Cover-Bild Heimkehren
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.08.2017
  • ISBN: 9783832189655
Yaa Gyasi

Heimkehren

Roman
Anette Grube (Übersetzer)

Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?
Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität.

New-York-Times-Bestseller

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei PMelittaM in einem Regal.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2017

Die erschütternde Geschichte eines ganzen Landes

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„Während sie sang, sah sie die Noten aus ihrem Mund schweben wie kleine Schmetterlinge, die ein wenig von der Traurigkeit mitnahmen, und sie wusste, dass sie überleben würde.“ (S. 180)

Zusammenfassung. ...

„Während sie sang, sah sie die Noten aus ihrem Mund schweben wie kleine Schmetterlinge, die ein wenig von der Traurigkeit mitnahmen, und sie wusste, dass sie überleben würde.“ (S. 180)

Zusammenfassung. Über mehrere Generationen bereitet sich hier die Geschichte einer ursprünglich afrikanischen Familie und irgendwie auch ganzer afrikanischer Stämme aus, die voll von Grausamkeit und Schrecken wie auch Schönheit ist. Dabei wird ein beeindruckender Weg vom Ghana des 18. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit genommen, der zeigt, wie unfassbar wenig selbstverständlich lange vieles war.

Erster Satz. In der Nacht, als Effia Otcher in der nach Moschus riechenden Hitze von Fante-Land geboren wurde, wütete ein Feuer durch den Wald direkt vor dem Compound ihres Vaters.

Inhalt. Die Geschichte, die wir hier erleben, ist an vielen Stellen so grausam, wie vielleicht nur solche Geschichten sind, die mindestens teilweise der Wahrheit entsprechen. Es schnürte mir zwischendurch die Kehle zu – eine Empfindung, die sich mit dem Unglaube abwechselte, dass es tatsächlich Menschen gab/gibt, die genau so dachten/denken.
Es gab Momente, in denen ich die geschilderten Episoden (sowohl die in Amerika als auch die in Afrika) kaum weiter zu lesen vermochte, weil ich nicht darüber nachdenken wollte, dass solche Sachen tatsächlich Menschen passiert sind. Das macht das Buch zu einem schwierig zu lesenden, doch zugleich noch viel wichtigeren Werk.

Personen. Neben all dem Schlimmen, das den Figuren in Yaa Gyasis Roman so scheinbar selbstverständlich zustößt, machten es leider auch die Figuren selbst mir etwas schwer, Spaß beim Lesen zu haben: Denn um beinahe die gesamte Geschichte eines Landes seit dem Zusammentreffen mit westlichen Kolonialisten abzubilden, ist „Heimkehren“ in Kapitel gegliedert, von denen jedes ein Familienmitglied/einen Nachfahren der Frau begleitet, von der alles ausging. Das sorgt aber für eine Fülle von Charakteren, die jeweils in einem Kapitel wichtig sind, und in den weiteren (wenn überhaupt) untergeordnete Rollen spielen, was mir die Identifikation wahnsinnig schwer gemacht hat. Natürlich fühlt man trotzdem mit, aber das könnte deutlich mehr sein, wenn man auch eine Bindung zu den einzelnen Figuren hätte.

Fazit. Dieses Buch ist vor heutigen Hintergründen so ungeheuer wichtig, dass es von vielen Menschen gelesen werden sollte. Im Anhang des Romans findet sich ein Artikel der Autorin mit dem Titel „Warum die nächsten vier Jahre eine Prüfung für uns alle sein werden“, der am 20. Januar 2017 im Guardian erschien und der auf sehr lesenswerte Weise eine Verknüpfung herstellt zwischen dem gerade gelesenen (fiktionalen) Roman und der Lebensrealität, in der wir uns derzeit aufhalten.
Alles in allem glaube ich, dass dieses Buch uns sensibilisieren kann und sollte, uns erinnern kann und deswegen trotz möglicher Schwachstellen gelesen werden sollte.

Veröffentlicht am 04.11.2017

stimmt einen nachdenklich

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Das Buch "Heimkehren" von Yaa Gyasi hat mich sehr stark beeindruckt! In der Tradition von Harriet Beecher-Stowe und Alex Haley mit "Onkel Toms Hütte" und "Roots"/"Wurzeln" werden hier von Generation zu ...

Das Buch "Heimkehren" von Yaa Gyasi hat mich sehr stark beeindruckt! In der Tradition von Harriet Beecher-Stowe und Alex Haley mit "Onkel Toms Hütte" und "Roots"/"Wurzeln" werden hier von Generation zu Generation Einzelschicksale aus Afrika stammender Menschen im Schatten der Sklaverei erzählt, die sich von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis beinahe in der Gegenwart in Afrika und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie als erwähnte Kurzepisode in Großbritannien abspielten. Schonungslos aber ohne falsches Pathos, berührend, aber nie rührselig reiht sich Schicksal an Schicksal wie die Perlen einer Perlenkette. Als hilfreich erweist sich der hinten im Buch befindliche Stammbaum. Der Bezug zu dem Titel und zu dem Cover des Buches erschließt sich der Leserschaft im Laufe der Lektüre. Ich stelle es mir nicht einfach vor, diesen Stoff zu verfilmen, würde mich aber freuen, wenn dadurch noch viel mehr Menschen erreicht werden könnten.