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Veröffentlicht am 13.08.2020

Spannender Thriller aber keine Liebesgeschichte

Remember Me – Tödliche Vergangenheit
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Der Roman „Remember me – Tödliche Vergangenheit“ von Annabell Nolan, ist ein Thriller. Anhand des Covers und des Klappentextes habe ich eine Liebesgeschichte mit Spannungselementen erwartet, aber das ist ...

Der Roman „Remember me – Tödliche Vergangenheit“ von Annabell Nolan, ist ein Thriller. Anhand des Covers und des Klappentextes habe ich eine Liebesgeschichte mit Spannungselementen erwartet, aber das ist hier nicht der Fall. Die Liebesgeschichte spielt keine ausgeprägte Rolle.

Jubilee hat vor einigen Jahren einen schwerwiegenden Fehler begangen. Dieser Fehler hat weitreichende Folgen für ihr Leben. Sie lebt nun in New York unter falschen Namen, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und ständigen Panikattacken. Ein Lichtblick ist ihr neuer Nachbar Garland. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und kommt langsam aus ihrem Schneckenhaus. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein und bringt sie in große Gefahr.

Meinung:

Die Geschichte wird von Jubilee, genannt Lee, in der Ich-Perspektive erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen, so bekomme ich einen direkten Zugang zu ihren Gedanken und Gefühlen und konnte schnell eine Verbindung zu ihr aufbauen. Ihre Panikattacken und ihre mentale und körperliche Schwäche hat die Autorin sehr gut eingefangen, man konnte sich super in Lee hineinversetzen und sie wirkt authentisch. Was in Lees Vergangenheit passiert ist und was ihr großer Fehler war, wird nach und nach aufgeklärt.

In welche Richtung sich das Ganze entwickelt, war für mich relativ schnell klar. Manchmal hat mich Lee genervt, da zum Schluss die Anhaltspunkte immer ersichtlicher werden und Lee einfach nichts bemerkt. Wie schlussendlich doch alles zusammenhängt, war trotzdem spannend zu lesen.

Die Liebesgeschichte spielt nur minimal eine Rolle. Dadurch, dass sie so wenig Platz einnimmt, kommen für mich auch überhaupt keine Gefühle zwischen Lee und Garland rüber. Für mich bleibt es vollkommen emotionslos zwischen den beiden. Garland bleibt das ganze Buch über auch sehr blass.

Fazit: Die Geschichte ist spannend und lässt sich zügig lesen. Es ist auf jeden Fall ein Thriller, aber keine Liebesgeschichte. Man sollte also nicht mit falschen Erwartungen an diesen Roman gehen. Trotzdem wurde ich gut unterhalten und vergebe 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

Hal & Fee – ein schönes Paar

Corporate Love - Hal
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Der Roman „Corporate Love – Hal” von Melanie Moreland ist der sechste Band der „Corporate Love” Reihe. Alle Teile lassen sich unabhängig voneinander lesen. In jedem Band geht es um ein anderes Pärchen. ...

Der Roman „Corporate Love – Hal” von Melanie Moreland ist der sechste Band der „Corporate Love” Reihe. Alle Teile lassen sich unabhängig voneinander lesen. In jedem Band geht es um ein anderes Pärchen. Einige Figuren aus den vorherigen Bänden, tauchen zwar hin und wieder auf, man muss ihre Geschichte aber nicht zwingend kennen um dem Roman folgen zu können.

Hal ist Anwalt für Familienrecht, er ist wirklich gut in seinem Job. Er nimmt nur Fälle an, an die er glaubt, hin und wieder sogar unentgeltlich. Er hatte eine schwierige Kindheit und glaubt daher nicht an die Liebe. Eines Tages bittet Fiona, die Frau seines größten Konkurrenten, ihn um Hilfe. Fiona stellt seine ganze Welt auf den Kopf.

Meinung:

Die Geschichte wird uns von Hal und Fiona in der Ich-Perspektive erzählt. Diese Erzählform gefällt mir besonders gut, da man so direkten Zugang zu den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten bekommt. Der größte Teil der Story wird aus Sicht von Hal erzählt, das gefällt mir richtig gut und ist mal eine tolle Abwechslung und erfrischend anders, als immer nur aus der weiblichen Perspektive zu lesen.

Hal mochte ich sehr und er war mir sofort sympathisch. Man erfährt viel über seine Arbeit als Anwalt und ich fand es toll, wie sehr er in seinem Beruf aufgeht. Auch seine moralischen Grundsätze haben mir gefallen. Allerdings hat mich zum Schluss sein Verhalten und seine Ignoranz manchmal echt genervt.

Mit Fiona alias Fee, hatte ich so meine leichten Schwierigkeiten. Sie war mir nicht unsympathisch, aber ich konnte ihr Verhalten in ihrer Ehe ganz schlecht nachvollziehen. Und ihre Beziehung mit Hal stand dazu im kompletten Gegensatz. Der Zeitraum ihrer Veränderung war für mich auch viel zu schnell und zu unglaubwürdig. Daher war ich mit Fiona immer ein bisschen auf Distanz.

