verwirrend
Polyamourös
In „Medulla“ von Verena Güntner trifft man auf drei Paare. Das Thema Schwangerschaft und Kinderwunsch spielt bei allen sechs eine maßgebliche Rolle.
Siv und Jan führen eine Beziehung, in der ...
Polyamourös
In „Medulla“ von Verena Güntner trifft man auf drei Paare. Das Thema Schwangerschaft und Kinderwunsch spielt bei allen sechs eine maßgebliche Rolle.
Siv und Jan führen eine Beziehung, in der sich Siv aushalten lässt. Jan scheint Sivs zusätzliche Sexerlebnisse hinzunehmen. Als Siv schwanger wird, entscheidet sie sich gegen das Kind.
Leyla wird schwanger, nachdem sie und David lange erfolglos probiert haben, ein Kind zu bekommen. Doch auch sie entscheidet sich dafür, das Kind nicht zu bekommen.
Esther hingegen ist schwanger und von der Fürsorge ihres Partners Jacob genervt. Deshalb flieht sie aus der Situation und lässt sich stattdessen von lem_lem zu den Kontrollterminen bei der Frauenärztin begleiten. Hochschwanger schläft sie mit ihm. Sie realisiert, dass Jacob die bessere Mutter wäre. Mit Folgen.
Ich kam rein sprachlich gut ins Buch rein. Es liest sich easy, es fließt.
Irgendwie hatte ich aber den Eindruck, dass es ganz schön drunter und drüber geht und wenig auf die Gefühle anderer Menschen Rücksicht genommen wird. Vor allem die weiblichen Charaktere handeln sehr egoistisch und kompromisslos. Unsympathisch!
Mein Eindruck war, dass die Männer in der Geschichte sehr schlecht wegkommen.
Dieses Buch lässt mich etwas verwirrt zurück: Schwangerschaften werden abgebrochen, ohne den Partner auch nur zu hören, kurz vor der Geburt entscheidet man sich, doch lieber keine Mutter werden zu wollen.
Für mich haben die Entscheidungen wenig bis nichts mit Emanzipation zu tun, sondern entstehen vor allem durch mangelnde Kommunikation der Paare, fehlende Empathie und Rücksichtslosigkeit.
Puh- ich bin mir sicher, dass dieses Buch kontrovers diskutiert werden wird. Ich fand es ungewöhnlich zu lesen, aber gemocht hab ich wirklich niemanden. Krass.
„Ich hab heute Morgen geholfen, eine Kuh zu schlachten. Ich hab mich nicht gewaschen, weil ich euch beiden etwas mitbringen wollte.“