Cover-Bild Befreit

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: E-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Sachbücher / Religion & Philosophie
  • Ersterscheinung: 07.09.2018
  • ISBN: 9783462316681
Tara Westover

Befreit

Wie Bildung mir die Welt erschloss
Eike Schönfeld (Übersetzer)

Von den Bergen Idahos nach Cambridge – der unwahrscheinliche »Bildungsweg« der Tara Westover.

Tara Westover ist 17 Jahre alt, als sie zum ersten Mal eine Schulklasse betritt. Zehn Jahre später kann sie eine beeindruckende akademische Laufbahn vorweisen. Aufgewachsen im ländlichen Amerika, befreit sie sich aus einer ärmlichen, archaischen und von Paranoia und Gewalt geprägten Welt durch – Bildung, durch die Aneignung von Wissen, das ihr so lange vorenthalten worden war. Die Berge Idahos sind Taras Heimat, sie lebt als Kind im Einklang mit der grandiosen Natur, mit dem Wechsel der Jahreszeiten – und mit den Gesetzen, die ihr Vater aufstellt. Er ist ein fundamentalistischer Mormone, vom baldigen Ende der Welt überzeugt und voller Misstrauen gegenüber dem Staat, von dem er sich verfolgt sieht. Tara und ihre Geschwister gehen nicht zur Schule, sie haben keine Geburtsurkunden, und ein Arzt wird selbst bei fürchterlichsten Verletzungen nicht gerufen. Und die kommen häufig vor, denn die Kinder müssen bei der schweren Arbeit auf Vaters Schrottplatz helfen, um über die Runden zu kommen. Taras Mutter, die einzige Hebamme in der Gegend, heilt die Wunden mit ihren Kräutern. Nichts ist dieser Welt ferner als Bildung. Und doch findet Tara die Kraft, sich auf die Aufnahmeprüfung fürs College vorzubereiten, auch wenn sie quasi bei null anfangen muss … Wie Tara Westover sich aus dieser Welt befreit, überhaupt erst einmal ein Bewusstsein von sich selbst entwickelt, um den schmerzhaften Abnabelungsprozess von ihrer Familie bewältigen zu können, das beschreibt sie in diesem ergreifenden und wunderbar poetischen Buch.

» Befreit wirft ein Licht auf einen Teil unseres Landes, den wir zu oft übersehen. Tara Westovers eindringliche Erzählung — davon, einen Platz für sich selbst in der Welt zu finden, ohne die Verbindung zu ihrer Familie und ihrer geliebten Heimat zu verlieren — verdient es, weithin gelesen zu werden.« J.D. Vance Autor der »Hillbilly-Elegie«

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2018

bewegend

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17 Jahre lang lebt Tara Westover ein Leben, wie man es sich nur schwer vorstellen kann, wie es aber in den USA sicher nicht einmalig ist. Ihre Eltern sind Mormonen und der Vater ist zudem psychisch krank ...

17 Jahre lang lebt Tara Westover ein Leben, wie man es sich nur schwer vorstellen kann, wie es aber in den USA sicher nicht einmalig ist. Ihre Eltern sind Mormonen und der Vater ist zudem psychisch krank und schottet Frau und Kinder gegen die feindliche Umwelt ab. Die Kinder dürfen nicht zur Schule, werden von ihrem Vater streng erzogen und reglementiert und mit seinem Verfolgungswahn belastet. Aber in Tara schlummert von Anfang an ein unbändiger Freiheitswille und sobald sich ihr die Gelegenheit bietet, beginnt sie doch zur Schule zu gehen und all das nachzuholen, was die Eltern ihr vorenthalten haben.

Innerhalb von 10 Jahren macht sie einen Schoolabschluss, kann schließlich erfolgreich im renommierten Cambridge studierten. Durch die Schulbildung kann sie sich auch aus dem psychischen und mentalen Gefängnis ihrer Familie lösen und wird unabhängig und frei für ein selbstbestimmtes Leben.
Eine bewegende und faszinierende Autobiographie, sehr spannend und hautnah geschrieben.

Tara ist Bewundernswertes gelungen und ihr Mut und ihre Klugheit machen sie zu einer ganz besonderen Heldin.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Beeindruckend

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Tara wächst mit ihren 6 Geschwistern am Fuße eines Berges in Idahoe auf. Klingt alles sehr idyllisch, wäre da nicht ihr strenggläubiger Vater, ein Mormone, sowie ihr gewalttätiger Bruder. Die Mutter ist ...

Tara wächst mit ihren 6 Geschwistern am Fuße eines Berges in Idahoe auf. Klingt alles sehr idyllisch, wäre da nicht ihr strenggläubiger Vater, ein Mormone, sowie ihr gewalttätiger Bruder. Die Mutter ist eine Kräuterfrau und wird zur Hebamme ausgebildet und nimmt Tara oft mit. Keines der Kinder besucht eine Schule. Taras Wunsch auf ein College zu gehen, läßt sie heimlich für den Aufnahmetest lernen. Tara nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und stößt bei ihrer Familie auf Widerstand.

