Cover-Bild Der Junge, der mit dem Herzen sah
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Manhattan
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 31.08.2015
  • ISBN: 9783442547494
Virginia Macgregor

Der Junge, der mit dem Herzen sah

Roman
Wibke Kuhn (Übersetzer)

Eine große Geschichte über einen kleinen Jungen mit einem besonderen Blick auf die Welt.Der neunjährige Milo leidet unter Retinitis pigmentosa: Sein Sehvermögen lässt immer stärker nach, und irgendwann wird er vollständig erblinden. Aber noch sieht er die Welt – wenn auch nur wie durch ein Nadelöhr. Doch so bemerkt er Kleinigkeiten, die anderen entgehen. Als seine 92-jährige Großmutter dement wird und in ein Altersheim umziehen muss, fallen Milo dort seltsame Vorgänge auf. Die Erwachsenen interessieren sich für Milos Erkenntnisse nicht, und so bleiben ihm nur der Koch Tripi und sein Ferkel Hamlet, um ihm bei seiner Mission zu helfen. Milo ist nämlich entschlossen, seine Großmutter wieder nach Hause zu holen, die Machenschaften der Heimleiterin offenzulegen und – vielleicht – seine Eltern zu versöhnen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2017

Warmherzig und mitreißend

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Milo – ein neunjähriger Junge – lebt mit seiner Mum Sandy und Grandma Lou(isa) in einem Haus. Milos Dad Andy verließ Sandy, und lebt nun mit einer anderen Frau und deren gerade geborenen Baby in Abu Dhabi. ...

Milo – ein neunjähriger Junge – lebt mit seiner Mum Sandy und Grandma Lou(isa) in einem Haus. Milos Dad Andy verließ Sandy, und lebt nun mit einer anderen Frau und deren gerade geborenen Baby in Abu Dhabi. Als Trost schenkte Andy vor seiner Abreise ein kleines Ferkel namens Hamlet an Milo. Seit Milo mit den beiden Frauen alleine in dem Haus lebt, arbeitet Sandy im Gartenschuppen in ihrem provisorischen Beautysalon, und Milo kümmert sich außerhalb der Schule ausschließlich um seine Grandma Lou. Lou spricht seit dem Tod von Grandpa nicht mehr, was schon einige Jahre her ist. Somit schreiben sich Enkel und Großmutter ständig Zettel hin und her. Die Zettelkommunikation stellt außerdem den Grund dar, dass Milo eine seltene Augenkrankheit hat, die ihm das Sehfeld einschränkt. In der Schule ist Milo eher der Außenseiter. Eines Tages brennt die Küche in dem großen Haus. Der Brand wird zum Auslöser einer Verstrickung von Emotionen und Belastungen. Sandy fühlt sich überfordert, und möchte nicht länger Milo belasten, dass er seine freie Zeit für die Pflege von Lou zur Verfügung stellt. Immerhin ist Lou zweiundneunzig Jahre alt. Ohne Wenn und Aber sorgt Sandy dafür, dass Lou in eine Senioreneinrichtung einzieht. Milo versteht die Welt nicht mehr. Dennoch versucht er, jeden Tag vor oder nach der Schule Lou zu besuchen. Währenddessen lernt er den Flüchtling und Koch in der Einrichtung Tripi kennen, und sie werden Freunde. Milo will unbedingt, dass Lou wieder nach Hause kommt. Er sucht nach einem Grund, und die Gründe kommen schneller als er ahnen kann.
Virginia Macgregor gelingt es, die Emotionen zwischen direkt oder zwischen den Zeilen herauszustellen. Der kleine neunjährige Milo wirkt klug, warmherzig und mitfühlend. Er steht im Mittelpunkt dieser Geschichte. Ohne seine Mitstreiter Tripi, Cloud und dem süßen Schweinchen Hamlet wäre aus der Geschichte eine familiäre Familien-Freunde-Geschichte geworden. Ebenso stellt Milo einen kleinen Kämpfer dar, denn er ist selbst gehandicapt mit seiner Augenkrankheit und kämpft dagegen. Und des Weiteren kämpft er für seine Grandma Lou und die anderen Bewohnerinnen und den Bewohner Petros für ein gerechtes Leben in einer Senioreneinrichtung. Die Geschichte stellt das Gute in den Vordergrund, und das Böse bekommt einen Denkzettel verpasst. Somit kämpft Milo für die Gerechtigkeit für andere Menschen und für sich selbst. Im Besonderen stellt die Autorin einen aktuellen Bezug zu Weltlage dar, indem sie einen syrischen Flüchtling durch Tripi darstellt, der seine jüngere Schwester auf der Flucht verlor und nun wiederfinden möchte.
Bei diesem Roman habe ich jede Seite genossen. Seit langem habe ich nicht eine solche mitfühlende, solidarische und kluge Geschichte gelesen, die der Leserschaft aufzeigt, dass das Gute das Böse besiegen kann. Und dafür braucht es Courage und Mut. Mein Lesehighlight im Jahr 2017.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Milo Moon auf geheimer Mission

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Dies ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der das Herz am rechten Fleck hat und ganz klare Prioritäten setzt. Seine besten Freunde sind das Hausschwein Hamlet und seine Großmutter Lou. Doch als seine ...

