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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2020

Gute Grundidee, bleibt aber häufig zu oberflächlich

Morgaines Erbe
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Der Roman „Morgaines Erbe“ von Tanja Neise ist der erste Teil der „Ewiger Schlaf“-Reihe.

Laura ist Ärztin und besucht mit ihrer Schwester Carisbrooke Castle auf der Isle of Wight, auf der Laura seit ...

Der Roman „Morgaines Erbe“ von Tanja Neise ist der erste Teil der „Ewiger Schlaf“-Reihe.

Laura ist Ärztin und besucht mit ihrer Schwester Carisbrooke Castle auf der Isle of Wight, auf der Laura seit kurzem wohnt. Bei diesem Besuch trifft sie auf Connor, der behauptet aus dem Jahr 1455 zu kommen, und tatsächlich aussieht wie aus der Zeit gefallen. Er nimmt Laura mit zurück in seine Zeit, um seine Schwester zu retten, die schwer erkrankt ist. Connor und Laura fühlen sich magisch zueinander hingezogen und Laura fragt sich, ob sie wirklich zurück möchte ins 21. Jahrhundert.

Meinung:

Ich habe etwas gebraucht, um mit dieser Geschichte warm zu werden. Für mich waren die ersten Kapitel recht schleppend. Der Schreibstil ist zwar sehr angenehm zu lesen, doch der Einstieg war mir zu langatmig. Das legt sich aber und danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zur Liebesgeschichte gesellt sich ein Fluch und ein Widersacher von Connor dazu, der es auf Laura abgesehen hat. Dies ist eine gute Mischung und man möchte immer wissen, wie es weitergeht.

Mir fehlte allerdings manchmal die Tiefe. Einige Szenen wurden aus meiner Sicht recht dürftig ausgearbeitet und etwas mehr Ausführlichkeit wäre gut gewesen. Einige Momente hätten einfach mehr Aufmerksamkeit verdient – ganz besonders eine Szene mit Holden und James. Darüber hinaus wäre die Liebesgeschichte ausbaufähig gewesen, die Chemie zwischen Laura und Connor ist spürbar, bleibt aber leider sehr oberflächlich.

Ich hätte es auch sehr begrüßt, wenn es Kapitel aus Connors Sicht gegeben hätte. So fehlt mir irgendwie ein Teil der Geschichte. Es wäre schön gewesen zu erfahren, wie er mit bestimmten Situationen umgeht und wie er dabei denkt und fühlt.

Fazit: Ein Zeitreiseroman, der sein Potenzial leider nicht voll entfaltet. Es deutet sich an, dass es im zweiten Teil andere Hauptprotagonisten geben wird, dies ist allerdings nur eine Vermutung. Von mir gibt es gute 3 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Verliebe Dich nicht in die Gegenseite

Last Mile: Erlösung
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Der Roman „Last Mile: Erlösung“ von Katie Ashley ist der dritte Teil der „Hells Raiders MC“ Reihe. Die Reihe kann durchaus unabhängig gelesen werden, aber sicherlich ist es schöner, wenn man auch die Vorgänger ...

Der Roman „Last Mile: Erlösung“ von Katie Ashley ist der dritte Teil der „Hells Raiders MC“ Reihe. Die Reihe kann durchaus unabhängig gelesen werden, aber sicherlich ist es schöner, wenn man auch die Vorgänger kennt. Die vorherigen Paare tauchen auch in diesem Band auf und es gibt ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren.

Samantha, die alle Sam nennen, ist Agentin bei der ATF, einer Bundespolizeibehörde die sich unter anderem mit Waffenhandel beschäftigt. Sie wird mit ihrem Partner bei den Hells Raiders eingeschleust und soll Undercover mehr über die illegalen Geschäfte und den Waffenhandel des Clubs in Erfahrung bringen. Dabei begegnet sie Bishop und die beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen.

Meinung:

Bishop war mir schon im Vorgängerband sofort sympathisch, auf den ersten Blick erschien er als hätte er nur Frauen und Spaß im Kopf und keine Lust erwachsen zu werden. Ich war also sehr gespannt auf seine Geschichte. Und was soll ich sagen? Bishop hat mich noch mal mehr für sich eingenommen. Er ist ein toller Charakter, der das Herz am rechten Fleck hat. Seine Familie steht an erster Stelle. Ihm ist wichtig, dass es den Menschen die er liebt, gut geht. Gegenüber Sam ist er fürsorglich, beschützend und traut sich auch ihr sein Herz zu öffnen. Und Sam ist genau die Richtige für ihn. Sie ist taff und selbstbewusst und kann einen verbalen Schlagabtausch mit ihm aushalten.

