Cover und Klappentext versprühen sofort Leichtigkeit, Wärme und Abenteuerlust. Schon der Titel „Heute fahren wir nach Anderswo“ klingt verspielt und offen und lädt Kinder wie Erwachsene dazu ein, sich auf eine Reise ins Fantastische einzulassen. Man spürt den Bilderbuchcharakter direkt: farbenfroh, beweglich, mit viel Raum für Staunen. Der Fokus auf Fantasie statt auf ein klassisches Problem wirkt sehr altersgerecht und zeitlos.
Der Schreibstil erscheint einfach, lebendig und sehr kindnah. Kurze, klare Sätze und eine lineare Erzählweise lassen viel Platz für die Illustrationen und für die eigene Vorstellungskraft der Kinder. Die Fantasieelemente – Elfenkreide, Kreideauto, Drachen und Riesen – sind leicht verständlich, aber dennoch magisch. Besonders schön ist, dass die Sprache offenbar nicht belehrt, sondern spielerisch ermutigt, selbst weiterzudenken.
Die Charaktere machen einen sofort sympathischen Eindruck. Oscar wirkt wie ein typisches Kind: neugierig, manchmal unsicher und schnell entmutigt, wenn etwas nicht sofort klappt. Seine Langeweile ist ein guter Ausgangspunkt, um Fantasie in Bewegung zu setzen. Elfi erscheint als fröhliche, selbstbewusste Impulsgeberin – eine Figur, die Mut macht und zeigt, was alles möglich ist. Gleichzeitig bleibt sie nicht allmächtig, sondern eher eine Inspiration für Oscar.
Für den Fortgang der Handlung erwarte ich, dass sich der Fokus von gemeinsamen Abenteuern hin zu Oscars eigener Entwicklung verschiebt. Seine Zweifel und das Verschwinden des Kreideautos deuten darauf hin, dass er lernen muss, an sich selbst zu glauben. Wahrscheinlich steht am Ende weniger die große Reise im Mittelpunkt als die Erkenntnis, dass Fantasie, Mut und Kreativität auch ohne Hilfe von außen funktionieren. Die Geschichte dürfte sanft, ermutigend und hoffnungsvoll enden – mit der Botschaft, dass Kinder ihre eigene magische Kraft in sich tragen.