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witchqueen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2021

Ruhrpott-Krimödie par excellance

Ein Männlein liegt im Walde
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Darum geht es:
Loretta Luchs ist glücklich verliebt und eigentlich könnte mit Dennis alles soooo schön sein. Aber Dennis bekommt einen Brief. Seine erwachsene Tochter möchte ihn kennenlernen. Bisher wussten ...

Darum geht es:
Loretta Luchs ist glücklich verliebt und eigentlich könnte mit Dennis alles soooo schön sein. Aber Dennis bekommt einen Brief. Seine erwachsene Tochter möchte ihn kennenlernen. Bisher wussten weder Loretta noch Dennis von einer Tochter, die angeblich mit einer Affäre haben sollte, die mehr als 20 Jahre zurückliegt. Die Tochter bittet ihn um ein Treffen. Dennis willigt ein und die Tochter „Miri“ kommt ihn besuchen. Doch das Treffen fällt anders aus, als Dennis und Loretta es sich gedacht haben. Sein angebliches Töchterlein wäre zu gerne eine berühmte Influencerin. Schnell ist auch ein zweites Treffen arrangiert, in dem nicht nur die Tochter, sondern auch die Mutter, der Stiefvater, der Freund (ein Möchte-Gern-Rapper) und dessen Freunde bei Dnnis und Loretta auftauchen. Dennis gerät in Streit mit dem Freund und dem Stiefvater und wirft die ganze Bagabe kurzerhand vor die Tür.
Einen Tag später klingelt es. Eine Frau mit einer Reifenpanne bitte um Hilfe. Dennis geht mit und ist Stunden später noch immer nicht wieder zurück. Als Loretta sich auf die Suche nach ihm macht, entdeckt sie Schreckliches. Dennis liegt bewusstlos, blutverschmiert und mit einem Messer in der Hand auf dem Waldboden. Neben ihm die Leiche vom Stiefvater seiner Tochter. Erstochen. Schnell ist der Polizei klar, dass nur Dennis der Mörder sein kann. Aber stimmt das wirklich? Loretta und ihre Freunde beginnen selbst zu ermitteln um Dennis von dem schrecklichen Verdacht zu befreien und ihn aus dem Gefängnis zu holen.

Meine Meinung:
Auch mit dem 14. Fall rund um Loretta Luchs und ihre Freunde ist Lotte Minck wieder ein super Ruhrpott-Krimi gelungen. Auch wenn ich nach ca. 100 Seiten meine Schlüsse gezogen und den Mörder eingekreist hatte, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt. Die Ermittlungsarbeit von Loretta und ihren Freunden hat mir sehr gefallen und es war (auch wenn man den Mörder schon auf dem Schirm hatte) toll zu lesen.
Richtig klasse fand ich, wie auch schon bei den Vorgängerbänden, dass einer der Freund tatsächlich nur Ruhrpott-Slang gesprochen hat. So wurde das Buch authentisch und es war nicht zu viel des Guten. Alle anderen haben Hochdeutsch gesprochen.

„Ein Männlein liegt im Walde“ ist – wie gesagt – schon der 14. Fall rund um Loretta Luchs. Man kann dieses Buch aber auch ohne weiteres als Einzelband lesen. Vorkenntnisse aus den Vorgängerbänden sind nicht erforderlich. Sämtliche Charakere werden mit einem oder zwei Nebensätzen kurz vorgestellt. So hat man sehr schnell zu jedem ein Bild im Kopf. Man ist sehr schnell „mittendrin, statt nur dabei“.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Es liest sich entsprechend gut und man kommt zügig voran. Das 303 Seiten lange Buch ist in insgesamt 31 Kapitel (inklusive Pro- und Epilog) unterteilt. So kann man es bequem in einem Rutsch, aber auch in mehrere Abschnitte unterteilt lesen.

Mein Fazit:
Wieder eine wundervolle Ruhrpott-Krimödie aus der Feder von Lotte Minck. Das Buch kommt ohne Blutvergießen (abgesehen von der Leiche, die „nur“ gefunden wird) aus. Dafür gibt es spannende Ermittlungen und ein Portion Humor à la Ruhrpott.
Meine absolute Leseempfehlung für eine tolle, leichte Krimi-Unterhaltung. Ich vergebe hier gerne 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2021

Ein Profiler, der bestenfalls normaler Ermittler ist

Der Blutkünstler
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Darum geht es:
Tom Bachmann ist der beste Profiler seiner Generation. Nach Jahren beim FBI ist er wieder zurück in Deutschland. Hier wird seine Hilfe dringend benötigt, denn „der Blutkünstler“ hat wieder ...

