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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2024

Country Noir

Rauer Himmel
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Das Buch lebt mehr von den Beschreibungen der Menschen und Landschaft als von einer Handlung. Mann kann sich die schweigsamen Männer visuell gut vorstellen. Es entsteht schnell eine Atmosphäre, die auch ...

Das Buch lebt mehr von den Beschreibungen der Menschen und Landschaft als von einer Handlung. Mann kann sich die schweigsamen Männer visuell gut vorstellen. Es entsteht schnell eine Atmosphäre, die auch dem langsamen Erzähltempo geschuldet ist und getrost dem Genre Country Noir zugeschlagen werden kann.
Zwar gibt es keinen direkten Spannungsbogen, aber es liegt etwas in der Luft. Das spürt man kontinuierlich. Das ist schon sehr gut gemacht.

Veröffentlicht am 14.09.2024

Ein desillusionierendes Buch

Dorf ohne Franz
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Ein desillusionierendes Buch.
Die Icherzählerin zeigt ihre Rolle in einer dörflichen, ländlichen Umgebung. Für sie gibt es keine Anerkennung oder Zuneigung innerhalb der Familie.
Der titelgebende Franz ...

Ein desillusionierendes Buch.
Die Icherzählerin zeigt ihre Rolle in einer dörflichen, ländlichen Umgebung. Für sie gibt es keine Anerkennung oder Zuneigung innerhalb der Familie.
Der titelgebende Franz ist der einzige, der aus seiner Rolle ausbricht und dafür Freiheit erlangt.
Doch dann kommt der Tag, als auch Maria aus ihren Alltag flüchtet

Der Roman ist für meinen Geschmack ein wenig zu gleichförmig erzählt.
Aber man muss das Buch für seine Schärfe und Klarheit bewundern.
So wird es ein bemerkenswerter Antiheimat- und Antifamilienroman!

Veröffentlicht am 14.09.2024

Ich bin der Stern

Beteigeuze
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Ich bin der Stern. Der Stern bin ich.

Der Stil von Barbara Zeman ist außergewöhnlich. Kurze Sätze prägen den Text. Mal verträumt, oft stakkatohaft.

Der Zustand der leicht labil wirkenden Protagonistin ...

Ich bin der Stern. Der Stern bin ich.

Der Stil von Barbara Zeman ist außergewöhnlich. Kurze Sätze prägen den Text. Mal verträumt, oft stakkatohaft.

Der Zustand der leicht labil wirkenden Protagonistin Theresa ist ambivalent. Wichtig ist ihre Beziehung zu Josef, aber die scheint schon ziemlich angeschlagen. Theresas Bedürftigkeit ist greifbar.
Es ist eine teilweise quälerische Lektüre. Dafür zeigt es den Zustand einer Frau in Schieflage im  Detail und ausdrucksstark.

Veröffentlicht am 12.09.2024

Das Werk eines großen Meisters

Daniel Kehlmann über Leo Perutz
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Daniel Kehlmann über Leo Perutz ist wieder einmal ein Buch aus der Reihe Bücher meines Lebens.
Der Schriftsteller Leo Perutz ist etwas für Kenner und auch ein ewiger Geheimtipp, aber ist nicht vergessen. ...

Daniel Kehlmann über Leo Perutz ist wieder einmal ein Buch aus der Reihe Bücher meines Lebens.
Der Schriftsteller Leo Perutz ist etwas für Kenner und auch ein ewiger Geheimtipp, aber ist nicht vergessen. Auch weil sein Werk überwiegend noch aufgelegt wird.
Daniel Kehlmann schreibt wie gewohnt sorgfältig und angemessen.
Über Leo Perutz als Mensch gibt es nicht viel zu sagen, da der Autor immer sehr zurückhaltend war. Deshalb steht hier sein Werk im Vordergrund.
Am meisten geht Kehlmann auf Perutz Meisterwerk Nachts unter der steinernen Brücke ein. Er arbeitet heraus wie komplex der Text ist, der aus mehreren Erzählungen besteht, die aber doch miteinander verbunden sind.
Nicht auf alle Perutz-Romane wird in diesem Buch eingegangen. Dafür fehlte es an Raum. Dennoch hat Kehlmann Perutz Qualitäten gut herausgearbeitet.

Veröffentlicht am 11.09.2024

Protokoll eines Anschlags

Israel, 7. Oktober
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Die Journalistin Lee Yaron erzählt die Geschichten von Opfern und Überlebenden des 7.Oktober 2023. Dabei geht sie respektvoll mit ihnen um, dennoch sind es teils drastische Passagen.
Nebenbei erzählt die ...

Die Journalistin Lee Yaron erzählt die Geschichten von Opfern und Überlebenden des 7.Oktober 2023. Dabei geht sie respektvoll mit ihnen um, dennoch sind es teils drastische Passagen.
Nebenbei erzählt die Autorin auch immer wieder Herkunft und Geschichte der Opfer sowie von der historischen Geschichte Israels in diesem Kontext.
Die Schilderungen vermitteln, was am 07.10.2023 geschah.
Der Untertitel ist zutreffend. Es ist vor allen auch ein Protokoll eines beispiellosen Gewaltakts.
Joshua Cohen hat das eindringliche Nachwort zum Buch geschrieben.