Cover-Bild Die Wahnsinnige
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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Ersterscheinung: 18.08.2020
  • ISBN: 9783832170370
Alexa Hennig von Lange

Die Wahnsinnige

Roman
Spanien, 1503: In der Festung La Mota soll Johanna von Kastilien endlich zur Vernunft kommen. Zu viel steht für ihre Mutter, Isabella die Katholische, auf dem Spiel. Die Königin regiert das Land mit unerbittlicher Härte, sie hat die Mauren vertrieben und lässt Tausende als Ungläubige auf den Scheiterhaufen der Inquisition verbrennen. Sie kann ihr Reich nicht in die Hände einer Tochter geben, die nicht betet, nicht beichtet und der Macht nichts bedeutet. Johanna will nicht über andere herrschen. Alles, was sie will, ist, über sich selbst zu bestimmen. Aber das scheint eine Freiheit zu sein, die nur Männern vorbehalten ist. Als sie mit Philipp dem Schönen ins ferne Flandern verheiratet wird, sieht es für einen Moment so aus, als sei das Unwahrscheinliche möglich: ein Leben in Liebe in einer Welt aus Verrat. Doch auch als sich diese Hoffnung nicht erfüllt, hält Johanna unbeirrbar an dem fest, was alle um sie herum für Wahnsinn halten – dem unerhörten Wunsch, dass die Welt anders sein könnte als sie ist.
Vor dem historischen Hintergrund der Biografie von Johanna der Wahnsinnigen stellt Alexa Hennig von Lange eine sehr moderne Frage:
Wie können wir die werden, die wir sind, wenn das nicht für uns vorgesehen ist?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2020

Johanna von Kastilien

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Wie definiert man Wahnsinn? Und vor allem, wer bestimmt, dass jemand anderes wahnsinnig ist? Das ist die Frage, die diesem Buch zu Grunde liegt. Alexa Hennig von Lange hat einen unglaublich intensiven, ...

Wie definiert man Wahnsinn? Und vor allem, wer bestimmt, dass jemand anderes wahnsinnig ist? Das ist die Frage, die diesem Buch zu Grunde liegt. Alexa Hennig von Lange hat einen unglaublich intensiven, geschickten Umgang mit dem Medium Sprache bewiesen. Dieses Buch ist anders, es ist besonders. Es erzählt die Geschichte Johannas von Kastilien und doch so viel mehr. Es ist modern und zugleich ein Zeitbild Spaniens zu Beginn des 16. Jahrhunderts, einer so geschichtsträchtigen Epoche. Johanna, die aufbegehrt und bei der Beichte einfach sagt, sie habe nichts zu beichten. Die ihren jüngsten Sohn nicht in den Arm nehmen möchte, weil sie wegen ihm nicht mit ihrem Mann nach Flandern reisen konnte. Die unbeherrscht ist, unkonventionell, anders.

Veröffentlicht am 21.09.2020

Ergab für mich keinen Sinn

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Ich konnte mich mit diesem Buch nicht wirklich anfreunden. Für mich war es leider zu einfach wie ein unzusammenhängender Text verfasst, es geschah nicht wirklich etwas. Johanna wird als Wahnsinnige angekündigt, ...

Ich konnte mich mit diesem Buch nicht wirklich anfreunden. Für mich war es leider zu einfach wie ein unzusammenhängender Text verfasst, es geschah nicht wirklich etwas. Johanna wird als Wahnsinnige angekündigt, doch ich konnte den Wahnsinn nicht in ihr entdecken, bzw. hatte ich keine Ahnung, worum es in diesem Buch wirklich gehen sollte. War Johanna nun wahnsinnig? Oder einfach eine leidenschaftliche junge Frau? Alle Szenen waren einfach nur angerissen, mir fehlte ein runder Abschluss. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich durch dieses Buch einfach quälte, weil es für mich keinen Sinn ergab.

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Veröffentlicht am 01.09.2020

Johanna – eine starke, unverstandene Frau, die ihrer Zeit weit voraus war oder eine Wahnsinnige, die ihre Gefühle nicht im Griff hatte?

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„Niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seine Männlichkeit verunsicherter Mann!“ Simone de Beauvoir

Der Schreibstil
Alexa Hennig von Langes Schreibstil ...

„Niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seine Männlichkeit verunsicherter Mann!“ Simone de Beauvoir

Der Schreibstil
Alexa Hennig von Langes Schreibstil ist nüchtern, distanziert und gleichzeitig bildlich und wortgewandt. Die Gefühle von Johanna sind authentisch und greifbar beschrieben und man fühlt sich das ganze Buch über wie ein Zuschauer, der einen kurzen Einblick in das Leben und Leiden von Johanna I. von Kastilien erhalten darf. Für mich war dieser besondere Schreibstil perfekt, da dieses Buch eine Erzählung von wahren Begebenheiten mit kleinen Abweichungen darstellt.
Was eine äußert charmante Idee der Autorin war, ist, dass Briefe von den unterschiedlichsten Familienmitgliedern Johannas im Buch ihren Platz gefunden haben. Diese Briefe haben das Buch für mich sogar noch viel greifbarer und schöner gemacht als ohne möglich gewesen wäre.

Die Handlung
Das Buch „Die Wahnsinnige“ beginnt mit Johannas Festnahme im Castillo de La Mota durch ihre Mutter, Isabella die Katholische. Während Johannas Zeit dort lernt der Leser ihre Gefühlswelt besser kennen und verstehen. Plötzlich entdeckt man in dieser starken Frau einen Mensch, der die Freiheit über alles liebt, sehr verletzlich ist und mit den starken Gefühlen für Philipp den Schönen zu kämpfen hat. Trotz Johannas Stellung in der Gesellschaft hat sie aufgrund ihrer königlichen Familie, keine Selbstbestimmung oder Macht. Ständig musste sie gegen alles und jeden kämpfen und das machte sie wütend.
Durch das Buch ist Johanna für mich ein greifbarer Mensch geworden, mit Gefühlen, Ängsten, Hoffnungen und Träume. Johanna wird im Laufe der Handlung von der blassen Geschichte zu einer schillernden Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, gleiche Freiheiten für alle wollte, mit Religion als Machtgegenstand nichts anfangen konnte und schlussendlich von der Machtgier anderer ihren Platz am Thron beraubt worden war.
Als Leser lernt man auch das Eheleben Johannas kennen und die Intrigen ihres Mannes gegen sie. Die charakterliche Entwicklung von der verzweifelten Liebenden zu der ernüchternden Ehegemahlin war faszinierend, aufwühlend und authentisch.
Ich dachte zwar, dass man eventuell mehr vom Eheleben und von Philipp dem Schönen lesen würde, aber er ließ sich genauso wenig im Buch blicken, wie er es zu Lebzeiten in seiner Ehe mit Johanna gemacht hat.

Das Fazit
Johanna wurde bereits in ihrer eigenen Kindheit als ungewöhnlich kluge und schöne Frau beschrieben. Im Buch kam dies durch die Bemerkungen und Gedankengänge Johannas zum Vorschein, wie auch durch die Reaktionen ihres Ehemannes auf sie, da er immer wieder zu ihr zurück gekommen war um sich körperliche Aufmerksamkeiten von ihr zu holen, trotz der Vielzahl an Mätressen, die er gehalten hat.
Dieses Buch ist sowohl für Kenner der Geschichte von Johanna geeignet, als auch für Neueinsteiger, die mehr über diese besondere Frau lesen möchten. Die wichtigsten und aussagekräftigsten Lebensereignisse Johannas werden in diesem 205 Seiten langem Buch beschrieben. Dabei erhält man nicht nur einen guten Überblick über ihr Leben, sondern auch über ihre Persönlichkeit. Heutzutage sind sich Experten nach wie vor nicht einig, ob der Wahnsinn Johannas, aufgrund einer möglichen psychischen Erkrankung, berechtigt oder eher eine politische und gesellschaftliche Intrige gegen die Thronerbin war. Zwar werden wir es nie genau wissen, jedoch habe ich durch das Buch von Alexa Hennig von Lange ein tieferes Verständnis für Johanna entwickelt und meine ganz eigene Meinung darüber gebildet.