Darum geht es:
Tom Bachmann ist der beste Profiler seiner Generation. Nach Jahren beim FBI ist er wieder zurück in Deutschland. Hier wird seine Hilfe dringend benötigt, denn „der Blutkünstler“ hat wieder zugeschlagen. Wieder wurde eine junge Frau auch bestialischste Weise gequält und umgebracht. Anschließend wurde ihre Leiche zu einem blutigen Kunstwerk drapiert. Doch was will der Blutkünstler mit seiner Kunst sagen? Warum müssen all die Frauen so qualvoll sterben? Tom und seine Kollegin Ira begeben sich auf die Jagd nach dem brutalen Mörder. Dabei werden sie immer wieder auch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Wird es gelingen, die Bestie zu stoppen, bevor er sein nächstes Opfer quält?

Meine Meinung:
Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Die Taten des Blutkünstlers werden recht detailreich und blutig beschrieben. Auch die Spannung ist sehr gut aufgebaut.
Leider konnten mich die Charaktere in dem Buch nicht überzeugen. Jeder hatte hier seine eigenen Probleme, so dass ich am Ende dachte: „Jetzt haben wir bald aus jedem Dorf einen Köter“. Da wäre definitiv weniger mehr gewesen.
Auch mit Tom, dem im Klappentext so viel gepriesenen Seelenleser und besten Profiler seiner Generation, bin ich nicht wirklich warm geworden. Vom Profiler war leider nichts zu sehen. Er war ein ganz normaler Ermittler, dem alle anderen zugespielt bzw. ihm die entscheiden Hinweise auf dem Silbertablett serviert haben. Mit Profiling hatte dieses Buch leider nichts zu tun. Da wäre wieder sehr viel mehr auch mehr gewesen. So wirkte Tom leider ziemlich durchschnittlich, ja schon beinahe langweilig auf mich. Einzig interessant an ihm fand ich seine Kindheit und seine Beziehung zu seinem „Bruder“ Aaron. Aber das war es auch schon.

Der Schreibstil ist durchaus eingängig. Man kann es flüssig lesen und kommt zügig voran. Das insgesamt 363 Seiten lange Buch ist in 42 Kapitel unterteilt. So kann man das Buch gut in einem Rutsch, aber auch in mehrere Abschnitte unterteilt lesen.

Mein Fazit:
Ich bleibe hier sehr gespalten zurück. Zum einen haben mir die Spannung und die Taten des Blutkünstlers sehr gut gefallen. Die Charaktere waren mir dagegen zu viel zu oberflächlich. Das Buch ist wegen seiner blutigen Taten definitiv nichts für schwache Nerven. Ich würde des daher alles in allem nur eingeschränkt weiterempfehlen und vergebe hier mittelmäßige 3 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2021

Leider nicht der Brummer

Imkersterben
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Darum geht es:

Inse Oltmanns wünscht sich zu ihrem Hochzeitstag von ihrem Mann Oke Bienen. Ihre Freundin Tilda – selbst passionierte Hobby-Imkerin – hat sie auf den Geschmack gebracht. Oke ist davon nicht ...

Darum geht es:

Inse Oltmanns wünscht sich zu ihrem Hochzeitstag von ihrem Mann Oke Bienen. Ihre Freundin Tilda – selbst passionierte Hobby-Imkerin – hat sie auf den Geschmack gebracht. Oke ist davon nicht so überzeugt. Hat er doch schon schmerzvolle Erfahrungen mit Bienenstichen gesammelt. Doch irgendwer scheint etwas gegen Bienen und Hobby-Imker im beschaulichen Hohwacht an der Ostseeküste zu haben. Warum sonst sollte ein Anschlag auf die Bienenvölker des Försters verübt werden? Als dann auch noch ein Hobby-Imker tot aufgefunden wird, ist es vorbei mit der Ruhe im Urlaubsparadies. Wer steckt hinter den Taten? Ist vielleicht jemand neidisch auf Tildas Erfolgs-Honig „Golflese“, den sie von den Bienen, die sie am Golfplatz stehen hat erntet? Oder hat jemand generell was gegen Bienen? Oder steckt am Ende gar ganz was anderes dahinter?

