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Veröffentlicht am 16.02.2026

Klassisch Julie Caplin

Ein Zuhause im Frühling
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Es ist wirklich ganz ungewohnt, ein Buch von Julie Caplin zu sehen, ohne eine bekannte Stadt oder Region im Titel vorzufinden. Wenn ich jedoch das Cover betrachte, ist die Ähnlichkeit zu ihren anderen ...

Es ist wirklich ganz ungewohnt, ein Buch von Julie Caplin zu sehen, ohne eine bekannte Stadt oder Region im Titel vorzufinden. Wenn ich jedoch das Cover betrachte, ist die Ähnlichkeit zu ihren anderen Romanen unverkennbar. Ich mag diesen optischen Wiedererkennungswert. Das Cover ist recht schlicht, aber dennoch ansprechend.

Der Inhalt ist ebenfalls so, wie man ihn von den bisherigen Romanen der Autorin gewöhnt ist. Ella kehrt erschöpft aus London zurück und lässt sich von ihren Eltern in ein abgelegenes Cottage bringen, das sie für ihre Patentante hüten soll. Sie steckt in einer Beziehungspause, fühlt sich ausgebrannt, bzw. als wäre sie gescheitert, und versucht verzweifelt, ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Kaum angekommen, überrumpeln ihre Eltern sie mit einer weiteren Überraschung: Sie soll den Labrador Tess übernehmen, obwohl sie sich weder bereit noch fähig fühlt, Verantwortung zu tragen. Nachdem die Eltern abgefahren sind, bricht Ella in Tränen aus – die Ruhe des Dorfes, das leere Cottage und der Hund machen ihr bewusst, wie verloren sie sich fühlt. Aber so schlimm, wie sie es sich in dem kleinen Ort vorgestellt hat, ist es ganz und gar nicht.

Der Schreibstil ist warm, leicht und bildhaft. Julie Caplin schreibt humorvoll und realitätsnah, ich musste an einigen Stellen schmunzeln. Die Sprache ist alltagsnah und zugänglich, sodass ich mich beim Lesen schnell mit Ella identifizieren konnte. Bets ist ebenfalls ein sehr warmherziger Charakter, den ich im Verlauf des Romans ins Herz geschlossen habe. Die Handlung hält jetzt keinerlei große Überraschungen parat, jedoch habe ich damit auch nicht gerechnet. Wer einen Wohlfühlroman braucht, um Lust auf den Frühling zu bekommen und den Winter außen vor zu lassen, ist hier genau an der richtigen Adresse.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Auszeit vom Alltag

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Mich haben schon einige Romane und auch Hörbücher von Katharina Herzog begleitet. Besonders gelungen finde ich, dass Katharina Herzog sich zuerst selbst ein Bild ihrer Romankulisse verschafft und ihre ...

Mich haben schon einige Romane und auch Hörbücher von Katharina Herzog begleitet. Besonders gelungen finde ich, dass Katharina Herzog sich zuerst selbst ein Bild ihrer Romankulisse verschafft und ihre Schilderungen deshalb sehr authentisch wirken. Auf diese Weise kann man beim Lesen ein bisschen Urlaubsfeeling genießen. So auch dieses Mal.

Das Cover hat mich zwar sehr angesprochen, jedoch finde ich nach dem Lesen das Coverbild nicht wirklich stimmig. Schön ist hingegen die Idee, die Symbole vom Cover bei den einzelnen Kapiteln wieder aufzugreifen.
Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass einzelne Kapitel aus der Sicht von vorkommenden Figuren erzählt werden. So erhielten Lennox, Annabelle, Riley und Maude eines bzw. mehrere Kapitel. Hier bin ich gespannt, wie das in den nächsten Bänden gehandhabt wird. Aktuell würde ich sagen, dass ich es schöner gefunden hätte, wenn Sophie gänzlich im Mittelpunkt gestanden hätte. Sie hätte noch mehr Tiefe verdient. Der nächste Roman rückt ja Annabelle in den Fokus. Natürlich kann ich aber auch verstehen, dass es gerade im ersten Band schwer ist, alle Figuren so einzuführen, dass man als Leser*in einen guten Überblick behält.

Wie von der Autorin bereits gewohnt ist auch dieses Mal ihr Schreibstil emotional, bildhaft und leicht zugänglich. Die viele wörtliche Rede macht alles sehr lebendig, das mag ich sehr gerne.
Die Figuren haben beim Lesen in meinem Kopf jedoch kein Gesicht erhalten, normalerweise passiert das recht schnell oder zumindest im Verlauf des Romans. Doch hier leider nicht. Das fand ich etwas schade.

Dennoch habe ich den Roman sehr gerne und sehr schnell gelesen. Er war tatsächlich - wie von der Autorin angedacht - eine kleine Auszeit vom Alltag für mich. Wie beim Bücherdorf freue ich mich auf die weiteren Romane und bin sehr gespannt, welche Figuren neben Annabelle noch im Mittelpunkt stehen dürfen.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Leichter Hörgenuss für die Weihnachtszeit

Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern
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Das Cover der CD fand ich sehr ansprechend, es ist schlicht, aber fällt dennoch auf und die Reihe wird farblich der jeweiligen Jahreszeit angepasst. Das finde ich sehr schön.
Ich fand die Stimme Elena ...

Das Cover der CD fand ich sehr ansprechend, es ist schlicht, aber fällt dennoch auf und die Reihe wird farblich der jeweiligen Jahreszeit angepasst. Das finde ich sehr schön.
Ich fand die Stimme Elena Wilms recht angenehm und habe ihr gerne zugehört. Irritierend fand ich etwas, dass die einzelnen Kapitel aus verschiedenen Perspektiven geschildert werden, jedoch alles in der 3. Person geschrieben ist. So war ich manchmal beim Zuhören doch kurz verwirrt, wer jetzt seine Sicht auf die Handlung schildert. Die Handlung ist keine Neuerfindung, aber in der Umgebung fand ich sie schön und ein paar Überraschungen hat Katharina Herzog für uns dennoch bereitgehalten. Ich freue mich schon auf die weitern Hörbücher der Autorin zu dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Eintagsfliege

Neun Tage Wunder
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Der Roman "Neun Tage Wunder" von Kristina Moninger konnte mich leider nicht zu 100 Prozent überzeugen.
Es geht darin um die Anwältin Anni, die aktuell in einer Beziehung mit dem Schriftsteller Ben ist. ...

Der Roman "Neun Tage Wunder" von Kristina Moninger konnte mich leider nicht zu 100 Prozent überzeugen.
Es geht darin um die Anwältin Anni, die aktuell in einer Beziehung mit dem Schriftsteller Ben ist. Früher war Anni mit Lukas zusammen, wobei dieser Begriff eigentlich zu viel des Guten ist. Vor ca. zehn Jahren verbrachte Anni neun Tage mit Lukas zusammen in ihrer Wohnung. Eigentlich war Anni im Begriff auszuziehen und wollte in den letzten Tagen lediglich ihre restlichen Sachen zusammenpacken und streichen, als plötzlich Ben, ihr Nachmieter, in der Tür stand und sie bat, bleiben zu dürfen. In diesen neun Tagen verbrachten die beiden viel Zeit zusammen und näherten sich an, bis ihre gemeinsame Zeit ein jähes Ende fand. Warum die Liebe zwischen den beiden so abrupt endete, ist genau das Geheimnis, um das es im Verlauf des gesamten Romans geht.
Der Plot ist für meinen Geschmack etwas zu stark konstruiert, es fehlt ein wenig die Leichtigkeit der Handlung und mir war die Auflösung des Geheimnisses ein wenig zu langatmig. Das könnte daran liegen, dass die Kapitel aus unterschiedlichen Figurenperspektiven geschildert werden (Anni heute, Anni damals, Ben heute) und sich einige Aspekte so doppeln, was sich natürlich auch nicht vermeiden lässt, da sich die Fäden der Figuren nicht gleichermaßen spinnen. Am meisten konnte mich Ben als Charakter überzeugen. Bei den Schilderungen um das "Neun Tage Wunder" fehlte mir irgendwie der Tiefgang. Da kam bei mir kein Kribbeln, kein Bedauern auf, das mir nachvollziehbar gemacht hätte, was Anni und Lukas da verloren haben.
Wer bei den aktuellen Temperaturen einen gemütlichen Lesetag auf dem Sofa verbringen möchte, ist mit dem Roman sicherlich gut bedient. Und die Moral von der G'schicht' ist der Gedanke, dass es wohl doch wichtig ist, mit Altem abzuschließen, ehe man Neues beginnt.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Liefert gute Denkanstöße

Die Lösung für alle deine Probleme: Gibt’s nicht
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Ich finde zuallererst super, dass man das Buch nicht stoisch von vorne nach hinten lesen muss, sondern man sich die einzelnen Kapitel losgelöst zu Gemüte führen kann. So kann man sich der Reihe nach den ...

Ich finde zuallererst super, dass man das Buch nicht stoisch von vorne nach hinten lesen muss, sondern man sich die einzelnen Kapitel losgelöst zu Gemüte führen kann. So kann man sich der Reihe nach den Themen widmen, die einem gerade wichtig sind. Jedoch muss gesagt sein, dass man sich dafür Zeit nehmen sollte und zwar ausreichend. Für die Rezension habe ich es der Reihenfolge nach gelesen und musste es mir dafür gut einteilen, da immer wieder Denkanstöße angeregt werden und man wirklich beim Lesen mit dem Kopf dabei sein muss.
Die Schilderungen zu Beginn der jeweiligen Kapitel empfand ich so, dass die Autorin bzw. der Autor beim Schreiben ein Lächeln im Gesicht hatten und ich musste dabei oft schmunzeln. Der Rest ist dann wissenschaftlicherer Natur und mit Studien etc. untermauert.
Im Vergleich zu anderen psychologischen Büchern, die ich schon gelesen habe, hatte dieses meiner Meinung nach mehr Tiefgang.
Am Ende jedes Kapitels werden auch einige Übungen zum Ausprobieren vorgeschlagen, das fand ich schön. V.a. dass man eine Auswahl hat, da ja nicht alle Übungen einen gleichermaßen ansprechen. Womit ich nicht so gerechnet habe, ist die Tatsache, dass es auch sehr viel um Kinder geht. Aber diese Phase ist natürlich sehr prägend im Leben, weshalb es letztlich natürlich auch Sinn ergibt, dass darauf ein besonderes Augenmerk gerichtet wird.
Ich denke beim Lesen wird jeder die ein oder andere Stelle finden, an der er sich wiedererkennt und die er reflektieren kann.

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