wiederholungstäter ! Glaubt ihr nicht? Doch, denn es ist für mich inzwischen schon das achte Mal, dass ich mit Kommissar Theo Krumme ermitteln darf. Den kennt ihr nicht? Dann wird es aber Zeit! Der Nordsee Krimi „Strandfeuer“ von Hendrik Berg, lockt mich lesetechnisch diesmal mit einem Mord nach Sankt-Peter-Ording. Das finde ich prima, da ich da erst vor kurzem mit meinem Lieblingsmenschen, als Geburtstagsüberraschung für mich, für einen Sekt & ein Fischbrötchen auf die Hand, im Standkorb vor Ort war und es dort sehr schön finde. Die Handlung ist auch in diesem Nordsee-Krimi wieder sehr passend und stimmig. Der Schreibstil und die Wortwahl sind flüssig und treffend. Und auch das Cover gefällt mir wieder sehr gut und passt perfekt zu meinen anderen „Berg-Krimis“. Die Protagonisten und Nebendarsteller wirken authentisch und lebensecht. Ich mag den Humor des Autors, der zwischen den Zeilen zuweilen auftaucht und mich zum Schmunzeln veranlasst. Das Seebad wird von dem Autor stimmungsvoll und anschaulich beschrieben. Der Plot ist spannend und hat einige unvorhergesehene Wendungen und kann ganz nebenbei auch noch mit ein wenig Geschichtsunterricht aufwarten. Als Leser bildet man sich förmlich ein, alles vor dem geistigen Auge zu sehen. Apropos Augen, kicher, auch die Schriftgröße passt für mich perfekt, denn langsam werde auch ich älter und mag es nicht mehr so kleingedruckt. Auch das haben Kommissar Krumme, der Ü50 ist und ich gemeinsam. Ebenso den Yoga-Kurs, um den er sich so gerne drücken möchte, was ich verstehen kann, denn die Gelenkigkeit lässt im Alter leeeeider extrem nach (kann ich bestätigen) und Yoga ist gar nicht so einfach. Die langen Sandstrände, die Pfahlbauten mit den darüber ziehenden Wolken und der herrliche Sonnenschein, passen für mich hier perfekt ins Krimi-Szenario. Die Beschreibungen sind mitreißend und machen Lust auf Sankt-Peter und die Menschen vor Ort. Die Seiten fliegen beim Lesen, wie immer, nur so vor meinen Augen dahin. Schade eigentlich, denn ich ermittele gerne so inkognito vor mich hin. Und bin dem Täter bis zum guten Schluss nicht auf die Schliche gekommen. Was mir persönlich ganz gut gefallen hat.

Inhalt:
Ein Mord in Sankt Peter-Ording ruft Kommissar Theo Krumme mitten in der Hochsaison auf den Plan: Am Strand wurde unter einer der Pfahlbauten die Leiche eines jungen Mannes entdeckt. Bei dem Toten handelt es sich um Marten Schilling, Barkeeper und Freund von Insa Clausen, Tochter einer der wohlhabendsten Familien Nordfrieslands. Während Insa völlig aufgelöst über den Tod ihres Freundes ist, scheint sich die Trauer bei ihrer übrigen Familie in Grenzen zu halten. Krummes Argwohn ist geweckt. Zusammen mit seiner Kollegin Pat nimmt er die Clausens genauer unter die Lupe und stößt hinter der vornehmen Fassade auf dunkle Abgründe …

Der Autor:
Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitete er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Weitere Bücher:
Dunkler Grund, Deichmörder, Lügengrab, Eisiger Nebel, Schwarzes Watt, Kalte See, Küstenfluch, Dunkle Fluten,


Fazit: *****Der Nordseekrimi „Strandfeuer“ von Hendrik Berg ist im Goldmann Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 384 Seiten die mir sehr gut gefallen haben.





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Veröffentlicht am 23.03.2022

Nachkriegszeit ...

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz
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Nachkriegszeit …
Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz: Roman (Polizeiärztin Magda Fuchs-Serie, Band 3)
Als Fan der "Babylon Berlin" Bestseller-Buch und TV-Reihe finde ich natürlich auch ...

Nachkriegszeit …
Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz: Roman (Polizeiärztin Magda Fuchs-Serie, Band 3)
Als Fan der "Babylon Berlin" Bestseller-Buch und TV-Reihe finde ich natürlich auch die Serie um Polizeiärztin Magda Fuchs genial, die ja ebenfalls in einer meiner Lieblingsstädte spielt. Teil eins und zwei habe ich bereits begeistert aufgesogen und nun wollte ich selbstverständlich auch den dritten Teil „Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz“ von Helene Sommerfeld weiterlesen. Als Leser befindet man sich unterdessen im Berlin um 1924. Die vier Protagonistinnen Magda Fuchs, Celia Fahrland, Doris Kaufmann sowie Ruth Jessen sind mir bereits aus den ersten beiden Bänden bekannt und vertraut. Sie sind gut beschrieben und wirken lebensecht und sind mir ein wenig ans Herz gewachsen. Der Schreibstil des Autoren-Duos gefällt mir gut. Der Plot ist spannend und hat einige Überraschungen parat. Spoiler: Zum Beispiel die tote Millionärin. Die Erzählstränge sind geschickt und gekonnt miteinander verwoben und erstrecken sich über eine Zeitspanne von zirka drei Jahren. Endlich erfahre ich, wie es mit meinen Romanheldinnen weiterergeht. Ich bin erstaunt, was sie alles erdulden müssen und bin irgendwo auch froh, als Frau nicht zur damaligen Zeit gelebt zu haben. Die Einschränkungen waren für meinen Geschmack noch sehr radikal und Gleichberechtigung stand noch weit entfernt in den Sternen am Firmament. Alleine das neue Cover ist optisch wieder an die damalige Zeit perfekt angepasst. Es reiht sich farbtechnisch auch harmonisch in die Serie ein, wie ich finde. Diesmal in einem feurigen Orangeton als Untergrund. Für mich steht dieser Ton für die Kreativität, Vitalität, Lebensfreude und Fröhlichkeit, der damaligen Zeit. Auffällig ist wieder die goldene Raute, die wohl für die Erfolgsgeschichte der Frauen der damaligen Zeit steht. Links am Bildrand steht eine junge Frau, die unternehmungslustig und zielstrebig wirkt. Gut gefällt mir auch die Karte von Berlin um 1925, die im Klappencover aufgedruckt ist. Ich mag solche Details sehr gerne, um mich ein wenig zusätzlich zu orientieren und weg zu träumen. Cool finde ich auch die Übersicht der wichtigsten Personen gleich am Anfang des Romans, so behält man meines Erachtens besser den Überblick, denn es sind eine Menge Figuren, die sich da tummeln. Den Einstieg mit dem Zitat von F. Scott Fitzgerald, Zärtlich in der Nacht: „Ich verlange nicht von dir, dass du mich immer so liebst, aber ich möchte, dass du dich daran erinnerst; denn irgendwo in meinem Inneren wird immer die Person sein, die ich heute Nacht bin,“ mag ich sehr. Lesetechnisch bin ich wieder ruck zuck im Geschehen. Die Seiten des doch recht dicken Taschenbuches fliegen nur so vor meinen Augen dahin. Ich möchte endlich erfahren, was mit dem kleinen Otto passiert ist und ob es für die beiden Geschwister ein Happy End gibt. Interessant finde ich zudem, dass Polizeiärztinnen ab 1900 in Berlin, zwar im Dienst der Polizei standen, jedoch keine polizeilichen Arbeiten ausführen durften. Die Polizeiärztinnen waren vielmehr für die medizinische Betreuung der Opfer von Gewaltverbrechen, insbesondere Frauen und Kindern zuständig. Zusätzlich kümmerten sie sich auch um die gesundheitliche Versorgung der zahlreichen Prostituierten in den Zwanzigerjahren. Meist geschah das nebenberuflich und/oder nur für geringen Lohn, was bestimmt nur durch eine große Portion Enthusiasmus zu meistern war. Aber auch die Thematik Transsexualität Mann-zu-Frau wird in diesem Schmöker trendig mit aufgegriffen. Es geht wie der Untertitel schon verrät „wild“ her, was für mich ins verruchte Berliner Nachtleben zur damaligen Zeit in meiner Vorstellung passt. Sex, Drogen, Rausch und derbe verrucht und lasterhaft. Ein perfekter Mix aus den “guten Sitten“ und den Abgründen der Großstadt.
Jagt Magda einer fixen Idee nach?
Berlin 1924: Viele Fremde suchen in der Stadt das schnelle Glück. Offenbar auch die schwer verletzte junge Frau, die von Polizeiärztin Magda untersucht wird. Als die Unbekannte überraschend stirbt, macht Magda sich Vorwürfe. Hat sie eine falsche Diagnose gestellt? Eine Freundin identifiziert die Tote als Millionärin, die im wilden Berlin das Leben mit Damen und Herren aus den höchsten Kreisen genoss. Als Magda versucht, die Wahrheit herauszufinden, kommt sie mächtigen Leuten in die Quere. Aber sie will auch endlich das Schicksal des kleinen Otto aufklären. Er wurde vor vielen Jahren nach einem Familiendrama verschleppt. Seiner älteren Schwester Elke konnte Magda ein neues Zuhause geben. Damals gab sie sich das Versprechen, die Geschwister wieder zusammenzubringen. Plötzlich eröffnet sich die Möglichkeit, Otto doch noch anhand seiner Fingerabdrücke identifizieren zu können. Aber es sind zahllose Kinder, die überprüft werden müssten. Da erinnert sich Elke an ein ganz besonderes Merkmal ihres Bruders. Tatsächlich wird ein Junge gefunden, auf den die Beschreibung passt. Kann er wirklich Otto sein? Oder jagt Magda in Wahrheit nur einer fixen Idee nach, weil sie sich selbst schon so lange ein Kind wünscht?
Die Autorin:
Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Viele ihrer Romane und Sachbücher waren internationale Bestseller. Die einzigartige Lebendigkeit ihrer Bücher entsteht aus der Begeisterung für Medizin und dem Interesse an historischen Persönlichkeiten, verbunden mit der Leidenschaft, fremde Länder zu bereisen.