Meine Meinung:
Soviel vorweg: Mich hat das Thema Bienen und Krimi direkt angesprochen. Man erfährt hier auch am Rande etwas über Honigbienen und Imkerei. Das hat mir gut gefallen.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich – alles in allem – mit dem Buch nicht so richtig klargekommen bin. Hier gibt es (für meinen Geschmack) einfach viel zu viele Baustellen. Da ist zum einen die Sache mit den Bienen und der Imkerei. Dann haben wir es aber auch mit Wohnwagen/-mobil-Diebstahl, Lebensmittel-Panscherei, gesunder und verganer Ernährung und Sargbau-Seminaren zu tun.

Am Anfang fließen immer wieder Gedicht-Teile mit ein. Die habe ich überhaupt nicht gelesen, sondern einfach übersprungen, weil sie nichts für die Geschichte getan haben.
Überdies treffen wir auf einen Arzt, bei dem es die Autorin lustig findet, wenn er deutsche Redewendungen 1:1 ins Englische übersetzt. Mich hat das echt genervt und ich fand es weder witzig noch passend.

Den letzten Rest gibt einem dann auch noch ein Kölner Hippster-Kommissar der die ganze Zeit nur im Kölner Dialekt redet. Das ist ein Krimi, der an der Ostsee spielt. Dass der einheimische Kommissar dann in dem ortsüblichen Dialekt redet, finde ich gut. Das tut was für das Buch. Das gehört da hin. Aber ein Kölner Kommissar an der Ostsee? Bitte nicht! Hätte nur noch gefehlt, dass der verkleidet um die Ecke gekommen wäre und Karnevalslieder geschmettert hätte. Das hat in diesem Buch nichts zu suchen. Und ganz ehrlich ... den Lesefluss hat es auch jedes Mal gestoppt. Dieser Kommissar ist mir wirklich total auf die Nerven gegangen. Leider.

Weniger wäre mehr gewesen.
Auch die Spannung lässt hier zu wünschen übrig. Das alles plätscherte nur so dahin.

Der Schreibstil ist (bis auf dieses Kölsche Gebrabbel) ansonsten flüssig. Das 279 Seiten lange Buch ist in unzählige Abschnitte unterteilt, die jeweils mit dem Namen der in dem Abschnitt hauptsächlich agierenden Person überschrieben sind. So kann man das Buch sowohl in einem Rutsch, als auch in mehrere Abschnitte unterteilt lesen.

Mein Fazit:
Mich hat das Buch nicht überzeugen können. Wenn man aber Bienen mag und einen Kölner Kommissar an der Ostsee gut findet, kann man das Buch mal lesen. Ich würde es nur sehr eingeschränkt weiterempfehlen. Daher von mir mit zwei zugedrückten Augen gaaaaanz schwache 2 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2021

Bügerbegehren mit Folgen

Niederbayerische Affären
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Darum geht es:
Karin Schneider ist mit ihrem Ehemann, ihren vier Kindern und ihrem Hund von München auf’s Land gezogen. Raus aus der Großstadt, rein in die Natur. Nur ausgelastet, das ist Karin nicht mehr. ...

Darum geht es:
Karin Schneider ist mit ihrem Ehemann, ihren vier Kindern und ihrem Hund von München auf’s Land gezogen. Raus aus der Großstadt, rein in die Natur. Nur ausgelastet, das ist Karin nicht mehr. Und so ruft sie ein Bürgerbegehren gegen die Neugestaltung des Kirchplatzes ins Leben. Sie will Unterschriften sammeln um dieses kostenintensive Bauvorhaben zu stoppen. Aber irgendwem tritt sie damit gehörig auf die Füße. Es dauert nicht lange, da bekommt Karin erste Drohungen, sie soll sich aus der Sache heraushalten. Und je mehr Karin sich engagiert, je mehr alle Geschichten werden wieder lebendig. Nicht zu Freude aller und schon bald gerät Karin bei ihren Ermittlungen tatsächlich selbst in Gefahr.

