Cover-Bild 1939 – Exil der Frauen
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ebersbach & Simon
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Ersterscheinung: 17.08.2022
  • ISBN: 9783869152738
Unda Hörner

1939 – Exil der Frauen

Eine spannende Zeitreise ins Schicksalsjahr berühmter Frauen.

Unda Hörner folgt den Spuren berühmter Frauen in zwölf lebendig erzählten Kapiteln durch das Jahr 1939: Hannah Arendt gelingt die Flucht nach New York, Helene Weigel zieht mit dem Brecht-Tross nach Schweden. Marlene Dietrich nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an, Erika Mann veröffentlicht mit Bruder Klaus ein Who's who der deutschen Kultur im Exil. Frida Kahlo macht Furore mit einer Ausstellung in Paris, während Kafkas einstige Gefährtin Milena Jesenská in den Prager Widerstand geht. Simone de Beauvoir schreibt im Café de Flore ihr Kriegstagebuch, Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart touren im Auto von Zürich nach Kabul und Else Lasker-Schüler träumt derweil im »Hebräerland« vom Romanischen Café. Eine fulminante Zeitreise in das Schicksalsjahr 1939, an dessen Ende nichts mehr so sein wird, wie es war.

Nach »1919« und »1929« – der 3. Band von Bestsellerautorin Unda Hörner!

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Venatrix in einem Regal.
  • Venatrix hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2022

Geschichte nachvollziehbar und erlebbar

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„Die Realität bricht endgültig ein in die Welt der Intellektuellen, deren Gedanken bislang darum kreisten, wie die eigene Existenz nach philosophischen Maximen am elegantesten zu ordnen sei und wie ein ...

„Die Realität bricht endgültig ein in die Welt der Intellektuellen, deren Gedanken bislang darum kreisten, wie die eigene Existenz nach philosophischen Maximen am elegantesten zu ordnen sei und wie ein unbürgerliches Liebesleben aussehe. Die Angst vor dem Krieg war bislang immer noch von der Hoffnung auf kluge politische Entscheidungen überlagert worden. Jetzt ist der Krieg da.“ (67%)

1939 - die Nazis übernehmen immer mehr die Macht in Deutschland, der Zweite Weltkrieg nimmt seinen schrecklichen Lauf. Viele Menschen sind schon geflohen, fühlen sich aber auch in den europäischen Exilländern nicht mehr unbedingt sicher und müssen vielleicht weiterziehen. Wieder andere müssen noch in Sicherheit gebracht werden. Da wären Brecht und seine bunt zusammengewürfelte Familie in Dänemark und Schweden. Erika und Klaus Mann in Amerika. Aber auch Simone de Beauvoir, die in Paris bleibt, und ihr sehr geliebter Partner Satre, der zum Kriegsdienst einberufen wird.
Die Zeiten sind unruhig, gefährlich, schrecklich. Wie konnte es nur so weit kommen.
Auch die Frauen, die gerade anfingen sich zu emanzipieren, geraten wieder ins Hintertreffen. Die Nazis drängen Frauen rigoros in ihre Rolle als Mutter und Hausfrau zurück. Aber auch für Frauen im Exil ist es schwierig, weiterhin ihrer Berufung oder Beschäftigung nachzugehen. Die Auftragslage der Fotografin Gisèle Freund zum Beispiel wird dünn, auf der Flucht müssen viele Werke zurückgelassen werden. Internationale Kunstausstellungen sind nur schwierig zu organisieren; vor allem geht es gerade darum, die Werke europäischer Künstler in Sicherheit zu bringen. Einige Frauen engagieren sich sehr mutig. Zum Beispiel Ingrid Warburg, die sich um geflüchtete Kinder in Amerika kümmert.

Wer alle drei Bände von Unda Hörner gelesen hat, kann die schnellen und heftigen Entwicklungen der Zeit sehr intensiv nacherleben. Das zögerliche Aufatmen nach dem Ersten Weltkrieg, die aufregenden und glamourösen Zeiten der Zwanziger Jahre, in denen so viel für die Emanzipation der Frauen erreicht wurde. Und aber auch das Aufkeimen des Nationalsozialismuses, denn die Zeiten waren unruhig, man versuchte eine Neudefinition.

Ich habe alle drei Bände sehr atemlos gelesen. Der aktuelle Band, „1939 - Exil der Frauen“, ist sehr beklemmend. Die Entwicklung, die sich abzeichnete, aber die man nicht glauben und ernst nehmen wollte, eskaliert.

Ich kann alle drei Bände jedem nur sehr ans Herz legen. Die Lektüre ist sehr aufschlussreich und Geschichte wird hier nachvollziehbar und erlebbar.
Unda Hörners Bücher sind nicht nur ein spannendes Leseabenteuer; sie sind auch mahnend. Einige Entwicklungen unserer krisengeschüttelten Zeit sind denen in jüngster Geschichte recht ähnlich. Gesellschaftlich scheinen wir gerade ähnlich verwundbar wie vor hundert Jahren.

Unbedingt lesen.

„Sartre antwortet: »Sie haben mich lebhaft interessiert mit dem, was Sie über unsere passive Verantwortung gegenüber der Generation nach uns sagten.« Philosophieren im stillen Kämmerlein, das stete Kreisen um sich selbst, wie eitel im Angesicht der Ereignisse!“ (81%)

Die Frauen:

Hannah Arendt
Simone de Beauvoir
Anna Freud
Gisèle Freund
Peggy Guggenheim
Lotte Jacobi
Milena Jesenská
Frida Kahlo
Else Lasker-Schüler
Erika Mann
Luise Mendelsohn
Annemarie Schwarzenbach
Dorothy Thompson
Helene Weigel
Virginia Woolf

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Veröffentlicht am 11.09.2022

Hat mich nicht ganz gepackt

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Im dritten Teil ihrer Reihe um bedeutende Frauen begeben wir uns mit Autorin Unda Hörner ins Jahr 1939.

Die Frauen, denen wir begegnen sind u.a.:

Hannah Arendt
Simone de Beauvoir
Marlene Dietrich
Anna ...

Im dritten Teil ihrer Reihe um bedeutende Frauen begeben wir uns mit Autorin Unda Hörner ins Jahr 1939.

Die Frauen, denen wir begegnen sind u.a.:

Hannah Arendt
Simone de Beauvoir
Marlene Dietrich
Anna Freud
Gisèle Freund
Peggy Guggenheim
Lotte Jacobi
Milena Jesenská
Frida Kahlo
Else Lasker-Schüler
Erika Mann
Luise Mendelsohn
Annemarie Schwarzenbach
Dorothy Thompson
Helene Weigel
Virginia Woolf

Das Jahr 1939 beginnt wie das alte Jahr geendet hat: mit Aufmärschen, Aufrüstung, NS-Propaganda sowie der Verfolgung der Juden in Deutschland bis am 1. September mit dem Überfall auf Polen durch die Wehrmacht der Zweite Weltkrieg tatsächlich beginnt.

Zahlreiche Intellektuelle (Frauen wie Männer) befinden sich bereits im Exil. Das Entkommen aus Hitler-Deutschland wird immer schwieriger. Wenige Länder erklären sich bereit Verfolgte, sei es Juden, Sozialisten oder Kommunisten aufzunehmen.

Doch auch jene, die in Deutschland ausharren, gehen ins Exil - in innere Emigration, immer darauf bedacht, nicht aufzufallen. Die Frauen werden aus ihren Beruf gedrängt und haben Hausfrau und Mutter zu sein.

Meine Meinung:

Die Idee, ein Buch über ein geschichtsträchtiges Jahr in zwölf Kapiteln, die den zwölf Monaten entsprechen, zu schreiben, hat mir schon bei „1919“ sehr gut gefallen, die Umsetzung weniger. Dieses Manko setzt sich hier fort. Manches wird nur gestreift, manchmal wird, obwohl diese Reihe Frauen gewidmet ist, doch der Partner, Liebhaber oder Ehemann - für meinen Geschmack - ein bisschen zu sehr in den Vordergrund gerückt (Sartre, Brecht oder Mann).

Einige Andeutungen muss man, wenn man es genauer oder im Kontext wissen will, doch separat recherchieren. Diesmal sind wenigstens Quellenangaben vorhanden.

Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen.

Fazit:

Der Versuch, ein Jahr der Gewalt, der Flucht und des Exils anhand von Frauenbiografien darzustellen. Gerne gebe ich hier 3 Sterne.