Cover-Bild Yay!There
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15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: tolino media
  • Genre: Kinder & Jugend / Bilderbücher
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 05.06.2025
  • ISBN: 9783759293718
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
S. Rayker

Yay!There

Ein K-Pop-Roman
Sonja Rüther (Herausgeber)

Nicht nur, dass der 16-jährige Jay um seine Mutter trauert, nach einem Vorfall im Internat wird er ohne weitere Diskussion rausgeworfen und nun hat sein Vater ihn an der Backe. Ein Mann, den Jay kaum kennt, weil er beruflich für die Sicherheit anderer zuständig ist und sich andauernd auf Reisen befindet – aktuell mit der K-Pop-Gruppe Yay!There, die auf ihrer Welttournee jeden Schutz gebrauchen kann. Jay hat keine Ahnung von K-Pop und die sechs Jungs dieser Band sind ihm auch herzlich egal. Sein Plan ist es, bis Paris durchzuhalten, dann abzutauchen und ein ganz neues Leben zu beginnen, weit weg vom Mobbing und den aktuellen Entwicklungen in den USA. Dafür muss er nur die Füße stillhalten. Leider hat er diese Rechnung ohne Yi-jun gemacht. Der Superstar nervt ihn mit seiner penetranten Art, doch schon bald begreift Jay, dass weit aus mehr dahintersteckt. Cover: Anke Koopmann, Designomicon Lektorat: Yasmin Dreyer

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2026

Coming‑of‑Age‑Geschichte mit Tiefgang

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Bevor ich in Yay!There eintauche, lese ich einen Auszug aus einem Abibuch, in dem Norina Rüther über Mobbing schreibt. Dieser Einstieg berührt mich emotional und schafft einen nahtlosen Übergang zur Geschichte.
Ich ...

Bevor ich in Yay!There eintauche, lese ich einen Auszug aus einem Abibuch, in dem Norina Rüther über Mobbing schreibt. Dieser Einstieg berührt mich emotional und schafft einen nahtlosen Übergang zur Geschichte.
Ich lerne den sechzehnjährigen Protagonisten Jay kennen, dessen Leben bisher von Demütigungen und Ausgrenzung geprägt ist. Durch die jahrelangen physischen und psychischen Verletzungen ist sein Selbstbild stark beeinträchtigt. Er wird von Selbstzweifeln geplagt und verbirgt sich hinter misstrauischem und mürrischem Verhalten.
Nach dem Verlust seiner Mutter und dem Rausschmiss aus dem Internat muss Jay seinen Vater bei dessen Arbeit als Sicherheitschef der koreanischen Boyband Yay!There begleiten. Die Band befindet sich derzeit auf Welttournee, und Jay hat keine Wahl, als mitzufahren. Zwischen Vater und Sohn besteht kaum eine Verbindung, da sich der Vater sein Leben lang kaum um Jay gekümmert hat. Die spürbare Distanz zwischen ihnen und Jays Gefühl, nirgendwo dazuzugehören, berühren mich sehr.
Die Themen Verlust und Ausgrenzung werden ungeschönt vermittelt, doch zugleich schimmert ein Funken Hoffnung hindurch.

Der personale Erzähler bleibt dicht an Jay, verliert sich jedoch nicht in seiner Perspektive. Dadurch erhalte ich einen intensiven Einblick in Jays innere Zerrissenheit und gleichzeitig in die Mechanismen der K-Pop-Industrie, auf politische Untertöne und gesellschaftliche Spannungen zum Thema Queerness. Diese Vielfalt macht Yay!There besonders interessant.
Insgesamt gewinnen alle Figuren rasch an Tiefe, wodurch ihre weiteren Entwicklungen glaubwürdig und berührend wirken.

Auch ohne große Vorkenntnisse rund um K-Pop fällt es mir leicht, in diese besondere Welt einzutauchen. Das gelingt besonders dadurch, dass der Fokus klar auf den Emotionen, dem persönlichen Wachstum von Jay und den Beziehungen, die sich entwickeln, liegt.
Der Blick hinter die Kulissen der K-Pop-Welt ist eindrucksvoll. Harte Trainingspläne, minutiöses Marketing, strenge Regeln und enormer Erwartungsdruck zeigen ungeschönt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Gleichzeitig gelingt es S. Rayker aufzuzeigen, dass echte Menschen dies alles leisten. Die Mitglieder der K-Pop-Band sind nicht die unnahbaren Idole, für die sie Jay hält. Sondern junge Erwachsende, die trotz Ruhm und Disziplin sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben.

Die aufkeimende Beziehung zwischen Jay und Yi-jun, einem Mitglied von Yay!There, bildet den Kern dieses emotionalen Jugendromans. Yi‑jun begegnet Jay mit Geduld und Feinfühligkeit, die Jays verhärtete Sichtweise langsam aufbricht. Mir ist Jay dabei nicht immer sympathisch. Seine manchmal ungerechte Art ist teilweise nur schwer auszuhalten, aber das macht seine Entwicklung nur authentischer. Wie Jay lernt, dass Nähe nicht automatisch Gefahr bedeutet und dass Vertrauen ein Risiko ist, das sich lohnen kann, ist sehr bewegend für mich.
Die Freundschaft, die sich zwischen Jay und den Bandmitgliedern entwickelt, ist feinfühlig und glaubwürdig gezeichnet. Der anfängliche Kontrast zwischen „Superstars“ und „Außenseiter“ löst sich zunehmend auf.
Parallel dazu baut ein Nebenhandlungsstrang eine stetig wachsende Spannung auf, die im Showdown rasant eskaliert. Dieser finale Abschnitt wirkt wie ein Bruch und hinterlässt eine Momentaufnahme, die nachhallt.

Fazit:
Yay!There ist ein einfühlsames und wichtiges Jugendbuch, das dazu ermutigt, die eigene Perspektive zu erweitern, das eigene Handeln zu hinterfragen und Anderssein zu akzeptieren.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Yay, was für ein fantastisches Buch!

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Manchmal muss man auch aus der Komfortzone raus. Ich lese gerne Krimis und Romance, Bücher müssen mich berühren, aber niemals hätte ich gedacht, ich würde ein Buch über K-Pop lesen. Was ist das überhaupt? ...

Manchmal muss man auch aus der Komfortzone raus. Ich lese gerne Krimis und Romance, Bücher müssen mich berühren, aber niemals hätte ich gedacht, ich würde ein Buch über K-Pop lesen. Was ist das überhaupt? Koreanische Backstreet Boys?

Aber ich weiß, wie sehr mich die bisherigen Bücher der Autorin bewegt haben und deswegen habe ich Yay!There eine Chance gegeben, zum Glück.

In einer Zeit, in der weltweit der Schutz von Minderheiten immer weniger gilt und der Slogan „Hauptsache mir geht es gut“ immer mehr um sich greift, ist so ein Buch wichtig. Die Autorin weiß, worüber sie schreibt, hat Mobbing selbst und ganz besonders bei ihren beiden Kindern hautnah miterlebt. Sehr mutig finde ich, dass sie aus dem Abibuch eines ihrer Kinder zitieren darf.

Jay ist 16 Jahre alt und trauert um seine Mutter, der einzige Mensch, der ihn geliebt hat. In der Schule wird er fies gemobbt und als er sich wehrt, fliegt er vom Internat. Jetzt hat ihn sein Vater an der Backe, der Mensch, der nie für ihn da war, weil ihm sein Job als Personenschützer immer wichtiger war.

Mein Herz blutet für Jay, der so oft in seinem Leben schon enttäuscht wurde, dass er das Vertrauen in seine Mitmenschen verlernt hat, der nicht glauben kann, dass ihn jemand mag, so wie er ist.

Ich lasse mich ein auf die Geschichte, gehe mit Yay!There auf Welttournee und entdecke die Schattenseiten des so glamourös erscheinenden Bandlebens. Ganz besonders bezaubernd ist Yi.Jun, dessen Charme und sympathischer Art sich nicht einmal Jay entziehen kann.

Ich fühle die Ohnmacht, die Hilflosigkeit, den Schmerz. Die Worte der Autorin schneiden wie Messer in meine Haut und doch ist da Hoffnung: Zusammenhalt, Liebe, Verständnis, Toleranz. Die Autorin schickt mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und ich kann einfach nicht aufhören zu lesen.

Dieses Buch sollte in Schulen gelesen werden, ist geeignet von 9 bis 99 Jahren und bekommt von mir verdiente 5 Sterne und eine dicke Leseempfehlung. Traut euch, seid offen für Anderes!

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Veröffentlicht am 22.06.2025

"Die Welt ist nicht schlecht - dein Umfeld war es."

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Ich habe Jay von der ersten Seite an unfassbar gerne auf seiner Suche nach Sicherheit und Vertrauen begleitet. Nachdem er in den letzten Jahren nur negative Erfahrungen mit Mitschülern gemacht hat und ...

Ich habe Jay von der ersten Seite an unfassbar gerne auf seiner Suche nach Sicherheit und Vertrauen begleitet. Nachdem er in den letzten Jahren nur negative Erfahrungen mit Mitschülern gemacht hat und sein Vater nie als "Vater" da sein konnte hat er nämlich einen ganzen Haufen an Problemen, mit denen er sich rumschlägt und selbst seine Gedanken stehen gegen ihn. Vor allem seit dem Tod seiner Mutter, die für ihn das einzig verlässlich positive in seinem Leben gewesen ist.

Und dann hat er im Endeffekt Glück im Unglück - dadurch, dass er von der Schule fliegt und sein Vater für die Sicherheit der Kpop Band "Yay!There" verantwortlich ist bleibt nur eine Schlussfolgerung - Jay muss mit auf Tournee. Und ehe er sich versieht steht er plötzlich gegen seinen Willen inmitten der Kpop Welt, über die er genauso wenig weiß wie sein Vater über ihn. Eigentlich die perfekte Chance für einen Neuanfang - aber nicht in der heutigen Zeit, in der einen die Vergangenheit durch die sozialen Medien in kürzester Zeit einholen kann, obwohl die Gedanken sie sowieso nie losgelassen haben.

Es ist total leicht, Jay zu verstehen und mit ihm zu fühlen, zu leiden und sich zu freuen, vor allem, da es auf ganz besondere Weise immer wieder Einblicke in seine Gedanken gibt. Und dieser Einblick trifft einen manchmal wirklich doll.

Das Buch hat bei mir aber nicht nur mit dieser "Lesernähe" gepunktet sondern auch wesentlich damit, dass es ganz aktuelle Themen aufgreift, mit denen ich gar nicht gerechnet habe. So spielen nicht nur soziale Probleme wie Mobbing oder fehlende Beziehungen (zu den Eltern) eine Rolle, sondern es wird auch auf die ein oder andere politische Entwicklung angespielt.

Für mich daher ein absolutes vier Sterne Buch aufgrund der Nahbarkeit, die ich empfunden habe, obwohl diese Welt in die wir eintauchen so anders ist als meine eigene und einen doch ähnliche Themen bewegen. Zusätzlich gibt es einen Pluspunkt für den Aktualitätsbezug.

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