Weitere Bücher:
Polizeiärztin Magda Fuchs - Das Leben ein ewiger Traum 1, Polizeiärztin Magda Fuchs – das Leben, ein großer Rausch 2, Die Ärztin: das Licht der Welt 1, Die Ärztin: Stürme des Lebens 2, Die Ärztin: Die Wege der Liebe 3, Die Ärztin: Gesundheitstipps aus Kaisers Zeiten

Fazit: **** Der Roman „Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz, Band 3“ von Helene Sommerfeld ist im dtv Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 528 schillernde Seiten, die den Leser ins Berlin der Nachkriegszeit mitnehmen, aber auch etwas fassungslos in „the spirituals abyss“ blicken lassen.


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Veröffentlicht am 16.03.2022

Erst die Pflicht, dann die Kür …

Die Blüte der Novemberrosen
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Die Blüte der Novemberrosen

Erst die Pflicht, dann die Kür …

Diane Jordan

Wer mich kennt, kennt auch mein Faible für historische Romane und ganz besonders für mein neuestes Taschenbuch „Die Blüte der ...

Die Blüte der Novemberrosen

Erst die Pflicht, dann die Kür …

Diane Jordan

Wer mich kennt, kennt auch mein Faible für historische Romane und ganz besonders für mein neuestes Taschenbuch „Die Blüte der Novemberrosen“ von Martha Sophie Marcus, (Teil 2), dass ich ganz schnell und begeistert aufgesogen habe. Der Liebesroman trifft voll und ganz meinen Geschmack. Und ich habe schon länger auf diese Fortsetzung gewaaaaartet. Das Cover ist hinreißend und vortrefflich gestaltet. Man sieht die Protagonistin Sophie (adrett & fein gekleidet, allerdings mit einem feuerroten und wehenden Umhang), es sieht für mich nach Aufbruch & Neuorientierung aus. Sie wirkt auch etwas älter und entschlossener auf mich. Das beschriebe Werk ist im Nebel und zart geprägt befinden sich angedeutete goldene Novemberrosen am linken Rand, was mir sehr gut gefällt. Das Buch wirkt dadurch edel und vornehm. Der Plot ist, wie auch schon der vorherige, spannend und gut durchdacht. Der bildhafte Schreibstil und die Wortwahl, der mir schon aus Teil 1 bekannten Autorin, gefallen mir sehr. Hervorragend recherchiert und ergreifend und unter die Haut gehend, vom Anfang bis zum Ende. Die Zeitreise, auf die man sich lesetechnisch begibt, beginnt zirka 1852 und endet im Jahr 1871. Die Figuren sind liebevoll erdacht und fein beschrieben. Sie passen vortrefflich in die Zeit. Die Lebensumstände werden gut nachvollziehbar beschrieben. Bürgertum versus Arbeiter. Die Protagonisten Sophie, Karl sowie Ernst passen für meinen Geschmack perfekt. Die Seiten sind vor meinen Augen lesetechnisch nur so dahingeflogen. Die Liebenden wurden fein in Szene gesetzt. Die Autorin schafft es kurzerhand, sprachlich feine Bilder zu erzeugen, die vor dem inneren Auge