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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Grandiose Atmosphäre, wenig Spannung und Forensik

Knochenkälte
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Als Beckett Neuling war ich total auf Knochenkälte gespannt, nachdem ich viel positives über die anderen Bände gehört habe. Außerdem haben mich die forensischen Aspekte neugierig gemacht, die für meinen ...

Als Beckett Neuling war ich total auf Knochenkälte gespannt, nachdem ich viel positives über die anderen Bände gehört habe. Außerdem haben mich die forensischen Aspekte neugierig gemacht, die für meinen Geschmack leider zu kurz gekommen sind. Es gab ein, zwei interessante Erwähnungen in diesem Bereich, die aber nur eine kleine Nebenrolle gespielt haben.
Generell wirkt Hunter in diesem Band eher wie ein naiver Anfänger als wie ein erfahrener forensischer Anthropologe.

Die ersten Kapitel haben mich vom Stil total überzeugt, da Beckett hier schafft eine greifbare Atmosphäre schafft, sodass man das Gefühl hat, neben Hunter in seinem Auto zu sitzen.
Aber genau diese Beschreibungen, die den Einstieg ausgemacht haben haben dem Buch am Ende das Genick gebrochen. Statt spannendem Inhalt gibt es viele ausschweifende Landschaftsbeschreibungen, die eher ein Krimigefühl statt einen Thriller erschaffen. Der Thriller zeigt sich erst am Ende mit konstruierten Aufdeckungen. Hier wurde der gesamte Inhalt, der auf den ersten 450 Seiten versäumt wurde plötzlich doch noch eingebracht und war dadurch vor allem überfordernd.

Dadurch fällt es mir auch wirklich schwer, ein Fazit zu ziehen. Denn über ca. 2/3 des Buches hätte ich gesagt, dass das Wort Thriller einfach falsch gewählt ist und Krimi passender wäre. Allerdings passt das Ende leider nicht dazu, da hier nochmal viele neue Aspekte aufgetischt wurden, die auch nicht unbedingt gut nachvollziehbar bzw. zugänglich waren. Dadurch, dass alles erst am Ende auf den Tisch kam kam leider auch keine langfristige Möglichkeit auf, mit zu rätseln und auch mal mitzufiebern in spannenden Momenten.

Ich schätze, dass das Buch vor allem für Beckett Fans geeignet ist, die die Hunter Reihe gerne verfolgen. Schließlich kann nicht jedes Buch einer Reihe sehr gut sein, jedoch würde ich als Neuling dann wohl eher zu dem ersten Buch greifen.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

"Die Welt ist nicht schlecht - dein Umfeld war es."

Yay!There
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Ich habe Jay von der ersten Seite an unfassbar gerne auf seiner Suche nach Sicherheit und Vertrauen begleitet. Nachdem er in den letzten Jahren nur negative Erfahrungen mit Mitschülern gemacht hat und ...

Ich habe Jay von der ersten Seite an unfassbar gerne auf seiner Suche nach Sicherheit und Vertrauen begleitet. Nachdem er in den letzten Jahren nur negative Erfahrungen mit Mitschülern gemacht hat und sein Vater nie als "Vater" da sein konnte hat er nämlich einen ganzen Haufen an Problemen, mit denen er sich rumschlägt und selbst seine Gedanken stehen gegen ihn. Vor allem seit dem Tod seiner Mutter, die für ihn das einzig verlässlich positive in seinem Leben gewesen ist.

Und dann hat er im Endeffekt Glück im Unglück - dadurch, dass er von der Schule fliegt und sein Vater für die Sicherheit der Kpop Band "Yay!There" verantwortlich ist bleibt nur eine Schlussfolgerung - Jay muss mit auf Tournee. Und ehe er sich versieht steht er plötzlich gegen seinen Willen inmitten der Kpop Welt, über die er genauso wenig weiß wie sein Vater über ihn. Eigentlich die perfekte Chance für einen Neuanfang - aber nicht in der heutigen Zeit, in der einen die Vergangenheit durch die sozialen Medien in kürzester Zeit einholen kann, obwohl die Gedanken sie sowieso nie losgelassen haben.

Es ist total leicht, Jay zu verstehen und mit ihm zu fühlen, zu leiden und sich zu freuen, vor allem, da es auf ganz besondere Weise immer wieder Einblicke in seine Gedanken gibt. Und dieser Einblick trifft einen manchmal wirklich doll.

Das Buch hat bei mir aber nicht nur mit dieser "Lesernähe" gepunktet sondern auch wesentlich damit, dass es ganz aktuelle Themen aufgreift, mit denen ich gar nicht gerechnet habe. So spielen nicht nur soziale Probleme wie Mobbing oder fehlende Beziehungen (zu den Eltern) eine Rolle, sondern es wird auch auf die ein oder andere politische Entwicklung angespielt.

Für mich daher ein absolutes vier Sterne Buch aufgrund der Nahbarkeit, die ich empfunden habe, obwohl diese Welt in die wir eintauchen so anders ist als meine eigene und einen doch ähnliche Themen bewegen. Zusätzlich gibt es einen Pluspunkt für den Aktualitätsbezug.

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