wir müssen mehr wie ein Leuchtturm sein
Nick genießt sein neues Leben als Superheld. Endlich darf er der Wächter sein. Und dann ist er auch noch mit dem tollsten Jungen der Welt zusammen. Doch alles wird getrübt, als herauskommt, dass Owen Burke ...
Nick genießt sein neues Leben als Superheld. Endlich darf er der Wächter sein. Und dann ist er auch noch mit dem tollsten Jungen der Welt zusammen. Doch alles wird getrübt, als herauskommt, dass Owen Burke aka Shadow Star aus dem Gefängnis entkommen ist. Und sein Vater Simon Burke für das Bürgermeisteramt von Nova City kandidieren will. Wenn Simon es schafft, Bürgermeister zu werden, wird dies für alle Superhelden kein Zuckerschlecken sein. Und Owen hat es auf Nick und sein Team abgesehen. Denn er hat noch eine Rechnung offen. Doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite ...
Der dritte Teil der Reihe hat mich etwas Zeit gekostet. Denn so sehr mir die Hauptfiguren in den ersten beiden Bänden ans Herz gewachsen sind, so sehr sind sie mir jetzt auf die Nerven gegangen. Gerade Nick, der mit ADHS gesegnet ist, hat sich mehrmals so sehr von etwas ablenken lassen und mich mit einem Redeschwall überhäuft, dass ich Mühe hatte, der Haupthandlung zu folgen. Diese rückte nämlich so sehr in den Hintergrund, dass ich dachte, sie wäre gar nicht mehr relevant für das Superhelden-Team.
In dem Buch geht es natürlich auch um die erste Liebe. Denn Nick und Seth sind endlich ein Paar. Sie kennen sich schon seit Ewigkeiten, wissen, wie der andere tickt und reagiert, aber nun geht es mehr um das körperliche Kennenlernen und Nicks Gedanken drehen sich um fast nichts anderes mehr, als um das Erste Mal mit seinem Freund. Dabei wird sehr detailliert beschrieben, wie es denn dazu kommen könnten und was vor allem dabei passiert. Da es sich hier ja um eine queere Story handelt, ist das natürlich bei zwei Männern nicht so „einfach“ wie bei einem heterosexuellen Paar, und es müssen dementsprechende Vorbereitungen getroffen werden.
So verliert sich der Autor in manchen Beschreibungen. Auch wird sehr oft erwähnt, dass sich alle sehr nahestehen und deswegen kein Thema tabu ist. So sprechen Nick und sein Dad offen über sexuelle Dinge, auch die besten Freunde werden miteinbezogen und gegenüber eher fremden Personen wird auch kein Blatt vor den Mund genommen. Sehr unwahrscheinlich in der realen Welt, aber wir befinden uns ja in Nova City und haben es mit Superhelden zu tun. Also muss alles etwas unkonventioneller ablaufen.
Trotzdem war dies manchmal zu viel des Guten und ich hatte wirklich Probleme, am Ball zu bleiben. Hier ging es mir wie Nick mit seinem ADHS, und ich wurde abgelenkt von anderen wichtigeren Dingen. Deshalb hat es wohl drei Anläufe gebraucht, das Buch letztendlich zu beenden.
Auch wenn mir diese ganze Liebesstory etwas zu viel war, hatte ich dann im letzten Drittel nochmal so richtig Spaß mit unserem Superhelden-Team, bestehend aus Nick als der Wächter, Seth als Pyro Storm und ihren beiden besten Freundinnen Jazz und Gibby, die mit Rat und Tat und frechem Mundwerk zur Seite stehen.
Und das Ende war dann auch nochmal sehr rasant und hatte einige Überraschungen parat. Das letzte Kapitel wurde sehr rührselig und hat in meinen Augen das ganze Buch nochmals aufwerten können. Denn es hat alles zu einem wunderbaren Abschluss gebracht.
Ich liebe die Geschichten von T.J. Klune, allen voran natürlich „Mr Parnassus Heim für magisch Begabte“. Ich liebe die Art des Autors, der unkonventionell an alles herangeht und mich dazu bringt, aus meiner Komfortzone herauszukommen. Aber hier musste ich mich sehr weit wegbegeben, und das hat mir den Spaß an der Story genommen.
Und doch schließe ich die Reihe mit einem kleinen wehmütigen Lächeln ab, denn Nick und Seth sowie ihre Freundinnen Gibby und Jazz waren ein unvergleichbares Team, die mit ihrem Mut, ihrem unverbesserlichen Optimismus und vor allem ihrer Freundschaft für viele ein Vorbild sind. Dies ist dem Autor wunderbar gelungen.
Meggies Fussnote:
Auch wir müssten viel mehr wie ein Leuchtturm sein.