Die Biographie von Tara Westover hat mich sehr beeindruckt. Sie übermittelt ein Leben in einer scheinbar anderen Welt. Wie wichtig Bildung für den Menschen ist, nicht jeder aber die Möglichkeit hat diese zu erlangen, bringt sie hier einfühlsam und bildlich zum Ausdruck.
Der Schreibstil hat mich von Anfang an in den Bann gezogen.
Von mir 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.09.2018

Keine leichte Kost!

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Ich liebe es, Lebensgeschichten anderer Menschen zu lesen. In ihre Welt einzutauchen, zu lesen, was diese Menschen erlebt haben, wie sie aufgewachsen sind, finde ich unglaublich spannend. Die Frage dahinter ...

Ich liebe es, Lebensgeschichten anderer Menschen zu lesen. In ihre Welt einzutauchen, zu lesen, was diese Menschen erlebt haben, wie sie aufgewachsen sind, finde ich unglaublich spannend. Die Frage dahinter ist dann oft, wie sind diese Menschen zu dem Menschen geworden, der sie heute sind.

Der Weg von Tara Westover war ein harter, steiniger Weg. Zu Beginn des Buches war es für mich ein wenig verwirrend, dass ich nicht wusste, ob die Ereignisse, die sie schildert, chronologisch aufeinander aufbauen oder ob sie wild innerhalb ihrer Kindheit von Begebenheit zu Begebenheit springt. Doch das hat sich irgendwann gelegt und ich habe den roten Faden ihrer Entwicklung erkannt.

Das Lesen ihres Lebens habe ich zum Teil als niederdrückend empfunden. Denn das was sich hier vor mir entwickelt hat, war kein Roman, sondern das reale Leben eines Menschen. Und in diesem Leben kämpft sie immer wieder gegen Windmühlen – und diesem Kampf von außen zuzusehen, erzeugte ein Gefühl der Ohnmacht in mir. Mich hat dabei insbesondere erschreckt, wie tief sie die Glaubenssätze ihrer Kindheit und Jugend verinnerlicht hatte. Besonders während der ersten Studienzeit ist mir aufgefallen, wie sehr sie sich ihr Leben durch diese inneren Überzeugungen erschwert hat. Immer wieder dachte ich, sie zerbricht an dem, was sie von Zuhause an „Wissen“ bzw. „Weisheiten“ mitgenommen hat und doch schien es ihr unmöglich, sich davon frei zu machen.

Im Rückblick auf das Buch kann ich nur sagen, dass Tara Westover eine verdammt starke Frau ist! Hut ab!

Veröffentlicht am 10.09.2018

Eindrucksvolle Biografie

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Ich glaube mit jeder Seite, die ich in diesem Debüt-Roman von Tara Westover über ihre Kindheit, Jugend und ihren Bildungsweg gelesen habe, war ich erschrockener darüber, was in einer Familie alles schief ...

Ich glaube mit jeder Seite, die ich in diesem Debüt-Roman von Tara Westover über ihre Kindheit, Jugend und ihren Bildungsweg gelesen habe, war ich erschrockener darüber, was in einer Familie alles schief gehen kann und letztendlich umso überraschter, wie Tara es geschafft hat aus diesem Sumpf herauszukommen und wie zwei ihrer Brüder durch Bildung, gute Freunde und den Abstand zur eigenen Familie dieses Schicksal zu durchbrechen und sich selbst zu finden.
Doch vielleicht einmal von vorn: Tara Westover, die Autorin des Romans, ist auf einem Berg in Idaho mit ihren 6 Geschwistern und ihren stark religiösen Eltern aufgewachsen. Der Glaube, die Religion und wahrscheinlich auch der gesamte psychische Zustand des Vaters haben nach und nach die ganze Familie aufgefressen und seine Ansichten über die Welt, den nahenden Weltuntergang und was alles Teil des Teufels ist (so ziemlich alles "normale") bei gleichzeitiger schwankender und ambivalenter Meinung darüber (lange gelten zB Fernseher und Telefon als Teufelswerk, mit einer passenden Begründung sind sie dann aber doch im Haushalt eingezogen). Generell scheint der große Teil ihrer direkten Familie mehr als nur ein Gesicht und eine Persönlichkeit zu haben, die je nach Situation zu Tage tritt und dann mehr oder weniger verheerende Auswrikungen hat - allen voran die Ausbrüche und Misshandlungen durch ihren Bruder Shawn, denen weder ihre Mutter noch ihr Vater Glauben schenken.
"Es ist merkwürdig, wie viel Macht über dich du den Menschen gibst, die du liebst." - Das Zitat trifft es dabei ganz gut. Immerhin kennt Tara nichts anders und kommt nur durch ihren Bruder Taylor zum College, zum Studium und letzten Endes raus aus der Familie und weg vom Berg. Ihr Weg zu sich selbst und über ihre Ängste und Vorprägungen hinweg, dauert Jahre und wird es vermutlich auch weiterhin tun. Und genau diesen Weg teilt sie mit uns, lässt uns mitlaufen und zeigt wie sie Stück für Stück zu sich selbst findet. Es ist für Außenstehende nicht alles nachvollziehbar, schlicht weil man es selbst nicht erlebt hat und sich manches auch einfach nicht vorstellen kann oder mag.
Insgesamt eine absolut gelungener, tiefgreifender und zum Nachdenken anregender Roman! Ich kann ihn ohne Einschränkungen weiterempfehlen.