Meine Meinung:
Niederbayrische Affären ist der erste Band um Karin Schneider. In diesem Band lernen wir die Akteure sehr gut kennen. Man kann sich von allen handelnden Personen und auch sämtlichen Schauplätzen sehr schnell ein genaues Bild machen. Man kommt sofort gut rein in die Geschichte. Die Handlung ist durchaus spannend, wobei hier Karin nicht in erster Linie ermittelt, sondern vielmehr die relevanten Tatsachen mehr oder weniger zufällig mitbekommt. Aber sie ist ja auch kein Kommissar, sondern Hausfrau und psychologische Beraterin. Nichts desto trotz ist die Geschichte spannend geschrieben und man kann selbst sehr gut miträtseln.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Man kommt beim Lesen zügig voran. Das 190 Seiten lange Buch ist in 21 Kapitel (Pro- und Epilog mitgezählt) unterteilt. So kann man es bequem in einem Rutsch, aber auch in mehrere Abschnitte unterteilt gut lesen.

Eine tolle Idee: Im Anhang finden wir ein paar Seiten mit Rezepten zu den Gerichten, die im Buch erwähnt werden. Wer mag, kann also gleich mit dem Nachkochen der Gerichte loslegen.

Mein Fazit:
Ein sehr gelungener ersten Band einer Regionalkrimi-Reihe, der noch Luft nach oben lässt und Appetit auf mehr macht. Ich habe ich sehr gut unterhalten gefühlt und gebe hier gerne eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2021

Die Tote im Brunnen

Schöner Sterben in Franken
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Darum geht es:
Felicitas (Feli) Reichelsdörfer und ihr bester Freund Boschi wollen sich einen lang gehegten Traum erfüllen. Einmal Gast sein beim Erlanger Schlossgartenfest. Und es hätte auch so schön ...

Darum geht es:
Felicitas (Feli) Reichelsdörfer und ihr bester Freund Boschi wollen sich einen lang gehegten Traum erfüllen. Einmal Gast sein beim Erlanger Schlossgartenfest. Und es hätte auch so schön sein können, hätte Feli nicht ausgerechnet dort die Leiche einer Frau in der Skulptur des Hugenottenbrunnens entdeckt. Das Fest wird sofort abgesagt. Doch in Feli erwacht (mal wieder) der Ermittlerinstinkt. Sehr zum Leidwesen von Kommissar Sartorius, der Feli noch von seinem letzten Fall kennt. Schnell wird klar, dass Feli die Frau kennt, die dort ermordet im Brunnen liegt. Es ist die Schwester ihrer Freundin. Doch wer hatte etwas gegen die junge Frau? War sie doch, jedenfalls dem ersten Anschein nach, bei allen und jedem sehr beliebt. Wer also hatte einen Grund, sie umzubringen? Und welchen? Feli kann es nicht lassen und durchkreuzt mit ihren „privaten Ermittlungen“ mehr als einmal die Arbeit der Polizei, was Kommissar Sartorius immer wieder Nerven kostet. Bis sie sich selbst in höchste Gefahr begibt.

Meine Meinung:
„Schöner Sterben in Franken“ ist ein Regional-Krimi, der mit viel Spannung daherkommt, bei dem man aber das ein oder andere Mal durchaus schmunzeln muss. Der Leser wird immer wieder gekonnt auf die falsche Fährte gelockt. Jedes Mal, wenn man denkt, man ist dem Täter auf die Schliche gekommen ... Ja was gepfiffen ... nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung und man fängt von vorne an zu rätseln. Sämtliche Figuren sind super beschrieben. Man hat sofort zu jedem ein Bild im Kopf. Auch die Handlungsorte sind toll gewählt und dargestellt. Das Kopfkino arbeitet von der ersten Seite an auf Hochtouren. Das Buch ist in sich abgeschlossen, lässt aber trotzdem auf eine Fortsetzung hoffen.

Der Schreibstil in leicht und flüssig. Man kommt zügig voran. Das insgesamt 286 Seiten lange Werk ist in Tage und Uhrzeiten unterteilt. So kann man es auch in mehrere Abschnitte unterteilt lesen, wenn man es schafft, das Buch aus der Hand zu legen. Mir ist das kaum gelungen.

Mein Fazit:
Das ist ein Krimi, wie ich ihn liebe. Spannend bis zur letzten Seite mit einem Schuss Humor. Das Buch sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Ich kann es nur wärmstens empfehlen und gebe ich verdiente 5 Sterne.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere