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Veröffentlicht am 12.05.2019

Wunderschöne Worte einer berührenden Geschichte

Wenn Donner und Licht sich berühren
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„Ich würde immer behaupten, ich hätte ihn zuerst gesehen, doch er bestand darauf, dass es umgekehrt war.“

Brittainy C. Cherry zählt zu meinen Lieblingsautorinnen und mit diesem Buch hat sie es geschafft, ...

„Ich würde immer behaupten, ich hätte ihn zuerst gesehen, doch er bestand darauf, dass es umgekehrt war.“

Brittainy C. Cherry zählt zu meinen Lieblingsautorinnen und mit diesem Buch hat sie es geschafft, einen neuen Favoriten auf meine Liste zu setzen. „Wenn Donner und Licht sich berühren“ ist eine wunderschöne und herzzerreißende Geschichte, ein Buch was man gern immer und immer wieder liest.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der beiden Protagonisten, Jasmine Greene und Elliott Adams. Die beiden lernen sich in New Orleans kennen und beide behaupten sie hätten den anderen zuerst gesehen. Ihre Leben könnten eigentlich nicht verschiedener sein – Jasmine, die den Traum ihrer Mutter als Superstar leben soll, viel unterwegs ist und in der Schule zu den Beliebten zählt, Elliott, der eine herzensgute Familie hat, aber in der Schule gemobbt wird – wenn da nicht die Liebe der beiden zur Musik wäre. Eine Verbindung zwischen ihnen entsteht, die kaum etwas trennen könnte – bis ihre Welten aus den Fugen gerissen werden…
Schon der Titel, und natürlich auch das wunderschöne Cover, konnten mich überzeugen, das Buch zu lesen. Der Klappentext, der nicht viel über die Story aussagt, aber andeutet, welche Gefühle die Geschichte in einem wecken wird, machte mich dann noch neugieriger. Von den ersten Seiten an war ich gefesselt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und die Worte sind sehr gut gewählt, es macht richtig Spaß und man kann wirklich mitfühlen, was passiert und was in den Hauptpersonen vorgeht.

Meine ersten Gedanken zu Jasmine waren, dass sie mir total leidtut. Ihre Mutter scheint sie nicht zu lieben, auch wenn sie das Beste für ihre Tochter will. Das Problem liegt nämlich dabei, dass sie nicht sieht, oder nicht sehen will, wie sehr ihre Tochter darunter leidet, dass sie nicht ihren eigenen Traum, sondern den ihrer Mutter leben soll. Alles, was Jasmine sich wünscht, ist, dass sie Soul singen darf, aber ihre Mutter will sie zur erfolgreichen Tänzerin, Schauspielerin und Pop-Sängerin machen. Ganz schön viel für ein junges Mädchen. Jasmines Charakter konnte ich ganz gut leiden, aber dennoch gab es das ein oder andere Mal Entscheidungen und Handlungen ihrerseits, da saß ich mit hochgezogenen Brauen da und hab mich gefragt, was das jetzt bitte soll.
Elliot dagegen marschierte schnurstracks unter meine Lieblingsprotagonisten. Mit ihm wurde mal ein männlicher Charakter geschaffen, der kein typischer Bad Boy ist, sondern absolut einzigartig, und ganz nebenbei auch noch total liebenswürdig. Er lebt zusammen mit seiner Mutter und seiner großen Schwester, Katie, die beide genauso lieb sind. In der Schule wird er gemobbt, da er ein Außenseiter ist, was leider nicht zu selten vorkommt. Aber er spielt liebend gern und voller Leidenschaft Saxophon, generell liebt er Jazz. Besonders fasziniert haben mich von daher seine und Jasmines Referenzen und Unterhaltungen über die Musik.

„Es gab im Leben aller Menschen Zeilen, die einfach zu schmerzhaft waren, um sie frei zu singen.“

Wie der Klappentext verrät, werden beide für mehrere Jahre getrennt. Als sie sich schließlich wiedersehen, haben sich beide verändert, was teilweise nicht wirklich überzeugend war. Dies ist mein einziger Kritikpunkt, der aber nur minimal ist. Bei Jasmine hatte man manchmal das Gefühl, dass diese Veränderung überspielt wurde, während Elliott regelrecht darin versinkt.

„Du bist die Musik in einer stummen Welt, und mein Herz schlägt, weil du da bist.“

Aber dennoch hatte ich während des kompletten Buches durchweg Spaß am Lesen und ich werde diese Geschichte nicht so schnell vergessen. Die Worte berühren einen, man kann sie sich immer und immer wieder durchlesen und es wird nie langweilig. Alles in allem ist „Wenn Donner und Licht sich berühren“ eine wunderschöne Geschichte mit vielen Emotionen, wie ich sie gern erneut lese.

Veröffentlicht am 28.03.2019

Düster, gewaltig, grandios!

Too Late
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"Jeder weiß, dass es gefährlich ist, zu sehr zu lieben. Aber ich konnte nicht anders."

Too Late - zu spät. Man liest die ersten Sätze, die erste Seite, das erste Kapitel - eh man sich versieht hat einen ...

"Jeder weiß, dass es gefährlich ist, zu sehr zu lieben. Aber ich konnte nicht anders."

Too Late - zu spät. Man liest die ersten Sätze, die erste Seite, das erste Kapitel - eh man sich versieht hat einen dieses Buch vollkommen in seinen Bann gezogen und es ist zu spät, man kann es nicht mehr aus der Hand legen.

Colleen Hoover, dieser Name sagt bestimmt sehr vielen Lesern von Liebesromanen etwas. Sie ist bekannt für ihre wunderschönen und fantastischen Jugendromane, die ich allesamt gelesen und ins Herz geschlossen habe. Von Too Late, einem zuerst eher nebensächlichen Projekt ihrerseits, hatte ich schon vor einiger Zeit ab und an mal gehört, aber es ist bei mir irgendwann immer wieder untergegangen. Letzten Herbst sah ich dann, dass Too Late auf Deutsch als Taschenbuch erscheinen wird und von da an konnte ich es kaum erwarten. Die Handlung und das Thema des Romans unterschieden sich sehr von dem, was sie üblicherweise schrieb, was das Warten auf das Buch besonders spannend machte. Ich wusste absolut nicht was mich da erwartet, egal, wie viele Vermutungen ich anstellte. Egal, was ich mir ausgemalt hatte - letztendlich übertraf diese Story meine Vorstellungen.

Auf der ersten Seite taucht man dank des flüssigen Schreibstils, wie man ihn von Colleen Hoover kennt, sofort in die Handlung ein. Sloan, eine junge Studentin, führt eine Beziehung zu dem Drogenboss Asa Jackson. Doch was er als seine größte und einzig wahre Liebe betrachtet, ist für sie die Hölle. Allein die Tatsache, dass Asas dreckiges Geld den Pflegeheimplatz ihres jüngeren Bruders ermöglicht, zwingt sie zum Bleiben. Was beide nicht wissen ist, dass die Polizei dem Kartell auf die Schliche gekommen ist, und bereits an der Zündschnur für die Sprengung arbeitet - Undercover-Cop Carter soll dabei mithelfen. Er mimt den Mittelsmann zwischen Asa und dessen Kunden, doch die Ermittlungen haben noch nicht mal richtig begonnen, da begegnet er Sloan. Das Knistern zwischen den beiden ist nicht zu übersehen, jedoch entwickelt sich die Situation rasch zu einem hochgefährlichen Versteckspiel um Leben oder Tod in einem hauchdünnen Netz aus Lügen und Verbrechen.

"Die Liebe findet dich in der Tragödie."

Die mal längeren, mal kürzeren Kapitel sind aus der Sicht von Sloan, Carter und Asa geschrieben, weshalb man als Leser oft nicht mehr weiß, was man jetzt denken und fühlen soll. Die Spannung ist greifbar und die Stimmung schlägt von einem Wort auf das andere um. Man muss immer auf der Hut sein, Vermutungen braucht man gar nicht erst anstellen. Was als nächstes kommt, ist bis zur letzten Seite ungewiss.

Die Hauptcharaktere sind alle drei einzigartig und echt. Sie entspringen förmlich den Seiten und man kann sie in Gedanken vor sich sehen. Alles, was sie fühlen, habe ich auch gefühlt. Ich habe gelacht, geweint, war schockiert, war gerührt. Das war mehr als nur eine Achterbahnfahrt der Gefühle, das war ein Rausch. Ein Rausch mit extrem hoher Suchtgefahr. Man zittert, die Gedanken überschlagen sich, dein Herz ist vollkommen überlastet, aber trotzdem geht immer noch mehr. Lesen auf eigene Gefahr.

"Die falsche Liebe zieht einen runter wie ein schwerer Anker. Die richtige schenkt einem Flügel."

Zum Thema Gefahr: Das Thema dieses Buches dessen Umsetzung ist nichts, was man öfter mal irgendwo liest. Es ist rau, es ist düster, es haut einen um. Wer sich nicht wirklich sicher ist, ob er damit umgehen kann, der sollte vorsichtig sein. Wenn man es allerdings einmal gelesen hat, bekommt man es so schnell nicht mehr aus dem Kopf, denn es ist einzigartig. Colleen Hoover damit etwas Gewaltiges geschaffen.

Hat sich der Kauf dieses Buches gelohnt? Ohne Widerrede.
Würde ich es nochmal lesen? Definitiv. Mehrmals.

Die Worte gehen dir unter die Haut, die Story legt dich in Fesseln und lässt dich so schnell nicht wieder los, du gehst an dein Limit. Wenn du damit umgehen kannst, dann lass dir dieses Buch definitiv nicht entgehen.

Veröffentlicht am 24.03.2019

Große Story klein erzählt

Still Broken
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"Die erste große Liebe bleibt einem immer im Gedächtnis. Manche erinnern sich mit einem Lächeln, andere mit Wehmut daran."

Der Roman Still Broken von April Dawson erschien im Herbst des Jahres 2018 im ...

"Die erste große Liebe bleibt einem immer im Gedächtnis. Manche erinnern sich mit einem Lächeln, andere mit Wehmut daran."

Der Roman Still Broken von April Dawson erschien im Herbst des Jahres 2018 im LYX-Verlag.
Er gehört keiner Reihe an und umfasst 320 Seiten.

Norah Jarvis beginnt gerade ihr erstes Semester eines Journalismus-Studiums am College, als sie den gutaussehenden Max Hayes trifft. Er ist genau der Typ, vor dem alle Mädchen warnen, auch wenn sie alle für ihn schwärmen. Jedoch läuft die junge Frau ihm immer häufiger über den Weg, nicht zuletzt, da die beiden in der Redaktion der Studentenzeitung zusammen arbeiten müssen und er auch noch der ältere Bruder ihrer neuen Mitbewohnerin ist. Schon sehr bald können die beiden ihre Gefühle nicht mehr voreinander verstecken, die so leidenschaftlich und komplett anders sind, als alles, was sie zuvor erlebt haben. Allerdings spürt Norah mit der Zeit immer deutlicher, das Max etwas zu verbergen hat. Ein Geheimnis, welches ganze Leben verändern kann…

Schon als ich das Buch das erste Mal sah und noch nicht einmal wusste, wovon es handelt, wollte ich es definitiv lesen, einfach, weil dieses Cover so wunderschön ist. Der Klappentext bestätigte mein Vorhaben nur noch mehr, und ich kann euch eines sagen: es lohnt sich.
Als ich das Buch dann schließlich in meinen Händen hielt und durch die ersten Seiten blätterte, freute ich mich zudem, dass es eine Playlist gibt, die auch gut zu dem Buch passt.

Zu Beginn des Buches brauchte ich eine Weile, bis ich es flüssig lesen konnte, da recht schnell erzählt wird, die Dialoge sind kurz gehalten und es geschieht sehr viel innerhalb von wenigen Seiten. Aber sobald ich richtig drin war, hatte ich wirklich Spaß am Lesen und die Seiten flogen nur so dahin.

Die Geschichte wird zu Beginn aus Norahs Sicht erzählt. Man erfährt schnell recht viel über sie, ihr Leben und ihre besten Freundinnen, Lydia und Brooke. Die Charaktere hatte ich sofort in mein Herz geschlossen, da sie allesamt in ihrer eigenen Art zunächst überzeugend dargestellt werden. Norahs neue Mitbewohnerin Rachel, die jüngere Schwester von Max, mit ihrer lebhaften und offenen Art, mochte ich auch sofort. Max wird als Bad Boy beschrieben, doch meiner Meinung nach ist er das komplette Gegenteil davon. Natürlich entspricht er mit seinem Kleidungsstil, der obligatorischen Lederjacke, seinem guten Aussehen und seiner zunächst abweisenden und rauen Art dem Klischee. Allerdings öffnet er sich Norah gegenüber sehr schnell und entpuppt sich als ein äußerst liebenswürdiger Charakter.

Durch das ganze Buch hindurch bleibt die Erzählweise straff, die Dialoge knapp und der Fokus liegt sehr deutlich auf dem Plot. In der ersten Hälfte empfand ich die Story als eine süße, aber nicht umhauende Liebesgeschichte. Nichts neues. Etwas, das man mal lesen kann, aber bei dem man nicht wirklich etwas verpasst, wenn man es nicht gelesen hat. Jedoch wurde ich in der zweiten Hälfte positiv überrascht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ein Plot Twist folgte dem nächsten und die Spannung steigerte sich immer weiter. Das, was ich zunächst als durchschnittliche Liebesgeschichte eingeschätzt hatte, entpuppte sich als eine originelle Story, die mich einfach nur umhaute. Ich fieberte wahrlich mit, musste mal lachen, mal weinen. Der Schreibstil, die Art und Weise, wie April Dawson Max und Norahs Beziehung und Gefühle füreinander beschreibt, geht einem wahrlich ans Herz.

"Ich war nie glücklicher in meinem Leben, Norah. Dieses Jahr war das schlimmste meines Lebens. Ich habe alles verloren, und als ich dachte, es könnte nur schlimmer werden, tratst du in mein Leben und stelltest es gehörig auf den Kopf."

Trotz der sehr überzeugenden Geschichte von Norah und Max gibt es Punkte, die mir an dem Buch nicht gefallen. Zunächst muss ich sagen, dass mit fortschreitender Handlung immer weniger auf die Nebencharaktere eingegangen wird. Sie werden mal erwähnt, wenn es für die Handlung zwingend nötig ist, aber teilweise werden sie regelrecht vergessen. Durch einen komplexen Plot, der in nur 300 Seiten gepackt wurde, kommt es dazu, dass einige Nebenhandlungen schlichtweg nicht zu Ende erzählt werden konnten. Die Story hat potenzial und ist durchaus originell, allerdings wurde sie auf viel zu wenig Seiten einfach zu schnell erzählt.

Alles in allem gebe ich Still Broken von April Dawson 4 von 5 Sternen, da die Handlung zu sehr gestrafft wurde, aber mich die Geschichte dennoch mitfiebern lassen hat, die Liebesgeschichte emotional und ehrlich ist, und ich das Buch definitiv nicht so schnell vergessen werde.