Profilbild von Patricia_Wolkenspringerin

Patricia_Wolkenspringerin

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Patricia_Wolkenspringerin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Patricia_Wolkenspringerin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2020

Solider Fantasy-Auftakt!

Midnight Shadows - Dunkle Gefährtin
3

Das Cover
Das Cover hat mich sofort an die Bücher von Nalini Singh und Kresley Cole erinnert und da ich ein großer Fan deren Reihen bin, war mein Interesse an Sara Hills Buch sofort geweckt. Das Cover ...

Das Cover
Das Cover hat mich sofort an die Bücher von Nalini Singh und Kresley Cole erinnert und da ich ein großer Fan deren Reihen bin, war mein Interesse an Sara Hills Buch sofort geweckt. Das Cover ist düster und sexy. Die Skyline der Stadt ist wunderschön und der Mond gibt dem Leser schon ein kleines Zeichen, dass es sich um eine Gestaltwandlergeschichte handelt.

Der Schreibstil
Sara Hills Schreibstil ist sehr flüssig und die Seiten flogen nur so dahin. Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages ausgelesen, weil ich von der ersten Seite an regelrecht in die Geschichte hineingezogen wurde und ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Sara Hill hat nicht nur Talent die Umgebung wunderschön und stimmungsvoll zu beschreiben, sondern sie schafft es auch eine ganz besondere emotionale Nähe zu den Charakteren zu schaffen.

Die Charaktere
Olivia ist die Hauptprotagonistin dieses Buches und die Handlung wird nur aus ihrer Perspektive erzählt. Als Leser lernt man also die Geschehnisse mit ihr kennen und tappt genauso im Dunkeln was die Absichten der anderen Charaktere anbelangt, wie sie. Olivia ist eine sehr starke Person, die unter dem Verlust ihrer Mutter leidet und vor den eigenen körperlichen Veränderungen große Angst hat. Nicht nur ist sie plötzlich alleine auf dieser Welt, sondern sie hat auch niemanden mehr dem sie sich anvertrauen kann. Olivias Gefühle und Gedanken werden dem Leser anschaulich erklärt und man fühlt stark mit ihr mit. Das ganze Buch über habe ich versucht herauszufinden zu welcher Art von Gestaltwandler Olivia bloß gehören könnte. Dieser Punkt hat mir richtig gut gefallen.
Olivia ist auch eine Frau, die nicht alles in die Wege leiten würde nur um einen Mann zu gefallen. Zwar spürt sie die enorme Anziehungskraft zu Aaron, aber sie bleibt ihrer Logik und ihrem Verstand treu und stürzt sich nicht blind in etwas, nur aufgrund von körperlichen Attributen. Zusätzlich liebt sie es, sich bequem und praktisch zu kleiden und diese Ungezwungenheit, ihres Aussehens betreffend, fand ich ungemein erfrischend. Die Autorin beschreibt sie nicht als unglaubliche Sexbombe, denen Männer zu Füßen liegen, sondern sie fällt Aaron auf, weil sie ist wie sie eben ist. Die Autorin zeigt damit, dass Liebe auch anfänglich so viel mehr ist als nur äußerliche Attraktivität. Ich denke das war auch ein Punkt, wieso ich Olivia so sympathisch fand.
Aaron ist zu Beginn des Buchs ein großes Fragezeichen. Er gibt Olivia konstant widersprüchliche Signale, die sowohl sie selbst als auch den Leser durcheinander bringen. Er mag sie eindeutig und will sie um jeden Preis beschützen, aber trotzdem ist er nicht 100-prozentig ehrlich zu ihr und das merkt man einfach. Mein liebstes Merkmal von Aaron ist, dass er ein Gentleman durch und durch ist. Er geht mit Olivia sehr liebevoll um und als Leser genießt man ihre Interaktionen ungemein.