Die Geschichte ist auf jeden Fall ruhiger als der Vorgängerband. Action spielt nur eine untergeordnete Rolle, die Story ist dadurch aber nicht weniger spannend. Das Knistern zwischen ihnen ist sofort spürbar. Und dadurch, dass wir sowohl die Sicht von Bishop, als auch die von Sam lesen, bekommen wir einen tollen Einblick davon, wie die beiden diese Anziehung wahrnehmen. Natürlich ist Sams Konflikt zwischen ihrer Arbeit und Bishop ebenfalls ein Thema.

Fazit: Mir hat der Abschluss dieser Reihe sehr gefallen. Es war schön noch mal alle zu treffen und zu erfahren, wie es auch bei den anderen weitergeht. Die Cover der Reihe sind vielleicht für einige abschreckend, aber dahinter verbergen sich tolle Liebesgeschichten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2020

Tiefgründiger New Adult Roman

Madly
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In dem Roman „Madly“ von Ava Reed hat June ein großes Geheimnis, das nur sehr wenige kennen. Die Angst davor, wie die Menschen auf dieses Geheimnis reagieren, lässt June alle auf Distanz halten. Beziehungen ...

In dem Roman „Madly“ von Ava Reed hat June ein großes Geheimnis, das nur sehr wenige kennen. Die Angst davor, wie die Menschen auf dieses Geheimnis reagieren, lässt June alle auf Distanz halten. Beziehungen zu Männern bleiben oberflächlich und nicht von Dauer. Mason, der wahnsinnig verliebt ist in June, tut alles um sie für sich zu gewinnen, obwohl June ihn immer wieder abweist. Wird seine Hartnäckigkeit belohnt werden?

Meinung:

Dies ist der zweite Band der „In Love“ Reihe, der Roman lässt sich aber ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes unabhängig lesen. Sicherlich ist es schöner, wenn man auch den Vorgänger kennt, da auch Figuren aus dem ersten Band in diesem Buch auftauchen und es dann ein Wiedersehen mit den Charakteren gibt.

Das Buch behandelt auch die Themen Bodyshaming und Selbstliebe, das hat mir gut gefallen. Es sind wichtige Themen und die wurden gut umgesetzt. Ich empfand die Story als authentisch und nachvollziehbar.

Mason ist einfach klasse. Mir hat es total gefallen, wie sehr er um June gekämpft hat, wie sicher er sich war, dass sie die Richtige ist. Was er sich alles hat einfallen lassen um June von sich zu überzeugen. Die witzigen Dialoge und den Schlagabtausch, den sich June und Mason liefern, haben mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Was mir nicht so gut gefallen hat, dass sich der Ablauf sich im letzten Drittel etwas in die Länge zieht. Ich hätte mir gewünscht, dass June etwas eher aus ihrem Schneckenhaus kommt und Mason vertraut.

Fazit: Eine schöne Liebesgeschichte mit einem wichtigen Thema. Von mir gibt es 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Brillant

Wenn du mich heute wieder fragen würdest
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In dem Roman „Wenn du mich heute wieder fragen würdest“ von Mary Beth Keane begleiten wir die Familien Stanhope und Gleeson über mehrere Jahrzehnte.

Brian Stanhope und Francis Gleeson haben sich beide ...

In dem Roman „Wenn du mich heute wieder fragen würdest“ von Mary Beth Keane begleiten wir die Familien Stanhope und Gleeson über mehrere Jahrzehnte.

Brian Stanhope und Francis Gleeson haben sich beide an der Polizeiakademie kennengelernt und ziehen in den gleichen Vorort von New York. Von nun an sind sie direkte Nachbarn. Der Kontakt ist durch die psychische Krankheit von Anne Stanhope distanziert, doch die beiden Kinder der Familien, Peter und Kate, sind die besten Freunde und unzertrennlich. Eines Nachts passiert eine Tragödie, die beide Familien trennen wird, doch dadurch ist das Schicksal der Familien von nun an unwiederbringlich miteinander verknüpft.

Meinung:

Eines vorweg: Dieses Buch ist brillant und ein echtes Highlight.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Am häufigsten wohl aus der Sicht von Kate, Peter und Francis. So bekommen wir als Leser einen guten Eindruck von beiden Familien. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, ich konnte direkt eintauchen und war als stiller Beobachter vor Ort. Die Autorin lässt sich Zeit die Geschichte in Ruhe zu erzählen und trotzdem hat man von Beginn an eine direkte Verbindung zu den Figuren aufgebaut. Sie werden lebendig und bekommen eine Seele. Die Figuren sind wunderbar authentisch und voll aus dem Leben gegriffen. Sie sind in Grautönen gezeichnet, was mir unglaublich gut gefällt. Manchmal machen auch eigentlich gute Menschen, Dinge, die uns Lesern nicht unbedingt gefallen.