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Man spürt es knistern zwischen den beiden, trotzdem baut sich die Liebesgeschichte langsam und nachvollziehbar auf. Auch die erotischen Szenen passen für mich in die Geschichte, haben aber nicht die Story dominiert, sondern waren genau richtig dosiert. Besonders der Epilog hat es mir angetan und er hat die Geschichte abgerundet.

Fazit: Ich hatte ein paar sehr schöne Lesestunden mit Hal und Fee. Ich habe das Buch an einem Nachmittag verschlungen und mochte die beiden sehr als Paar. Daher gibt es von mir 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2020

Schöne Liebesgeschichte

King of London
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Der Roman „King of London“ von Louise Bay ist der erste Band der „Kings of London“ Reihe.

Hayden möchte einen großen Deal abschließen und eine andere Firma übernehmen. Da es einen Maulwurf in seiner Firma ...

Der Roman „King of London“ von Louise Bay ist der erste Band der „Kings of London“ Reihe.

Hayden möchte einen großen Deal abschließen und eine andere Firma übernehmen. Da es einen Maulwurf in seiner Firma gibt, begibt er sich auf eine Jacht aufs Mittelmeer, um dort zu arbeiten und absolut sicher zu sein, dass keine Informationen über die geplante Übernahme nach außen dringen. Auf dieser Jacht ist Avery Chefstewardess und kümmert sich um die Passagiere. Zwischen Avery und Hayden knistert es gewaltig. Doch eine Beziehung zu einem Passagier führt zur direkten Kündigung und Avery ist auf diesen gut bezahlten Job angewiesen.

Meinung:

Die Geschichte wird uns abwechselnd von Hayden und Avery in der Ich-Perspektive erzählt. Diese Erzählform gefällt mir besonders gut, da man so direkten Zugang zu den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten bekommt. Auch, dass aus der Sicht von Hayden erzählt wird, gefällt mir sehr. Für mich ist es wichtig, dass auch der männliche Part zu Wort kommt.

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Hayden und Avery waren mir beide sehr sympathisch und kamen authentisch rüber. Man spürt es knistern zwischen den beiden, trotzdem baut sich die Liebesgeschichte langsam und nachvollziehbar auf. Auch die erotischen Szenen passen für mich in die Geschichte, haben aber nicht die Story dominiert, sondern waren genau richtig.

Das Thema Wirtschaftsspionage fand ich total spannend, aus meiner Sicht hätte man da aber mehr daraus machen können. Einige Dinge, wie die Suche nach dem Maulwurf oder die Feindseligkeit eines Konkurrenten, hätten ausgebaut werden können.

Fazit: Manchmal habe ich mir ein bisschen mehr Spannung gewünscht, vor allem da das Potenzial dafür da war. Trotzdem hatte ich ein paar sehr schöne Lesestunden mit Hayden und Avery. Ich habe das Buch an einem Nachmittag verschlungen und mochte die beiden sehr als Paar. Daher gibt es von mir 4 Sterne. Im zweiten Teil der Reihe geht es um Landon, den Bruder von Hayden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2020

Cilkas Schicksal

Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein
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In dem Roman „Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein“ von Heather Morris, erfahren wir was aus Cilka geworden ist. Wir haben sie bereits in „Der Tätowierer von Auschwitz“ kennengelernt.

Cecilia, ...

In dem Roman „Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein“ von Heather Morris, erfahren wir was aus Cilka geworden ist. Wir haben sie bereits in „Der Tätowierer von Auschwitz“ kennengelernt.

Cecilia, die alle nur Cilka nennen, kommt mit sechzehn Jahren in das KZ Auschwitz-Birkenau. Ihre Schönheit fällt einem hochrangigen SS-Offizier auf, der sie daraufhin von den anderen trennt und sie regelmäßig missbraucht. Durch seine „Aufmerksamkeit“ geht es ihr besser als vielen anderen Gefangenen und Cilka tut alles um zu überleben. Als die Russen das Konzentrationslager befreien, wird sie der Kollaboration mit dem Feind angeklagt. Daraufhin wird sie zu fünfzehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Sie kommt in einen Gulag nach Sibirien und versucht dort unter unvorstellbaren Bedingungen, die ihr nur allzu vertraut sind, zu überleben.

Meinung:

Die Geschichte wird uns von Cilka in der dritten Person erzählt. Sie springt dabei zwischen Szenen aus Auschwitz, Workuta in Sibirien und ihrer Kindheit in der Tschechoslowakei. Wobei der größte Anteil sicherlich ihr Leben in Workuta darstellt.

Der Roman beruht auf einer wahren Lebensgeschichte und Cilka hat es wirklich gegeben. Das ist vielleicht einer der Gründe warum mich dieses Buch nicht mehr losgelassen hat und ich es an einem langen Abend verschlungen habe. Ich war gefesselt von ihrem Schicksal, war fassungslos, dass sie dafür verurteilt wurde alles getan zu haben um zu überleben.

Die Autorin hat einen wahnsinnig tollen Schreibstil. Sie fängt einfühlsam aber bildgewaltig diese schreckliche Zeit ein. Manchmal beschreibt sie furchtbare Dinge sehr nüchtern und kühl und unterstreicht damit Cilkas Abgestumpftheit, eine Abgestumpftheit die sie sich zwangsläufig angeeignet hat, um zu überleben. Heather Morris hat Cilka lebendig werden lassen und eine Seele eingehaucht. Sie schafft es die Stimmungen und Gefühle von ihr einzufangen. Es gibt Tage, da gibt es Hoffnung und ein klein wenig Freude, und an anderen Tagen ist sie kurz davor aufzugeben und glaubt an keine Zukunft mehr. Bei all dem Leid und dem Schrecken den Cilka erlebt hat, bleibt sie ein unfassbar toller Mensch und bewahrt sich ihre Menschlichkeit. Ich habe mich häufig beim Lesen gefragt, wie sie das schafft nicht aufzugeben. Sie ist selbstlos, teilt das Bisschen was sie hat mit anderen Häftlingen und steht für andere ein. Dafür habe ich Cilka sehr bewundert.

Fazit: Cilkas Geschichte hat mich emotional total erreicht. Für mich war dieser Roman noch besser als "Der Tätowierer von Auschwitz“ Daher gibt es eine klare Leseempfehlung und mehr als verdiente 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2020

Unterschiedliche Wahrnehmung

Menschliche Dinge
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Der Roman „Menschliche Dinge“ von Karine Tuil zeigt uns zwei unterschiedliche persönliche Wahrnehmungen auf eine sexuelle Begegnung. War es womöglich eine Vergewaltigung?

Familie Farel ist vermögend und ...

Der Roman „Menschliche Dinge“ von Karine Tuil zeigt uns zwei unterschiedliche persönliche Wahrnehmungen auf eine sexuelle Begegnung. War es womöglich eine Vergewaltigung?

Familie Farel ist vermögend und gehört zur Oberschicht von Paris. Jean Farel ist ein berühmter TV-Journalist und moderiert beliebte und quotenstarke Politiksendungen im Fernsehen. Claire Farel ist eine bekannte Feministin, sie kämpft für die Rechte der Frauen, tritt zu diesem Thema ebenfalls im Fernsehen auf und schreibt darüber hinaus Artikel und Bücher dazu. Ihr Sohn Alexandre studiert an der Elite Universität Stanford und hat Aussichten auf eine glänzende Zukunft. Eine perfekte Familie, bis eines Tages die Polizei vor der Tür steht. Jemand hat eine Anzeige wegen Vergewaltigung gestellt. Plötzlich gerät alles aus den Fugen.

Meinung:

Dieser Roman ist einfach klasse und beleuchtet ein aktuelles und durch das Aufkommen der #MeToo-Debatte kontrovers diskutiertes Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln, ohne erhobenen Zeigefinger oder die Moralkeule zu schwingen, das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, so bekommt man ein komplexes Bild von der Geschichte. Die Autorin lässt sich Zeit die Geschichte zu erzählen. Wir lernen die Familie Farel besser kennen. Erfahren etwas über ihre Vergangenheit, aber auch, wie sich ihr aktuelles Leben gestaltet. Dabei wird schnell klar, dass sie extrem hart gearbeitet haben um dort anzukommen wo sie heute sind. Die Protagonisten gewinnen im Verlauf der Geschichte an Komplexität und man kann ihr Handeln gut nachvollziehen.

Der Schreibstil ist gerade zu Anfang nicht immer so flüssig. Manchmal sind doch arg lange und verschachtelte Sätze vorhanden, die meinen Lesefluss gelegentlich gestört haben. Das legt sich aber mit der Zeit, wenn man mit dem Schreibstil der Autorin warm geworden ist und sich eingelesen hat. Nach einer Weile konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Das Thema Vergewaltigung ist das zentrale Thema in diesem Roman. Die Autorin geht sehr spannend damit um. Sie zeigt es uns in einer Grauzone. Wir lernen einen Mann kennen, den man nicht unbedingt als Täter sieht und den man daher verabscheut. Und wir erleben eine Frau in der Opferrolle, mit der man nicht unbedingt auf Anhieb solidarisch mitfühlt. Diese Sicht der Dinge fand ich richtig klasse. Ich konnte beide Seiten nachvollziehen, obwohl es doch eine Seite gab, zu der ich mehr tendiert habe. Die Story zeigt, wie schnell ein Mann den Stempel „Vergewaltiger“ aufgedrückt bekommen kann, obwohl eigentlich die Unschuldsvermutung gelten sollte. Sie zeigt wie tief im Privatleben des Opfers gewühlt wird, und sie zeigt auch wie schlimm die Auswirkungen auf die restlichen Familienmitglieder sind. Gerade für Claire, die eigentlich für die Rechte der Frauen kämpft und nun einen vermeintlichen Vergewaltiger in der Familie hat. Wenn es persönlich wird, drehen sich ganz häufig die Ansichten. Die Autorin geht sachlich aber intensiv mit dem Thema um, ohne den Leser zu belehren.

Fazit: Ein spannender Roman, der einen sehr schnell nicht mehr loslässt. Eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.

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