Die Handlung
Die Handlung startet rasant mit Olivias Anreise in New York und die Rettung durch Aaron. Gleichermaßen rasant gehen die Ereignisse in New York weiter. Die anbahnende Liebesbeziehung zwischen Olivia und Aaron wechselt sich mit wichtigen Handlungsgeschehen Olivias Herkunft betreffend ab. Mir persönlich war eine Spur zu viel los. Ich konnte gar nicht das Geschehene verarbeiten, als auch schon der nächste Handlungsstrang angeknüpft worden ist. Hier hätte mir ein wenig Verschnaufpause nicht geschadet, aber dies ist nur ein minimaler Kritikpunkt. Ebenfalls hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrundinformationen über Olivias Eltern gewünscht, wie auch über Aarons Familie. Ebenfalls kamen mir die Hierarchien innerhalb von Aarons und Olivias Clan eher wie die von einer Mafiafamilie vor, als die einer klassischen Gestaltwandlergruppe. Intrigen und Machtkämpfe sind omnipräsent, jedoch fehlte mir die starke Loyalität, die für eine Gestaltwandlergeschichte eigentlich klassisch ist.

Das Fazit
Trotz etwaiger Kritikpunkte habe ich das Buch sehr genossen. Es ist spannend und mit interessanten Charakteren versehen. Ein wenig haben mich die angespannten Verhältnisse zwischen den verschiedenen Gestaltwandlerarten an Romeo und Julia erinnert. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und ich habe die zwei Hauptprotagonisten in mein Herz geschlossen.
Den zweiten Band werde ich mir definitiv kaufen, da ich nur zu gerne wissen möchte, wie es weitergehen wird. Ohne Bedenken kann ich diesen Roman daher jeden Fantasyliebhaber empfehlen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 10.11.2020

Ein Fehlkauf, der sich als absoluter Glücksgriff herausstellte!

Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch
0

Das Cover & der Klappentext
Was mir an diesem Cover ganz besonders gefällt, ist, dass es ganz anders ist, als die herkömmlichen Covers, die jetzt viele Bücher zieren. Es ist außergewöhnlich und wirkt fast ...

Das Cover & der Klappentext
Was mir an diesem Cover ganz besonders gefällt, ist, dass es ganz anders ist, als die herkömmlichen Covers, die jetzt viele Bücher zieren. Es ist außergewöhnlich und wirkt fast so wie selbst gemalt. Die Tropfen, die in einer wunderschönen Abwechslung von Blau-Rot-Gelb gestaltet sind, machen mit dem Heranschreiten der Handlung immer mehr Sinn. Die Figur, die am Cover abgebildet ist, sieht genauso aus, wie ich mir Sheera vorgestellt habe.
Ich sollte jedoch nur erwähnen, dass dieses Buch eigentlich ein irrtümlicher Kauf von meiner Seite war. Denn eigentlich wollte ich mir das Buch „Cassardim 1“ als E-Book kaufen. Wie es zu der Verwechslung kam? Nun ich habe auf Grund der starken Ähnlichkeit der Covers, das falsche Buch erwischt. Zuerst war ich natürlich etwas genervt, denn es ist mir noch nie passiert, dass mir ein Fehlkauf aufgrund eines Covers passiert ist, aber dann dachte ich mir, dass ich diesem Buch ja eine Chance geben kann.
Der Klappentext hat mich zuerst gar nicht angesprochen, weil ich bereits einige Bücher gelesen habe, bei denen es um die Erkämpfung der Krone durch diverse gestellte Aufgaben ging. Hier kann ich nur sagen: Ich wurde total überrascht. Es ist ganz anders als erwartet und der Klappentext kann gar nicht beschreiben, welche interessante Themen die Autorin im diesen Buch aufgegriffen hat!

Der Schreibstil
Jennifer Alice Jäger hat einen unglaublich guten Schreibstil, der fesselt und authentisch ist. Da mich der vermeintliche Inhalt am Klappentext nicht angesprochen hat, war ich überrascht, dass der Schreibstil mich bereits nach den ersten Seiten vollkommen vom Buch überzeugte. Die Welt der Alben und der Menschen wird faszinierend beschrieben und die beiden Hauptprotagonisten sind ganz anders als zuerst gedacht. Die Handlung wird von Sheeras und Lysanders Perspektive erzählt, was mir sehr gut gefallen hat, da man beide dadurch sehr gut kennenlernt.

Die Charaktere
Sheera ist eine Nachtalbe, die von den Hochalben ausgegrenzt und schlecht behandelt wird. Da ihr keine Chance auf ein normales Leben gewährt wird, hat sie gelernt sich auf niemanden als auf sich selbst zu verlassen. Sie ist tapfer und geht konstant Risiken ein, aber nicht kopflos, sondern durchdacht und taktisch. Sie liebt es frei zu sein und niemanden Rede und Antwort zu stehen. Als sie an dem Hof kommt, sind die Intrigen und die Machtkämpfe für sie unverständlich und sie wird selbst unbewusst Opfer von machthungrigen Alben. Jedoch lässt sie sich niemals unterkriegen, sondern kämpft tapfer weiter.
Der Kronprinz der Menschen – Lysander – ist am Anfang naiv und nicht bereit Verantwortung zu übernehmen. Von seinem Vater unverstanden, versucht er alles um sich von ihm loszuketten. Lysander macht im Buch einen enormen charakterlichen Wandel durch. Er wird ein reifer Mann, der weiß was er vom Leben will und der auch bereit ist alles dafür zu riskieren. Lysander und Sheera haben mir beide unglaublich gut gefallen, aber Lysander mochte ich am liebsten.
Die Nebenfiguren werden sympathisch und eindringlich beschrieben. Jeder von ihnen ist mehr als er zu sein scheint und bei manchen wird der Leser eine ziemliche Überraschung erleben.

Die Handlung
Wie bereits erwähnt, ist die Handlung ganz anders als ich es vom Klappentext vermutet hätte. Es geht nicht nur um die Abwicklung der gestellten Aufgabe um Königin der Alben zu werden, sondern vor allem um die gesellschaftlichen Unterschiede der Alben untereinander, wie sehr die Nachtalben unter den Hochalben leiden und wie selbstverliebt und arrogant die Hochalben agieren. Nicht nur die Alben leben ohne tiefen Sinn, auch die Menschen stehen vor einem eigenen internen Untergang. Das Reich zerfällt und jeder ist auf den Thron aus. Lysanders Vater ist hart und unbarmherzig, noch dazu will er, dass sein Sohn genauso regiert, wie er es tut. Als Leser lernt man all diese faszinierenden Gesellschaftsstrukturen und die Ungerechtigkeit dieser kennen und automatisch werden Parallelen zu unseren eigenen Leben auf der Erde geführt.
Zusätzlich dazu kommt noch die Feindschaft zwischen Alben und Menschen, die das Geschehen sogar noch brisanter und spannender macht.
Die Intrigen und Machtkämpfe sind im diesen Buch Schlüsselszenen und bis zum nahenden Schluss weiß man als Leser nicht, wem man nun vertrauen kann und wem nicht. Dieses Unwissen hat den Spannungsbogen ungemein verstärkt und ich hatte zum Schluss richtiges Herzklopfen.
Die Liebe kam mir persönlich etwas zu kurz im Buch, aber ich hoffe, dass der zweite Teil dies wieder wegmachen wird.

Das Fazit
Dieses Buch hat mich wirklich total überrascht und das obwohl meine Erwartungen eher gering waren. Es konnte mich von der Handlung, über die Charaktere bis hin zu der Schreibweise hundertprozentig überzeugen und ich bin wirklich froh, dass mir dieser unbewusste Glücksgriff passiert ist. Ich kann sagen, dass dieses Buch nicht so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint und es euch definitiv überraschen wird. „Moonlight Touch“ wurde für mich sogar eines meiner Top-Buch-Favoriten des Jahrs 2020.

Das beste Zitat
„Aber Sheera, wenn man von einem Baum nur Stamm und Rinde kennt, bleibt er dennoch ein Baum, auch wenn man den Blick hebt und die Äste und Blätter entdeckt. Und auch wenn man unter der Erde mindestens genauso viele Wurzeln vor uns verborgen liegen, wie der Baum Äste hat, bleibt er immer noch das, was er ist: ein Baum. Egal, wie viel man von ihm sieht. Genau wie du meine Sheera bleibst, auch wenn du Geheimnisse vor mir hast.“ Buch Seite 168

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2020

Die große Frage im Leben: Was wäre wenn…?

What if we Drown
2

Der Schreibstil
Sarah Sprinzs Schreibstil ist unglaublich packend und angereichert mit ganz viel Gefühl. Die Leseprobe konnte mich damals bereits überzeugen und das Buch hat meine Erwartungen mehr als ...

Der Schreibstil
Sarah Sprinzs Schreibstil ist unglaublich packend und angereichert mit ganz viel Gefühl. Die Leseprobe konnte mich damals bereits überzeugen und das Buch hat meine Erwartungen mehr als nur erfüllt. Der Schreibstil ist so authentisch und nahe, dass man nicht anders kann als sich mit Laurie von der ersten Seite an zu identifizieren. Die Geschehnisse sind eindrücklich und emotional beschrieben und ich konnte mir die wunderschöne Stadt von Vancouver nur zu gut vorstellen.

Die Charaktere
Laurie ist ein sensibler aber willensstarker Mensch, die unter den Tod ihres Bruders sehr leidet. Die 3 Jahre nach dem Tod ihres Bruders konnten ihren Schmerz und die Sehnsucht nach ihm nicht lindern und sie denkt so gut wie täglich an Austin. Ihr Schmerz und ihre Hoffnungen auf einen Neubeginn fühlt man als Leser mit ihr mit. Was mir an Lauries Charakter richtig gut gefallen hat, ist, dass sie auch Ecken und Kanten besitzt. Sie ist nicht perfekt, sie handelt teilweise sehr emotional und ohne ihren Kopf zu benutzen, noch dazu leidet sie unter einem enormen Leistungsdruck im Studium, da sie sich selbst das Gefühl gibt ihren Bruder sonst zu enttäuschen, wenn sie keine perfekten Noten schreibt.
Hier fand ich nur schade, dass Lauries Traum Medizinerin zu werden nicht wirklich gut umgesetzt worden ist. Im Buch hatte ich konstant das Gefühl, dass Laurie dieses Studium nur einschlägt um den Traum ihres Bruders für ihn zu leben und nicht für sich selbst. Man bekommt als Leser das Gefühl, dass sie am liebsten etwas anderes machen wollen würde, wenn ihr Bruder nicht gestorben wäre.
Sam ist ein absoluter Traumtyp. Er hört zu, ist liebevoll, teilweise schüchtern und dann wiederrum richtig verwegen. Sam hat mein Herz wirklich höher schlagen lassen. In manchen Situationen kommt seine dunkle Vergangenheit zum Vorschein und auch das wurde von der Autorin grandios umgesetzt.
Mit beiden fiebert und leidet man mit. Ich konnte dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen.
Meine absoluten Lieblingsnebencharaktere waren Emmett und Hope. Diese zwei sind süß, lustig und nehmen Laurie wirklich liebevoll in ihre Gruppe auf. Ich habe mich oft bei dem Gedanken erwischt am liebsten selbst einen Emmett und eine Hope in meinem Leben haben zu wollen. Ich hätte so gerne mehr über die beiden gelesen, aber immerhin bekommen die beiden Freunde ihre eigenen Bücher und darauf freue ich mich schon sehr!

Die Handlung
Die Handlung startet rasant mit Lauries Anreise in Vancouver. Sie trifft bereits am ersten Tag einige Leute mit denen sie sich anfreundet und natürlich trifft sie auch auf Sam. Die Interaktionen mit Sam habe ich so sehr genossen. Die zwei reagieren stark aufeinander und die Anziehungskraft kann man einfach nicht ignorieren. Das Medizinstudium wurde toll und anschaulich beschrieben. Als Leser erkennt man einfach, dass die Autorin privates Wissen über den medizinischen Bereich hat.
Ab und zu bekommt man Rückblicke von Lauries Vergangenheit und so erfährt man einige Details über ihren Bruder. Hier möchte ich einen kleinen Kritikpunkt anbringen und zwar, dass für mich persönlich Austin viel zu wenig vorgekommen ist. Er ist eine wichtige Person in Lauries Leben und schlussendlich erfährt man so gut wie nichts über ihn. Das fand ich schon schade, denn sein Schicksal einfach nur als Überbrückungsschwierigkeit für die verliebten Hauptprotagonisten zu verwenden, hat Austins Charakter nicht verdient.

Das Fazit
Die Liebesgeschichte zwischen Laurie und Sam war gefühlvoll, wunderschön und schmerzhaft. Die beiden müssen vieles noch verarbeiten und im Voranschreiten der Handlung wachsen beide charakterlich stark. Sarah Sprinz hat die Gefühle und den inneren Konflikt von Laurie greifbar und fesselnd beschrieben.
Die sensiblen Themen wurden mit viel Respekt aufgegriffen. Ein weiterer Kritikpunkt von mir ist, dass einige sensible Themen mit mehr Tiefgang behandelt gehört hätten und nicht nur kurz angesprochen.

Das beste Zitat
Warum lief alles so dermaßen am Schnürchen? Wo war der Haken? […] Die ganze Fahrt zurück zum Strand wartete ich darauf, dass mir ein Haken einfiel. Vermutlich bestanden zwei Möglichkeiten.
A) Ich war verdammt naiv geworden.
B) Es gab keinen. Wirklich keinen
[…] B, B, B. Bitte Universum. Bitte B. Ob der Trick auch dann funktionierte, wenn man sich eine der Möglichkeiten wie besessen wünschte, wusste ich nicht.
- Buch Seite 96

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 02.11.2020

Eine faszinierende aber noch stark ausbaufähige Geschichte

Die dunklen Pfade der Magie
0

Der Schreibstil
Der Schreibstil von A. K. Larkwood ist sehr umfangreich und man erhält meiner Meinung nach viel zu viele Informationen auf einmal, die sich dann selten wiederholen. Ich habe mir daher schwer ...

Der Schreibstil
Der Schreibstil von A. K. Larkwood ist sehr umfangreich und man erhält meiner Meinung nach viel zu viele Informationen auf einmal, die sich dann selten wiederholen. Ich habe mir daher schwer getan mich zum Beispiel an die äußerlichen Merkmale der verschiedenen Protagonisten, an die Ortsbeschreibungen etc. zu erinnern. Eigentlich habe ich immer während des Lesens Bilder im Kopf, die sich je nach Handlungsverlauf abspielen, aber bei diesem Buch hat das einfach nicht geklappt. Ich hätte mir hierbei öfters Wiederholungen gewünscht und nicht nur einmalige Erwähnungen.
Ebenfalls habe ich mir bei diesem Schreibstil schwer getan in die Geschichte abzutauchen. Die Mischung zwischen Dialogen und Beschreibungen war nicht ausgeglichen. Teilweise rannte man durch die Geschichte und dann wiederrum kroch man voran. Ich muss gestehen, dass mich ab der Hälfte der Handlung eine starke Leseflaute gepackt hat. Ich musste wirklich die Zähne zusammen beißen um das Buch fertig zu lesen, was ich schade fand, da wirklich viel Potenzial in der Geschichte steckt.

Die Charaktere
Die Handlungen wird aus diversen Blickwinkeln erzählt, jedoch ist eindeutig, dass Corswe die Hauptprotagonistin ist.
Corswe wurde von Sethennai aus dem Orden „befreit“. Er schenkt ihr neue Perspektiven. Er zeigt ihr, dass die Aufopferung für eine Gottheit nicht alles ist und dass das „reale“ Leben auf sie wartet. Corswe ist zuerst ein in sich gekehrtes und stilles Mädchen, die von der Außenwelt überwältigt ist. Da Sethennai sie gerettet hat, fühle sie sich verpflichtet ihm gegenüber nützlich zu sein. Sie kommt quasi von der einen Abhängigkeit zu der nächsten, ohne es zu merken. Durch ihn wird sie vom stillen Mädchen zur gnadenlosen Kämpferin, die über ihre Handlungen nicht nachdenkt, sondern blind Befehle ausführt. Zusätzlich gibt es Jahressprünge, die Corswe vom Leser entfernen, da sie charakterliche Veränderungen durchmacht, die für mich total unverständlich und nicht nachvollziehbar waren. Während des kompletten Verlaufs des Buchs hatte ich enorme Schwierigkeiten mich mit Corswe zu identifizieren, da ihre Persönlichkeit nicht richtig fassbar ist und sie je nach Kapitel eine andere Sichtweise auf diverse Dinge hat. Ich hätte mir hier viel mehr Beschreibungen von ihrem Innenleben gewünscht. Was denkt/fühlt sie gerade? Was treibt sie an? Irgendetwas das sie „menschlicher“ und verletzlicher macht.
Sethennai bleibt von Anfang bis Ende ein Mysterium, der seine Beweggründe unter Verschluss hält und jeden um sich herum manipuliert. Dieser Charakter hat mir gar nicht zugesagt und mich auch nicht fasziniert, wie es bei anderen Lesern der Fall war.
Tal wird ein späterer Weggefährte von Corswe und er war ein Nebencharakter, der mir richtig gut gefallen hat. Er ist einer der wenigen Protagonisten, der seinem Charakter treu bleibt und trotzdem nachvollziehbare Veränderungen durchmacht. Er ist zwar ein Zyniker, der oft Gift gegen Corswe spuckt, aber trotzdem habe ich es genossen, wenn die Handlung aus seiner Sichtweise beschrieben wurde.

Die Handlung
Die Handlung dreht sich um die Suche nach dem vergessenen Artefakt. Dies ist auch der einzige rote Faden, der für mich ersichtlich war. Alles andere, was rund um die Suche passiert und Corswe auf ihrer Reise erlebt, war für mich entweder zu schnell erwähnt, wurde nicht richtig ausgebaut oder war verwirrend. Teilweise waren Kampfszenen innerhalb von 8 Zeilen erledigt, die für mich enttäuschend beschrieben waren und dann wiederrum gab es richtig gute und packende Kampfszenen. Dieses Buch ist also ein ständiges auf und ab.
Das einzige was ich während der Handlung genossen habe, war die Beschreibung der verschiedenen Welten, ihren Bewohnern, deren Traditionen und natürlich die jeweiligen Gottheiten.

Das Fazit
Ich gebe dem Buch zwei Sterne, da die Idee der verschiedenen Welten, Portale etc. wirklich einmalig ist, wie auch die diversen Arten von Lebewesen, die die verschiedenen Welten bewohnen und auch die selbstverständliche Art der Autorin Queer-Liebesbeziehungen in die Geschichte zu integrieren. Die Autorin besitzt eine faszinierende Kreativität, die wirklich sehr viel Potenzial beinhaltet. Man hätte aus der Geschichte so viel mehr herausholen können und das merkt man als Leser auch. Umso schmerzhafter ist es dann, wenn von diesem Potenzial und dieser magischen Welt, die die Autorin geschaffen hat, nichts genutzt wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2020

Eine wunderschöne Story über die Kraft der Liebe

Cinder & Ella
0

Das Cover
Das Cover ist sehr simpel gehalten und für mich eine Spur zu unspektakulär. Da die Handlung wirklich tiefgründig und wunderschön ist, hätte ich mir hier ein stimmungsvolleres Cover gewünscht. ...

Das Cover
Das Cover ist sehr simpel gehalten und für mich eine Spur zu unspektakulär. Da die Handlung wirklich tiefgründig und wunderschön ist, hätte ich mir hier ein stimmungsvolleres Cover gewünscht. Daher bin ich persönlich vom Design nicht beeindruckt und das war auch einer der Gründe, wieso ich dieses Buch in der Buchhandlung nie zur Hand genommen habe. Als es jedoch auf Amazon Prime verfügbar war und die unglaubliche Menge an positiven Rezensionen mich beeindruckt hat, gab ich dem Buch schlussendlich eine Chance und ich bereue es kein Stück.

Der Schreibstil
Der Schreibstil von Kelly Oram ist gefühlvoll, bildlich, flüssig und reißt einem ab Seite eins mit. Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen und die Autorin hat mich mit Leichtigkeit emotional berührt. Ich bin kein Mensch, der bei Büchern weint aber dieses Buch hat es geschafft. Ich habe mit Ella so stark mitgefühlt und ihr Schicksal hat mich schwer getroffen. Dieses Buch ist so realitätsgetreu geschrieben, dass jede schwierige Situation in die Ella gebracht worden ist, authentisch und ergreifend war.

Die Charaktere
Ella ist die Hauptfigur dieses Romans und die Handlung wird abwechselnd aus ihrer Perspektive und aus der von Cinder erzählt. Hier sollte erwähnt werden, dass die Sicht von Ella definitiv im Buch überwiegt. Dies hat mich aber nicht im Geringsten gestört, da ich Ella so lieb gewonnen habe.
Was mir gleich zu Beginn aufgefallen ist, war die immense psychische Kraft von Ella. Sie hat Dinge erlebt an denen jeder andere zerbrochen wäre, aber trotzdem macht sie weiter, auch nachdem sie jeden erdenklichen Stein von etwaigen Seiten zugeworfen bekommt. Sie fühlt sich nach dem Autounfall vollkommen alleine und erst durch Cinder taut sie langsam wieder auf. Noch dazu ist Ella klug, witzig und scharfzüngig. Eine Kombination, die man nur lieben kann.
Cinder ist ein Mann, der von allen wegen seines guten Aussehens angehimmelt wird, aber was ihm am meisten fehlt ist die Anerkennung seines Vaters. Er ist ein wahnsinnig guter Schauspieler, nur wird dies nicht wertgeschätzt. Wenn ich ihn mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es unverstanden. Doch Ella sieht ihn und redet unverfroren mit ihm, was er zuerst belustigend findet aber dann entwickelt er eine tiefe Liebe für Ella, die ihn nicht mehr los lässt. Jedoch ist er in einer Zwickmühle, weil er Ella nicht gesagt hat, wer er wirklich ist. Unter diesem Geheimnis leidet er enorm.
Diese zwei Persönlichkeiten waren für mich facettenreich und mit Ecken und Kanten versehen. Solche Helden lernt man als Leser nur selten kennen, aber dafür umso mehr schätzen.
Ellas Stieffamilie habe ich verabscheut, denn sie waren oberflächlich und haben Ella behandelt als ob sie geistig eingeschränkt wäre. Mit keinem Menschen sollte jemals so umgegangen werden. Mensch bleibt Mensch, trotz etwaiger körperlicher Einschränkungen.

Die Handlung & das Fazit
Dieses Buch behandelt Themen, die in der realen Welt tatsächlich so passieren – von Mobbing, gesellschaftlichem Schönheitsideal bis hin zu Eifersuchtshandlungen. Starke Gefühle sind in diesem Buch ausreichend vorhanden und die Handlung regt dem Leser zum Nachdenken an. Mich hat dieses Buch sehr berührt und es hat in meinem Herzen einen ganz speziellen Platz bekommen. Ein großer Dank an die Autorin, dass sie so eine wundervolle Liebesgeschichte geschrieben hat. Lest dieses Buch! Ihr werdet es nicht bereuen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere