Definitiv ein Geheimtipp
Phia Quantius kennen einige vielleicht eher als Social Media-Persönlichkeit, Model oder Freundin von Malte Zierden. Ich war ehrlich gesagt zunächst skeptisch, als ich bei meiner Recherche für den Bibliotheksbestand ...
Phia Quantius kennen einige vielleicht eher als Social Media-Persönlichkeit, Model oder Freundin von Malte Zierden. Ich war ehrlich gesagt zunächst skeptisch, als ich bei meiner Recherche für den Bibliotheksbestand auf ihren Roman "Aura" gestoßen bin. Erst dachte ich, es sei ein Sachbuch, da ich um ihre Migräne und ihre (wichtige!) Aufklärungsarbeit zu dieser Krankheit wusste. Eins vorweg: Die Thematik spielt auch eine Rolle in ihrem Roman. Es handelt sich jedoch um eine fiktive Geschichte, die eine hochgradig toxische und manipulative Beziehung in den Mittelpunkt rückt. Inhalt und Thematik haben mich letztlich überzeugt und es wurde bestellt.
Es wird die Geschichte von Esme erzählt, die versucht Studium, Arbeit und ihren Alltag mit Hund und Migräne zu wuppen. Als sie Jasper kennenlernt, ändert sich ihr Leben schleichend, aber nachhaltig. Sie bemerkt die kleinen, feinen Manipulationen und Ungerechtigkeiten, wischt sie jedoch beiseite und wird immer abhängiger. Und erlebt zudem häusliche Gewalt.
Die Geschichte und Abhängigkeit baut sich langsam auf und wird sehr gut erzählt. Wer keine Berührungspunkte mit Narzissmus oder toxischen Beziehungen hatte, wird es spätestens beim Lesen zu 100 Prozent checken, wie das psychische Spielchen läuft. Und wer es kennt, wird oft vergleichen und sich zwischen Kopfnicken und Kopfschütteln kaum entscheiden können. Kurz vor Ende gibt es eine unvorhersehbare Wendung. Sie ist außergewöhnlich, aber gleichzeitig spannend und irgendwie neu und erfrischend.
Der Roman "Aura" ist definitiv ein Geheimtipp und wird leider kaum besprochen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.