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Patricia_Wolkenspringerin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2020

Diese Buchreihe bringt mein Herz zum Schmelzen

When We Fall
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Der Schreibstil
Genau wie im ersten Teil ist der Schreibstil flüssig und einprägsam. Die starken Gefühle der Hauptprotagonistin Ella sind so authentisch beschrieben, dass man bereits von der ersten Seite ...

Der Schreibstil
Genau wie im ersten Teil ist der Schreibstil flüssig und einprägsam. Die starken Gefühle der Hauptprotagonistin Ella sind so authentisch beschrieben, dass man bereits von der ersten Seite an mit ihr mitfühlt. Ich musste mich sehr bemühen das Buch nicht innerhalt eines Tages auszulesen, weil es mich derart mitgerissen hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es zwischen Ella und Jae-yong weitergeht.

Die Handlung & das Fazit
Die Handlung knüpft sofort an das Ende von Teil eins an. Hier wird verstärkt ein Augenmerk auf die charakterliche Entwicklung Ellas gelegt, wie auch auf die Beziehung der Schwestern untereinander. Zu der Handlung an sich möchte ich nichts schreiben, da es sich hierbei um einen Liebesroman handelt und die Schilderung diverser Ereignisse den Spaß am Lesen nehmen würde.
Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der den ersten Teil bereits gelesen und geliebt hat. Es geht romantisch weiter und die Gefühle zwischen Ella und Jae-yong sind einfach wunderschön beschrieben. Man wird von der Autorin regelrecht in eine andere Welt katapultiert, die zum Innehalten und wohlfühlen einlädt. Auf jegliches Drama wird komplett verzichtet und das hat mir gut gefallen. Für viele mag diese Buchreihe etwas unspektakulär sein, aber in meinen Augen gibt es ohnehin bereits viel zu viele Liebesromane bei denen das Drama total überhandnimmt und daher ist die Reihe von Anne Pätzold eine willkommene Abwechslung für mich.

Das schönste Zitat
„Ich glaube, jeder macht vor seinem eigenen Happy End einige Dinge in seinem Leben durch. Umso schöner ist der Teil, der danach kommt.“ Buch Seite 394

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2020

Ein facettenreicher Roman, der mit interessanten Charakteren brilliert

Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis
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Der Schreibstil
Petra Grill packt das Gefühl und die Stimmungen des 1900 Jahrhunderts wunderbar ein. Sowohl die positiven Seiten als auch die negativen dieses Jahrhunderts wurden anschaulich und greifbar ...

Der Schreibstil
Petra Grill packt das Gefühl und die Stimmungen des 1900 Jahrhunderts wunderbar ein. Sowohl die positiven Seiten als auch die negativen dieses Jahrhunderts wurden anschaulich und greifbar beschrieben. Während des Lesens habe ich mich in einer ganz besonderen Atmosphäre wiedergefunden, die mich über das Oktoberfest 1900 getragen hat.

Die Charaktere
Colina ist eine sehr starke Frau, die bereits die grausamen Seiten des Lebens kennengelernt hat und trotzdem niemals aufgibt. Sie versucht ständig das Beste aus ihrer derzeitigen Lebenssituation zu machen, auch wenn es noch so aussichtlos scheint. Aus ihrer Sicht lernt man das schwere Leben der Arbeiterklasse kennen, die vom Leben nichts zu erwarten haben und trotzdem hoffen, dass die nächste Generation ein besseres Leben hat, als sie es tun. Damals war Frausein eine tragische Angelegenheit, die gekennzeichnet war von einer Abhängigkeit gegenüber den männlichen Wesen. Die fehlende Gleichberechtigung vor 120 Jahren schockiert und macht einem deutlich bewusst, wie weit es Frauen in dieser kurzen Zeitspanne gesellschaftspolitisch gebracht haben.
Das Leben von Carla steht im starken Kontrast zu dem von Colina. Carla ist die behütete Tochter vom Brauereimagnat Prank, der im Laufe seines Lebens ein beachtliches Vermögen angehäuft hat. Aufgrund ihrer Lebensweise ist Carla recht verzogen und undankbar, denn sie weiß nicht, wie es ist nicht alles geschenkt zu bekommen. Andererseits will sie mehr vom Leben, als die hübsche Puppe im Leben eines Mannes zu sein. Während dem Fortschreiten der Handlung wächst Carla von dem jungen naiven Mädchen zu einer reifen Frau heran, die ganz genau weiß was sie will und wie sie es bekommen kann. Carlas charakterliche Wendung mitzubekommen war für mich ein herrliches Erlebnis.
Oberwachtmeister Lorenz Aulehner war meine absolute Lieblingsfigur in diesem Roman. Er beleuchtet die Sicht- und Arbeitsweise der Polizei vor 120 Jahren. Auch er wächst im Laufe des Romans stark über sich hinaus, da er zu Beginn vieles aus einem reinen schwarz-weißen Blickwinkel betrachtet und später erkennt, dass sich viele Grautöne durch das Leben ziehen.
Alle Figuren waren auf ihre Art und Weise sympathisch und man fühlt stark mit ihnen mit.

Der Inhalt & das Fazit
Als Leser erkennt man sofort die Liebe zum Detail, die Petra Grill in diesen Roman gesteckt hat. Es kommen sehr viele interessante Fakten zutage, die für unsere heutige Generation recht befremdlich wirken und einem doch so verwundert in die damalige Zeit zurückblicken lässt. Oft habe ich mich selbst gefragt, wie ich wohl anstelle von Colina und Carla das Leben gemeistert hätte. Colina und Carla beeindrucken mit ihrer mentalen Kraft, mit ihrem Durchhaltevermögen und ihrer kraftvollen Freundschaft zueinander.
Nicht nur das Leben dieser zwei besonderen Frauen wird während des Lesens ins Rampenlicht gerückt, sondern auch die Intrigen und Machtkämpfe der Großbrauereien werden vor und während des Oktoberfests beleuchtet.
„Oktoberfest 1900“ ist ein rasanter und emotionsgeladener Roman, der mit interessanten Fakten glänzt und eine klare Leseempfehlung für alle Fans von spannenden historischen Romanen ist.

Das schönste Zitat
„Sich als Mann eine normale Familie zu wünschen, ist Ihrer Ansicht nach wohl ein Verbrechen?“
„Nein.“, sagte sie entschieden. „Mich zu zwingen, dabei mitzuspielen, ist eines.“ Sie sah ihn an. „Vielleicht wünschen wir uns einfach immer das Gegenteil von dem, was wir erlebt haben. Oder das, was wir nicht haben können. Mir geht es häufig so.“ – Buch Seite 327

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Johanna – eine starke, unverstandene Frau, die ihrer Zeit weit voraus war oder eine Wahnsinnige, die ihre Gefühle nicht im Griff hatte?

Die Wahnsinnige
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„Niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seine Männlichkeit verunsicherter Mann!“ Simone de Beauvoir

Der Schreibstil
Alexa Hennig von Langes Schreibstil ...

„Niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seine Männlichkeit verunsicherter Mann!“ Simone de Beauvoir

Der Schreibstil
Alexa Hennig von Langes Schreibstil ist nüchtern, distanziert und gleichzeitig bildlich und wortgewandt. Die Gefühle von Johanna sind authentisch und greifbar beschrieben und man fühlt sich das ganze Buch über wie ein Zuschauer, der einen kurzen Einblick in das Leben und Leiden von Johanna I. von Kastilien erhalten darf. Für mich war dieser besondere Schreibstil perfekt, da dieses Buch eine Erzählung von wahren Begebenheiten mit kleinen Abweichungen darstellt.
Was eine äußert charmante Idee der Autorin war, ist, dass Briefe von den unterschiedlichsten Familienmitgliedern Johannas im Buch ihren Platz gefunden haben. Diese Briefe haben das Buch für mich sogar noch viel greifbarer und schöner gemacht als ohne möglich gewesen wäre.

Die Handlung
Das Buch „Die Wahnsinnige“ beginnt mit Johannas Festnahme im Castillo de La Mota durch ihre Mutter, Isabella die Katholische. Während Johannas Zeit dort lernt der Leser ihre Gefühlswelt besser kennen und verstehen. Plötzlich entdeckt man in dieser starken Frau einen Mensch, der die Freiheit über alles liebt, sehr verletzlich ist und mit den starken Gefühlen für Philipp den Schönen zu kämpfen hat. Trotz Johannas Stellung in der Gesellschaft hat sie aufgrund ihrer königlichen Familie, keine Selbstbestimmung oder Macht. Ständig musste sie gegen alles und jeden kämpfen und das machte sie wütend.
Durch das Buch ist Johanna für mich ein greifbarer Mensch geworden, mit Gefühlen, Ängsten, Hoffnungen und Träume. Johanna wird im Laufe der Handlung von der blassen Geschichte zu einer schillernden Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, gleiche Freiheiten für alle wollte, mit Religion als Machtgegenstand nichts anfangen konnte und schlussendlich von der Machtgier anderer ihren Platz am Thron beraubt worden war.
Als Leser lernt man auch das Eheleben Johannas kennen und die Intrigen ihres Mannes gegen sie. Die charakterliche Entwicklung von der verzweifelten Liebenden zu der ernüchternden Ehegemahlin war faszinierend, aufwühlend und authentisch.
Ich dachte zwar, dass man eventuell mehr vom Eheleben und von Philipp dem Schönen lesen würde, aber er ließ sich genauso wenig im Buch blicken, wie er es zu Lebzeiten in seiner Ehe mit Johanna gemacht hat.