auftauchen. Die einzelnen Kapitel werden mal aus der Sicht von Sophie und dann aus Karls Sicht beschrieben. Ich als Leserin mit viel Fantasie, bilde mir schnell ein, das Werksgelände zu kennen, wo Sophie sich regelmäßig heimlich zur Arbeit hinschleicht. Das Öl, die Gerüche, das Hämmern und laute Rattern der Maschinen tauchen vor meinem geistigen Auge auf. Ich liebe schon nach kurzer Zeit diese Familiensaga aus der Gründerzeit, mit all ihren Höhen und Tiefen. Die verbotene Liebe zwischen Sophie und Karl ist momentan genau nach meinem Geschmack und passt für mich prima in die beginnende Frühlingszeit. Die Klassenunterschiede der Gesellschaftsschichten werden dem Leser fantastisch und anschaulich nähergebracht. Und ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, wann ich dann Teil 3 und die Fortsetzung dieses fantastischen Romans in den Händen halten darf, um zu erfahren wie die Geschichte weiter geht.

Inhalt:
Hannover 1868: Sophie Brinkhoff erarbeitet sich heimlich und gegen den Willen ihrer Familie eine eigene berufliche Existenz. Doch die Summe ihrer Geheimnisse droht sie in den Untergang zu ziehen, als ihr Ehemann Ernst sie vor ein Ultimatum und damit vor die größte Herausforderung ihres bisherigen Daseins stellt: Sie soll ihr Leben in Hannover aufgeben und mit ihm nach Oldenburg ziehen, um die für ihren gesellschaftlichen Stand katastrophale Scheidung ihrer Ehe zu verhindern. Sophie will frei sein von gesellschaftlichen und privaten Zwängen. Und so kämpft sie für ein selbstbestimmtes Leben – und für ihre Liebe zu dem Arbeiter Karl.

Die Autorin:
Martha Sophie Marcus, geboren 1972 im Landkreis Schaumburg, studierte Germanistik, Soziologie und Pädagogik und verbrachte anschließend zwei Jahre in Cambridge. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Lüneburg. Mit »Herrin wider Willen«, ihrem ersten Roman, feierte sie ein grandioses Debüt, dem weitere erfolgreiche Romane folgten.

Weitere Bücher:
Rabenherz & Elsterseele, Der Rabe und die Göttin, Elsternseele, Die Bogenschützin, Salz & Asche Herrin wider Willen, Das Gold der Mühle, Herrin des Nordens, Lady Annes Geheimnis, Kaffeeklatsch mit Goldfisch, Der Glanz der Novemberrosen (1), uva.

Fazit: ***** Der Roman „Die Blüte der Novemberrosen“ von Martha Sophie Marcus ist im Goldmann Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 480 erstklassige Seiten.



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Veröffentlicht am 16.03.2022

Kreislauf ...

Die kalte Mamsell
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Die kalte Mamsell: Ein Seebad Krimi

Diane Jordan

Kreislauf…

Manchmal liebe ich den Kreislauf regelmäßig wiederkehrender Dinge. Und meine Vorliebe geht sogar so weit, dass ich mich tierisch auf Teil ...

Die kalte Mamsell: Ein Seebad Krimi

Diane Jordan

Kreislauf…

Manchmal liebe ich den Kreislauf regelmäßig wiederkehrender Dinge. Und meine Vorliebe geht sogar so weit, dass ich mich tierisch auf Teil 3 des neuen Seebad-Krimis „Die kalte Mamsell“ von Elsa Dix gefreut habe. Das Cover ist hinreißend gestaltet und passt perfekt zu Teil 1 und 2. Als Betrachter darf man sich über eine weiße Seebadvilla mit Strand, Dünengras und Sonnenuntergang freuen. Eine Frauenfigur mit Hütchen, weißer Bluse und langem roten Rock steht mit Blickrichtung Meer und scheint aufmerksam etwas zu beobachten. Der Klappentext ist gewohnt spannend und macht Lust auf mehr. Die Protagonisten Viktoria Berg und Christian Hinrichs sind mir schon aus den beiden voran gegangenen Büchern bekannt und vertraut. Und nun geht es für mich lese- und zeitreisetechnisch wieder schwuppppppps aufs historische Norderney um 1913. Der unterhaltsame und kurzweilige Krimi startet mit allerlei Herausforderungen für die couragierte Lehrerin und den frisch ernannten Kriminalassistenten, was mir sehr gefällt. Der Plot ist perfekt, die Spannungskurve genau richtig und punktet zudem mit einigen unerwarteten Ereignissen. Der Krimi hat alles was mein Herz höherschlagen lässt. Dramatik, Romantik, zeitgenössische Beschreibungen sowie die Kluft zwischen arm und reich. Faszinierend finde ich zudem die Rolle der Frau im Wandel der Zeit, was für mich durch die emanzipierte Viktoria Berg prima verkörpert und dargestellt wird. Aber auch andere Frauen, wie z.B. die „Kaltmamsell“, die für kalte Speisen und Buffets verantwortlich war und hier für die Arbeiterklasse und deren härteres Leben einsteht. Bildgewaltig, gut nachvollziehbar, packend, unterhaltsam und schlüssig. Die Figuren sind fein erdacht und gut beschrieben. Ich liebe es in die damalige Zeit einzutauchen und wie mit einem Wellenschlag sanft oder auch mal mit Wucht ins nächste oder übernächste Kapitel transportiert zu werden. Die Seiten fliegen wie gewohnt und leider viel zu schnell vor meinen Augen dahin. Schade eigentlich, denn jetzt muss ich gefühlt wieder ewig auf meinen nächsten Kurzurlaub auf Norderney und die Fortsetzung der zarten Romanze zwischen den beiden, mir liebgewonnen Protagonisten, warten.

… Norderney 1913: Ein Mord im Eiskeller eines Hotels sorgt für kaltes Entsetzen in der kaiserlichen Seebadgesellschaft …

Inhalt:
Norderney, September 1913: Die couragierte junge Lehrerin Viktoria Berg verbringt den Spätsommer im beschaulichen Seebad, in der Hoffnung auf erholsame Tage. Doch die Ruhe am Meer währt nur kurz: Während eines Spaziergangs werden Viktoria und Christian Hinrichs, frisch vereidigter Kriminalassistent auf der Insel, zu einem glamourösen Hotel gerufen – im dortigen Eiskeller wurden die Leichen eines Sommergasts und einer Küchenmamsell entdeckt. Als Viktoria die tote junge Frau im Schein der Petroleumlampe näher betrachtet, erfasst sie kaltes Entsetzen. Ein Detail am Tatort weist direkt auf ein tragisches Ereignis aus ihrer eigenen Vergangenheit hin …

Die Autorin:
Elsa Dix ist eine aus Norddeutschland stammende Krimiautorin. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Hund in Düsseldorf und verbringt jede freie Minute auf Norderney. Bei Goldmann erscheinen ihre Seebad-Krimis um das sympathische Ermittlerduo Viktoria Berg und Christian Hinrichs.

Weitere Bücher:
Die Tote in der Sommerfrische (1), Der tote Rittmeister (2),

Fazit: ***** Der Seebadkrimi „Die kalte Mamsell“ von Elsa Dix ist im Goldmann Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 432 Seiten die mich begeistern konnten und auf eine baldige Fortsetzung hoffen lassen!!!

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Veröffentlicht am 11.03.2022

Neo …

Das Leben in unseren Händen
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Das Leben in unseren Händen

Diane Jordan

Neo …

Krieg, Flucht, Vertreibung und ein Neuanfang in einem fernen Land, mein neuester Roman könnte nicht aktueller sein. Mein Taschenbuch „Das Leben in unserer ...

Das Leben in unseren Händen

Diane Jordan

Neo …

Krieg, Flucht, Vertreibung und ein Neuanfang in einem fernen Land, mein neuester Roman könnte nicht aktueller sein. Mein Taschenbuch „Das Leben in unserer Hand“ von Eva Neiss ist fein recherchiert und mitreißend geschrieben. Der Plot geht unter die Haut und mitten ins Herz. Die Protagonisten Hannah und Ada Rosenbaum, das Frühgeborene sowie Mr. Martin A. Couney sind vortrefflich erdacht und detailliert beschrieben. Sie wirken authentisch, lebensnah und sehr real. Der Familienroman schildert auf rund 416 Seiten das bewegende Frauenschicksal der beiden ungleichen Schwestern, die ich eben zuvor namentlich erwähnt habe. Als Leserin fand ich besonders die Anfänge der Neonatologie beeindruckend, die sich mit der Neugeborenen-Medizin befasst. Und die in diesem Taschenbuch eine zentrale Rolle spielt. Im Klinikum Hamburg-Wandsbek war ich selbst einmal als Babyfotografin tätig und habe dort auch hin und wieder einen Blick auf die aufgepäppelten Neos zum späteren Shooting werfen dürfen, was mich sehr berührt und begeistert hat. Die von Eva Neiss beschriebenen Anfänge in diesem spektakulären Medizinabschnitt finde ich mega gelungen. Die bewegende Lebensgeschichte der Schwestern Rosenbaum geht mir persönlich, vielleicht auch durch den Ukraine-Krieg und die mediale Berichterstattung, besonders an die Nieren. Zeitweise hatte ich ziemlich mit den Tränen zu kämpfen und musste ein paar Mal kräftig schlucken. Dadurch hat das Lesen des Buches und meine Rezension jetzt auch etwas länger gedauert, der Schreibstil begeistert, ebenso wie die Wortwahl. Der Spannungsaufbau ist durchgängig und die Story fein erdacht. Ich liebe solche Geschichten mit einem Schuss Fiktion, in denen man aber auch eine Menge Hintergrundwissen zu anderen Themen bekommen kann, wie bei diesem Buch. Das Cover ist ebenfalls sehr ansprechend. Die legendäre Brooklyn Bridge die hier für mich als Symbol für „eine Brücke schlagen“ steht. Und die Vergangenheit versus Neuanfang prima verdeutlichen. Abschließend könnte ich mir das Buch auch gut als Film vorstellen, in meinem Kopfkino lief er zumindest schon mal vorab als kleine „Premiere“ mit abschließendem Teil-Happy End.

Inhalt:
Manchmal macht Liebe uns blind, und manchmal lehrt sie uns sehen.
1939: Mit einem der letzten Schiffe gelingt Hannah und Ada Rosenbaum die Ausreise aus Deutschland nach New York. Während Hannah davon träumt, Ärztin zu werden, ist ihre Schwester Ada schwanger, verheimlicht jedoch den Kindsvater. Kaum sind sie in New York angekommen, kommt Adas Tochter zur Welt – viel zu früh. Hannah kann ihre Nichte nur vor dem sicheren Tod bewahren, weil sie diese in die Obhut des berühmten Martin A. Couney übergibt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frühgeborene zu versorgen. Kann er den Säugling retten? Während Hannah wochenlang um das Leben ihrer Nichte bangt, kann sie nicht umhin, die Arbeit von Mr. Couney zu bewundern. Als er ihr anbietet, in seinem Krankenhaus zu arbeiten, ergreift sie die Chance – und kommt ihrem Traum Stück für Stück näher ...
Eva Neiss verwebt die Geschichte zweier bewegender Frauenschicksale mit spannenden Details aus dem Leben des Martin A. Couney, dem Pionier der Neonatologie
Die Autorin:
Eva Neiss, geboren 1977, hat einen Magister in Literaturwissenschaften und einen Bachelor in Psychologie. Während ihres Studiums und jahrelanger journalistischer Arbeit entdeckte sie ihre Liebe zum ausgiebigen Recherchieren und Erkunden von gesellschaftlichen Zusammenhängen. Leider kam zwischen all den Fakten das Erfinden von Geschichten zu kurz, weshalb sie sich dazu entschloss, beide Leidenschaften beim Schreiben historischer Romane zu verbinden. Heute lebt Eva Neiss glücklich zwischen Fiktion und Wirklichkeit sowie mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs.
Weitere Bücher:
Lotte Lenya und das Lied des Lebens: Die Frau, die Kurt Weill und Bertold Brecht ihre Stimme schenkte
Fazit: ***** Der Roman „das Leben in unseren Händen“ von Eva Neiss ist im Fischer Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat zirka 416 Seiten, die mir eine „Reise in die Vergangenheit“ beschert haben.

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