Dies ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der das Herz am rechten Fleck hat und ganz klare Prioritäten setzt. Seine besten Freunde sind das Hausschwein Hamlet und seine Großmutter Lou. Doch als seine Gran die Küche in Brand setzt, muss sie zur Sicherheit der Familie in ein Altersheim. Milo kämpft mit allen Mitteln darum, seine Oma wieder zurück nach Hause zu holen und begibt sich als geheimer Undercover-Agent in die Hölle des Altersheimes. Denn dort herrschen katastrophale Zustande und die Patienten werden menschenunwürdig behandelt. Milo schmiedet gemeinsam mit dem neuen Untermieter seiner Mutter einen Plan um alles aufzudecken – doch er hat nicht damit gerechnet, dass sich ausgerechnet Lou in einen Mitbewohner aus der Altersresidenz verguckt und diesen sogar heiraten will!

Dieser Roman ist eine humorvolle, teils traurige, teils ehrliche, teils abenteuerliche Abhandlung über das Leben und seine Tücken. Milo Moon, der Hauptprotagonist des Buches schleicht sich in das Herz des Lesers, weil er mit seiner kindlich-naiven Sichtweise, einer großen Portion Mut und dem Blick fürs Wesentliche sehr direkt rüberkommt. Er schließt Freundschaft mit einem Syrer, versucht seiner Mutter eine Menge abzunehmen und sagt einer herrischen Altenpflegerin den Kampf an – all das wirkt sofort und anhaltend sympathisch.

Auch die anderen handelnden Personen nehmen in der Erzählung einen großen Platz ein und jede wartet mit einer ganz eigenen Story auf, die sich wunderbar ins Gesamtbild einfügt. So dass sich hier Stück für Stück die Puzzleteilchen zusammenfügen und eine Geschichte von Nächstenliebe, Zusammenhalt, Einfühlungsvermögen und Courage erzählt wird, die sich vollkommen unabhängig von Gesellschaftsstatus, Alter und Wissensstand äußert. Ein Appell an das Gute im Menschen und die Kraft, die Veränderungen in unserem Leben hervorrufen können.

In kurzen Kapiteln, die immer aus Sicht einer Person geschildert werden, findet der Leser recht leicht in die Geschichte hinein und verliert auch nicht den Überblick. Die Sprache ist zeitgemäß und flüssig, die Rahmenbedingungen äußerst aktuell und der Handlungsverlauf sehr kontinuierlich. Viele Überraschungen birgt die Erzählung allerdings nicht, bereits früh lässt sich der Handlungsverlauf vermuten, so dass es irgendwie an Spannungsmomenten fehlt.

Fazit: Ich vergebe hier knapp vier Sterne für eine unterhaltsame, manchmal nachdenklich stimmende Geschichte, die vor allem durch einen kleinen Jungen punkten kann, der immer auf der Seite des Guten steht und auch in anderen Personen eine Veränderung zum Positiven bewirken kann. Leider konnte mich die Handlung emotional nicht wirklich erreichen, weil es kaum um philosophische Gedanken und menschliche Prinzipien ging und zahlreiche Gefühle zwar erwähnt aber nicht geschildert wurden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Etwas oberflächlich...

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Der 9 jährige Milo Moon ist verzweifelt...seine geliebte Grossmutter Lou wird von seiner Mutter ins Altenheim abgeschoben.Die alte Dame leidet unter Demenz und Milo soll sich nicht immerzu um sie kümmern ...

Der 9 jährige Milo Moon ist verzweifelt...seine geliebte Grossmutter Lou wird von seiner Mutter ins Altenheim abgeschoben.Die alte Dame leidet unter Demenz und Milo soll sich nicht immerzu um sie kümmern müssen. Denn der Junge hat selbst genug mit sich zu tun.Er leidet unter Retinitis pigmentosa, einer Augenkrankheit, die ihn nach und nach erblinden lassen wird.
Im Altenheim erkennt Milo, dass die Leiterin nicht unbedingt nur das Beste für ihre Schützlinge will und versucht seine Gran zu beschützen.

Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektive geschrieben,dies macht sie abwechslungsreich und flüssig zu lesen.
Die Autorin hat leider versucht viele Themen zwischen die Buchdeckel zu quetschen und so kam bei mir ziemlich schnell das Gefühl vom Fehlen eines roten Fadens auf.
Demenz und Eintritt ins Altenheim, der abwesende Vater, Geldsorgen der Mutter, ein geflüchteter syrischer Koch der seine Schwester sucht, miserable Zustände im Altenheim,Schulprobleme von Milo und nicht zuletzt seine Augenkrankheit...Ein bisschen viel "Spektakuläres"für eine einzige Geschichte.

Vor allem das Thema Augenkrankheit von Milo hat mich masslos enttäuscht. Da wird erwähnt unter was der Junge leidet,ab und zu wird das Thema wieder angeschnitten...doch zu grossen Teilen des Buches lebt und handelt er wie jeder andere Junge ohne Augenkrankheit. Ich habe ihm diese schlichtweg nicht abgenommen! So hatte ich den Eindruck, dass da schnell eine Krankheit gezaubert wurde, damit wieder ein Thema abgehakt werden konnte.
Ich kann mir nicht helfen,doch ich empfand die Story als oberflächlich!