Cover-Bild Bittersüße Träume
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 23.04.2025
  • ISBN: 9783442496129
Silvia Cinelli

Bittersüße Träume

Die Geschichte der Familie Campari - Roman
Ingrid Ickler (Übersetzer)

Mailand 1882: Als Gaspare Campari, der Erfinder des berühmten Bitterlikörs, völlig unerwartet stirbt, übernimmt seine Frau Letizia erfolgreich die Leitung des Unternehmens und des berühmten Künstler-Cafés in der Galleria Vittorio Emanuele. Wenige Jahre später schickt die mutige Witwe ihren Sohn Davide nach Bordeaux, wo er bei einem Likörhersteller in die Lehre gehen soll. Anstatt sich seiner Ausbildung zu widmen, lässt sich der junge Heißsporn jedoch lieber zu einer Reise nach Paris überreden, wo er sich Hals über Kopf in die Soubrette Leda verliebt. Nach einem Jahr Bohème-Leben kehrt Davide schweren Herzens nach Mailand zurück. Fortan möchte er sich ganz auf seine Familie und die Leitung der Likörfabrik konzentrieren. Doch dann steht Leda vor seiner Tür – mit der Bitte, ihr in einer schrecklichen Lage zu helfen ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2025

Ein fesselnder Cocktail aus Fakt und Fiktion

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Worum geht’s?
Nachdem Gaspare, der Erfinder des berühmten Bitterlikörs verstorben ist, übernimmt seine Frau Letizia das Familienunternehmen. Damit ihr Sohn Davide schon bald an die Stelle seines Vaters ...

Worum geht’s?
Nachdem Gaspare, der Erfinder des berühmten Bitterlikörs verstorben ist, übernimmt seine Frau Letizia das Familienunternehmen. Damit ihr Sohn Davide schon bald an die Stelle seines Vaters treten kann, schickt sie ihn zur Ausbildung zu einem Liquorista nach Frankreich. Doch dort lernt er das wilde Bohéme-Leben und Leda kennen.

Meine Meinung:
In dem historischen Roman „Bittersüße Träume“ erzählt Silvia Cinelli die fesselnde Geschichte der Familie Campari. Das Getränk kennt wohl jeder, aber zumindest mir war die Geschichte hinter dem Namen bis dato absolut unbekannt. Da ich ein absoluter Fan von Romanbiografien bin, musste ich das Buch sofort lesen und was soll ich sagen? Der lebendige Schreibstil, die Atmosphäre des Buches, die Menschen im Italien des 19. und 20. Jahrhunderts haben mich einfach gefesselt.

Am besten gefallen hat mir wohl Letizia, von ihr hätte ich zu gerne noch mehr gelesen und über die Zeit, in der sie Chefin im Unternehmen war. Aber wir haben vorwiegend Davide begleitet, auch er eine spannende Persönlichkeit, seinem Vater ähnlicher, als er es sich wohl gewünscht hätte. Ein Mann mit Ziel, aber auch ein Mann, der auf der einen Seite alles hat und der erfolgreich ist, der dafür aber auch viel aufgegeben und verloren hat. Und wir dürfen den kleinen Gaspare kennenlernen, auch ihn eher am Rande aber auch er ein wirklich spannender Charakter, von dem ich zu gerne wüsste, wie sein Leben weiterverlaufen ist!

In dem Buch selbst lesen wir dann viel über die Familie Campari selbst. Über Zusammenhalt und Zerrüttung. Über Kämpfe und Erfolge. Und darüber, wie aus der Familie eine Industriellenfamilie wurde. Das alles abgerundet mit dem geschichtlichen Hintergrund Italiens zu jener Zeit, der mir überhaupt gar nicht bekannt war. Vieles ähnelt der deutschen Geschichte – die Arbeiterbewegung, die ersten Streiks. Und doch ist es anders. Die Autorin hat die Fakten und die Fiktion dabei so perfekt vermischt, dass beim Lesen Bilder wie in einem Film an mir vorübergezogen sind. Teilweise hätte ich zwar gerne mehr gelesen über die Camparis und die Entwicklung der Liköre selbst, aber es hat auch nicht gestört, dass es dazu keine tieferen Infos gab. So lebendig und mitreißend war die Geschichte um das Leben der Camparis herum. Insbesondere auch Davides Zeit mit Leda und dem kleinen Gaspare. Davide hat mir teils wirklich leidgetan. Ein Mann zum Bewundern aber auch zum Bemitleiden. Und ich muss sagen, das Buch ist zurecht ein Bestseller in Italien, es war einfach nur genial geschrieben und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Wir hatten tolle Charaktere, tolle Szenen und das alles vor der herrlichen Kulisse Mailands um das Jahr 1900 – es war fast ein kleiner Urlaub, bei dem wir in der Zeit zurückgereist sind. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung!

Fazit:
Mit „Bittersüße Träume“ konnte mich Silvia Cinelli wirklich fesseln. Die spannenden Charaktere, der perfekte Mix aus Fakt und Fiktion, dazu die Familiengeschichte der Camparis und die geschichtlichen Hintergründe Italiens – das Buch hat mich gefesselt und die Bilder zogen beim Lesen gleich einem Film an mir vorbei. Ich konnte komplett abtauchen in die wundervolle Welt, welche die Autorin uns erschaffen hat und bin immer noch absolut hingerissen von den Leben, die wir begleiten durften.

5 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Beeindruckende Familien- und Firmensaga

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Liebt ihr die Produkte der Firma Campari auch so sehr? Der bittere Likör gehört für mich zum Sommer dazu. Mit „Bittersüße Träume“ beleuchtet Autorin Silvia Cinelli die Geschichte der Familie Campari.
Gaspari ...

Liebt ihr die Produkte der Firma Campari auch so sehr? Der bittere Likör gehört für mich zum Sommer dazu. Mit „Bittersüße Träume“ beleuchtet Autorin Silvia Cinelli die Geschichte der Familie Campari.
Gaspari Campari, Erfinder des gleichnamigen Likörs und Firmengründer, verstirbt 1882. Seine Frau Letizia erbt das Unternehmen ihres Mannes, der überraschend gestorben ist und erbt auch das Künstler-Café in der bekanntne Galleria Vittorio Emanuele.
Die Witwe lässt sich nicht unterkriegen und führt das Unternehmen erfolgreich weiter. Eine Weile später schickt sie jedoch ihren Sohn Davide nach Bordeaux. Um die Firma unterstützen zu können, absolviert eine seine Ausbildung bei einem anderen Likörhersteller. Aber er hat andere Gedanken, der junge Mann reist liebe nach Paris, dort verliebt er sich in die Sängerin Leda.
Aber nach einem guten Jahr des lässigen, haltlosen Lebens geht er nach Mailand zu seiner Familie zurück. Er möchte sich nun ganz der Familie und der Leitung des Campari-Werkes widmen. Aber dann erscheint Leda auf der Bildfläche- und stürzt Davide und seine Familie ins Chaos…
Erst einmal möchte ich anmerken, wie schön ich das Cover finde. Es gibt so gut die Campari-Vibes wieder und macht wirklich Lust auf Sommer und den Genuss des bitteren Likörs. Und der Klappentext hat mich gecatcht. Ich lese mittlerweile sehr gerne Romane, die sich historisch mit der Gründung eines bekannten Unternehmens befassen. Mit „Bittersüße Träume“ habe ich mein erstes Buch der Autorin gelesen.
Der Einstieg in die Handlung fiel mir sehr leicht. Wir werden Zeugen davon, wie die doch noch junge Letizia von jetzt auf gleich ihren Ehemann ersetzen und beerben muss. Ihr wird die Verantwortung für ein großes Unternehmen auferlegt und sie schafft es, dieser gerecht zu werden. Auch wenn das nicht immer so einfach ist. Ich bin schnell in die Geschichte eingetaucht und ich habe die italienische, südliche Atmosphäre sehr gemocht.
Aber es geht nicht nur um ein bekanntes Unternehmen, wie es sich entwickelt hat, es geht hauptsächlich um die Familiengeschichte der Camparis. Und diese hat mir sehr, sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es durch ihren flüssigen, leichten, aber bildhaften Schreibstil, dass man das Buch nicht weglegen kann. Ich hatte befürchtet, dass ein weiterer Roman dieses Genres mir nicht gefallen könnte. Aber das ist nicht der Fall. Ich konnte mich wirklich komplett in den Storyplott fallen lassen.
Die Geschichte von Davide gefällt mir richtig gut. Er ist ein junger Mann, dessen Weg eigentlich vorbestimmt ist. Doch das locker leichte Leben reizt ihn mehr, weshalb er nach Paris reist und es dort in vollen Zügen geniesst.
Wir erfahren, wie wichtig Familie am Ende doch ist und erfahren, ob Letizia ihrem Sohn beistehen wird. Denn Leda kommt in einer Notsituation zu ihrem Sohn, die alles verändern könnte…
Ich mag „Bittere Träume“ sehr. Ein wunderbarer teils realistischer, teils fiktiver Einblick in eine weltbekannte Unternehmerfamilie voller Spannung, aber auch Tiefgründigkeit. Und dazu das italienische Flair- perfekt!

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Innere und äußere Kämpfe

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Davide Campari träumt schon immer davon, Likörist zu werden und damit seinem Vater im Familienunternehmen nachzufolgen. Doch der hat andere Pläne für ihn.
Als Gaspare Campari überraschend stirbt, übernimmt ...

Davide Campari träumt schon immer davon, Likörist zu werden und damit seinem Vater im Familienunternehmen nachzufolgen. Doch der hat andere Pläne für ihn.
Als Gaspare Campari überraschend stirbt, übernimmt seine Frau das Unternehmen und damit ergeben sich auch innerhalb der Familie neue Wege.

„Bittersüße Träume - Die Geschichte der Familie Campari“ von Silvia Cinelli erzählt in ihrem Buch, wie Gaspare Campari begann und Davide Campari das Unternehmen später immer weiterentwickelte.
Auffällig ist dieses Buch vor allem durch sein Cover, dass sommerlich frisch aufwartet und den bittersüßen Titel aufgreift.
Es gibt zwei Handlungsstränge - Der eine handelt von Gaspare Camparis Anfänge als Sohn in einer Großfamilie, der sich von unten hocharbeitet und der andere handelt von Davide, dem Sohn, der alles wollte, es nicht bekommen sollte und sich dann doch hart die Unternehmensführung erarbeitet hat.
Ich muss zugeben, die Erzählperspektive Gaspares nahm mir oftmals den Lesefluss, weil dieser Teil der Geschichte nach meinem Empfinden völlig anders geschrieben war, als der Anteil Davides. Mir fehlte da auch eine Verbindung bzw. Struktur zwischen den beiden Handlungssträngen.
Davides Handlungsstrang war ein Auf und Ab. Emotionen folgten purer Nüchternheit, gepaart mit Pragmatismus. Er wird als eine m.E. sehr faszinierende Persönlichkeit dargestellt, die ihre persönlichen Belange denen der Firma zurückstellt. Für mich hatte er eine Art Vorbildcharakter und gleichzeitig eine negativ und mahnende Persönlichkeitsentwicklung, speziell, was sein Privatleben betraf. Die Konflikte, die er innerhalb der Familie auszutragen hatte, waren auch anschaulich dargestellt, vom inneren Brodeln bis zur Explosion.
Meine Erwartung lag auch darin, etwas über die Herstellung der berühmten Campari-Liköre zu erfahren, doch das war eher eine Randnotiz im Geschehen.
Als historische Randnotiz, aber wirklich sehr interessant, habe ich die Erzählungen um die Arbeiteraufstände im Italien des beginnenden 20. Jahrhunderts empfunden.

Alles in allem ein interessanter historischer Roman, von dem ich mir jedoch etwas mehr bzw. etwas anderes erwartet hatte. Im Vergleich zu verschiedenen anderen Romanen über die Entwicklung berühmter Unternehmen hinkt dieser Roman etwas hinterher.

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