Das Fazit
Johanna wurde bereits in ihrer eigenen Kindheit als ungewöhnlich kluge und schöne Frau beschrieben. Im Buch kam dies durch die Bemerkungen und Gedankengänge Johannas zum Vorschein, wie auch durch die Reaktionen ihres Ehemannes auf sie, da er immer wieder zu ihr zurück gekommen war um sich körperliche Aufmerksamkeiten von ihr zu holen, trotz der Vielzahl an Mätressen, die er gehalten hat.
Dieses Buch ist sowohl für Kenner der Geschichte von Johanna geeignet, als auch für Neueinsteiger, die mehr über diese besondere Frau lesen möchten. Die wichtigsten und aussagekräftigsten Lebensereignisse Johannas werden in diesem 205 Seiten langem Buch beschrieben. Dabei erhält man nicht nur einen guten Überblick über ihr Leben, sondern auch über ihre Persönlichkeit. Heutzutage sind sich Experten nach wie vor nicht einig, ob der Wahnsinn Johannas, aufgrund einer möglichen psychischen Erkrankung, berechtigt oder eher eine politische und gesellschaftliche Intrige gegen die Thronerbin war. Zwar werden wir es nie genau wissen, jedoch habe ich durch das Buch von Alexa Hennig von Lange ein tieferes Verständnis für Johanna entwickelt und meine ganz eigene Meinung darüber gebildet.

Das schönste Zitat
Ihre Stimme klang belegt, als sie fortfuhr: „Doch was ich damals nicht verstand, was ich einfach nicht verstand in dieser verblendeten Glückseligkeit, war, dass es aus dem Traum auch immer ein Erwachen gibt, dass es zur Zweisamkeit auch die Einsamkeit gibt, dass das Gegenteil von Macht die Unterdrückung ist. Und dass dieses regennasse Flandern und mein mir zugewiesener Mann nicht meine Befreiung, sondern meine Zerstörung sein würden. Juan Rodriguez, die Welt ist von einer schlimmen Epidemie erfasst, die Menschen anderen Menschen aus Selbstsucht und Freude am Triumph furchtbare Dinge antun lässt. Und mein Mann ist einer von ihnen und dafür wird er büßen.“ Seite 52

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Eine absolute Achterbahn der Gefühle!

Hate Notes
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Der Schreibstil
Der Schreibstil des Autoren-Duos ist spritzig, lustig, emotional und unglaublich bildlich. Jede Szene hat sich in meinem Kopf abgespielt wie im Film. Alle Charaktere von den Hauptprotagonisten ...

Der Schreibstil
Der Schreibstil des Autoren-Duos ist spritzig, lustig, emotional und unglaublich bildlich. Jede Szene hat sich in meinem Kopf abgespielt wie im Film. Alle Charaktere von den Hauptprotagonisten bis hin zu den Nebenprotagonisten wurden liebevoll, detailliert beschrieben und mit Ecken und Kanten versehen. Die Geschichte spielt in New York und die Autorinnen konnten die Stimmung der Stadt -die niemals schläft- großartig auffangen. Als Leser wird man von einer Sehnsucht überschwappt New York selbst zu besuchen und zu erkunden.

Die Charaktere
Charlotte ist eine kämpferische Träumerin, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Sie hat ihr Herz am richtigen Fleck und äußerst durchdacht sagt sie ehrlich ihre Meinung. Menschen und deren Gefühle sind ihr sehr wichtig und niemals würde sie jemanden hintergehen. Charlotte ist treu und warmherzig. Oft hat mich der Gedanke während des Lesens überrascht, dass ich nur zu gerne mit einer Person, wie Charlotte sie ist, im echten Leben befreundet wäre. Charlotte ist einfach ein Mensch, der ihr Leben liebt und jeden Augenblick auskosten möchte.

Reed ist durch die Enttäuschung in der Liebe distanziert, zynisch und ein Workaholic geworden. Er lebt für die Arbeit und jeder seiner Tage gleicht dem vorigen. Aber in ihm steckt ein Mann, den sich jede Frau nur wünschen kann. Er ist aufmerksam, sarkastisch, gefühlvoll und aufrichtig. Seine Familie liegt ihm sehr am Herzen und er würde alles tun um diese zu beschützen. Als Charlotte in sein Leben tritt, bringt sie Reed total durcheinander. Plötzlich steht er Kopf und seine Reaktion auf Charlotte hat mich oft zum Schmunzeln gebracht.

Als beide aneinander geraten, spüren sie das Knistern zueinander, aber schenken tun sich die beiden nichts. Ihr Schlagabtausch ist herrlich und irre witzig. Wie Charlotte und Reed miteinander umgehen, hat mein Herz aufgehen lassen. Ihre Gefühle sind glaubhaft und wunderschön beschrieben. Ich habe gar nicht genug von den zweien bekommen.

Die Nebencharaktere wie Iris (Reeds Großmutter) und Max (Reeds Bruder) waren absolut umwerfend. Iris bringt Charlotte und Reed ordentlich durcheinander und sie hat immer die besten Ratschläge für den jeweils anderen. Max ist ein ehrlicher, lebensbejahender, frecher Junggeselle und ich habe es genossen eine Geschwisterbeziehung mitzubekommen, die nicht voller Konkurrenzkampf sondern voller Liebe und Treue ist.

Die Handlung & das Fazit
Die erste Hälfte ist spritzig, lustig und sexy. Ihr erstes Aufeinandertreffen ist einmalig und kann in der Leseprobe entdeckt werden. Von der ersten Seite an ist man in die Story involviert und fiebert mit. Die Geschichte wird abwechselnd aus Reeds und Charlottes Perspektive erzählt und dadurch lernt man beide besser kennen.
In der zweiten Hälfte macht die Geschichte plötzlich eine 180 Grad Wendung, die dem Leser unvorbereitet trifft. Plötzlich erfährt die Handlung eine Tiefgründigkeit und eine Emotionalität, die dem Leser wie ein Schlag ins Gesicht trifft. Ab der Wendung konnte ich das Buch erst recht nicht aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen musste, wie es zwischen den beiden weitergeht.
Die Handlung, die Charaktere und der Schreibstil bringen einen frischen Wind in das Liebesroman-Genre. Für mich ist dieses Buch ein wahres Lesehighlight 2020. Die Gefühle werden durcheinander gewirbelt und als Leser kriegt man nicht genug davon.
Dieses Buch bringt einem zum Lachen, wie auch zum Weinen. Als Leser durchlebt man eine Achterbahn der Gefühle und als ich dieses Buch beendet habe, drehten sich meine Gedanken noch immer um die beiden. Absolute Leseempfehlung an alle, die einen Liebesroman suchen, der einem umhauen wird und sprachlos zurück lässt.

Das schönste Zitat
„Alles passiert aus einem bestimmten Grund, Charlotte. Nutzen Sie die Zeit, um ihr Leben und Ihre Ziele neu zu bewerten. Das habe auch ich getan. Das wahre Glück kann man nur in sich selbst finden, nicht in anderen Menschen, wie wichtig Sie Ihnen auch sind. Machen Sie sich glücklich, dann kommt der Rest von alleine. Versprochen!“ – Position 444 von 4061

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 26.08.2020

Emotionsgeladener Auftakt, der Lust nach mehr macht!

Die Verfluchten. Lucius und Lyra
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Der Schreibstil

Luca Jaro hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Für ihr Erstlingswerk hat sie eine bildliche Schreibweise, die sowohl dramatische Ereignisse als auch emotionale äußert authentisch ...

Der Schreibstil

Luca Jaro hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Für ihr Erstlingswerk hat sie eine bildliche Schreibweise, die sowohl dramatische Ereignisse als auch emotionale äußert authentisch beschreiben kann.

Die Charaktere

Aufgrund des Klappentexts hatte ich mir Lyra ein wenig anders vorgestellt, als sie dann tatsächlich war. Ich dachte eher, dass sie eine starke, selbstbewusste und selbstständige junge Frau sein würde, die bereit ist für ihr Glück zu kämpfen. Jedoch erkannte ich schnell, dass Lyra im Buch ein sehr gebrochener Charakter ist, die durch die Vergangenheit ihren Willen zum Kämpfen stark eingebüßt hat. Sie setzt ihre Kraft nicht ein und rennt von den Kadask mit Tricks davon. Lyra ist seit Jahren auf sich alleine gestellt und hatte seit einem schicksalshaften Tag in ihrem Leben keine Verbündete mehr. Daher sehnt sie sich umso mehr nach Liebe und Akzeptanz. Sie vertraut nur zögerlich und wenn, dann absolut. Sie hat noch einiges zu lernen, da sie zeitweise sehr naiv agiert und ihre Gefühle meist ein großes Durcheinander sind.

Lucius war mir zu Beginn des Buches etwas unsympathisch. Er ist arrogant, selbstgefällig, kaltherzig und engstirnig. Er denkt immer alles besser zu wissen und lässt sich von niemandem zu einer anderen Sichtweise bringen. Lucius ist ein mächtiger Verfluchter, dem niemand durch seine Gabe etwas anhaben kann. Dadurch denkt er, dass er über jedem steht und das zeigt er auch ganz offen. Erst als er zögerlich Gefühle für Lyra entwickelt, zeigt er eine ganz andere Seite von sich. Plötzlich ist er zärtlich, lustig und verwegen. Jedoch ist er stark in die Machenschaften der Kadask verwickelt und spürt eine Verbundenheit zu diesen, die absolut ist. Er lässt sich von seiner Treue nicht abbringen, obwohl die Kadask bei weitem nicht als die Guten bezeichnet werden können. Manchmal wollte ich ihn am liebsten zur Besinnung schütteln, weil seine Liebe für die Kadask, die er oft als Familie bezeichnet, unfassbar blind ist. Ihm ist egal, dass Lyra unter den Kadask leidet, immerhin verfolgen die Kadask ein großes Ziel, dass wichtiger ist als seine Liebe zu Lyra. Diese Einstellung war für mich sehr frustrierend.

Im Laufe des Buches lernt man immer mehr über die Verfluchten kennen, die für die Kadask tätig sind. Für den Leser ist das kein freundliches Zusammentreffen. Die Kadask denken, dass sie die absolute Macht über die Menschen innehaben und jeder, der nützliche Kräfte hat, wird in ihrem Kreis aufgenommen, ob dieser will oder nicht. Bis jetzt war kein Verbündeter der Kadask sympathisch, sondern im Leser wecken sie durch ihr arrogantes Verhalten eine starke Abneigung. Die Autorin schafft es daher ausgezeichnet, die Gefühle der Leser hoch schaukeln zu lassen, sodass man sofort für Lyra am liebsten Partei ergreifen möchte um sie vor allem zu schützen.

Die Handlung & das Fazit

Die Flucht von Lyra vor den Kadask ist kurz und brutal. Schnell haben diese sie überwältigt, was mich etwas gestört hat, da sie ja seit Wochen vor ihnen flieht und dann begeht Lyra einen Fehler nach dem anderen und lässt sich dadurch schnappen.

Lyras Gefühle konnte ich in dem Buch sehr gut nachvollziehen, ganz anders als bei Lucius. Einige ihrer Handlungen waren zwar unreif und nicht gut durchdacht, aber man merkt, dass sie noch viel lernen wird auf dieser schweren Reise und dies Schritt für Schritt passieren wird.

Nach ¾ des Buches nimmt die Geschichte an Fahrt auf und man erfährt viel mehr über Lyra, wie auch über die Kadask. Es baut sich eine unglaubliche Spannung auf, die einem bis zum Schluss fest umklammert. Das Finale des Buches ist wie eine Explosion und das offene Ende lässt einem sehnsuchtsvoll wartend nach dem zweiten Teil zurück.

Ich habe die Hoffnung, dass Lyra charakterlich um einiges stärker wird, als im ersten Teil, da sie in diesem Buch sehr oft von allen verschiedenen Seiten als Punchingball verwendet wird. Ich hoffe sie wird gerissener und kann den anderen beweisen, dass sie nicht nur eine Schachfigur ist, die von anderen benutzt werden kann. Lyra hat so viel Potenzial und ich hoffe stark, dass dieses im zweiten Teil auch genutzt wird. Ebenfalls hoffe ich, dass Lucius mehr Menschlichkeit zeigt als bisher und endlich zu Lyra steht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere