Abschied vom Leben?
Der Erzähler hat eine bipolare Störung und leidet seit vielen Jahren unter den Symptomen und den Folgen. Während der letzten Manie hat er bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Kontakte verloren und viel Schlimmes ...
Der Erzähler hat eine bipolare Störung und leidet seit vielen Jahren unter den Symptomen und den Folgen. Während der letzten Manie hat er bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Kontakte verloren und viel Schlimmes gemacht. Aus der anschließenden Depression findet er nicht mehr heraus. Er hat keine Kraft mehr, erneut neu anzufangen. Da erscheint ihm das Haus Sonne wie die perfekte Lösung: Dort soll man seine Träume ausleben und dann mühelos aus dem Leben scheiden können. Doch ist das wirklich so einfach? Nach und nach verstärken sich Zweifel beim Erzähler. Das Personal überzeugt ihn aber doch wieder, dass er den richtigen Weg gewählt habe. Wird er den Weg bis zum Ende gehen?
Der Autor vermittelt sehr gute Einblicke in die Welt eines psychisch kranken Menschen. Eindrücklich geschilderte Szenen sorgen dafür, dass man das Leben mit der Krankheit und deren Auswirkungen ansatzweise nachempfinden kann. Das hat mich sehr beeindruckt, zumal vermutlich viel Persönliches enthalten ist. Vor allem die Scham und die Schwere der Depression sind gut spürbar. Die Zweifel sind sehr gut und nachvollziehbar geschildert. Aufgrund der Beschreibungen hat man das Haus zur Sonne und die Personen gut vor Augen. Ich war gespannt, wie es am Ende ausgeht.