Dieser Roman ist herrlich facettenreich und intensiv. Er zeigt, wie ein kleiner Moment unser Leben aus den Fugen bringen kann. Wie diese Tragödie Auswirkungen auf alle Leben dieser beiden Familien hat. Jeder versucht auf seine Weise damit umzugehen. Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam die körperlichen aber auch die seelischen Verletzungen, die jeder davonträgt. Francis und Lena, die versuchen sich ins Leben zurück zu kämpfen, den Verlust und die Einsamkeit von Peter und Kate oder die Gleichgültigkeit und den Egoismus von Brian. Darüber hinaus spielt die Krankheit von Anne eine Rolle. Wie sie diese schließlich anerkennt, damit lernt umzugehen und irgendwann versucht ihre Fehler wieder gut zu machen. Über allem schwebt die Frage in wieweit unsere Eltern und unsere Kindheit ausschlaggebend sind für unser weiteres Leben.

Fast alle Liebesromane und Filme enden damit, dass sich das Paar am Ende findet. Aber diese Geschichte geht weiter, sie zeigt auch was danach kommt. Die Arbeit die dahintersteckt, die Kompromisse die man eingeht. Das „in guten wie in schlechten Zeiten“ nicht nur ein Satz ist, sondern das alle Höhen und Tiefen ein Paar zusammenschweißen. Das hat mir so unfassbar gut gefallen, weil so das Leben nun mal ist; es ist eben nicht nur eitel Sonnenschein. Es geht auch darum Kinder ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Irgendwann müssen sie ihre eigenen Entscheidungen und Fehler machen, auch wenn es den Eltern noch so schwerfällt. Und schließlich geht es in diesem Roman auch um Vergebung.

Fazit: Ein unfassbar toller Roman, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Ich könnte stundenlang über dieses Buch schwärmen und diskutieren, es ist nur schwer ohne zu viel zu verraten. Dieses Buch ist perfekt für Leserunden oder Buchclubs. Es ist so komplex und vereint Themen wie Liebe, Familie, Vergebung und Einsamkeit auf ganz besondere Weise. Für mich ist es ein Jahreshighlight und eine absolute Leseempfehlung und mehr als verdiente 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

Ist Gesundheit wirklich wichtiger als Freiheit?

Cleanland
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In dem Roman „Cleanland“ von Martin Schäuble wächst Schilo in Cleanland auf. Sie kennt es nicht anders, als nach den Gesetzen der absoluten Reinheit zu leben. Berührungen sind gefährlich, menschliche Kontakte ...

In dem Roman „Cleanland“ von Martin Schäuble wächst Schilo in Cleanland auf. Sie kennt es nicht anders, als nach den Gesetzen der absoluten Reinheit zu leben. Berührungen sind gefährlich, menschliche Kontakte sind sehr stark eingeschränkt und man steht dank moderner Technik immer unter Kontrolle. Als Schilo sich verliebt und ihre Freundin Samira in Konflikt mit der Regierung gerät, beginnt sie langsam ihre Augen zu öffnen.

Meinung:

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen, einem Jugendbuch angemessen. Wir bekommen die Geschichte aus Sicht von Schilo erzählt. Durch sie bekommen wir einen guten Einblick darauf, wie Cleanland funktioniert. Einige Dinge sind uns gar nicht so fremd, dank Corona. Der Abstand muss eingehalten werden, ständig wird alles desinfiziert und das Tragen von einem Gesichtsvisier ist Pflicht. Andere Dinge sind Gott sei Dank bei uns noch nicht eingetreten. Aber diese Dystopie spinnt konsequent weiter, was passieren kann, wenn eine Pandemie Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Die Entwicklung von Schilo geht mir persönlich zu schnell. Sie ist mit diesem System aufgewachsen und hält es für richtig, da sie nie etwas Anderes kennengelernt hat. Doch von jetzt auf gleich stellt sie alles in Frage und geht für mein Empfinden viel zu schnell so einen großen Schritt.

Cleanland ist toll beschrieben, man kann sich alles gut vorstellen und es ist gut durchdacht. Zum Schluss fehlen aber definitiv Seiten, der Showdown ist extrem kurzgehalten und auf das Nötigste beschränkt. Ich hätte mir mehr Ausführlichkeit gewünscht. Die Geschichte endet mit einem kleinen Cliffhanger. Eine Fortsetzung wäre durchaus möglich.

Fazit: Eine spannende Geschichte zu einem aktuellen Thema, die mich gut unterhalten konnte. Allerdings hätte ich es besser gefunden, wenn Martin Schäuble sich mehr Zeit gelassen hätte die Story in Ruhe zu erzählen. Daher gibt es von mir 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere