ein berührender Roman
„Wo das Eis niemals schmilzt“von Inkeri Markkula ist ein Buch über Herkunft, Identität, Rassismus, Liebe, Gletscher und ihre Auswirkungen auf unser Klima. Es ist ein Buch das mich berührt und stark beeindruckt ...
„Wo das Eis niemals schmilzt“von Inkeri Markkula ist ein Buch über Herkunft, Identität, Rassismus, Liebe, Gletscher und ihre Auswirkungen auf unser Klima. Es ist ein Buch das mich berührt und stark beeindruckt hat und das mich nicht nur wegen unserer momentanen Temperaturen oft hat frösteln lassen.
Wir lernen als erstes Unni kennen, die als Glaziologin auf die Baffininseln im Norden Kanadas reist, um das Fortschreiten des Klimawandels zu untersuchen. Dort lernt sie Jon kennen, mit dem sie eine kurze leidenschaftliche Beziehung hat. Als sie nach einem halben Jahr zurückkehrt, ist Jon verschwunden und sie macht sich auf die Suche nach ihm.
In verschiedenen Geschichten ,und aus Sicht verschiedener Personen erfahren wir nun die Geschichte der beiden Protagonisten.
Unni ist Samin und in Finnland groß geworden. Ihre Eltern haben sich getrennt und so hat sie abwechselt ihre Kindheit in Lappland bei ihrem Vater gelebt, der ihr die Nähe und Liebe zur Natur und die Traditionen der Samen beibrachte und einen Teil bei ihrer Mutter im Süden des Landes. Diese Zerrissenheit und die Liebe zurNatur haben ihr Leben geprägt.
Jon wuchs in Kanada bei Adoptiveltern auf, die später mit ihm nach Dänemark zogen. Als Inuit in Dänemark fühlt er sich entwurzelt und hat mit Rassismus und Identitätsproblemen zu kämpfen.
Als seine Adoptivmutter ihm eines Tages ein Flugticket auf die Baffininseln schickt, beginnt eine Suche mit der Hoffnung seine Wurzeln zu finden.
Dieses Buch hat so vieles was mich begeistern konnte. Es erzählt viel über die Eiswelt Alaskas mit ihren Gletschern und Schneemassen, den Traditionen der Inuit, die im Einklang mit der Natur leben, den Forschungen einer Glaziologin, die auch die Konsequenzen für unserer Klima aufzeigt, es erzählt aber auch ein Stück Vergangenheit, dass viele Länder gern vergessen würden, nämlich wie man mit den Inuit des Nordens umgegangen ist. Egal ob Kanada oder Dänemark ,hier hat sich keiner mit Ruhm bekleckert. In Kanada sind die „Sixties Scoop“ ein dunkles Kapitel der kanadischen Geschichte, in der man geschätzt 20000 Kinder der indigenen Völker von ihren Eltern trennte und als Adoptivkinder in Mittelstandsfamilien vermittelte.
Die Kinder wurden mit Gewalt aus den Reservaten geholt, oder nach der Geburt den Eltern gegenüber als tot erklärt.Durch diese Assimilationspolitik beraubte man sie ihrer Identität mit dramatischen Folgen für die Betroffenen.
In Finnland wurden die Kinder in Internaten „erzogen“.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in einem flüssigen, eindringlichen Schreibstil, der bei mir für eine Sogwirkung sorgte. Sie hat mein Herz offen gemacht für die Geschichte dieser Bevölkerungsgruppe und noch mal aufgezeigt, dass dieses Kapitel noch lange nicht abgeschlossen ist, wenn man die aktuelle Grönlandfrage betrachtet.
Ein Buch,was nicht nur viele interessante Aspekte bezüglich unseres Klimas beinhaltet, sondern mich zudem stark berührt hat und was mir sicherlich nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.