Das schönste Zitat
Ihre Stimme klang belegt, als sie fortfuhr: „Doch was ich damals nicht verstand, was ich einfach nicht verstand in dieser verblendeten Glückseligkeit, war, dass es aus dem Traum auch immer ein Erwachen gibt, dass es zur Zweisamkeit auch die Einsamkeit gibt, dass das Gegenteil von Macht die Unterdrückung ist. Und dass dieses regennasse Flandern und mein mir zugewiesener Mann nicht meine Befreiung, sondern meine Zerstörung sein würden. Juan Rodriguez, die Welt ist von einer schlimmen Epidemie erfasst, die Menschen anderen Menschen aus Selbstsucht und Freude am Triumph furchtbare Dinge antun lässt. Und mein Mann ist einer von ihnen und dafür wird er büßen.“ Seite 52

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Veröffentlicht am 18.08.2020

Ist es Wahnsinn, wenn man zu sehr liebt?

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Der Roman „Die Wahnsinnige“ von Alexa Henning von Lange handelt von Johanna I. von Kastilien, die den Beinamen „die Wahnsinnige“ trug.

Spanien 1503: Johanna wird gegen ihren Willen von ihrer Mutter Isabella ...

Der Roman „Die Wahnsinnige“ von Alexa Henning von Lange handelt von Johanna I. von Kastilien, die den Beinamen „die Wahnsinnige“ trug.

Spanien 1503: Johanna wird gegen ihren Willen von ihrer Mutter Isabella festgehalten. Durch mehrere Todesfälle in der Familie ist Johanna in der Erbfolge für den spanischen Thron nach oben gerückt. Johanna möchte aber nicht in Spanien bleiben, sondern zurück zu ihrem geliebten Mann Philipp I. nach Antwerpen. Sie ahnt noch nicht, dass dieses unerwartete Thronerbe ihr Leben drastisch beeinflussen und dass ihre große Liebe Philipp auch ihre größte Enttäuschung sein wird.

Meinung:

Johanna die Wahnsinnige ist eine unglaublich spannende Persönlichkeit. Hier erleben wir kleine aber wichtige Episoden aus ihrem Leben, die alle aus Johannes Perspektive in der 3. Person erzählt werden. Ich finde es schade, dass ihre Kindheit nicht zu Sprache kam und auch ihre Jahre in Gefangenschaft werden ausgeklammert. Hier geht es nur um die Jahre vor und nach ihrem Thronerbe.

Johanna neigt zu Tobsuchtsanfällen und hat ihre Gefühle nicht unter Kontrolle. Sie liebt ihren Mann sehr, in einer Zeit als Ehen aus machtpolitischen Gründen geschlossen werden und nicht aus Liebe. Sie ist extrem eifersüchtig und rastet aus, wenn ihr Mann mit anderen Frauen schläft. Sie soll sogar seine Mätressen angegriffen und bedroht haben. Und das alles in einer Zeit, als es vollkommen normal war, dass Könige neben der Ehefrau Mätressen hatten und dies von den Ehefrauen geduldet werden musste. Dies ist ein springender Punkt für ihren Beinamen „die Wahnsinnige“.

Der Schreibstil hat mir gefallen, er war locker und angenehm zu lesen. Ich konnte schnell in die Geschichte eintauchen. Die Autorin fängt Johannas Charakter gut ein, sie erzählt einfühlsam ihre Geschichte, ihren Kampf sich immer anpassen zu müssen und dabei nie sie selbst sein zu können. Es ist auch die Geschichte von der Enttäuschung über ihren Mann, den sie so sehr liebte, der sie auf so viele Arten betrogen und hintergangen hat.

Fazit: Die Geschichte konnte mich gut unterhalten und sie machte mich neugierig mich mehr mit dieser spannenden Persönlichkeit auseinander zu setzen. Von mir gibt es 4 Sterne, da mir doch einige Bereiche ihres Lebens fehlen bzw. mir zu kurz angeschnitten werden.

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